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Sex-Meister und andere Geschichten

Nils Horn
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Sex-Meister
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Künleg war ein erleuchteter Meister. Er lebte im 17. Jahrhundert als freier Yogi und Mitglied des Drukpa-Yogiordens in Tibet. Er wanderte nach Lust und Laune durch Tibet und vögelte alle Frauen, die nicht bei drei auf den Bäumen waren. Über ihn gibt es das heitere Buch "Der heilige Narr" von Keith Dowman (2005). Daraus möchte ich einige Teile nacherzählen.

Wir müssen nicht Künleg nachfolgen. Ich lehre die Treue bei sexuellen Beziehungen. Ein Yogi kann eine Beziehung haben, wenn es spirituell für ihn und seine Partnerin förderlich ist. Ich wende mich aber gegen alle Yogalehrer, die unklaren Sex mit ihren Schülerinnen haben. Wenn sie eine ehrliche Beziehung auf der Basis von Liebe und Treue leben, ist das okay.

Künleg konnte seinen freien Sex nur leben, weil er ein vollerleuchteter Buddha war. Das sind wir alle nicht. Wir sollten deshalb eher vorsichtig mit der sexuellen Energie umgehen, damit sie uns nicht spirituell aus der Bahn bringt. Ich erzähle die Geschichten von Künleg nur, weil sie sexuelle Blockaden in uns auflösen können und Heiterkeit auf dem spirituellen Weg gut ist.

Stellen wir uns zuerst einmal Tibet vor, ein großes Land zwischen Indien und China. Schneebedeckte Berge und grüne Täler. Braune Yaks, weiße Schafe, bellende Hunde und kreisende Geier. Es gibt viele Klöster, in denen Mönche und Nonnen die heiligen Texte lernen. In den Berghöhlen meditieren Yogis und Yoginis.

Vereinzelt kleine Nomadensiedlungen. Fellbedeckte Jurten, kleine Zelthütten mit einem Feuer in der Mitte. Drumherum die Menschen. Freundlich und heiter, aber im ständigen Existenzkampf mit den Gewalten der Natur. Kraftvolle Männer, Mütter mit Kindern, junge Frauen, alte Frauen, junge Männer, alte Männer. Der Dorfchef auf seinem Thron in der Jurte. Ein kleiner Altar für Buddha und die tibetischen Götter.

Es wird viel gegessen, getrunken, gesungen und gelacht. Es ist eine gesellige Welt. Die Menschen feiern viele Feste und nachts werden die Kinder gezeugt. Einsame Wanderer werden fröhlich begrüßt. Es kommen ständig Pilger, Lamas, Händler und Verwandte zu Besuch.

Wir befinden uns im Jahr 1650 nach Christus. Ein zerlumpter Bettler wandert durch die Berge auf ein Tal zu. An einem Bach sehen wir einige braune Jurten. Die Männer sind bei den Tieren auf der weit entfernten Weide. Die Frauen kreischen laut auf: "Das ist Drukpa Künleg, der verrückte Yogi. Rette sich wer kann." Aber Künleg hat die Frauen längst entdeckt. Zielstrebig geht auf eine schöne junge Frau zu, zerrt sie in ihre Hütte und küßt ihren roten Mund. Die Frau kann seiner starken männlichen Energie nicht widerstehen und läßt sich willenlos auf ihr Bett sinken. Dann geben sie sich stundenlang dem Liebesspiel hin.

So ähnlich können wir uns das Leben von Künleg vorstellen. Er wurde geliebt und gefürchtet. Als Heiliger wurde er verehrt, als Wanderer gastfreundlich bewirtet und die Frauen versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Andererseits warteten manche Frauen auch sehnsüchtig auf seinen Besuch. Viele Geschichten wurden damals in Tibet von seinen Liebesabenteuern erzählt.

Eine junge Nonne begegnete dem Yogi mitten im Gebirge auf einer Wanderung. Sie wusste nicht, wie Sex geht. Künleg zeigte es ihr. Als sie nach neun Monaten ein Kind bekam, rief die Äbtissin ihres Klosters erfreut: "Das wird bestimmt einmal ein Buddha." Jedenfalls behaupten das einige Künleg Fans.

In einem Dorf funkte es zwischen einer Frau und Künleg so stark, dass er sie gleich auf der Türschwelle flachlegte. Leider blieb das Geschehen nicht unbemerkt. Ein kleiner Junge entdeckte sie und rief die Nachbarn. Bald stand das ganze Dorf um die Beiden herum und sah ihnen beim Sex zu. Künleg ließ sich nicht stören. Was gut begonnen hatte, sollte auch gut zuende gebracht werden. Nur der Frau war das erheblich unangenehm. Was sollte sie tun? Sie musste sich zwischen Sex und Nichtsex entscheiden. Sie war keine gute Entscheiderin. Also vögelten sie weiter und die Menschen lernten, wie man guten Sex macht.

Ein Mann in einem anderen Dorf war wütend auf Künleg: "Du erzählst schmutzige Geschichten, singst versaute Lieder, trinkst unser Bier aus und verführst unsere Frauen. " Der Yogi entgegnete gelassen: "Ich bin ein erleuchteter Buddha. Ich darf das. Wenn du erleuchtet bist, darfst du das auch." Dem konnte der Mann nichts entgegensetzen. Er verbeugte sich ehrfürchtig vor dem Heiligen und der Heilige bumste seine Frau. Der Frau gefiel das und sie gab die Energieübertragung später an ihren Mann weiter. So wurden alle glücklich.

Mit einer Frau wollte Künleg gerne schlafen. Er sprach zu ihr: "Du hast einen schönen Hintern, große Brüste und einen frechen Mund. Du besitzt bestimmt eine heiße Muschi." Das war zwar ein guter Anmachspruch, aber er funktionierte leider nicht. Die Frau antwortete kühl: "Nein. Ich will nicht mit dir schlafen." Darauf entgegnete der Heilige: "Großes Lob. Eine Frau die Nein sagen kann. Und ich bin ein Mann, der ein Nein ertragen kann."

Gedicht über das Glück
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Ich bin glücklich, dass ich als freier Yogi lebe.
So wachse ich immer weiter in meinem inneren Glück.

Ich kann Sex mit vielen Frauen haben,
weil ich ihnen damit auf dem Weg der Erleuchtung helfe.

Äußerlich lebe ich als Narr nach meinem Vergnügen
und innerlich nach einem klaren spirituellen System.

Äußerlich genieße ich Wein, Weib und Gesang.
Und innerlich wirke ich zum Wohle aller Wesen.

Äußerlich scheine ich maßlos zu sein
und innerlich tu ich alles im richtigen Moment.

Äußerlich bin ich ein zerlumpter Bettler
und innerlich ein glückseliger Buddha im ewigen Licht.

Lied über das Vergnügen
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Eine junge Frau findet Vergnügen an der Liebe.
Ein junger Mann findet Vergnügen am Sex.
Ein alter Mann findet Vergnügen an seinen Erinnerungen.
Das ist die Lehre von den drei Vergnügen.

Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist verwirrt.
Wer keine Ziele hat, erbringt keine Opfer.
Wer keinen Mut hat, wird kein Yogi.
Das ist die Lehre von den drei fehlenden Dingen.

Auch wenn ein Mensch den Weg der Weisheit kennt,
ohne zu praktizieren erfolgt keine Verwirklichung.
Auch wenn ein Meister dir den Weg zeigt,
gehen musst du ihn selbst.

Die fünf spirituellen Wege
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Ich übe den Weg der Selbstdisziplin.
Ich meditiere jeden Tag.

Ich gehe den Weg der umfassenden Liebe.
Ich sehe mich als Mutter und Vater aller Wesen.

Ich verwirkliche den Gottheiten-Yoga.
Ich visualisiere mich als Buddha in der kosmischen Einheit.

Ich lebe im anhaftungslosen Sein.
Ich fließe gelassen mit Freude und Leid.

Ich lese die Bücher aller Religionen
und praktiziere alles im richtigen Moment.

Das Leben ist mein Lehrmeister
und meine Weisheit mein Führer.

Der goldene Buddha
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Die Götter bevorzugen das Leben im Himmel.
Die Teufel lieben es auf der Erde zu sündigen.
Die Yogis erfreuen sich am spirituellen Üben.
Die Heiligen tun ihren Mitmenschen gerne Gutes.

Ich liebe die Frauen
und die Frauen lieben mich.
Glück dem, der seinen spirituellen Weg kennt.
Mögen alle Wesen glücklich sein.

Im Alter gab Drukpa Künleg sein Leben als Wanderyogi auf.
Er zog an einen abgeschieden Ort und praktizierte den Paradies-Yoga.
Er verweilte beständig im Licht
und verwandelte sich bei seinem Tod in einen goldenen Buddha.

Diogenes
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Diogenes war ein erleuchteter Meister im alten Griechenland. Er folgte der Lehre von Antistenes, eines Schülers von Sokrates. Antistenes propagierte es, der Welt zu entsagen, als Yogi zu leben und das innere Glück zu pflegen.

Diogenes setzte diesen Rat sehr radikal um. Er praktizierte die absolute Besitzlosigkeit, wohnte in einer Tonne und erbettelte seinen Lebensunterhalt. Seine Tage verbrachte er damit zu meditieren und seine Mitmenschen mit drastischen spirituellen Unterweisungen zu schockieren.

Diogenes onanierte öffentlich auf dem Marktplatz. So befriedigte er seine sexuellen Bedürfnisse. Die Menschen waren entsetzt. Die Meisten sahen betreten weg und einige blickten interessiert hin.

Was wollte uns Diogenes damit sagen? Was ist die Botschaft für dich? Ich glaube, dass er die verklemmte Sexualmoral seiner Mitmenschen bloßstellen wollte. Sexualität ist etwas Natürliches. Früher durfte man sich in Deutschland nicht öffentlich küssen. Heute ist das normal. Selbstbefriedigung ist nicht mehr verboten. Über Sexualität wird offen geredet.

Bei spirituellen Menschen gibt es zur Sexualität sehr unterschiedliche Ansichten. Die Hauptlehre von Sokrates war das richtige Maß. Zu viel Sexualität verbraucht die spirituelle Energie und macht den Geist negativ. Zu wenig Sexualität kann einen Menschen trübsinnig machen. Selbstbefriedigung ist ein guter Weg für Singles und unbefriedigte Menschen in Beziehungen. Letzteres sind nach Befragungen etwa die Hälfte der in einer Beziehung lebenden Menschen.

Jeder zweite Deutsche ist mit seinem Sexleben unzufrieden. Wir sind also in guter Gesellschaft. Und wir haben Glück. Als Glücksforscher wissen wir, dass das Lebensglück eines Menschen zu 90 % aus seiner Psyche kommt. Sex ist nicht wichtig, aber er kann manchmal ganz schön sein. Wer positiv denkt, kann auch ohne einen Partner glücklich sein.

Petrarca und Laura
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Petrarca war einer der größten Dichter im Mittelalter. Er lebte in Italien. Eines Tages traf er beim Gottesdienst in der Kirche die schöne Laura. Sie warf ihm einen verliebten Blick zu. Und um Petrarca war es geschehen.

Die Situation war tragisch. Da gab es zwei Menschen, die die große Liebe gefunden hatten. Petrarca und Laura waren sehr ineinander verliebt. Aber ihre Liebe musste eine geistige Liebe bleiben. Sie konnte nicht zur körperlichen Verwirklichung gelangen. Laura war bereits verheiratet. Und zu der damaligen Zeit konnten Ehen grundsätzlich nicht aufgelöst werden. Ihr Mann war ein grausamer Tyrann. Deshalb sehnte sich Lauras Herz nach dem sensiblen Dichter Petrarca.

Auch Petrarca durfte Laura nicht lieben. Er befand sich in der Ausbildung zu einem Priester und hatte ewige Enthaltsamkeit gelobt. Doch sein Herz konnte in den kalten Klostermauern keine Wärme finden. Es sehnte sich nach menschlicher Liebe, Nähe und Zärtlichkeit. Es sehnte sich nach Laura.

Laura war für Petrarca die Verkörperung seiner tiefsten Wünsche. Gott hat die Menschen als Mann und Frau geschaffen. Petrarca litt unter seiner Einsamkeit. Er wollte auch eine Frau haben. Er hatte das Gefühl, dass er ohne Laura nicht glücklich werden konnte. Sie fehlte ihm zu seiner inneren Ganzheit.

Petrarca konnte Laura nicht vergessen. Sein ganzes Leben lang schrieb er schmachtende Liebesgedichte für sie. Und wurde dadurch berühmt. Aber nicht glücklich, weil sein Herz an Laura hing.

Auch Laura wurde nicht glücklich. Sie bekam zwölf Kinder von ihrem brutalen Ehemann. Er zwang sie beständig zum Sex. Er konnte ihren Körper, aber nicht ihre Liebe erlangen. Laura starb nach 21 Jahren Ehe an der Pest. Da war sie erlöst.

Aber nicht Petrarca. Als er von ihrem Tod hörte, wurde seine Liebe noch größer. Seine Gedichte wurden noch besser und seine Seele wurde noch unglücklicher.

Petrarca fand nicht den Weg, auf dem er sich von der Anhaftung an Laura befreien konnte. Dieser Weg ist auch nicht leicht zu finden. Viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben in der Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen oder mit der Idee, dass sie durch einen passenden Partner dauerhaft glücklich werden könnten. Es geht oft Menschen so, dass sie sich in einen anderen Menschen verlieben und nicht wieder von ihm loskommen.

Der einfachste Weg die große Liebe zu überwinden besteht darin, den anderen Menschen zu heiraten. Mit dem Sex löst sich die aufgestaute Energie auf und die Überidealisierung des Partners verschwindet. Nach spätestens ein bis zwei Jahren des Zusammenlebens entdeckt man seine negativen Eigenschaften und die Zeit der Verliebtheit ist vorbei. Man kommt wieder bei dem Glücksniveau an, dass zu einem persönlich gehört.

Petrarca konnte Laura nicht heiraten. Auch die Zeit hat nicht seine Wunden geheilt. Er hätte den zweifachen Yogaweg der Auflösung von Anhaftungen an andere Menschen gebraucht.

Der erste Schritt ist das klare Nachdenken über den wahren Weg des dauerhaften Glücks. Man muss den Weg des äußeren Glücks als Irrweg erkennen und den Weg des inneren Glücks in seiner Tiefe begreifen. Die Erkenntnisse der Wissenschaft weisen eindeutig darauf hin, dass 90 % des Glücks aus der eigenen Psyche eines Menschen kommen. Durch das klare Nachdenken kann man viel innere Verwirrung auflösen.

Gerade bei emotionalen Anhaftungen bleibt aber meistens ein Rest, der durch das Nachdenken allein nicht überwunden werden kann. Hier helfen tantrische Visualisierungsübungen. Petrarca hätte sich in einer sexuellen Verschmelzung mit Laura sehen und dann Laura in sich auflösen müssen. Er hätte diese Übung so lange, möglichweise über Jahre, wiederholen müssen, bis die Vision von Laura in seinem Geist von alleine verschwindet.

Witze aus dem Internet
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Leicht zu leben ohne Leichtsinn, das ist die Kunst des Lebens.
(Theodor Fontane)

Es waren einmal ein perfekter Mann und eine perfekte Frau. Sie heirateten sie und führten eine perfekte Ehe. An einem Weihnachtsabend fuhr dieses perfekte Paar eine verschneite Straße entlang, als sie am Straßenrand jemanden bemerkten. Es war der Weihnachtsmann mit einem riesigen Sack voller Geschenke. Irgendetwas stimmt an dieser Geschichte nicht. Richtig. Es gibt keine perfekten Männer!!!

Die Geschichte eines Mannes
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Ich war männlich, verwegen, frei und hatte lange Haare. Alle Frauen waren von mir begeistert. Es ist nun zwölf Jahre her. Damals war ich eingefleischter Motorradfahrer, trug schwarze Sweat-Shirts, ausgefranzte Jeans, Bikerstiefel und lange Haare. Ich mochte mich und mein Leben. So lernte sie mich kennen. "Du bist mein Traummann. Du bist so männlich, so verwegen und so frei."

Mit der Freiheit war es alsbald vorbei, als wir beschlossen zu heiraten. Warum auch nicht, ich war männlich, verwegen, frei und ich hatte lange Haare. Allerdings nur bis zur Hochzeit. Kurz vorher hörte ich sie sagen: "Du könntest wenigstens zum Friseur gehen, schließlich kommen meine Eltern zur Trauung." Ich ließ mir eine modische Kurzhaarfrisur verpassen, denn schließlich liebte ich sie, und was soll's, ich war männlich, verwegen und fast frei.

"Schatz ich liebe Dich so, wie Du bist", hauchte sie. Es folgten Wochen friedlichen Zusammenseins, bis meine Frau eines Tages mit einer großen Tüte unterm Arm vor mir stand. Sie holte ein Hemd, einen Pollunder und eine neue Hose hervor und sagte: "Probier' das bitte mal an." Ich trug von da an Hemden, Pollunder und Stoffhosen. Es folgten schwarze Schuhe, Sakkos, Krawatten und Designermäntel. Aber ich war männlich, verwegen und totchic.

Dann folgte der Kampf ums Motorrad. Allerdings dauerte er nicht sehr lange, denn im schwarzen Anzug lässt es sich nicht gut Motorradfahren. Außerdem drückten die Lackschuhe. Aber was soll's, ich war männlich, spiessig, fast frei und fuhr einen Kombi. Mit den Jahren folgten viele Kämpfe, die ich allesamt verlor. Ich spülte, bügelte, kaufte ein, lernte deutsche Schlager auswendig, trank Wein und ging sonntags spazieren. Ich war ein Weichei und fühlte mich scheisse.

Eines Tages stand meine Frau mit gepackten Koffern vor mir und sagte: "Ich verlasse Dich." Völlig erstaunt fragte ich sie nach dem Grund. "Ich liebe Dich nicht mehr, denn Du hast Dich so verändert. Du bist nicht mehr der Mann, den ich mal kennengelernt habe. Du bist nicht mehr männlich, so verwegen und so frei."

Nur für Frauen! (Sex-Thread in einem Philosophie-Forum)
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Lady Rhetorix: Die Sommerferien sind bekanntlich journalistische Saure-Gurken-Zeit. Wenn einem nix einfällt, schreibt man über Sex. Das geht zur Not immer. Ich wittere daher eine Saure-Gurken-Marktlücke und eröffne hiermit einen Sex-Stammtisch für Frauen. Alle Frauen sind herzlich eingeladen, an dieser Stelle über die sauren Gurken der Männer zu fachsimpeln. Das Motto lautet: Es nutzt nichts, dass der "Mann" eine Gurke hat, er muss sie auch benutzen können. Das ist genau so, wie mit dem Gehirn. Nur eben tiefer wohnend.

>> Es ist richtig was Jean Cantos schrieb: Der Körper einer Frau ist wie eine kostbare Geige, deren Beherrschung jahrelange Übung erfordert. Mit Technik, Liebe und Feingefühl kann ein guter Solist ihr grandiose Akkorde entlocken. Doch selten sind die Männer, die ehrlich auf ihr zu spielen wissen, und noch seltener die wahren Virtuosen, denn die meiste Zeit über begnügen sie sich damit, sich des Instrumentes zu bedienen, anstatt ihm zu dienen.<<

Tja, das ist natürlich nichts für die oben erwähnten "Rammelbrüder", die nur eine "Hackmatte" suchen. Und zum Schluss von E.W. Heine: "Den meisten Sex verbreitet eine Frau die weiß, dass sie es verdient, geliebt zu werden." Das ist dann aber was für fortgeschrittene Liebhaber, die über die reine "Bumsen-Phase" und do it yourself hinaus sind.

Rebecca: Warum schauen sich Frauen Pornofime immer bis zum Schluss an?
Weil sie denken, am Ende wird geheiratet.

Was war der erste Mann auf dem Mond?
Ein guter Anfang! Schießt alle Männer auf den Mond!!

Und was soll eine Frau tun, wenn ein Mann in ihrem Garten herumhüpft?
Weiterschießen! Freundliche Grüße, Rebecca

Rhetorix: Ein Mönch und eine Nonne reiten auf einem Kamel durch die Wüste. Plötzlich bricht das Tier tot zusammen. Nach mehreren Tagen sind der Mönch und die Nonne dem Tode nah. Der Mönch sagt: "Schwester, ich sterbe bald. Aber vorher möchte ich noch einmal sehen, wie eine nackte Frau aussieht. Würdest Du mir den Gefallen tun?" Die Nonne tut es und zieht sich aus. Dann sagt sie: "Bruder, mir fällt ein, ich habe auch noch nie einen nackten Mann gesehen. Tust Du mir den Gefallen?" Der Mönch zieht sich ebenfalls aus. Da sagt die Nonne: "Was hast Du denn dort zwischen den Beinen?" "Das hat mir der Herrgott gegeben. Wenn ich es in Dich hineinstecke, entsteht neues Leben." Sagt die Nonne: "Dann steck es in das Kamel und laß uns weiterreiten..."

Rhetorix: hahahahahahahahahahahahahahahaha!

Shui: Also Scherz beiseite, der Geschlechtsakt macht zu zweit einfach mehr Spass... naja sollte er zu mindestens. Für einen Mann ist das eh leichter, Mann grunzt bissl, schwitzt und am Ende ist mann befriedigt. Für eine Frau ist das schon schwieriger. Ich glaube, deshalb wurde das Vorspiel eingeführt... quasi um den Frauen einen Vorsprung zu geben.

Als Mann hat man das Problem welche Technik, wie viel Kuscheln, mag sie es eher sanft oder hart und sollte ich am nächsten Morgen nen schönen Gruß da lassen oder merkt sie auch so, dass ich nicht mehr anrufe?

Mann und Frau
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Ein Mann hat durchschnittlich fünf Dinge in seinem Bad: Zahnbürste, Zahnpaste, Rasierer, Seife und ein Handtuch. Eine Frau hat durchschnittlich 337 Dinge in ihrem Bad. Die meisten kann ein Mann nicht einmal benennen.

Eine Frau weiß alles über ihre Kinder: Zahnarztbesuche, erste Liebe, beste Freunde, Lieblingsessen, Ängste und Hoffnungen. Ein Mann nimmt lediglich wahr, dass kleine Leute bei ihm wohnen.

Eine Frau sorgt sich um ihre Zukunft, bis sie heiratet. Ein Mann sorgt sich nie um seine Zukunft – bis er heiratet.

Eine Frau heiratet einen Mann in der Hoffnung, dass er sich ändert. Tut er aber nicht! Ein Mann heiratet eine Frau in der Hoffnung, dass sie sich nicht ändert. Tut sie aber!

Positive Eigenschaften von Frau+Mann
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Männer und Frauen sind unterschiedlich. Darüber bestehen keine Zweifel. Aber anstatt sich auf die negativen Eigenschaften von Männern und Frauen zu konzentrieren, warum nicht die Positiven loben? Lasst uns mit den Frauen anfangen:

Frauen sind mitfühlend, liebevoll, und sozial. Frauen weinen, wenn sie glücklich sind. Frauen bringen Freude und Lachen in diese Welt. Sie sind liebenswürdig und loyal. Sie werden auf keinen Fall aufgeben um das Beste für ihre Kinder zu bekommen (beste Schule, bester Arzt,...). Frauen haben die Fähigkeit zu lächeln, wenn sie so müde sind, dass sie kaum aufstehen können. Sie wissen wie man ein einfaches Essen in ein Festmahl verwandelt. Sie wissen wie man einen traurigen Freund tröstet. Sie wissen wie man Kinder für endlose Stunden beschäftigt! Sie wissen wie man einem Mann das Gefühl gibt ein König zu sein. Frauen machen die Welt zu einem glücklicheren Ort.

Die Männer: Dazu fällt mir im Moment nichts ein.

Psychatrie-Hotline
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Tuuut ... tuuut ... tuuut ... klick

"Guten Tag, bei der Psychiatrie-Hotline.

Wenn Sie sich bedroht fühlen, so drücken Sie die 1! Aber schnell!

Wenn Sie kein Selbstvertrauen haben, dann bitten Sie jemand anderes, die 2 zu drücken!

Wenn Sie nicht wissen, wer sie sind, drücken Sie bitte die 3, die 4 oder die 5.

Wenn Sie sex- oder beziehungssüchtig sind, dann drücken Sie bitte die 6!

Falls Sie depressiv sind: Es ist egal welche Nummer Sie drücken. Niemand hört Ihnen wirklich zu. Niemand liebt sie. Alles ist schrecklich.

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Was denkt eine Frau beim Sex?
Beim ersten Mal: Hoffentlich werde ich nicht schwanger.
Beim zweiten Mal: Hoffentlich dauert es diesmal etwas länger.
Beim dritten Mal: Hoffentlich will er nicht schon wieder.
Nach zwanzig Jahren: Die Decke müsste gestrichen werden.

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Der perfekte Tag für eine Frau (von Gabi):

08.15 - Mit Schmusen und Küssen geweckt werden.
08.30 - Zwei Kilogramm weniger als am Vortag wiegen.
08.45 - Frühstück im Bett mit frisch gepresstem Orangensaft und Croissants.
09.00 - Geschenke öffnen, z.B. teuren Schmuck vom Partner.
09.15 - Heißes Bad mit Duftöl nehmen.
10.00 - Leichtes Workout im Fitnessclub mit humorvollem Trainer.
12.00 - Mittagessen mit der besten Freundin im In-Lokal.
13.00 - Einkaufen mit Freundinnen, unbegrenzter Kreditrahmen.
15.00 - Rosen werden angeliefert von einem geheimen Bewunderer.
20.00 - Candle Light Dinner für zwei Personen.
23.00 - Ins Bett getragen werden, dass frisch gewaschen und gebügelt ist. Glücklich einschlafen.

Die Wanderschuhe
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Den ersten zarten Kontakt zum weiblichen Geschlecht hatte Nils im Alter von zwölf Jahren. In seiner Klasse gab es ein Mädchen, das Wanderschuhe trug. In dieses Mädchen verliebte sich der kleine Nils. Er war aber noch sehr schüchtern. Er traute sich nicht das Mädchen anzusprechen. Stattdessen hängte er an der Garderobe seinen Mantel über ihren Mantel. Das tat er viele Tage lang mit Ausdauer. Und eines Tages hing ihr Mantel über seinem Mantel. Sie hatte ihren Mantel über seinen Mantel gehängt. Sie hatte seine Liebe angenommen und erwidert. Da war Nils sehr glücklich.

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Lebenslauf eines Mannes

Als ich 14 Jahre alt war, wollte ich eine Freundin haben. Als ich 16 wurde, fand ich endlich eine, aber sie war mir nicht leidenschaftlich genug.

Als ich 18 war, ging ich mit einer leidenschaftlichen Frau aus, aber sie war sehr sensibel. Für sie war immer gleich alles furchtbar, sie war die Königin der Dramatik. Ich erkannte, dass ich doch lieber eine ruhigere
Freundin haben wollte.

Als ich 21 wurde, begegnete ich einer ruhigen Frau, aber sie war langweilig und nichts konnte sie antörnen. Das Leben war so langweilig, dass ich mich entschloss, eine aufregende Freundin zu suchen.

Mit 24 traf ich eine aufregende Frau, konnte aber mit ihrem Rhythmus nicht Schritt halten. Sie wechselte ständig die Interessen, war impulsiv und stritt mit jedem. Anfangs war ich darüber amüsiert, aber ich
erkannte bald, dass unsere Verbindung keine Zukunft haben konnte.

Mit 28 traf ich sie: intelligent, zielstrebig, schön und bodenständig. Sie war eine Kollegin von mir, meine Stellvertreterin. Sie war so zielstrebig, dass sie mit meinen Chef schlief und meine Stelle bekam.

Jetzt bin ich 30 Jahre alt, vernünftig, Single und arbeitslos. Ich werde wohl noch einmal von vorne anfangen. Bis ich endlich den tieferen Sinn des Lebens begreife.

Die Glück- und Pech-Theorie
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Im Alter von vierzehn Jahren stellte Nils die Glück und Pech-Theorie auf. Nach dieser Theorie hat ein Mensch in seinem Leben manchmal Glück und manchmal Pech. Das beobachtete Nils jedenfalls. Hatte er einmal viel Pech, erinnerte er sich von nun an daran, dass jetzt auch viel Glück folgen muss. Darauf freute er sich dann.

Nachdem Nils die Glück und Pech-Theorie aufgestellt hatte, interessierte ihn die Frage, wie man sich über das ewige Spiel von Glück und Pech erheben kann. Wie kann ein Mensch dauerhaft auf einem hohen Niveau glücklich sein? Die Antwort auf diese Frage ist die Lehre vom inneren Glück. Sein inneres Glück kann jeder Mensch unabhängig von äußeren Umständen durch bestimmte körperliche und psychische Techniken entwickeln.

Den Weg des inneren Glücks entdeckte Nils im Alter von dreißig Jahren. Da traf er auf den griechischen Philosophen Epikur. Hätte Nils Epikur schon früher kennengelernt, wäre ihm viel Verwirrung erspart geblieben. So ging er erst einmal den ganz normalen Weg des Lebens. Er spielte das Spiel der chaotischen Beziehungen. Er verliebte sich, war traurig und verliebte sich auf das Neue.

Geschwister
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Nils war weitgehend ein Einzelkind. Im Alter von zehn Jahren bekam er eine Schwester. Sie hieß Sabine und sah als Kind wie ein kleiner Buddha aus. Sie war voller Glück und Wonne. Wenn sie hinfiel, weinte sie nicht. Schmerzen machten ihr nichts aus. Das wunderte ihren Bruder Nils sehr. Er schrie als Kind immer sehr laut, wenn ihm etwas weh tat.

"Meine Schwester Sabine lacht alle Menschen an. Wenn ich aus der Schule komme, steht sie im Laufgitter und freut sich. Sie hat einen guten Appetit. Sie ißt alles, was sie kriegen kann. Neulich hat sie sogar schon meine Schildkröte in den Mund gesteckt."

Sabine war eine spirituell weit entwickelte Seele. Aber in der Schule hatte sie große Probleme. Sie litt sehr unter dem Leistungsdruck. Sie beendete deshalb die Schule frühzeitig und machte eine Lehre im ökologischen Landbau. Sie heiratete, baute mit ihrem Mann einen Biohof auf und bekam zwei Kinder. Später trennte sie sich von ihrem Mann und lebt jetzt als Ziegenhirtin. Sie macht jeden Tag ihre spirituellen Übungen und ist stolz darauf, dass ihr Bruder ein Yogi ist. Manchmal schickt sie ihm Ziegenkäse, den er dann in seinen Gruppen als heiliges Essen (Prasad) verschenkt.

Die drei Stiefschwestern von Nils heißen Inge, Gesa und Ursel. Die jüngste Stiefschwester ist Ursel. Als sie älter wurde, zog sie nach Berlin. Sie wurde eine Anhängerin von Wilhelm Reich und seiner psychoanalytischen Sexualtheorie. Danach ist Sex das Wichtigste im Leben eins Menschen. Wer viel Sex hat, wird ein glücklicher Mensch.

Im Yoga heißt es dagegen, wer Sex nicht im richtigen Maß lebt, verbraucht schnell seine Lebensenergie. Das kann man deutlich bei vielen Menschen in der westlichen Tantra-Szene beobachten. Nach einigen Jahrzehnten mit viel Sex sind sie innerlich ausgebrannt.

Ursel gehörte zur Berliner Tantra-Szene. Sie experimentierte mit der freien Liebe. Sie hatte in ihrem Leben viel Sex. Aber sie bekam viel zu wenig Liebe. Echte Liebe kann sich in offenen Beziehungen nicht entwickeln. Bei Sex ohne Treue wird das Herzchakra ständig verletzt. Es verschließt sich deshalb zu seinem Schutz immer mehr.

Auf dem Weg des Tantra-Yoga ohne Treue verspannt man sich im Laufe seines Lebens immer mehr. Man wird innerlich unglücklich und bekommt psychosomatische Krankheiten. Ursel starb im Alter von fünfzig Jahren an Krebs. Darüber war Nils sehr traurig. Er hatte Ursel trotz ihrer spirituellen Irrtümer sehr gerne gemocht.


Mulla Nasrudin sucht die perfekte Partnerin
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Es war einmal ein islamischer Heiliger, der hieß Mulla Nasrudin. Er lebte alleine in einer kleinen Hütte am Rande einer großen Stadt. Eines Tages hatte Mulla Nasrudin keine Lust mehr alleine zu leben. Er machte sich auf die Suche nach einer Frau. Er wollte heiraten und eine glückliche Ehe führen. Wo war die Frau, die gut zu ihm paßte?

Schön sollte sie sein, klug sollte sie sein, und Humor sollte sie auch haben. Beide sollten gemeinsame Interessen haben, sich gut unterhalten können und im Bett sollte es auch gut sein. Mulla Nasrudi suchte eine Frau, mit der er körperlich, geistig und spirituell harmonierte. Er suchte seine Traumfrau.

Er suchte in seiner Stadt. Er suchte in seinem Land. Er fragte viele Freunde und gab eine Anzeige in der Mulla-Zeitung auf. Er traf viele Frauen. Aber die Frau, die genau seinen Vorstellungen entsprach, war nicht dabei.

Zuletzt reiste er nach Bagdad zum großen Heiratsmarkt. Dort traf er sie, die perfekte Frau. Es gab nur ein Problem. Seine perfekte Frau war auf der Suche nach dem perfekten Mann. Und Mulla Nasrudin war kein perfekter Mann. Er hatte einige Fehler. Er war nicht reich, er war nicht intelligent, und er war auch nicht besonders gutaussehend. Das erkannte die Frau sofort, denn sie war nicht nur schön, sondern auch klug.

So wurde nichts aus der Heirat. Mulla Nasrudin blieb allein und machte Gott zu seiner Geliebten. Weil er in der Welt nicht sein Glück fand, suchte er das Glück in sich selbst. Und eines Tages konnte er sogar über seine Suche nach der perfekten Frau lachen. Wer in sich selbst nicht glücklich ist, findet nie den perfekten Partner. Es fehlt immer irgend etwas. Erleuchtung bedeutet, auch eine nicht perfekte Welt als perfekt erkennen zu können.

Eine Frau sucht sich selbst
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Es war einmal eine Frau, die suchte nach dem Glück. Sie fragte alle Menschen in ihrer Stadt, wo denn das Glück zu finden sei. Ein alter weiser Mann kannte den Ort. Er sagte ihr, dass es nicht weit von hier einen großen Wald gebe. In der Mitte dieses Waldes befände sich ein schönes Schloss. Und in diesem Schloss könne jeder, der sich getraut habe, durch den großen Wald zu gehen, den großen Schatz finden.

Die Frau nahm sich einen Rucksack voller Essen mit und machte sich auf den Weg zu sich selbst. Lange Zeit irrte sie im dunklen Wald umher. Der Weg war schlecht zu erkennen, und sie verlief sich oft. Aber da sie im engen Kontakt mit ihrer inneren Stimme lebte, fand sie immer wieder zum richtigen Weg zurück.

Als sie in der Mitte des Waldes ankam, sah sie nur ein altes Haus. Sie trat in das Haus ein und war erschrocken. Das Haus war voller Schlangen und Spinnen. Sie hatte nicht gedacht, dass es in ihrem Selbst so voller Ängste und Wünsche war. Eine geheimnisvolle Stimme rief: "Nicht links, nicht rechts, geradezu. Dann hast du Ruh." Die Frau hörte auf diese Stimme und ging mitten durch das Haus hindurch. Sie ging konsequent den Weg ihrer inneren Richtigkeit. Deswegen konnten die Schlangen und Spinnen ihr nichts tun. Sie erschreckten sie nur etwas und verschwanden dann.

In der Mitte des Hauses stand ein Bett. Da die Frau müde war, legte sie sich hinein. Während sie schlief, tobte es in ihrem Körper. Sie hatte das Gefühl, dass das Haus zusammenbrach. Als sie aufwachte, hatte sich das alte Haus in ein Schloss verwandelt. Und neben ihr im Bett lag ein Prinz. Sie schlief mit ihm, und der Prinz löste sich in Luft auf. Sie war wieder zuhause. Aber in ihr war das Glück. Sie konnte jetzt ihr eigenes Haus als Märchenschloss erkennen, ihren eigenen Mann als Traumprinzen, ihren Beruf als Traumjob, sich selbst als Göttin und ihre Welt als Paradies.

Sie hatte die Erleuchtungssicht erlangt. Vor dem Tod und nach dem Tod, immer befindet sich der Erleuchtete im Paradies. Das Paradies ist die Sichtweise der Erleuchteten. Wer sein Selbst verwirklicht hat, lebt im Paradies. Er lebt im Licht, in Gott, im kosmischen Bewusstein. Der Weg dort hin führt über die innere Reinigung und die Erweckung der Kundalini-Energie (der Erleuchtungsenergie).

Drei Visionen
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Wer eine große Vision hat, hat Kraft für ein positives Leben. Alles positive Denken beginnt mit einer Vision. Der Mensch braucht Ideale, positive Ideen und inspirierende Ziele. Er braucht Hoffnung, Optimismus und eine Aufgabe. Nils hat drei Visionen. Er hat die Vision einer glücklichen Welt, die Vision der spirituellen Selbstverwirklichung und die Vision des Paradieses nach dem Tod.

Die Vision einer glücklichen Welt ist sehr wichtig. Wir leben im Zeitalter der Globalisierung. Die Menschheit kann entweder gemeinsam untergehen oder gemeinsam eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufbauen. Damit eine glückliche Welt entsteht, bedarf es einer großen Anstrengung. Wir müssen den globalen Egoismus, das rein materielle Denken und die Trägheit bei uns selbst überwinden. Wir brauchen global positive Werte wie Liebe, Frieden und Toleranz. Jeder sollte in seinem Bereich und im Rahmen seiner Möglichkeiten am Aufbau einer glücklichen Welt mitarbeiten.

Nils sieht seine Aufgabe darin, an einer positiven und wissenschaftlichen Spiritualität mitzuwirken. Er möchte im Bereich des Hatha-Yoga den Weg der umfassenden Liebe, des positiven Denkens und des effektiven Übens verbreiten. Jeder Mensch soll die Chance haben ein Leben des inneren und des äußeren Glücks zu führen.

Die zweite Vision von Nils ist die spirituelle Selbstverwirklichung. Er möchte in seinem Leben die Eigenschaften inneres Glück, innerer Frieden, innere Kraft und umfassende Liebe verwirklichen. Er möchte so leben, dass er am Ende seines Lebens mit sich zufrieden ist. Er möchte das Gefühl haben, dass er getan hat, was zu tun war und was er tun konnte.

In einem Traum wanderte Nils über einen Berg in ein blühendes Tal. Der Berg symbolisiert die Erleuchtung und das blühende Tal ist das Paradies. Der Weg über den Berg war steinig und schmal. Er war kaum zu sehen. Nur Nils konnte ihn dank seiner klaren inneren Stimme finden. Seine Leute vertrauten und folgten ihm nach. So gelangten sie alle ins Paradies. Im Paradies hatte jeder seine eigene Hütte. Jeder konnte dort auf seine eigene Art leben und spirituell üben.

Der Narr
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Zitate, Nachzählungen und Ergänzungen aus Khalil Gibran: Der Narr. Khalil Gibran ist ein erleuchteter Meister und Dichter aus dem Libanon. Er wird im Westen von vielen Menschen mit immer größerer Begeisterung gelesen, obwohl ihn kein Mensch wirklich versteht. Einen Erleuchteten kann man als Nichterleuchteter nicht verstehen. Aber man bekommt durch seine Worte eine Ahnung vom Zustand der Erleuchtung.

Das Auge
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Das Auge sagte: "Ich sehe hinter diesem Tal im blauen Dunst einen wunderschönen Berg." Das Ohr lauschte und sprach: "Ich höre keinen Berg." Die Hand meinte: "Ich fühle keinen Berg." Die Nase erklärte: "Ich rieche keinen Berg." Das Ohr, die Hand und die Nase kamen nach gründlicher Besprechung zu dem Ergebnis, dass es keinen Berg gibt. Sie behauptet felsenfest: "Das Auge ist verrückt."

Aber das Auge blieb bei seiner Weisheit und wanderte hin zum Berg. Es meditierte auf dem Berggipfel und verwirklichte das innere Glück. Da konnten auch das Ohr den Berg innerlich hören, die Hand den Berg spüren und die Nase den Duft Gottes in der Welt riechen.

Die Sorge
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Ich liebte meine Sorgen.
Wir sprachen viel miteinander und die Zeit verging im Flug.
Meine Mitmenschen lobten meine Weisheit.
Ich war wie sie und konnte ihnen gut helfen.

Eines Tages verließen mich meine Sorgen.
Ich lebte dauerhaft im Licht und in Gott.
Da verstanden mich meine Mitmenschen nicht mehr.
Sie begriffen nicht meinen göttlichen Gleichmut.

Was sollte ich tun, wenn ich meinen Freunden gut helfen
und gleichzeitig mein inneres Glück bewahren wollte?
Ich lebte von nun an in zwei Welten,
manchmal im Licht und manchmal in der Sorgenwelt.

Die Sehnsucht
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Hier sitze ich am großen Meer.
Hinter mir ragt ein Berg in den Himmel.
Um mich herum ist die Einsamkeit eines Yogis.
Und die Sehnsucht nach einer Partnerin.

Aber keine Frau kann mich verführen.
Ich liebe die göttliche Leere in mir.
Ich bin verheiratet mit dem Nichts.
Ich opfer meine Wünsche und das Glück tritt hervor.

Das Leid
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Die Welt hat tausend Gesichter.
Sie hat schöne Gesichter.
Und sie hat häßliche Gesichter.
Ich durchschaue alle Gesichter.

Hinter der Freude und hinter dem Leid
erblicke ich das Licht.
Freude und Leid sind für mich
gleichwertige Wege ins tiefe Glück.

Der Narr
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Ich erwachte aus meinem Schlaf und stellte fest, dass mir meine Masken gestohlen worden waren. Unmaskiert lief ich durch die Welt. Viele Menschen fürchteten sich vor mir. Einige lachten über mich. Ein kleiner Junge rief: "Du bist ein Narr!" Da begriff ich mein wahres Ich. Das innere Licht ging auf und die Sonne küsste mich. Sie tauchte mich ganz in ihr Licht ein. Ich freute mich, dass ich ein Narr geworden war. Verrückt tanzte ich glücklich durch das Leben.

Der Grashalm
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Der Grashalm sagte, er wäre gerne ein Blatt im Wind. Das Blatt im Wind meinte, es wäre gerne ein Grashalm auf der Erde. Da lachte die Sonne, weil die beiden so dumm waren.

Der Blinde
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Ein Blinder und ein Sehender diskutierten darüber, wer von ihnen der Weiseste ist. Der Sehende sprach, ich kann die alles auf der Erde sehen und kenne die ganze Welt. Der Blinde antwortete, ich kann mein Inneres spüren und kenne mich selbst.

Der Tod
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Der Totengräber sagte zum Narren: "Von allen Menschen bist du mir am liebsten. Alle weinen immerzu. Du kommst lachend und gehst lachend."

Die beiden Eremiten
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Auf einem Berg in der Wüste lebten zwei Eremiten. Sie verehrten Gott und gingen den Weg der umfassenden Liebe. Sie waren gut zu allen Wesen auf der Welt. Äußerlich praktizierten sie den Weg der Armut. Sie besaßen nur eine einzige Eßschale, die sie gemeinsam benutzten. Eines Tages meinte der eine Yogi zu dem anderen: "Ich will die Schale für mich alleine haben." Der andere Yogi antwortete voller Liebe: "Nimm sie. Ich gebe dir gerne alles was ich habe." Da wurde der erste Yogi wütend und schrie: "Kannst du nicht einmal mit mir streiten. Du verdrängst deine Wut. So kommt du nie zu Gott." Da schlug der zweite Yogi dem ersten kräftig ins Gesicht und beide waren zufrieden. Von da an aßen sie wieder friedlich aus derselben Schale. Und Gott freute sich über ihren Streit und schenkte ihnen das ewige Leben im Licht.

Die sieben Ich
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In der Meditation traf ich auf meine sieben Ich. Ich begegnete meiner Sorge, meiner Freude, meiner Liebe, meiner Wut, meinem Denken, dem ewigen Arbeiten und dem ewigen Nichtstun. Alle beklagten sich über ihr Schicksal. Am meisten beklagte sich das Nichtstun darüber, dass es keine Ziele und keine Aufgabe hatte.

Nach und nach schliefen die ersten sechs Ichs ein. Nur das Nichtstun blieb wach und starrte in das Nichts, das hinter allen Dingen ist. Es opferte sich in das ewige Sein und gelangte so ins Glück. Nun lebt es dauerhaft im Glück, in Gott und im Sein. Es kann nach Belieben die anderen sechs Ichs wecken und zum Wohle aller Wesen in der Welt handeln. Solange es das Leben in Gott nicht vergißt, bleibt auch das Glück in ihm.

Der Reiche
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Es war einmal ein Mann, der besaß das Wissen vom dauerhaften Glück. Da kam eine arme Frau und bat ihm ihr ein Stück davon abzugeben. Der Reiche lobte das Wissen in hohen Tönen. Aber er gab ihr nichts davon ab. Ihm fehlte noch das Wissen, dass das innere Glück sich beim Weiterschenken verdoppelt.

Gott
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Ich sprach zu Gott: "Ich bin dein Diener." Aber Gott antwortete nicht. Ich erklärte Gott, dass ich sein Sohn bin. Gott schwieg weiterhin. Ich raffte allen meinen Mut zusammen und schrie: "Du und ich sind eins." Da füllte Gott mich mit Licht und wir wurden eins. Und als ich in die Welt der Menschen ging, war Gott auch dort.

Der Prophet
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Wer klug ist, lebt weise. Wer weise ist, verwirklicht das innere Glück. Wer das innere Glück verwirklicht hat, bringt das Licht und die Liebe in die Welt. Ich bin kein Prophet. Ich erzähle nur Witze. Ich lebe mein verrücktes Leben und bringe die Menschen zum Lachen.

 

Lichtwesen
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Wir sind Lichtwesen. Wir sind Kinder Lichts. Der Kosmos ist unsere große Mutter und unser großer Vater. Wir spielen in der großen Mutter/im großen Vater Glücksspiele und vermehren damit ewig das Glück aller Wesen.

Das Problem der meisten unserer Mitwesen besteht darin, dass sie nicht zwischen guten und schlechten Spielen unterscheiden können. Schlechte Spiele machen langfristig und oft sogar bereits kurzfristig alle Beteiligten unglücklich. Schlechte Spiele sind alle Spiele, bei denen die weltlichen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Wenn wir uns in den äußeren Dingen verankern, haften wir langfristig immer mehr an. Wir verspannen uns innerlich, unser inneres Glück nimmt ab und es zieht alle Beteiligten nach unten. Wir dürfen die äußeren Dinge leben. Wir dürfen Beziehungen haben. Wir dürfen Beziehungsspiele spielen. Wir dürfen uns die äußere Welt schön machen.

Aber wir müssen uns im Schwerpunkt in der Spiritualität verankern. Wir müssen die Spiritualität in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen. Wir müssen im Schwerpunkt unsere Lebensspiele aus der Spiritualität heraus spielen. Wir müssen auf der Basis von Weisheit, Liebe und Frieden spielen. Nur solche Spiele nützen uns.

Das ist schwer zu begreifen. Es gibt viele kleine Teufel auf der Welt, die negative Spiele spielen. Kleine Teufel sind immer arme Teufel. Ihnen fehlt es an Weisheit und sie schaden letztlich vorwiegend sich selbst. Wir brauchen viele Engel auf der Welt, die den kleinen Teufeln das richtige Spielen beibringen. Wenn die Engel sich in der Weisheit, in ihren spirituellen Übungen und im Weg der umfassenden Liebe zentrieren, dann siegen sie und es werden gute Spiele für alle Beteiligten.

Damit die Spiele auf der Erde spannend bleiben, gibt es natürlich immer wieder einige Schwierigkeiten. Nichts ist langweiliger als ein Leben ohne Probleme. Probleme sind der Hauptmotor des inneren Wachstums. Ohne Probleme würden sich die meisten Menschen nicht innerlich entwickeln. Sie würden nie das dauerhafte und tiefe innere Glück erreichen. Wir müssen nur aufpassen, dass die Probleme nicht zu groß werden. Sie dürfen uns nicht über den Kopf wachsen. Sie dürfen das Licht in uns nicht zum Verschwinden bringen.

Das gelingt uns durch die tägliche Besinnung auf die Spiritualität. Wenn wir jeden Tag unsere Spiritualität pflegen und unser Inneres positiv ausrichten, dann ordnen sich auch äußerlich im Laufe der Zeit alle Probleme.

Wer nach den Prinzipien der umfassenden Liebe und des inneren Glücks lebt, der meistert letztlich alle Schwierigkeiten. Er kann sogar im Chaos glücklich sein und sich im Gleichgewicht halten. Er lebt dauerhaft im inneren Glück und stärkt aus seiner inneren Positivität heraus das Positive in der ganzen Welt.

Wir werden zum Meister des Lebens. Wir meistern das äußere Leben und gleichzeitig auch das innere Leben. Das ist höchste Lebenskunst. Das ist der Hauptweg im Kosmos, um im Leben und in der Spiritualität zu siegen. Wir leben ewig als Karma-Yogis (der Weg der umfassenden Liebe) und als Hatha-Yogis (tägliche Körper- und Geistesübungen) für das Glück aller Wesen. Wir handeln aus unserem inneren Glück (dem Sein, der Ruhe) positiv für das Glück aller Wesen und für das Ziel eines glücklichen Kosmos insgesamt.

Das ist der Weg, auf den uns die großen erleuchteten Meister verweisen. Die Erleuchtung ist nicht das Ende des Handelns. Auch der Tod ist nicht das Ende des Handelns. Wir handeln ewig weiter. Wir sind ewige Seelen. Wir können ewig Glücksspiele spielen. Wir verändern nur beständig unsere äußeren Formen. Wir passen uns den wechselnden Situationen an und finden in jeder Situation den optimalen Weg des Wachstums im Glück für uns und für alle Mitwesen.

Ich lehre die Selbstverantwortung jedes Menschen. Das ist das Hauptprinzip im Hatha-Yoga. Jeder Mensch ist primär für sich selbst verantwortlich. Jeder Mensch muss sich selbst retten. Jeder Mensch muss sein inneres Glück selbst entwickeln. Jeder muss selbst sein Selbst verwirklichen. Jeder muss selbst sterben und danach in Licht gelangen.

Wichtige Helfer sind die erleuchteten Meister. Ihr Wissen hilft uns den richtigen Weg zu finden. Ihre Liebe und ihre Kraft ermöglichen uns auf dem Weg zu bleiben. Siegen müssen wir selbst. Aber es ist gut, wenn wir auf dem Weg dahin Freunde haben.

Ich halte es für sehr wichtig, dass wir uns jeden Tag geistig mit einem oder mit allen erleuchteten Meistern verbinden. Wir sollten erkennen wie klein wir sind und wie dringend wir spirituelle Unterstützung brauchen. Wir haben wenig Weisheit und wenig Ausdauer auf unserem spirituellen Weg. Wir drohen jeden Tag zu scheitern, wenn wir nicht immer eine kleine oder große Unterstützung bekommen.

Wer einen erleuchteten Meister besitzt und sich jeden Tag mit ihm geistig verbindet, kann voller Vertrauen durch das Leben gehen. Er wird gerettet werden. Er wird jede Hilfe kriegen, die er braucht. Vielleicht erscheint es manchmal so, als ob man untergeht. Aber davon sollten wir uns nicht erschrecken lassen. Der Meister ist immer anwesend. Von seinem Turiya-Bewusstsein aus sieht er aus der höheren Dimension alles was geschieht. Er kann mit seinen Energien jederzeit eingreifen. Er weiß, wann ein Eingreifen notwendig ist und wann sich die Prozesse von alleine richtig entfalten.

Wer mit einem erleuchteten Meister durch das Leben geht, ist immer geschützt. Mit der Hilfe eines erleuchteten Meisters kann jeder Mensch das spirituelle Ziel erreichen. Jeder kann zur Erleuchtung gelangen. Jeder kann innerlich heil und aus sich selbst heraus glücklich werden. Jeder kann im Licht, in Gott, im Sat-Chid-Ananda (Sein-Einheitsbewusstsein-Glück) leben.

Der Kosmos ist ein Belohnungssystem. Er ist ein System von Ursache und Wirkung. Wer die richtigen Ursachen setzt, erntet auch die richtigen Wirkungen. Wer in seinem Leben viel Gutes getan hat, der wird viel Gutes ernten. Wer ein spirituelles Leben lebt, wächst in seinem inneren Glück.

Mögen wir alle weise leben. Mögen wir alle unsere Lebenszeit gut nutzen. Mögen wir alle die Selbstverwirklichung erreichen, Buddhas und Mahatmas werden, und dauerhaft im Licht und in der umfassenden Liebe leben.

Die Sexgöttin
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Die Sexgöttin war dreißig Jahre alt und Kindergärtnerin. Die Kinder waren unruhig, überaktiv und wollten immer irgend etwas von ihr. Sie hatte viel Stress in ihrem Beruf. Yoga war für sie genau das Richtige. Sie konnte damit gut ihren Stress abbauen und sich mit positiver Energie aufladen.

Die Sexgöttin war so begeistert vom Yoga, dass sie später eine Ausbildung als Yogalehrerin machte. Ihr gefielen die dynamischen Übungen im Stehen, die Yogaübungen im Liegen, die Meditation am Schluss und die Anleitung zum positiven Denken. Und der Yogalehrer gefiel ihr auch.

Die Sexgöttin verliebte sich in ihren Yogalehrer. Sie überlegte, wie sie mit ihm ins Gespräch kommen könnte. Nils arbeite damals neben seiner Tätigkeit als Yogalehrer auch als Psychotherapeut. Sie vereinbarte einen Einzeltermin mit ihm.

Als sie dann in seinem kleinen Haus saß, erklärte sie Nils, dass sie sich in ihn verliebt habe. Die Therapiestunde sei nur ein Vorwand gewesen, um ihn persönlich treffen zu können. Nils war damals noch mit der Ökofrau zusammen. Er erklärte der Sexgöttin deshalb sofort, dass er leider bereits eine Freundin habe. Das konnte sie akzeptieren. Sie kam weiterhin in seinen Yoga-Kurs.

Ende 1990 trennte sich dann die Ökofrau von ihm. Nils war zwei Monate traurig und erinnerte sich dann an die Sexgöttin. Zum Glück begann gerade ein neuer Yogakurs. Die Sexgöttin hatte sich auch zu dem Kurs angemeldet. Nils fragte sie, ob sie noch Interesse an einer Beziehung mit ihm habe. Die Sexgöttin wollte sich das eine Woche überlegen.

Eine Woche später sagte sie dann "Ja". Nils tanzte durch den Wald. Die Freude am Leben war wieder da. Die Ökofrau war vergessen. Neues Spiel, neues Glück. Der Wald war voller Licht. Nils war glücklich. Die Sexgöttin auch. Beide waren sehr verliebt. Sie telefonierten viel miteinander.

Einige Zeit später besuchte die Sexgöttin Nils in seinem Haus. Sie hielten sich nicht lange mit einer Hausbesichtigung auf. Sie gingen sofort ins Bett. Sie waren hungrig aufeinander.

Beide verstanden sich wunderbar. Sie harmonierten im Bett und auch geistig. Sie konnten gut miteinander reden. Sie interessierten sich für Yoga, Psychologie und Philosophie.

Sie testeten, ob sie auch längere Zeit harmonisch miteinander verbringen konnten. Eine ganze Woche lebten sie zusammen in dem Haus von Nils. Es gab keinen Streit. Sie konnten alle Konflikte gut klären. Sie waren wie füreinander geschaffen. Körperlich und geistig.

Die Sexgöttin konnte nie genug vom Sex kriegen. Das fand Nils am Anfang sehr gut. Später wurde es ihm manchmal doch etwas zu viel.

Einmal war sie wie so oft bei ihm zu Besuch. Sie machte das Bett schön zurecht und legte sich dekorativ darauf. Sie dachte, wenn Nils sie so sehen würde, würde er hungrig werden und sich auf sie stürzen.

Aber es kam ganz anders. Nils fühlte sich unter sexuellen Leistungsdruck gesetzt. Da ging nichts mehr. Die Sexgöttin war enttäuscht. Sie bemühte sich um positives Denken und erklärte, dass sie dann eben nur so kuscheln sollten.

Nils war ziemlich geschockt. Irgendwie verband er mit seiner Potenz sein Selbstwertgefühl. Was sollte er jetzt tun? Wie konnte er seine Psyche wieder in Ordnung bringen?

Er kam auf die Idee, alles dem Kosmos zu überlassen. Wenn der Kosmos wollte, dass er Sex hatte, dann sollte es so sein. Wenn der Kosmos es nicht wollte, dann war auch das in Ordnung. Schließlich ist ja der Kosmos der große Bestimmer und nicht Nils.

Nils übte Gottüberlassenheit an einem konkreten und durchaus nicht völlig unbedeutsamen Fall. Dieser Weg erwies sich als sehr hilfreich. Der Kosmos wollte in Zukunft fast immer. Nils konnte so seinen Erwartungsdruck an sich loslassen.

Die Sexgöttin war äußerlich schön. Aber ihr fehlte das innere Glück. Sie hatte eine Neigung zum negativen Denken. Insbesondere hatte sie eine Neigung dazu sich und ihren Körper zu kritisieren. Sie sah hauptsächlich ihre Schwachstellen. Ihr fiel es schwer sich und ihr Leben positiv zu sehen.

Inneres Glück kommt aus einer gereinigten Psyche. Sitzen viele Verspannungen in der Psyche, ist das innere Glück blockiert. Der Mensch neigt zum negativen Denken.

Die vielen Verspannungen kamen bei der Sexgöttin aus der Kindheit. Ihre Eltern hatten sich oft gestritten und ihre Kinder mit überzogenen Leistungsforderungen gestresst.

Die Sexgöttin hatte bereits eine langjährige Psychoanalyse hinter sich. Geholfen hat es ihr nicht viel. Sie konnte gut über ihre Probleme reden. Aber lösen konnte sie sie leider nicht. Sie begriff nicht, dass das dauerhafte äußere Glück bei einem Menschen mit starken inneren Verspannungen ein Traumgebilde ist.

Lösbar wären die Verspannungen durch ein konsequent spirituelles Leben. Die Sexgöttin hätte im Schwerpunkt spirituell leben müssen. So weit war sie aber noch nicht. Sie wollte noch etwas träumen.

Sie glaubte an das große Glück auf dem äußeren Weg. Sie glaubte, dass sie dauerhaft glücklich sein würde, wenn sie einen guten Beruf und einen guten Mann hätte.

Die Sexgöttin war deshalb auf Suche. Sie wechselte ständig ihren Beruf. Und auch ihre Männer. In der Zeit, in der Nils sie kannte, hatte sie nacheinander drei verschiedene Berufe. 

Und wie mit den Berufen war es auch mit den Männern. Irgendwie waren sie alle nicht perfekt. Sie waren nicht dazu geeignet sie dauerhaft glücklich zu machen.

Am Anfang war sie von jedem Mann begeistert. Da sie gut aussah, konnte sie im Prinzip jeden Mann haben. Sie suchte sich die besten Männer aus.

Aber nach einiger Zeit zeigten sich bei jedem Mann irgendwelche negativen Seiten. Das nervte sie dann so stark, dass sie zum nächsten Mann weiterging.

Sie erkannte nicht, dass ihre andauernde Unzufriedenheit aus ihrer eigenen Psyche kam. Wer negativ denkt, sieht auch in seinen Mitmenschen überwiegend das Negative.

Zuerst war sie mit einem Manager verheiratet. Ihr Mann sah gut aus und hatte viel Geld. Er konnte ihr ein Leben im äußeren Luxus geben. Aber leider musste er auch viel arbeiten. Er hatte kaum Zeit für seine Frau. Für Sex war er meistens viel zu erschöpft. Statt intensive Gespräche mit ihr zu führen, erholte er sich lieber nach der Arbeit am Fernseher.

Die Sexgöttin trug die Sehnsucht nach einer glücklichen Beziehung in sich. Sie wollte ihr Leben in einer glücklichen Beziehung verbringen. Im Laufe der Jahre war ihr klar geworden, dass ihr Mann ihr das weder geben konnte noch geben wollte. Ihr Mann sah seinen tieferen Lebenssinn in der beruflichen Karriere und sie sah ihren Lebenssinn in einer glücklichen Beziehung.

Sie trennte sich deshalb von ihrem Manager-Mann und ging eine Beziehung mit Nils ein. Sie dachte, dass Nils der tollste Mann auf der Welt sei. Er wirkte auf sie so verständnisvoll, klug und einfühlsam.

Die Sexgöttin verfing sich in der Falle ihrer eigenen Projektionen. Als Yogalehrer hatte Nils eine Alpha-Männchen-Position in der Yogagruppe. In vielen Frauen steckt das genetische Programm, sich immer in das stärkste Männchen zu verlieben.

Als die Sexgöttin dann Nils näher kennenlernte, war er gar nicht mehr so toll. Sie sah seine schwachen Seiten und seine eigene Liebesbedürftigkeit. In ihren Mädchen-Träumen hatte sie sich alles irgendwie anders vorgestellt.

Da sollte ein großer Retter kommen. Sie gab ihm dann ihren Körper und bekam dafür seine  Liebe. Und ewig schwebte sie in einem Zustand des Glücks dahin.

Der Manager war nicht der große Retter und der Yogalehrer auch nicht. Nach einem halben Jahr mit Nils hatte die Sexgöttin das Gefühl, dass sie es mit ihrem Exmann noch einmal probieren sollte.

Ihr Exmann hatte ihr viel Sicherheit und Geborgenheit gegeben. Das vermisste sie bei Nils. Sie wusste nicht, wie sich die Beziehung mit Nils langfristig entwickeln würde. Sie sah nach einiger Zeit deutlich die Schwachstellen von Nils und lernte die Stärken ihres Exmannes schätzen.

Die Sexgöttin trennte sich von Nils und ging wieder zu ihrem Exmann zurück.

Sie schrieb Nils: "Ob meine Entscheidung nun richtig oder falsch ist, kann ich noch nicht so recht beurteilen. Im Moment ist sie jedenfalls richtig. Ich hätte es nicht verkraftet, mich jetzt von meinem Ehemann zu lösen. Zu viele Ängste kamen hoch. Und vieles muss noch geklärt werden.

Ich vermisse dich oft. Unsere Nähe. Ich denke oft über das Vergangene nach und erlebe es in Gedanken noch einmal. Ich finde, wir hatten eine schöne und intensive Zeit.

Ich empfinde noch immer Liebe und Zuneigung zu dir und möchte das auch gar nicht wegdrängen. Es ist so.

Ich hoffe sehr, dass es dir nicht mehr so schlecht geht. Ich möchte nicht, dass du leidest. Ich möchte, dass es dir gut geht und dass du das Leben genießen kannst. Das versuche ich auch gerade. Ich versuche mich gern zu haben, damit ich mich in meinem Leben wohl fühlen kann. Manchmal gelingt es mir. Ich umarme dich.“

Als Nils diesen Brief erhielt, dachte er: "Ich vermisse sie auch. Wenn zwei Menschen sich so geliebt haben, tut eine Trennung immer weh. Das ist das ewige Spiel der Liebe. Irgendwie habe ich keine Lust mehr dazu.“

Die Sexgöttin versuchte ein Vierteljahr eine glückliche Beziehung mit ihrem Exmann aufzubauen. Sie scheiterte und trennte sich endgültig von ihm. Sie kam aber nicht zu Nils zurück. Sie verliebte sich in einen jungen Studenten.

Es ist in der heutigen Zeit sehr schwer weise zu leben. Das Kino und das Fernsehen suggerieren uns beständig, dass der Weg des äußeren Glücks der große Glücksweg auf der Erde ist.

Die Wahrheit sieht leider anders aus. Die Wissenschaft hat klar nachgewiesen, dass etwa 90 % des Glücks eines Menschen aus seiner Psyche kommen. Die Sexgöttin hätte zu einer wissenschaftlichen Glückssicht finden müssen. Sie hätte klar nachdenken und dann einen weisen Lebensplan machen müssen. Sie hätte Beziehungen haben können. Aber sie hätte daran nicht die große Glückserwartung knüpfen dürfen.

Sie hätte ihr Leben so organisieren müssen, dass sie innerlich und nicht vorwiegend äußerlich wächst. Sie hätte ihr großes Glück nur von der Arbeit an sich selbst und von einem Fortschreiten auf dem spirituellen Weg erwarten dürfen. Sie hätte ihre Hauptlebensenergie in die Entwicklung ihres inneren Glücks und nicht in die Suche nach dem passenden Partner investieren sollen. Dann wäre aus einer Sexgöttin eine echte Glücks-Göttin geworden.

Die Sexgöttin befand sich noch in der Phase der Suche. Sie war dabei Weisheit zu entwickeln. Sie musste noch viele Männer ausprobieren, bis sie erkennen konnte, dass der Weg der vielen Beziehungen vorwiegend ein Leidweg ist. Bis sie zu der entscheidenden Wahrheit kommen konnte, dass sie selbst ihr großer Retter ist.

 

Die Kunst glücklich zu leben (Wikibook)

Glück in einer Beziehung
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In einer Beziehung sollten beide Partner sensibel ihren speziellen Weg einer positiven Beziehung herausfinden. In der Glücksforschung (John M. Gottman, Arnold Lazarus, Kass Perry Otterweich) wurde genau untersucht, wie eine Beziehung langfristig funktioniert. Die wichtigsten Regeln sind:

1. Ehe ist Arbeit. Es ist eine falsche Aufassung, dass man sich zuhause völlig gehen lassen kann. Es bedarf einiger Anstrengung, um eine Beziehung gelingen zu lassen.

2. Übertreibe es nicht. Sei auch in deiner Beziehung du selbst. Lebe auch dich selbst und deine Bedürfnisse, so dass du dich in dir wohl fühlst.

3. Vermeide zu viel Kritik. Äußere Kritik sachlich, sensibel und im richtigen Moment. Sanft formuliert kann ein Mensch meistens Kritik annehmen. Die Grundregel für jede Beziehung lautet mindestens 2/3 Lob und höchstens 1/3 Kritik.

4. Vermeide es, deinem Partner zu häufig seine Wünsche abzuschlagen. Sage ja, so oft es vertretbar ist.

5. Löse Konflikte konstruktiv. Klärt sachlich die genaue Situation. Überlegt euch verschiedene Lösungswege. Findet den guten gemeinsamen Weg.

6. Verbringe regelmäßig eine bestimmte Zeit mit Tätigkeiten, die dir und deinem Partner Freude machen. Zum Beispiel Sex, Essengehen, Reisen, Ausflüge, ein gemeinsames Hobby.

7. Erfreue deinen Partner regelmäßig mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Zum Beispiel Blumen, kleine Geschenke und Zärtlichkeiten. Sage ihm, dass du ihn liebst. Nimmt euch in den Arm.

8. Vermeide Dinge, die dein Partner nicht mag.

9. Arbeite an deinen eigenen negativen Eigenschaften.

10. Grenze dich ausreichend gegen negatives Verhalten deines Partners ab (zum Beispiel gegen Wutanfälle, Verstöße gegen positive Lebensgrundsätze). Belohne nicht negative Verhaltensweisen, indem du darauf eingehst. Verhalte dich neutral oder sage in angemessener Form: „Nein“.

11. Eine gute Beziehung beruht auf Teamwork. Seid ein gutes Team. Ein gutes Team hat ein gemeinsames Ziel. Es kennt seinen Siegerweg. Es bestärkt sich durch positive Rituale (Sätze).

12. Geht sanft miteinander um. Geht euch aus dem Weg, wenn ihr aggressiv seid. Kommt erst einmal für euch selbst zum Frieden, ehe ihr miteinander kommuniziert.

13. Macht einander Komplimente. Männer lieben Bewunderung. Frauen lieben Gesten der Zärtlichkeit. Oder auch umgekehrt.

14. Seid aufrichtig zueinander. Lebt in der Wahrheit. Die Wahrheit und das Vertrauen ist die Basis jeder guten Beziehung.

15. Verankert eure Beziehung in einem höheren positiven Prinzip. Findet einen zu euch passenden Namen für dieses höhere Prinzip. Nennt es Glück, Liebe, Wahrheit oder Gott. Verbindet euch regelmäßig und insbesondere vor allen schönen und allen schwierigen Situationen mit eurem höheren Prinzip. Lebt im Zentrum eurer Beziehung aus eurem höheren Prinzip heraus.

16. Wünscht alle Wesen glücklich. Lebt den Grundsatz der umfassenden Liebe. Er stärkt auch die Liebe in eurer Beziehung. Denke das Mantra: "Ich sende Licht zu ... Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."

Im Buddhismus gibt es das Bild der Hölle. Die Menschen sitzen sich an den Tischen gegenüber. Sie können nichts essen, weil die Löffel länger sind als die Arme. Sie können nicht den Löffel zum Mund führen. Im buddhistischen Himmel haben die Menschen auch lange Löffel. Aber sie geben sich gegenseitig etwas zu essen. Im Beziehungshimmel leben die Menschen das Prinzip der Liebe und des Gebens. In der Beziehungshölle kommen die Menschen gar nicht auf die Idee, dass es den Weg des gegenseitigen Gebens geben könnte.

Das tiefste Geheimnis des Glücks ist es im Sein (in der Ruhe, Gelassenheit) zu leben und aus dem Sein zu geben. Beide Partner sorgen ausreichend für ihr eigenes inneres Glück (Gesundheitsübungen, Entspannungsübungen) und leben die Beziehung vorwiegend aus dem Geben heraus. So erhalten wir eine glückliche Beziehung und wachsen gleichzeitig in unserem eigenen inneren Glück.

Glück als Single
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Ein Single braucht eine positive Aufgabe.

In der heutigen Gesellschaft gibt es einen starken Trend zur Vereinzelung. Immer mehr Beziehungen zerbrechen. Immer mehr Menschen sind dauerhaft allein. In Deutschland leben etwa ein Drittel aller Menschen als Single, in Großstädten fast die Hälfte. Bei Befragungen bezeichnen sich etwa 10 % aller Singles als glücklich, 40 % empfinden sich als eher nicht glücklich, und 50% sehen sich im Mittelbereich. Von den Menschen in einer Partnerschaft erklären sich etwa 40 % als glücklich, 10 % als eher nicht glücklich und 50 % im Mittelbereich (Grom/Brieskorn/Haeffner, Glück-auf der Suche nach dem "guten Leben", 1987).

Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass die Menschen unterschiedlich sind. Manche Menschen fühlen sich als Singles glücklich, manche unglücklich, und der Großteil lebt im Bereich dazwischen. Es sind aber viermal mehr Singles unglücklich als Menschen in einer Partnerschaft. Die Psychologin Eva Jaeggi, selber Single, hat Singles wissenschaftlich untersucht (“Liebesglück-Beziehungsarbeit/Warum das Lieben heute so schwierig ist“. 1999). Nach ihrer Erkenntnis leiden viele Singles sehr unter dem immer wieder auftauchenden Gefühl der Einsamkeit.

Der erste große Schritt zu einem positiven Singleleben ist es, den Verlust des Partners gut zu verarbeiten. Die meisten Menschen haben vor ihrem dauerhaften Singlesein eine oder mehrere Beziehungen gehabt. Je länger diese Beziehungen gedauert haben und je intensiver sie waren, desto länger dauert die Zeit der Verarbeitung. Wir sollten unsere Trauer vollständig leben. Wir sollten sie immer wieder zulassen. Wir müssen uns unserem Leid stellen und immer wieder hindurchgehen. Das ist der einzige Weg, um es aufzulösen. Wenn wir unser Leid verdrängen, wird es in unserem Unterbewusstsein weiter wühlen. Wir werden uns unbewusst immer nach einer glücklichen Beziehung sehnen. In allen Singlebüchern steht, dass man die Phase der Trauer ausreichend und konsequent leben soll. Schauen wir uns die Gedanken an, die in uns vorhanden sind. Hören wir traurige Musik oder machen wir traurige Spaziergänge. Sprechen wir mit anderen Menschen über unser Leid.

Der Hauptweg zur Überwindung von Leid ist die sensible Verbindung des Weges der Ruhe mit dem Weg des positiven Denkens. Der Weg der Ruhe (Kontemplation, Meditation) besteht darin, dass wir alle unsere Gedanken und Gefühle zulassen. Wir lassen sie kommen und gehen, wie sie wollen. Wir beobachten sie nur. Wir lassen sie sich selbst leben und ausleben, bis sie von allein zur Ruhe kommen.

Der Weg des positiven Denkens besteht darin, über den Sinn des Lebens nachzudenken, sich auf positive Ziele zu besinnen, Leid mit positiven Sätzen zu überwinden und sich durch positive Gedanken beständig im Positiven zu halten. Verzeihen wir unserem Partner und senden ihm positive Sätze. Wünschen wir, dass alle Wesen in der Welt glücklich sind.

Wenn wir nur den Weg der Ruhe gehen, können wir leicht in der Trauer versinken. Das positive Denken allein kann zur Verdrängung von Leidgedanken führen. Wenn wir beides jeweils im richtigen Moment und in ausreichender Dauer leben, lösen sich unsere inneren Verspannungen im Laufe der Zeit auf. Dann entsteht inneres Glück.

Betrachte das Single-Leben als Chance für ein intensives Wachstum im innerern Glück. Mache den Weg des inneren Glücks zum Zentrum deines Lebens. Nach Amma (Mata Amritanandamayi) wächst man als Single fünfmal so schnell zur Erleuchtung wie in einer Beziehung, weil man in einer Beziehung viel Energie für die Partnerschaft verbraucht. Man muss als Single nur die große Chance nutzen und konsequent seine spirituellen Übungen machen (Yoga, Meditation). Finde die spirituellen Übungen, die effektiv deine inneren Verspannungen auflösen und dich ins innere Glück bringen. Was uns am inneren Glück hindert sind nur unsere inneren Verspannungen. Wenn wir sie jeden Tag auflösen, kommen wir auch als Single jeden Tag ins Licht.

Lebe nach einem spirituellen Tagesplan. Ein spiritueller Tagesplan ist der große Sieg über die Langeweile und den Sinnverlust. Ein spiritueller Tagesplan besteht aus Zeiten der Selbstbesinnung (über das Leben nachdenken), des Lesens in spirituellen Büchern (Optimismus gewinnen), der Meditation, des Yoga, des Spazierengehens (Radfahren, Joggen) und der Arbeit für eine glückliche Welt (Karma-Yoga). Die Tage sind nun gefüllt. Der Tagesplan gibt deinem Single-Leben eine positive Struktur. Er gibt dir innere Kraft und Positivität. Du lebst auf positive Ziele (inneres Glück, anderen Wesen helfen) bezogen und wirst dadurch innerlich positiv.

Ein großes Geschenk für jeden Single ist der Weg des Karma-Yoga. Dadurch können wir unsere Einsamkeit auf einer tiefen Ebene überwinden. Wir können in die Energie der umfassenden Liebe gelangen. Wie wird man ein Karma-Yogi? Das Zentrum des Weges der umfassenden Liebe ist das Ziel einer glücklichen Welt. Wir wünschen allen Wesen Glück. Wir wünschen sie äußerlich und innerlich glücklich. In unserem Geist sehen wir bereits das Ziel einer glücklichen Welt verwirklicht. Wir leben aus einer positiven Vision heraus. Das gibt uns die Kraft zu einem positiven Leben. Unsere positive Vision öffnet die Tore des Glücks in uns.

Die Hauptübung des Karma-Yogas besteht darin, jeden Tag allen Wesen Licht zu senden. Wir verbinden uns mit allen Wesen, die uns gerade emotional berühren. Wir denken ihre Namen. Wir bewegen segnend eine Hand und senden ihnen Liebe und Licht. Wir senden der ganzen Erdkugel Licht. Wir wünschen, dass alle Wesen auf der Welt glücklich sein mögen. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir wünschen einen glücklichen Kosmos. Damit durchbrechen wir unsere Isolierung als Single. Wir leben emotional in einem beständigen Kontakt zu allen anderen Wesen auf der Welt. Irgendwann verschwindet unser Einsamkeitsgefühl. Wir sind in der umfassenden Liebe.

Wir sollten den Wunsch nach einer glücklichen Welt auch äußerlich manifestieren. Sonst glaubt ihn unser Unterbewusstsein nicht, und wir gelangen nicht wirklich tief in die Energie der umfassenden Liebe. Es gibt viele Möglichkeiten, den Mitmenschen zu helfen. Wir können Geld für die Menschen in der Dritten Welt spenden. Wir können in einer gemeinnützigen Organisation mitarbeiten. Wir sollten den Weg des Helfens finden, der zu uns passt und in unserer Situation praktizierbar ist. Eine kranke Frau schrieb jeden Tag zwei Stunden aufmunternde Briefe an ihre Mitmenschen. Dadurch gelangte sie ins innere Glück. Es gibt keinen Menschen, der nicht auf irgendeine Art seinen Mitmenschen helfen kann. Selbst wenn wir jeden Tag nur eine kleine Tat tun, wird sie uns langfristig in die Energie der umfassenden Liebe bringen.

Es ist sehr wichtig für einen Single, die Dinge klar zu sehen und sich immer wieder klar zu machen. Das Hauptglück eines Menschen ist sein inneres Glück. Es bestimmt zu 90 %, wie glücklich ein Mensch in seinem Leben wird (Stefan Klein: Die Glücksformel. Rowohlt, Reinbek 2002.). Wer die Dinge klar sieht, setzt die Schwerpunkte in seinem Leben richtig. Und dann kann das Singleleben plötzlich zu einem Glücksfall werden. Nach Swami Sivananda besteht der schnellste Weg zum inneren Glück darin, alleine zu leben und spirituell viel zu üben. Nach Amma (Mata Amritanandamay) kommt man auf dem Weg des inneren Glücks fünfmal schneller voran, wenn man allein lebt. Buddha meinte sogar, dass das tiefe innere Glück (die Erleuchtung) nur schwer zu erreichen ist, wenn man in einer Beziehung lebt.

Als Single hat man viel Ruhe. Das ist eine große Belastung und eine große Chance zugleich. Viel Ruhe ist der Hauptweg zur Erleuchtung. Durch viel Ruhe lösen sich die inneren Verspannungen fast von allein. Wer viel Ruhe mit regelmäßigem spirituellen Üben verbindet, geht den optimalen Erleuchtungsweg. Wer als Single nicht vor der Ruhe flüchtet, indem er viele Kontakte zu anderen Menschen pflegt oder ständig den Fernseher anschaltet, sondern in die Ruhe hineingeht, sie lebt und sie mit spirituellen Übungen kombiniert, wächst ins innere Glück.

Das Alleinleben ist der härtere Lebensweg. Es ist für die meisten Menschen schwer, allein zu leben. Aber gerade deshalb bietet das Alleinleben auch die größeren Wachstumschancen. Nutzen wir sie. Ergreifen wir die große Glückschance, die sich uns bietet. Werden wir alle zu erleuchteten Singles. Werden wir zu Siegern auf dem Weg des inneren Glücks.

Glück in einer Familie
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Das größte Geschenk, das wir unseren Kindern machen können, ist eine spirituelle Erziehung. Wir schenken ihnen das Wissen vom Weg des inneren Glücks und der umfassenden Liebe. Wir machen sie zu Meistern des Lebens. Wir befähigen sie zu einem glücklichen und positiven Leben. Jede Familie darf ihre eigene Form der spirituellen Praxis ausüben. Sie darf ihr eigenes spirituelles Hauptbuch (ihre Kernlehre), ihre eigenen Vorbilder und ihre eigenen Rituale (täglichen Übungen) finden. Sie darf eine Form der Spiritualität entwickeln, bei der sie sich wohl fühlt und die zu der Familie passt.

Bei der spirituellen Praxis ist es wichtig, dass wir immer in Kontakt mit unserer inneren Wahrheit bleiben. Die tägliche Praxis darf kein leeres Ritual werden. Wir können sie beständig kreativ etwas verändern, neue Worte finden oder neue Übungen ausprobieren, damit das Gefühl echt bleibt. Nur echte Gefühle bewirken spirituelles Wachstum. Nur Mantras (Gebete, Lesen, Meditation) mit echter Gefühlsbeteiligung führen uns zum inneren Glück.

Die Basis einer glücklichen Familie sind positive Werte. Positiven Werte müssen gepflegt und gefördert werden. Das ist in der heutigen Zeit keine leichte Aufgabe. Ein positives Leben in einer überwiegend weltlich orientierten Gesellschaft verlangt von uns tägliche innere Arbeit. Unsere Kinder kommen ständig in Kontakt mit negativen Werten. Sie treffen sich mit ihren Spielkameraden und übernehmen dabei sehr leicht deren negative Gedankenstrukturen. Sie müssen später bei weltlich orientierten Chefs arbeiten. Sie sehen fern und lesen weltliche Bücher. Unsere Kinder sind in einer weltlich orientierten Gesellschaft extrem gefährdet. Wir müssen sie deshalb innerlich sehr stark machen, damit sie später in ihrem Leben glücklich und positiv leben können.

Der erste Schritt, unsere Kinder stark zu machen, besteht darin, konsequent in unseren Familien positive Werte zu leben und zu pflegen. Die wichtigsten Werte sind Liebe, Weisheit, innere Kraft, innerer Frieden und innere Freude. Die Eigenschaft Liebe bedeutet, dass wir positiv zu uns selbst, zu unserer Familie und zur ganzen Welt sind. Wir wünschen das Glück aller Wesen. Wir leben für das Glück aller Wesen und entwickeln gleichzeitig unser eigenes Glück.

Innerer Frieden ist für jede Familie sehr wichtig. Kinder brauchen Regelmäßigkeit und klare Strukturen in der Familie. Kinder brauchen eine klare und verlässliche Ordnung. Durch eine gute Ordnung entsteht Frieden in der Familie und in unseren Kindern. Alle Familienmitglieder sollten es lernen, beständig auf ihre Gedanken zu achten. Wichtig sind ehrliche Gespräche, positive gemeinsame Aktivitäten und positive Rituale (gemeinsames Essen, Geschichten erzählen, Vorlesen spiritueller Bücher, Lieder, Gebete, Meditationen). Wir sollten in unserer Familie nicht den Konsumgott, sondern die Göttin des inneren Glücks verehren. Wir sollten dem Geist aller Mitglieder unserer Familie einen klaren Hauptbezugspunkt geben. Sonst kommt er leicht in Verwirrung.

Weisheit ist es, gesund zu leben, positiv zu denken, regelmäßig spirituell zu üben, spirituelle Bücher zu lesen und sich ausreichend zu entspannen. Es ist schwierig, unsere Kinder zu Weisheit zu erziehen. Sie möchten gerne Süßigkeiten essen, fernsehen, faul sein und nur das tun, wozu sie gerade Lust haben. Sie stehen im ständigen Ringen zwischen kurzfristiger Unvernunft und langfristigem positiven Denken. Wir sollten sensibel die Weisheit in unseren Kindern fördern. Wenn wir sie überfordern, lehnen sie uns ab und gehen erst recht den Weg der Unweisheit. Wenn wir sie unterfordern, entwickeln sie nicht genügend Selbstdisziplin um langfristig siegen zu können.

Machen wir unsere Kinder zu Siegern in ihrem Leben. Verbünden wir uns mit der eigenen Weisheit unserer Kinder und verstärken vorwiegend ihre positiven Eigenschaften. Betonen wir das Positive und übersehen das Negative, wenn es möglich ist. Wenn wir kraftvoll und klar sein müssen, dann sind wir kraftvoll und klar. Wenn wir freilassend sein können, dann sind wir freilassend. Wichtig ist, dass wir ein gutes Vorbild sind. Kinder lernen vorwiegend durch positive Vorbilder und nur ergänzend durch eine positive Erziehung.

Es gibt das dauerhafte Glück. Es gibt den großen Schatz des spirituellen Wissens. Es gibt die heiligen Bücher, in denen der spirituelle Weg genau beschrieben ist. Mögen wir nie unseren spirituellen Weg verlieren. Möge es eine glückliche Welt geben, und mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein.


Glück im Alter
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Das Alter kann eine Zeit der Selbstverwirklichung und des Glücks sein. Aber es muss richtig gelebt werden. Die meisten Menschen haben im Alter erstmalig die Zeit, sich selbst zu leben. Aber sie missverstehen Selbstverwirklichung als den Weg des Auslebens der äußeren Bedürfnisse.

Ein Ausleben der äußeren Bedürfnisse ist eine Zeitlang interessant, aber auf die Dauer ist es eher unbefriedigend. Es macht nicht wirklich in der Tiefe der Seele glücklich. Vielmehr verkümmert die Seele, wenn man sich vorwiegend auf die Befriedigung der äußeren Bedürfnisse konzentriert. Diese Erfahrung machen die meisten alten Menschen. Ihr inneres Glück schwindet im Laufe der Jahre dahin.

Wir sollten die Dinge klar sehen. Was gerade im Alter äußerst notwendig ist, ist der Weg des inneren Glücks. Das Alter bringt oft Energieverlust, Krankheiten, Sinnlosigkeitsgefühle und viele äußere Probleme mit sich. Die Nerven werden schwächer, und die innere Positivität läßt nach. Selbst angenehme Dinge wie Reisen, Geselligkeit, schönes Essen oder Fernsehen können nicht mehr wie in jungen Jahren genossen werden.

Im Alter muss deshalb das innere Glück intensiv gepflegt werden. Wer im Alter seinem inneren Glück nicht jeden Tag eine ausreichende Zeit widmet, sinkt ins Leid. Seine innere Freude verlässt ihn, und Krankheiten werden zu seinen ständigen Begleitern. Wer im Alter nicht jeden Tag Übungen zur Erhaltung seiner körperlichen Gesundheit, zur Pflege seines Geistes und zur Verstärkung der Liebe zu seinen Mitmenschen macht, baut sehr schnell körperlich, geistig und seelisch ab.

Wer seinen Körper, seinen Geist und seine Seele im Alter gesund erhalten möchte, der sollte mindestens drei Stunden jeden Tag Übungen praktizieren. Für den Körper sind Ausdauertraining (Sport, Gehen, Gymnastik) und eine gesunde Ernährung wichtig. Für den Geist ist das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch (positives Denken, tägliche Gedankenarbeit) wichtig. Für die Seele ist die tägliche Meditation und Gutes tun (Karma-Yoga) wichtig.

Wie lange wir die Übungen im Einzelnen praktizieren und wo wir unsere Schwerpunkte setzen, hängt von unseren persönlichen Bedürfnissen ab. Gut ist es, jeden Tag eine Stunde (oder zweimal eine halbe Stunde) spazierenzugehen. Notfalls können wir auch auf einem Heimfahrrad unseren Körper trainieren oder dynamische Gymnastik (Hatha-Yoga, Sonnengebet, Niederwerfungen) machen.

Wir sollten ebenfalls jeden Tag eine Stunde (oder morgens und abends jeweils eine halbe Stunde) in einem spirituellen Buch lesen. Lesen trainiert den Geist und richtet die Gedanken positiv aus. Es gibt viele gute spirituelle Bücher. Wir können das Lesen jeden Tag zu einer anregenden und spannenden Beschäftigung machen.

Mindestens zweimal am Tag sollten wir im Sitzen oder Liegen meditieren (Muskelentspannung, Zen, Autogenes Training). Am Anfang solltest du zweimal eine viertel Stunde und als Fortgeschrittener eine halbe bis eine Stunde oder länger meditieren.

Wenn wir unser tägliches Glücksprogramm festgelegt haben, brauchen wir noch einen guten Weg der Motivierung. Die tägliche positive Motivation ist die Essenz eines erfolgreichen Alters. Wie überwindet man Zweifel und negative Gedanken? Durch klares Nachdenken! Wenn negative Gedanken auftauchen, dann denken wir darüber nach, ob sie wahr sind. Wir verdrängen unsere Zweifel nicht, sondern setzen uns konstruktiv mit ihnen auseinander. Was sagen unsere Vernunft und unsere Lebenserfahrung? Was ist richtig, und was ist falsch? Notfalls holen wir weitere Informationen ein.

Swami Shivananda lehrte: „Sadhana ist jede spirituelle Praxis, die dem Menschen hilft, sich selbst zu verwirklichen. Sadhana ist der höchste Reichtum. Es ist das einzige, was einen bleibenden Wert besitzt. Tu es jetzt. Denn später ist es vielleicht zu spät."

Hier wohne ich. (Video mit Yoga-Musik 2011)

Die Auflösung der Beziehungssucht
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(aus Mein Leben als Yogi)

Da saß der kleine Yogi Nils nun in seiner einsamen Hütte und dachte über sein Leben nach. Die Yogafrau hatte ihn verlassen. Was sollte er jetzt tun? Sollte er sich schnell wieder eine neue Freundin suchen oder sollte er lieber ganz alleine leben?

Als erstes klärte er seine Ziele. Was waren seine wichtigsten Ziele? Nils sah sich in seinem tiefsten Inneren als Glücksphilosophen. Das Zentrum seiner persönlichen Weisheit war es, dass man in seinem Leben glücklich werden sollte. Der Sinn des Lebens ist es, glücklich zu sein.

Das oberste Ziel jedes Menschen ist es nach der Ansicht von Nils einen Zustand des dauerhaften Glücks zu verwirklichen. Dieses Glück muss ein inneres Glück sein. Was nützt einem Menschen ein großer äußerer Reichtum, wenn er nicht zum inneren Glück führt? Äußerer Reichtum ohne inneres Glück ist sinnlos.

Wer nach äußerem Reichtum strebt und dabei sein inneres Glück zerstört, geht einen falschen Lebensweg. Die meisten Menschen im Westen gehen den falschen Weg. Sie ruinieren ihr inneres Glück durch den übergroßen Berufsstress. Sie blockieren ihr Herzchakra durch den Weg der egoistischen und ständig wechselnden Beziehungen. Sie verlieren ihren inneren Frieden, indem sie ständig äußeren Wünschen nachjagen.

Ein kluger Mensch legt den Schwerpunkt seines Lebens auf das innere Glück. Er sorgt dafür, dass er äußerlich genug hat. Er überlegt sich, was er an äußeren Dingen notwendig für sein Wohlbefinden braucht. Und dann konzentriert er sich darauf sein inneres Glück zu entwickeln.

Es gibt verschiedene Wege zum inneren Glück. Jeder Mensch muss herausfinden, was sein persönlicher Glücksweg ist. Welche Fähigkeiten besitzt man? Welche äußeren Umstände hat einem das Schicksal gegeben? Welchen Weg des inneren Glücks kann man gehen?

Nils betrachtete seine äußere Lebenssituation. Er besaß ein kleines Haus, in dem er leben konnte. Er hatte genug Geld, um sich jeden Tag etwas zu essen zu kaufen. Er hatte einen Körper, der spirituelle Übungen machen konnte. Und er besaß einen Geist, der klar erkennen konnte, wo der Weg des inneren Glücks ist und wo er nicht ist.

Die äußere Lebenssituation war günstig für ein Leben als Yogi. Das einzige Problem war seine Beziehungssucht. Er mochte nicht gerne alleine leben. Er hätte gerne eine Freundin gehabt. Wie sollte er dieses Problem lösen?

Der beste Weg bei Problemen ist es, als erstes genau hinzuschauen. Als zweites überlegt man sich dann verschiedene Lösungswege. Und als drittes entscheidet man sich für einen Weg und geht ihn konsequent bis zum Ziel. So leben Sieger!

Ein Mensch kann mit einer Beziehung und ohne eine Beziehung zur Erleuchtung gelangen.

Amma meint, dass man fünfmal schneller vorankommt, wenn man alleine lebt. Wenn der Weg zur Erleuchtung für einen westlichen Menschen grundsätzlich etwa dreißig Jahre beträgt, dann braucht man mit einer Beziehung etwa 150 Jahre. Das war Nils erheblich zu lange.

Der Weg zur Erleuchtung mit einer Beziehung ist letztlich ein Weg über mehrere Leben. Wenn man jedes Leben 50 Jahre spirituell übt ,dann braucht man mit einer Beziehung drei Leben.

Buddha sagt, dass die Erleuchtung schwer zu erreichen ist, wenn man in einer Beziehung lebt. Er selbst trennte sich mit 29 Jahren von seiner Frau und entschied sich für ein Leben als Yogi.

Nils wollte  noch in diesem Leben wenigstens eine kleine Stufe des dauerhaften inneren Glücks erreichen. Da er nun einmal keine Beziehung hatte, riet ihm sein Verstand diese Situation als eine günstige Gelegenheit zur spirituellen Selbstverwirklichung zu nutzen.

Die große Frage für ihn war, wie viel äußerer Genuss möglich war, ohne die spirituelle Zielerreichung zu gefährden.

Es gibt im Yoga den Weg der strengen Askese und den Weg mit etwas Freude. Auf dem Weg der strengen Askese lebt man völlig enthaltsam und gönnt sich keine äußeren Genüsse. Man konzentriert sich vollständig auf die spirituelle Zielerreichung. Auf dem Weg der Freude darf man neben dem intensiven spirituellen Üben auch etwas das äußere Leben genießen.

Den Weg der strengen Askese symbolisiert im Yoga der Gott Shiva. Er meditiert mit großer Selbstdisziplin jahrzehntelang in der Abgeschiedenheit.

Der Elefantengott Ganesha dagegen liebt es etwas bequemer. Er hat auf jedem Knie eine Frau sitzen und hält in seiner Hand eine Schale mit Süßigkeiten. Er verbindet Yoga mit Wein, Weib und Gesang.

Nils wollte noch in diesem Leben das Ziel des dauerhaften inneren Glücks erreichen. Aber er sah sich nicht als einen großen Asketen. Nils fühlte sich eher von Ganesha als von Shiva inspiriert. Er empfand den mittleren spirituellen Weg für sich als richtig.

Sein Meister Swami Shivananda praktizierte in seinen jüngeren Jahren den strengen spirituellen Stil. Im Alter wurde er milder und lehrte seine Schüler den Weg der acht Etwas: iss etwas, trink etwas, sprich etwas, beweg dich etwas, hab etwas Gesellschaft, schlaf etwas, mach etwas Yoga und meditier etwas (eat a little, drink a little ...).

In dem Tantra-Traum hatte er Nils angewiesen, vorsichtig auf dem Eis zu tanzen. Er hatte ihm erlaubt etwas Fleisch zu essen (etwas Sexualität zu praktizieren). Nils sollte für sich persönlich herausfinden, wie viel Lebensgenuss für ihn auf dem spirituellen Weg hilfreich ist.

Nils entwickelte daraufhin die Lehre von den fünf Freuden: etwas Genuss, etwas Gemächlichkeit, etwas Geselligkeit, etwas Liebe  und etwas Lustprinzip. Der schwierigste Punkt war die Liebe. Nils schloss eine Beziehung nicht grundsätzlich aus.

Aber erst einmal wollte er sich von seiner Beziehungssucht befreien und zehn Jahre ohne eine Beziehung leben. In der Hatha-Yoga-Pradipika  steht, dass ein Yogi in der Hauptreinigungsphase am besten auf die Sexualität verzichtet und alleine in seiner Hütte Yoga übt. Dieser Lehre wollte Nils folgen.

Nach zehn Jahren würde er neu entscheiden. Wie sieht seine Situation dann aus? Hat er dann noch Lust auf eine Beziehung? Wie viel Zeit kann er in eine Beziehung investieren? Wie weit ist dann eine Beziehung mit seinem Leben als Yogi und spiritueller Lehrer vereinbar?

Tritt dann eine Frau in sein Leben, für die eine Beziehung mit ihm spirituell hilfreich ist? Für fortgeschrittene Yogis werden in buddhistischen Büchern sexuelle Beziehungen erlaubt, wenn sie als Karma-Yoga  gelebt werden.

Nils wollte sich bei der nächsten Beziehung nicht im Schwerpunkt auf sich, sondern auf die Bedürfnisse seiner Partnerin konzentrieren. Er wollte die Beziehung primär aus dem Sein und Geben heraus leben. Er wollte sich in seinem eigenen inneren Glück verankern und dann positiv als Karma-Yogi mit den Dingen fließen. So würde die Beziehung beide Partner in ihrem inneren Glück stärken. So könnte eine Entwicklung zum Licht hin stattfinden.

Etwas Spaß sollte die Beziehung ihm aber schon bringen. Ein totaler Asket war Nils nicht. Er suchte eine passende Partnerin, mit der er positiv seinen spirituellen Weg gehen konnte. Die Beziehung sollte für beide hilfreich und schön sein. So stellte er sich das vor.

Diesen Weg empfand Nils für sich persönlich als richtig. Wenn er eine Beziehung für alle Zukunft ganz ausgeschlossen hätte, hätte er sich tief in seiner Seele stark verspannt.

Aber im Moment war es richtig, einige Jahre ohne eine Beziehung zu leben. Nils übte es ein Single zu sein.

In den ersten Jahren nach der Yoga-Frau merkte er deutlich, wie in seinem Inneren ständig Beziehungssehnsüchte wühlten. Zuerst war es die Sehnsucht nach einer konkreten Frau. Alle seine früheren Beziehungen tauchten nacheinander auf. Nils musste noch einmal durch alle Sucht und allen Trennungsschmerz hindurch.

Dann lösten sich die Bilder der Frauen, mit denen er früher eine Beziehung gehabt hatte, geistig weitgehend auf. Zurück blieb die Sehnsucht allgemein nach dem Tanz der Beziehungen. Nils hätte gerne weiter ewig das Spiel der Liebe und der Beziehungen gespielt.

Seine Psyche glaubte fest daran, dass in der Liebe zwischen Männern und Frauen  das Hauptglück des Lebens zu finden ist. Sein Geist hielt trotz aller Weisheitsbemühungen unbeirrt daran fest, dass der Weg der Beziehungen überwiegend ein Weg der Freude ist.

Obwohl Nils in seinem Leben deutlich die gegenteilige Erfahrung gemacht hatte. Nach seiner zehnmal wiederholten Beobachtung bestand eine Beziehung am Anfang vorwiegend aus Glück, in der Mitte aus Konflikten und am Ende vorwiegend aus Leid. Das Glück dauerte normalerweise ein Jahr, die Streitphase drei bis fünf Jahre und die schmerzhafte Trennungsphase fünf Jahre oder länger.

So hatte Nils die Beziehungen in seinem Leben immer wieder erfahren. Und gleichzeitig kannte er auch den Zustand der spirituellen Selbstverwirklichung. Er wusste, dass das Glück der Erleuchtung wesentlich größer als das Glück einer Beziehung ist.

Seine klare Lebenserfahrung riet Nils im Schwerpunkt den Weg der Erleuchtung zu gehen und das große dauerhafte Glück nicht von einer Beziehung zu erwarten. Nur seine Psyche hatte große Mühe diese Dinge zu begreifen. Nils verbrachte viele Jahre damit, sich immer wieder selbst vom Weg der Erleuchtung zu überzeugen.

Er entwickelte ein systematisches tägliches Programm der geistigen Selbsterziehung. Jeden Tag analysierte er genau, wo sich sein Geist gerade befindet.

Er überlegte, wo der Weg der Wahrheit, der Weisheit und der Richtigkeit war. Dann dachte er einen hilfreichen positiven Satz. Er bat seine Meister um Führung und las einige Seiten in einem spirituellen Buch. So löste er im Laufe der Zeit seine Beziehungssucht auf.

Die Verdrängung von sexuellen Wünschen und Beziehungssüchten ist ein großes Problem auf dem spirituellen Weg. Wer etwas verdrängt, verspannt sich innerlich. Die Verspannungen blockieren dann die Erleuchtung. Der Yogi kommt auf dem Weg des inneren Glücks nicht voran.

Man kann sich innerlich dadurch verspannen, dass man seine weltlichen Wünsche zu groß werden lässt. Und man kann sich dadurch verspannen, dass man sie innerlich verdrängt. Ein Yogi muß das Kunststück vollbringen, seine Beziehungswünsche weder zu verdrängen, noch sie zu stark zu leben.

Wenn man die weltlichen Wünsche jeden Tag stark lebt, bildet sich im Geist ein Suchtband. Es zieht den Menschen immer wieder in die Anhaftung und aus dem inneren Frieden  heraus.

Ein Yogi muss seine inneren Suchtbänder so klein werden lassen, dass er sie gut kontrollieren kann. Er muss die weltlichen Genüsse im richtigen Moment und im richtigen Maß leben. Überwiegend sollte er im suchtlosen Sein ruhen.

Es gibt viele Geschichten von Yogis, die hart mit ihren Beziehungssüchten gekämpft haben. Der heilige Benedikt wälzte sich in Dornenbüschen.

Buddha konnte die vielen attraktiven Frauen in seinem Geist nur durch die Erdungsgeste bezwingen. Er aktivierte damit sein Wurzelchakra. Er streckte während der Meditation eine Hand zur Erde und  opferte sich in seinen spirituellen Weg. Dann ließ er die Suchtgedanken in seinen Geist sich frei austoben. Nach einiger Zeit kamen sie von alleine zur Ruhe. Und plötzlich entstand inneres Glück.

Nils entwickelte einen Dreistufenweg zur Überwindung von geistigen Anhaftungen. Zuerst dachte er gründlich nach, fand einen hilfreichen positiven Gedanken und opferte sein Ego. Dann ließ er seine Gedanken und Gefühle kommen und gehen, wie sie wollten. Und dann entstand von alleine irgendwann inneres Glück. Wenn das innere Glück kam, waren die Süchte besiegt.

Nils behalf sich außerdem oft mit tantrischen Visualisierungen. Wenn seine Beziehungssehnsucht zu groß wurde, visualisierte er sich in einer liebevollen Umarmung. Er verschmolz mit seiner geistigen Partnerin und löste sich zum Schluss in die Einheit des Kosmos auf. Manchmal rettete er sich auch durch das Fernsehen, durch Süßigkeiten und durch lange Waldspaziergänge.

Der Mensch ist spirituell gesehen eine Zwiebel. Schicht für Schicht müssen die Verspannungen abgelöst werden. Hat man eine Schicht abgetragen, kommt nach kurzer Zeit die nächste Schicht an die Oberfläche. Bis der innere Kern freigelegt ist. Dann entsteht dauerhaftes inneres Glück. Dann lebt der Yogi im Licht. Obwohl es auch dann immer noch etwas zu tun gibt.

Nils erlebte viele intensive Reinigungsprozesse auf seinem Yogi-Weg. Hitze und Kältegefühle durchfluteten seinen Körper. Ängste zogen durch seinen Geist. Zweifel plagten ihn. Oft war er schlaff und träge. Muskeln zuckten und lösten so ihre Verspannungsstrukturen.

Viele Jahre musste Nils intensive Trauerarbeit leisten. Er trauerte um Helga, U, Petra, die Ökofrau, die Sexgöttin und die Yoga-Frau. Er trauerte um die Menschen in seinen Gruppen, die ihn wieder verließen. Er trauerte über die vergangene Jugendzeit, über den Verlust seiner Karriereziele, über sein einsames Yogi-Leben und über das Leid auf der Welt insgesamt.

Und dann besann er sich wieder auf seine spirituellen Ziele, stand wieder auf und schritt mit Selbstdisziplin weiter voran auf dem Weg der Erleuchtung.

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(Aus der Wikiversity) Der Buddha der Ruhe und der Liebe Meditation ist ein Weg der Gedankenberuhigung, der Entspannung, der seelischen Heilung und der Erleuchtung. Wenn wir unsere Anhaftungen an die Außenwelt auflösen und unseren Geist zur Ruhe bringen, kann aus der Ruhe heraus Wohlgefühl, Positivität und Erleuchtung (inneres Glück) entstehen. Wir sind im Einklang mit […]

 

 

 

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