Der wissenschaftliche Gottesbeweis

Nils Horn

Copyright: 2010 Nils Horn, Hamburg
Eine private (nicht kommerzielle) Weitergabe ist erlaubt.

Gott ist durch die Erleuchtung zu beweisen
Was ist Gott?
Der dreifache Gottesbeweis

Neueste Erkenntnisse der Physik
Der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami
Interview mit Amit Goswami
Was war vor dem Urknall?
Das Dreiwelten-Modell

Die Nahtodforschung
ARD-Sendung zur Nahtodforschung
Die Argumente der Atheisten

Beweise für ein Leben nach dem Tod
Der Tod des 16. Karmapa
Revolution in der Gehirnforschung
Gedanken eines kleinen Yogis

Reinkarnationsforschung
Frühere Leben auf dem Yogaweg
Parapsychologie
Gibt es Geister?
Spiritualität und Heilung
Heilung bei Mutter Meera

Das Jenseits
Die vier Astrahlwelten
Die drei Lichtwelten
Der achte Himmel
Sieben Himmel-Meditation

Gibt es eine Hölle?
Gibt es einen Teufel?
Der indische Totengott Yama
Wut als Hölle
Depression als Hölle
Durch schwere Zeiten hindurchgehen

Astralreisen
Zwei Wege ins Paradies
Der Quallentraum
Friedrich Rittelmeier
Swami Muktananda
Sai Baba
Mahaprabhuji

Nils lebt als Yogi
Die fünf Tätigkeiten
Der spirituelle Tagesplan
Der Weg der umfassenden Liebe

Amma
Darshan bei Mutter Meera
Email an Gabi
Der 85. Geburtstag meiner Mutter

Die große Atheistendebatte 2009
Sven und Nils
Yogi Nils kann man nicht ignorieren
Der halbe Gottesbeweis
Der Physiker Klaus
Die Hirnforschung
Julia und Nils
Vielen Dank an Wikipedia
Sieben Argumente

Gott und Erleuchtung

Reform der Kirche
Die Schöpfungsgeschichte
Ist Gott männlich?
Gott ist Liebe
Jesus als einziger Weg?
Üben und Gnade
Buddhas, Götter und Atheisten

Ein Atheist trifft Jesus

Eine nette Begrüßung
Klärung der Grundlagen
Literatur zur Erleuchtung
Peer Reviewed Paper

In der lustigen Philosophen-Welt
Was ist ein spiritueller Mensch?
Stufen der Erleuchtung
Gott als Vitzliputzli
Der psychologische und der physikalische Gottesbeweis
Die kraftvollste Übung
Über das wahre Leben
Nils lebt als Single
Der Mensch ist gut
Love and Peace

Diskussion in PhilTalk
Die fünf spirituellen Wege
Erleuchtung und äußere Realität
Was ist ein wissenschaftlicher Beweis?
Die traditionellen Gottesbeweise
Der Gottesbeweis von Spaemann
Jevi, der Erleuchtete
Trost in der Reinkarnationslehre
Der Zen-Weg
Ein Zen-Gedicht (SHINJINMEI)

Gottesquark im Philosophie-Raum
Der Nihilismus
Was ist Esoterik?
Diskussion über den Tod des Karmapa
Alles über den Tod
Liebe, Gott und Sinn
Gottesbeweis gelungen
Die höchste Philosophie
Die Allmacht und Allgüte Gottes

Diskussion im Internetforum Utopia
Gott ist ein Optimist :-)
Erfahrungen auf dem Yogaweg

Die Einheit aller Religionen
Interview mit einem unbekannten erleuchteten Meister
Wart ihr schon mal erleuchtet?

Es wird viele Yogis im Westen geben
Der Schwan

Zitate

 

Gott ist durch die Erleuchtung zu beweisen
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Gott ist durch die Tatsache der Erleuchtung zu beweisen. Wer erleuchtet ist, kann Gott sehen und spüren. Er lebt in Gott. Er sieht Gott als eine Art Licht, das die gesamte Welt durchdringt. Er fühlt Gott als Energie um sich herum und in sich. Er spürt Gott als inneres Glück, inneren Frieden und innere Kraft. Er erkennt, dass er sich in einer höheren Wahrheit befindet, die man auch als umfassende Liebe beschreiben kann.

Es gibt Millionen Zeugen auf der Welt für die Tatsache der Erleuchtung. Millionen Menschen in allen Kulturen und zu allen Zeiten haben die Erleuchtung erlangt. Es gab Erleuchtete bei den Schamanen der Frühzeit, den Germanen (Druiden), Indianern (Medizinmänner), in Afrika, Amerika, Australien, Asien und Europa. Sie alle haben die gleiche Erfahrung gemacht. Sie haben Gott nur mit anderen Worten beschrieben: Natur, Kosmos, Tao, Brahman, Nirvana, Manitu, Allah, Jahwe.

Die bekanntesten Erleuchteten sind Jesus, Buddha, Moses, Laotse, Sokrates, Krishna und Patanjali. Auch in der heutigen Zeit leben tausende von erleuchteten Menschen auf der Welt. Auch in Deutschland. Diese Tatsache wird durch die westlichen Massenmedien gerne verdrängt, weil sie nicht in das Konzept eines konsumorientierten Lebens passen. Aber wer auf dem Buchmarkt sucht, wird viele Erleuchtungsberichte finden.

Die heutige Wissenschaft hat die Erleuchteten vielfach untersucht und ihre besonderen Fähigkeiten bestätigt. Jeder kann den Beweis nachprüfen. Er kann entweder selbst den Weg der Erleuchtung beschreiben. Dann wird er Gott sehen. Oder er kann den Zeugenaussagen der Erleuchteten vertrauen.

Es muss betont werden, dass Gott ein Begriff aus der Wahrnehmung eines Erleuchteten ist. Wer nie die Erleuchtung erfahren hat, kann nicht wirklich kompetent über Gott reden. Es ist als ob jemand, der noch nie geliebt hat, Gedichte über die Liebe schreibt.

Ansonsten kann man sagen, dass die moderne Wissenschaft auf die Existenz von Gott hinweist. Albert Einstein hat die Energie als Grundsubstanz des Kosmos erkannt. Hier ist eine Nahtstelle zu Gott. Aber Gott geht noch weit darüber hinaus. Vieles wird die Wissenschaft in den nächsten Jahrhunderten begreifen.

Es gibt verschiedene Religionen auf der Welt. Jede echte Religion gründet sich auf einen Erleuchteten: Das Judentum auf Moses, das Christentum auf Jesus, der Buddhismus auf Buddha, der Hinduismus auf viele Erleuchtete. Religionen ohne einen erleuchteten Gründer sind keine echten Religionen (Scientology). Das Zentrum einer Religion ist die Erleuchtung. Religion will zur Erleuchtung hinführen.

Was ist Gott?
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Im Judentum, Christentum und im Islam wird Gott im Schwerpunkt als eine handelnde Person gesehen. Gott ist ein höheres Wesen, das man als Mensch ansprechen und um Hilfe bitten kann.

Im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus (chinesische Philosophie) bevorzugt man den abstrakten Gottesbegriff. Gott wird vorwiegend als eine höhere Energie, als ein Seinszustand, als Bewusstseinszustand und als Kosmos gesehen. Gott wird Brahman, Nirvana oder Tao genannt.

In allen grossen Religionen gibt es verschiedene Definitionen von Gott. Es gibt Anhänger des persönlichen und des abstrakten Gottesbegriffes. Im Hinduismus wird Gott einerseits als umfassendes Brahman (kosmische Energie) verstanden, andererseits ist er in der Bhagavadgita aber auch ein handelndes Wesen. Als Krishna hat sich Gott auf der Erde inkarniert und den Indern den Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga) geschenkt.

Wenn Gott sich auf der Erde inkarniert, bedeutet das, dass sich eine in einer höheren Energiedimension des Kosmos befindende erleuchtete Seele in den Bereich der Materie begibt und einen materiellen Körper annimmt. Wir alle können unser Bewusstsein zur Erleuchtung hin entwickeln und als Erleuchteter sterben. Danach können wir in der Lichtwelt der Erleuchteten bleiben oder nach einiger Zeit wieder auf die Erde zurückkehren. Das ist nach der Aussage des Buddhismus, Hinduismus und Christentums möglich. Im Buddhismus nennt man solche Seelen Bodhisattvas, im Hinduismus Nitya-Siddhas (Karma-Yogis).

Bei Moses dominiert der abstrakte Gottesbegriff. In seiner zentralen Definition beschreibt Moses Gott mit den Worten: "Ich bin." Diese Worte verweisen auf Gott als glücklichen Seinszustand, den man in der Erleuchtung erfährt. In den Worten "Ich bin" ist der Hauptweg zur Erleuchtung enthalten. Der Mensch muss ein kosmisches Bewusstsein entwickeln. Dabei verliert er sein Ich-Bewusstsein (sein Ego). Er erfährt sich als reines Bewusstsein, als eins mit allem und kann von sich nur sagen: "Ich bin." Er kann nicht sagen : "Ich bin der... (Name)." Er identifiziert sich mit allem, empfindet sich persönlich als Nichts (Egolos) und seinen Bewusstseinszustand als Sein. Im Yoga spricht man vom Sat-Chid-Ananda, der Verbindung aus Sein-Einheitsbewusstsein-Glückseligkeit.

Obwohl sich beide Gottesdefinitionen in allen großen Religionen befinden, kann man doch sagen, dass im Christentum die persönliche und im Hinduismus die abstrakte Sichtweise vorherrscht. Daraus ergeben sich viele Konflikte und Missverständnisse zwischen den Anhängern der jeweiligen Religion. Jede Seite behauptet, das wahre Verständnis von Gott zu besitzen.

Eine große Brücke zwischen den Religionen hat Amma (Mata Amritanandamayi) gebaut. Amma ist derzeit die Hauptrepräsentantin des Hinduismus im Westen. Nach Amma gibt es im Kosmos große erleuchtete Wesen (vollständig erleuchtete Seelen). Diese Wesen besitzen ein kosmisches Bewusstsein. Sie fühlen sich eins mit dem Kosmos (mit Gott). Und sie empfinden sich auch untereinander letztlich alle als eins. Man kann deshalb sagen, dass sie alle ein Wesen sind. Und man kann es so ausdrücken, dass sie sich alle als Freunde ansehen.

Nach Amma fühlt sich bei einem Gebet immer eines dieser höheren Wesen angesprochen und reagiert. Dabei ist es egal, welchen Namen ein Mensch verwendet. Es ist egal, ob man Allah, Gott, Jesus, Krishna oder Buddha anruft. Wichtig ist nur, dass man von einer höheren Instanz im Kosmos Hilfe haben möchte.

Gott wird im Christentum oft als Wolke beschrieben. Dieses Bild passt gut zu den großen erleuchteten Wesen. Sie sind Energiewolken aus einem hochentwickelten Bewusstsein. Sie können in allen Dimensionen des Kosmos handelnd eingreifen. Sie können ihre Lichtstrahlen in alle Bereiche des Kosmos senden. Oft wirken sie durch Symbole (Bücher, Bilder, Statuen), die an bestimmten Orten stehen. Als spirituell fortgeschrittener Mensch spürt man die Energiestrahlen, die aus den Statuen und Bildern der erleuchteten Meister kommen. Sie verwandeln sich dann zu innerer Kraft, Frieden oder einem positiven Gedanken.

Die erleuchteten Wesen helfen jedem Menschen, der sie geistig anruft. Sie helfen aber nicht immer so, wie wir uns das vorstellen und gerne möchten. Das Hauptziel der erleuchteten Wesen ist die Erleuchtung ihrer Mitwesen und der Aufbau eines glücklichen Kosmos. Egoistische Wünsche erfüllen sie deshalb nur begrenzt. Wenn ein Mensch aber für das Glück aller Wesen arbeitet oder nach Erleuchtung strebt, dann bekommt er umfassende Hilfe.

Wenn wir die Dinge genau betrachten, gibt es Gott als kosmisches Bewusstsein und als handelndes Wesen. Gott als kosmisches Bewusstsein verweist uns auf die Erleuchtung. Gott als handelndes Wesen sind die erleuchteten Meister. Der beste Weg ist es, nach Erleuchtung (innerem Glück, innerem Frieden) zu streben und sich dabei von den erleuchteten Meistern helfen zu lassen. Dann werden wir eines Tages in Gott ankommen und genau wissen, was Gott ist.

Von Gott kann man nur sagen, dass es gut ist, in Gott zu leben. Es ist besser, erleuchtet zu sein, als nicht erleuchtet zu sein. Zur Erleuchtung zu gelangen, ist der tiefere Sinn des Lebens. Dieses Ziel muss aber nicht in einem Leben erreicht werden. Wir sollten uns keinen Stress machen. Stress ist der Erleuchtung abträglich. Wir sollten den spirituellen Weg finden, den wir persönlich langfristig erfolgreich gehen können.

Der dreifache Gottesbeweis
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Im Christentum wird Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist definiert. Daraus ergibt sich der dreifache Gottesbeweis. Der dreifache Gottesbeweis ist ein Weg, Spiritualität und Wissenschaft miteinander in Einklang zu bringen.

1. Gott als Vater ist der Kosmos. Gott ist kosmische Energie. Albert Einstein hat nachgewiesen, dass der Kosmos im Wesentlichen aus Energie besteht. Gott als Energie ist gut beweisbar. Nach Amit Goswami (Das bewusste Universum, 1992) ist das Bewusstsein die höchste Form der Energie. Hier gibt es noch viel zu forschen. Aber man kann bereits erkennen, dass sich moderne Atomphysik und Spiritualität immer mehr annähern.

2. Gott als Sohn ist jeder Erleuchtete. Er verkörpert das Gottesbewusstsein. Es gibt viele erleuchtete Menschen auf der Erde. Die Tatsache der Erleuchtung ist wissenschaftlich gut zu beweisen. Man kann die Erleuchteten befragen und ihre besonderen Fähigkeiten messen. Das wird von der Gehirnforschung auch bereits praktiziert.

Die Christen müssen sich allerdings von der Idee verabschieden, dass Jesus der einzige Erleuchtete (Sohn Gottes) ist. Diese Idee ist psychologisch verständlich, wissenschaftlich aber völlig unhaltbar. Jedes kleine Kind denkt, dass sein Vater der Größte ist. Wenn man erwachsen wird, erkennt man, dass es viele Väter gibt, ebenso wie es viele Erleuchtete gibt.

3. Gott als heiliger Geist ist die spirituelle Energie (Aura, Energiefeld), die ein dafür sensibler Mensch in sich und um sich herum spürt. Er spürt sie als eine Art Licht, Wasser, Kraft, Liebe, Frieden, Einheit und Glück. Der heilige Geist kann Verspannungen auflösen und (psychosomatische) Krankheiten heilen. Er kann die körperlichen Selbstheilungskräfte stärken. Er kann inneren Frieden, inneres Glück und Erleuchtung bewirken.

Den heiligen Geist kann man durch spirituelle Übungen erzeugen oder von erleuchteten Meistern übertragen bekommen. Solange man das Gespür für die spirituelle Energie nicht besitzt, ist die Existenz Gottes emotional schwer nachvollziehbar. Ich habe 1987 ein halbes Jahr jeden Tag eine halbe Stunde Yoga gemacht, dann entstand bei mir plötzlich das Energiegespür. Ich hatte Kontakt zur Transzendenz. Ich konnte als Yogalehrer die Energien meiner Leute spüren. Ich fühlte mich mit der ganzen Welt verbunden. Das war eine große Gnade.

Was die spirituelle Energie genau ist, muss wissenschaftlich noch erforscht werden. Ich vermute, dass es sich dabei um eine Quantenstrahlung (Quantenfeld um die Quanten/kleinste Teilchen) und um eine Verbindung zum höheren kosmischen Informationsfeld (zur einer höheren kosmischen Dimension) durch ein weitentwickeltes Bewusstsein bei Menschen und auch bei Tieren handelt. Jedenfalls war diese Energie bei allen Völkern der Welt zu allen Zeiten bekannt. Die spirituelle Energie hat eine große Bedeutung für die Heilung psychischer Krankheiten (Energieaufbau). Sie wird von Körpertherapeuten und Geistheilern vielfach genutzt. Es gibt auch Heiler, die damit körperliche Krankheiten heilen können. Dieses wurde in vielen Filmen dokumentiert, die teilweise auch im Fernsehen zu sehen sind.

Die spirituelle Energie fühlt sich als heiliger Geist an, weil sie scheinbar aus einer ganz anderen Dimension zu uns kommt. Mit ihrer Energie können die Erleuchteten (fortgeschrittene spirituelle Menschen) handeln und uns helfen. In der Bibel wird beschrieben, wie Jesus zu Pfingsten den heiligen Geist auf seine Jünger ausschüttete. Er erfüllte seine Anhänger mit spiritueller Energie. Sie fühlten sich in sich glücklich, erstrahlten in einer Aura aus Licht und spürten kleine Energieflammen (Zungen) auf ihren Köpfen (Scheitelchakra). Mir ist das 1987 nach einer intensiven Meditation auch einmal geschehen.

Wikipedia Erleuchtung (Zitate):
Erleuchtung bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete, gesamtheitliche Wirklichkeit (Nils: Gott) erlangt wird. Allerdings wird auch von Vermittlungsproblemen gesprochen, davon, dass es für „Unerleuchtete“ schwierig bis unmöglich zu sein scheint, den Bewusstseinszustand der „Erleuchtung“ nachzuvollziehen oder zu verstehen, ohne ihn selbst erlebt zu haben.

Mystik aus Wikipedia: Der Ausdruck Mystik bezeichnet heute im allgemeinen Sprachgebrauch Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer höchsten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung. Atheisten sprechen von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. In theistischen Religionen ist das transzendente Element stets Gott. Als Gotteserfahrung gedeutete mystische Erlebnisse kennen u. a. Strömungen des Judentums, des Christentums, des Islams und des Hinduismus. Sie finden in unterschiedlichsten Begriffen und Wendungen Ausdruck. Beispielsweise wird die Seligpreisung „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8) auf die Reinheit von Affekten, sinnlichen Wahrnehmungen und Handlungsmotiven bezogen. Das „Gott schauen“ noch zu Lebzeiten wiederum kann als das klassisch mystische Motiv schlechthin angesehen werden.


Neueste Erkenntnisse der Physik
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(Zitate aus einem Interview mit dem Physiker Hans-Peter Dürr (P.M. Magazin 05/2007). Die Zitate wurden aus Verständnisgründen von mir etwas vereinfacht.)

Dürr: "Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Primär existiert nur das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Bewusstsein (kosmischer Geist) nennen. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist."

"Viele Erscheinungen der Quantenphysik sind nicht nur immateriell, sondern wirken in ganz andere, größere Räume hinein, die nichts mit unserem vertrauten dreidimensionalen Raum zu tun haben. Es ist ein reines Informationsfeld – wie eine Art Quantencode. Es hat nichts zu tun mit Masse und Energie. Dieses Informationsfeld ist nicht nur innerhalb von mir, sondern erstreckt sich über das gesamte Universum. Der Kosmos ist ein Ganzes, weil dieses Informationsfeld keine Begrenzung hat. Es gibt nur das Eine. Aber dieses Eine ist differenziert."

Sie stehen in Ihrem 78. Lebensjahr. Glauben Sie an ein Jenseits? Gibt es eine Existenz nach dem Tode?

"Das ist eine sehr interessante Frage. Was wir Diesseits nennen, ist ja eigentlich die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere. Das, worin das Diesseits eingebettet ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene kleine Festplatte (Nils: das Gehirn) beschrieben habe, sondern immer auch etwas in den geistigen Quantenfeldern (Nils: in der Seele, dem körperunabhängigen Bewusstsein) abgespeichert habe, dann geht das ja mit meinem körperlichen Tod nicht verloren. In dem Maße bin ich unsterblich."

Zitate von Rolf Froböse
(Nachzulesen in: readers-edition.de/2008/04/08/quantenphysiker-behaupten-es-gibt-ein-jenseits)

" Neueste Ergebnisse aus der Quantenphysik lassen darauf schließen, dass es eine physikalisch beschreibbare Seele gibt, die im Jenseits weiter existiert. Das Fundament für die revolutionäre These liefert das quantenphysikalische Phänomen der Verschränkung. Das Verschränkungsprinzip besagt folgendes: Wenn zwei Quantensysteme (kleinste Energiemengen in der Atomphysik) miteinander in Wechselwirkung treten (Kontakt hatten), müssen diese fortan als ein Gesamtsystem betrachtet werden. Diese Verschränkung (innere Verbindung) bleibt auch dann erhalten, wenn der Zeitpunkt der Wechselwirkung weit in der Vergangenheit liegt und die zwei Teilsysteme inzwischen über große Distanzen getrennt sind.

Professor Dr. Hans-Peter Dürr, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München, vertritt heute die Auffassung, dass der Körper (Materie) und die Seele (Bewusstseinsenergie) im Kosmos getrennt existieren können. Seiner Auffassung nach gibt es ein Jenseits, das aus einem universellen Bewusstseinsfeld besteht. So glaubt Dürr aus rein physikalischen Erwägungen an eine Existenz nach dem Tode."

Rolf Froböse in Die Welt vom 25. April 2008:

"Last, not least macht auch der britische Kernphysiker und Molekularbiologe Jeremy Hayward von der Universität Cambridge aus seiner Überzeugung keinen Hehl: „Manche durchaus noch der wissenschaftlichen Hauptströmung angehörende Wissenschaftler scheuen sich nicht mehr, offen zu sagen, dass das Bewusstsein neben Raum, Zeit, Materie und Energie eines der Grundelemente der Welt ist“.


Volker Becker (Gottes geheime Gedanken, 2006):

"Wissenschaftlich gesichert gilt, dass es vor 13,7 Milliarden Jahren einen Urknall, einen Anfang des Universums, gegeben hat. Alle Dinge im Kosmos, wie die Entstehung von Sternen oder die Bildung von Galaxien, lassen sich anhand physikalischer Gesetze nachvollziehen. Die Kette der Ursachen lässt sich bis zum Urknall zurückverfolgen."

"Die Entstehung der Materie wird aufgrund von Quantenprozessen aus dem Nichts heraus erklärt. Physiker haben in Teilchenbeschleunigern die Entstehung von Teilchen aus dem Nichts nachgewiesen. Wir müssen heute davon ausgehen, dass das Nichts instabil ist und ohne erkennbaren Grund etwas hervorbringen kann."

"Wir leben mit unserem Universum eingebettet in einen höherdimensionalen Raum. Dieser höhere Raum ist für unseren Verstand nicht fassbar, weil er nicht zu unserem materiellen Universum gehört. Es sieht so aus, als verschwände alles ins Nichts, während dahinter ein vier- oder noch mehrdimensionaler Kosmos wirkt."

Der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami
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Ein großer Vorreiter auf diesem Weg ist der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami von der Universität Oregan. Er schrieb 1992 das Buch "Das bewusste Universum". Es wurde 2007 in Deutschland neu aufgelegt.

In seinem Buch beschreibt Goswami zuerst die wichtigsten Erkenntnisse der heutigen Quantenphysik. Dann entwickelt er seine Philosophie des monistischen Idealismus. Der monistische Idealismus erklärt, dass alles im Kosmos zusammengehört, dass das höhere Bewusstsein (Gott) das Zentrum ist und dass wir als Menschen zu einer idealistischen Lebensführung finden sollten.

Diese Weltsicht fußt in der Philosophie des Yoga, wonach das Bewusstsein die primäre Substanz des Kosmos ist. Das Bewusstsein wird als Gott, als eine höhere Dimension über unserem materiellen Kosmos, gesehen. Es ist eine feinstoffliche Energie, die hinter allen äußeren Erscheinungen steht und aus der sich die materiellen Erscheinungen manifestieren.

Bei dieser Philosophie geht es darum, die Erleuchtung in das Zentrum des menschlichen Denkens zu stellen. Ein Erleuchteter lebt im Licht. Er empfindet das Licht (Gott) als das Primäre und den restlichen Kosmos als das Sekundäre. Für einen Erleuchteten auf einer hohen Stufe der Bewusstseinsentwicklung löst sich der materielle Kosmos weitgehend auf, und er sieht in allen Erscheinungen der Welt vorwiegend das Licht.

Aus der Sicht des Yoga sind alle anderen Wissenschaften Hilfswissenschaften der Spiritualität. Das innere Glück und die umfassende Liebe sind für die Menschheit das Wesentliche. Mit unseren heutigen Fähigkeiten könnten wir eine glückliche Welt aufbauen. Wir könnten ein goldenes Zeitalter des Friedens, der Liebe und des ausreichenden Wohlstandes für alle erschaffen. Stattdessen versinkt die Welt im Chaos von Hunger, Krankheit und Krieg. Der materielle Reichtum der Welt wird für den oberflächlichen Luxus einiger weniger Reicher vergeudet, statt allen Menschen auf der Welt genug zu Essen zu geben und ihnen ein glückliches Leben zu ermöglichen. Das alles ist die Folge eines falschen materialistischen Weltbildes in der Wissenschaft.

Die neue Weltsicht der Physik sagt, dass wir alle zusammengehören. Wir leben in einem Kosmos, in einer Energie und in einer Glücksordnung. Wir sind alle durch die höhere Dimension geistig verbunden. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir unseren Egoismus auflösen und stärker auf das Gesamtwohl achten.

Interview mit Amit Goswami
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(Kurzfassung und Neuformulierung von mir unter Verwendung der wichtigsten Zitate)

Goswami: Von Anfang an – seit dem Beginn der Quantenphysik im Jahr 1900 – hat die Quantenphysik Hinweise darauf gegeben, dass sich unsere Sicht der Dinge ändern könnte. Von 1982 an kamen dann Ergebnisse aus den Laborexperimenten der Physiker. Das ist das Jahr, in dem in Frankreich Alain Aspect und seine Mitarbeiter das große Experiment (geistige Verknüpfung aller Quanten in einer höheren Dimension) durchführten, mit dem die Glaubwürdigkeit der spirituellen Ansätze, insbesondere der Transzendenz, schlüssig nachgewiesen wurde.

Als Hintergrund dazu sei gesagt, dass die Quantenphysik seit vielen Jahren Hinweise darauf gegeben hatte, dass es andere Ebenen der Realität gibt, als die materielle Ebene. Es begann damit, dass Quantenobjekte als Wahrscheinlichkeitswellen angesehen wurden. Anfangs dachte man: „Ach, sie sind bloß wie die üblichen Wellen.“ Aber es zeigte sich sehr schnell, dass sie nicht Wellen in Raum und Zeit waren. Sie haben Eigenschaften, die nicht mit denen der üblichen Wellen korrespondieren. Somit wurden sie als Potenzialwellen, Wellen von Möglichkeiten, erkannt. Und das Potenzial war Transzendenz, jenseits von Materie.

Allerdings war für eine lange Zeit die Tatsache, dass dies transzendentes Potenzial war, nicht sehr klar. Dann bewies Aspects Experiment, dass Objekte tatsächlich jenseits von Raum und Zeit verbunden sind – außerhalb von Raum und Zeit! In diesem Experiment gibt ein Atom zwei Lichtquanten ab, Photonen genannt, die in entgegengesetzte Richtungen ausstrahlen. Dennoch beeinflussen diese Photonen einander, ohne irgendwelche Signale auszutauschen. Beachten Sie bitte: Ohne irgendwelche Signale durch den Raum auszusenden, beeinflussen sie einander – und zwar sofort. Wenn wir die Drehung eines des beiden Photonen verändern, verändert sich sofort auch die Drehung des Partnerphotonen an dem anderen Ort. Das ist meßbar.

Nun hat Einstein jedoch vor langer Zeit bewiesen, dass zwei Objekte in Raum und Zeit einander nie sofort beeinflussen können, da sich alles nur innerhalb einer maximalen Geschwindigkeit bewegen kann, der Lichtgeschwindigkeit. Es wurde angenommen, dass jedes Signal räumlich ist und insofern eine bestimmte Zeit benötigt, um sich im Raum zu bewegen. Aspects Photonen jedoch – die Photonen, die von einem Atom in seinem Experiment freigesetzt wurden – beeinflussen einander in räumlicher Distanz, und da sie dies augenblicklich tun – schneller als mit Lichtgeschwindigkeit. Daraus lässt sich schließen, dass diese Einflussnahme sich nicht durch den Raum bewegt haben konnte. Stattdessen muss dieser Einfluss in einem anderen Realitätsbereich (Nils: über eine höhere Raumzeitdimension) stattgefunden haben.

Hamilton: Sie meinen also, dass die Vorstellung einer höheren Dimension eingeführt werden muss, um all dies zu verstehen.

Goswami: Ja. Henry Stapp, ein Physiker an der Universität von Berkeley in Kalifornien, sagt es ganz deutlich in einer seiner Arbeiten, die er 1977 schrieb: Dinge außerhalb von Raum und Zeit beeinflussen Dinge im Raum- und Zeitgefüge. Gar keine Frage, genau das geschieht mit Quantenobjekten im Bereich der Quantenphysik.

Hamilton: Was war ihre spezielle Entdeckung?

Goswami: Ich hatte das Glück, durch die Quantenphysik erkennen zu können, dass alle Paradoxa der Quantenphysik gelöst werden können, sobald wir Bewusstsein als Urgrund des Seins anerkennen. Das war mein spezifischer Beitrag – hier liegt natürlich das Potenzial für einen Paradigmenwechsel, denn nun können Wissenschaft und Spiritualität einander wirklich ergänzen.

Hamilton: Ihr Ansatzpunkt war die Gehirnforschung.

Goswami: Damals nahm man an, dass das Bewusstsein eine Folge des Gehirns sein müsse. Dann hätte alle Wirkung von den materiellen Elementarteilchen ausgehen müssen. Das war mir ein Rätsel. Und ich konnte ganz einfach keinen Weg finden, es zu lösen. Später erkannte ich, dass das Bewusstsein die primäre Realität ist. Über unserem materiellen Kosmos gibt es eine höhere Realität. Diese höhere Dimension besteht aus Bewusstseinsenergie.

Das Universum ist ein bewusstes Universum und wird durch Bewusstsein erzeugt. Bewusstsein ist die einzige wahre Realität, es existiert außerhalb der physikalischen Raumzeit. Bewusstsein ist kein Epiphänomen der Materie, keine Folge des Gehirns. Bewusstsein existiert nicht aus der Materie heraus, sondern es kann die Materie beeinflussen. Die Welt der Manifestationen geht letztlich aus einer transzendenten Ideenwelt hervor.

Der Gehirnforscher John Eccles hat erkannt, dass Nervensignale im Gehirn auf Quantenwellen basieren. Hier ist der große Verbindungspunkt zwischen der geistigen und der materiellen Welt. Der Geist ist eine vom Körper getrennte Energie, die über die Quanten als kleinste Teile unseres Kosmos auf das Gehirn einwirken kann.

Hamilton: Wann haben Sie sich auf die Suche nach einer neuen Weltsicht begeben?

Goswami: Mit 37 befriedigte mich jene Welt der Wissenschaftler nicht mehr, wo es Gott nicht gab und der Lebensinhalt nur darin bestand, mentalen Konzepten nachzujagen, um beruflichen Ruhm zu erlangen – sie befriedigte mich nicht mehr, und sie machte mich nicht glücklich. Sie war im Grunde nur voller Leiden.

Das brachte mich zur Meditation. Ich wollte sehen, ob es einen Weg gab, auf dem ich zumindest Trost oder sogar Glück finden konnte. Allmählich fand ich damit große Freude, aber das brauchte einige Zeit. Irgend etwas in mir wurde da aufgestoßen, genau kann ich es nicht erklären. Es war eine ultimative Wahrnehmung, die ich in diesem Moment hatte.

In meiner Psyche geschah eine totale Umkehr, und ich erkannte einfach, dass Bewusstsein der Urgrund allen Seins ist. Ich erinnere mich, dass ich eine ganze Nacht wach blieb, zum Himmel aufschaute und dabei ein wirklich mystisches Gefühl davon hatte, was die Welt ist, und die völlige Überzeugung, das ist die Art und Weise, wie die Welt ist. So ist die Wirklichkeit, und man kann Wissenschaft betreiben.

Was war vor dem Urknall?
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Mitte Mai 2009 gab es im Fernsehen bei Scobel/3Sat eine spannende Bestandsaufnahme zu dem Thema Urknall und Gott. Die gestellte Frage an die drei anwesenden Wissenschaftler (zwei bekannte Physiker und Buchautoren, ein undogmatischer Religionsphilosoph) lautete: "Was war vor dem Urknall?"

Die herrschende Meinung in der Physik besteht darin, dass der Kosmos vor 13,7 Milliarden Jahren mit dem Urknall entstanden ist. Für die Sekunde Null versagen alle mathematischen Rechnungen. Für den Startpunkt und die Zeit vor dem Urknall kann die Physik keine beweisbaren Aussagen machen. Sie kann nur Hypothesen aufstellen. Die beiden derzeitigen Haupttheorien sind die String-Theorie und die Schleifentheorie (Schleifen-Quantengravitation).

Die String-Theorie wird von der großen Mehrheit der Wissenschaftler favorisiert. Sie besagt, dass das Universum aus mehreren Ebenen besteht. Über unserem materiellen Kosmos gibt es noch weitere Dimensionen. Mit dem Urknall ist unser Kosmos aus dem Nichts entstanden. Das Nichts ist aber kein leerer Raum, sondern besteht aus mehreren höheren Dimensionen. Genauso sieht es die Spiritualität. Die String-Theorie ist ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Wissenschaft und der Spiritualität.

Für die Entstehung unseres Kosmos aus dem höheren Raum wird von den String-Anhängern das Bild eines Kessels mit kochendem Wasser genannt. Das Wasser ist der höhere Raum (Nils: Jenseits, Lichtebene, Quantenfeld, Bewusstseinsdimension) und die darin entstehenden Dampfblasen sind die materiellen Kosma. Das Universum bringt aus dem Nichts (dem höheren Raum) ständig viele kleine Kosma hervor, die immer wieder kommen und vergehen.

Die Schleifentheorie besagt, dass es nur einen materiellen Kosmos gibt. Dieser Kosmos kommt und geht im ewigen Wechsel. Er dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Im Zeitpunkt der größten Verdichtung explodiert er und entsteht aus dem Urknall wieder neu. Nach dieser Theorie muss es Raum- und Zeitteilchen geben, die aber ebenso wie die String-Teilchen (kleinste Schwingungsstäbe/Membranen) experimentell (noch?) nicht nachweisbar sind.

Der Religionsphilosoph stellte fest, dass diese beiden Theorien erstaunlicherweise schon vor tausenden von Jahren von den erleuchteten Meistern Indiens vertreten worden sind. Er verwies auf den Tanz des kosmischen Shivas, durch den der materielle Kosmos ständig aus dem Nichts erschaffen und dann wieder zerstört wird. Alle drei Wissenschaftler waren sich einig, dass es erstaunliche Parallelen zwischen der indischen Philosophie und der modernen Physik gibt.

Wenn wir bei der indischen Philosophie genau hinschauen, finden wir dort sogar die beiden derzeitigen Haupttheorien zur Entstehung des Kosmos zu einer Theorie verdichtet. Die Basis dafür ist die Lehre von den drei Welten. Die erste Welt ist unser materieller Kosmos. Hinter unserem materiellen Kosmos gibt es zwei höhere Räume (Welten). Der erste höhere Raum ist die feinstoffliche Astrahlwelt und der zweite noch darüber liegende Raum ist die Lichtwelt. Die Lichtwelt ist in ihrem Zentrum das absolute Nichts, ruhendes Bewusstsein ohne Schwingung. Die Astrahlwelt ist Bewusstsein (feinstoffliche Energie) mit Schwingung.

Der oberste Gott des Lichts Vishnu ruht auf der Erleuchtungsschlange im absoluten Nichts, dass als weiße Energie (Milchmeer) visualisiert wird. Mit der Kraft seiner Gedanken (Astrahlwelt mit Schwingungen/Membranen/Strings) erschafft er den materiellen Kosmos (symbolisiert durch den Gott der Weisheit Brahma). Brahma (der Schöpfer) bringt dann die Materie mit ihren vielfältigen Erscheinungen (Berge, Pflanzen, Tiere, Menschen) hervor. Der Gott des Yoga Shiva tanzt dann einige Zeit mit der Materie, bis er sie wieder zerstört und im Nichts verschwinden läßt.

Nach der indischen Philosophie gilt in der ersten (materieller Kosmos) und zweiten Welt (Astrahlwelt) die String-Theorie. Aus dem Nichts, dem höheren kosmischen Raum (höchsten Lichtdimension, Milchmeer Vishnus, Wasser des Kochtopfs), entstehen und vergehen die kleinen Dampfblasen (Astrahlwelten und darin wiederum die materiellen Welten) jeweils mit einem Urknall. Es gibt viele materielle Welten und sie erscheinen immer wieder aus dem Nichts (kochenden Wasser).

Alle Welten (Materie und Astrahlwelt/schwingendes Bewusstsein) verschwinden ewig im höchsten Nichts (ruhenden Bewusstsein, Gott). Und manifestieren sich dann neu aus dem höchsten Nichts. Hier gilt die Schleifentheorie. Nach dem Erlöschen des Gesamtuniversums schläft Vishnu eine Zeitlang im gedankenlosen Licht und erwacht dann wieder. Er bildet einen Gedanken und der Tanz des Geistes und der Materie beginnt wieder.

Das Dreiwelten-Modell
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Die erste Welt ist der materielle Kosmos, in dem wir Menschen leben.

Hinter dem materiellen Kosmos befindet sich die Astrahlwelt, die aus feinstofflicher Energie besteht. Die Wesen dort sind Formen aus feinstofflicher Bewusstseinsenergie. Sie können denken und fühlen. Sie leben als Seelen in einem großen Meer aus Energie, das aus verschiedenen Bereichen besteht.

Hinter dem Bewusstseinskosmos existiert noch ein dritter Raum, die Lichtwelt. In der Lichtwelt leben die erleuchteten Wesen. In der höchsten Dimension der Lichtwelt gibt es nur Ruhe, Liebe, Glück und Licht. Dort wird alles zu einem höheren Bewusstsein. Dieses Bewusstsein ruht aber nur. Es handelt nicht. Erst wenn es aus sich heraus vielfältige Energien entstehen lässt, beginnt der Tanz des Lebens.

Von der Lichtwelt aus kann man Gedanken in alle anderen Bereiche des Gesamtkosmos senden. Man kann überall handeln. Wie stark man handeln kann, hängt von der Entwicklung seines persönlichen Bewusstseins ab. Je weiter man entwickelt ist, um so mehr nimmt allerdings auch das Bedürfnis zu handeln ab. Es reicht einem aus, im Glück zu ruhen.

Vereinfacht kann man diese drei Welten mit der Beziehung von Eis, Wasser und Wasserdampf vergleichen. Die höchste Dimension ist der Wasserdampf (die Lichtwelt). Wir können Gott als eine Bewusstseinswolke visualisieren, die über den anderen beiden Welten schwebt und gleichzeitig auch in ihnen vorhanden ist.

Darunter befindet sich die Astrahlwelt als großes Meer aus Bewusstseinsenergie. In der Astrahlwelt gibt es Seelen verschiedenster Arten. Durch die Kraft ihrer Gedanken und Gefühle bewegen sie sich fort und kommunizieren untereinander.

In der Mitte des Energiemeeres befindet sich die Eiswelt (unser materieller Kosmos). Die Wesen dort bestehen aus festem Eis. Sie denken, dass es nur die Eiswelt gibt, weil sie nur die Eiswelt sehen können. Aber bei ihrem Tod schmilzt das Eis, die materielle Form verschwindet und die Seele geht als Wasser in die Wasserwelt. Dort bildet sie Kraft ihrer Gedanken eine Bewusstseinsform.

Wenn die Seele sehr weit entwickelt ist (durch spirituelle Übungen viel Licht/Wärme aufgenommen hat), kann sie sich noch einmal umwandeln und zu Wasserdampf (Licht) werden. Als Wasserdampfwesen kann sie dann in Gottes Lichtwolke leben.

Wenn die Seele in der Lichtwelt es möchte, kann sie auch wieder in die Eiswelt zurückkehren. Dabei bleibt sie aber immer eng mit Gott verbunden, weil sie Gott als ihre wahre Natur bereits kennengelernt hat. Wenn sie etwas Licht in ihrer Eiswelt braucht, kann sie es sich mit ihren spirituellen Übungen aus der Lichtwelt holen.

Welche Gründe gibt es für eine Seele in die Eiswelt zurückzukehren? Eine Seele kann sich spirituell weiterentwickeln und ein Buddha (ein vollständig erleuchteter Meister) werden. Und sie kann als Karma-Yogi (Bodhisattva, Nitya-Siddha) den Wesen auf der Welt spirituell helfen. Sie kann auch das Leben auf der Welt noch etwas genießen wollen. Wenn die Seele klug ist, geht sie im Schwerpunkt den Weg der umfassenden Liebe und des spirituellen Übens. Mögen wir alle klug sein und eines Tages ein Buddha werden.

Gibt es Beweise für das Dreiwelten-Modell? Einen wichtigen Beweis liefert die heutige Nahtodforschung. Sie hat festgestellt, dass es ein vom Körper unabhängiges Bewusstsein gibt. Der Mensch besteht aus einem materiellen Körper und einer feinstofflichen Bewusstseinsenergie (Seele). Nach dem Tod löst sich der Körper auf, und die Seele fließt ins Jenseits. Mit seinem Bewusstsein ist der Mensch bereits als Erdenwesen in der Lage, ins Jenseits zu blicken.

Den zweiten Beweis stammt von den erleuchteten Meistern. Sie haben ihr Ego aufgelöst, sind geistig ins Nichts gelangt und können dadurch in die beiden höheren Welten sehen. Sie bestätigen die Existenz der Astrahlwelt (des Energiemeeres) und der Lichtwelt (der Welt Gottes). Sie haben uns genaue Beschreibungen der höheren Welten gegeben und uns erklärt, wie wir dort hin gelangen können.

Die Nahtodforschung
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1969 veröffentlichte die Ärztin Elisabeth Kübler-Ross ihr Buch "Interviews mit Sterbenden". Es setzte eine umfassende Diskussion über den Tod im Westen in Gang. Die Ärztin traf auf die erstaunliche Tatsache, dass viele Menschen mit Nahtoderfahrungen während ihres kurzzeitigen Todes in das Jenseits blicken konnten. Sie waren mit ihrer Seele aus dem Körper ausgetreten, hatten Erfahrungen mit dem Jenseits gemacht und konnten nach ihrer Wiederbelebung ausführlich darüber berichten.

Während ihres Erdenlebens blinde Menschen konnten plötzlich im Jenseits sehen. Sie konnten vom Jenseits aus das Geschehen auf der Erde beobachten. Die angegebenen Tatsachen wurden überprüft und stellten sich als wahr heraus. Wie konnte ein Zeit seines Lebens blinder Mensch im Zustand der Bewusstlosigkeit nach einem Verkehrsunfall seine Mitmenschen sehen und nach seiner Wiederbelebung genau beschreiben? Die einzige vernünftige Erklärung war, dass der Mensche eine Seele hat, die vom materiellen Körper unabhängig ist.

Besonders bekannt ist der sogenannte Gebissfall. Ein älterer Mann wurde in einem Krankenhaus in den Niederlanden operiert. Ihm wurde sein Gebiss herausgenommen, damit der Beatmungsschlauch gut eingeführt werden konnte. In der Hektik der Operation verlegte die Krankenschwester das Gebiss und konnte es nachher nicht wiederfinden. Zum Glück trat der Mann während der Operation aus seinem Körper aus und beobachtete von oben die Krankenschwester. Als er später wieder ins Bewusstsein kam, konnte er genau sagen, welche Krankenschwester das Gebiss wohin gelegt hatte.

1975 schrieb Raymond Moody sein Buch "Leben nach dem Tod". Darin protokollierte er die Nahtoderfahrungen von 150 Menschen. Viele berichteten, dass sie nach ihrem Tod durch einen dunklen Tunnel geflossen und in eine Dimension des Lichts gekommen waren. In der Lichtwelt trafen sie auf heilige Lichtwesen und auf ihre bereits verstorbenen Verwandten. Sie erfuhren Dinge, die sie vorher nicht gewusst hatten. Nach ihrer Nahtoderfahrung stellten viele Menschen ihr Leben vollkommen um und orientierten sich vorwiegend an spirituellen Werten.

Viele Forscher überprüften die Erkenntnisse von Kübler-Ross und Moody. Mit einer Flut von Gegenargumenten versuchte man, die Nahtodforscher zu widerlegen. Im Wesentlichen bestand die Gegenargumentation darin, dass es sich bei den Nahtodvisionen um biochemische (materielle) oder psychische (geistige) Reaktionen des Gehirns auf den sich nähernden Tod handele. Kurz vor dem Tod habe ein Mensch Halluzinationen. Das Gehirn reagiere auf den Tod mit einer Hormonausschüttung.

Einer der Hauptkritiker war der Arzt Michael Sabom. Nachdem er das Buch von Moody gelesen hatte, beschloss er, die Dinge selbst gründlich nachzuprüfen. Er interviewte über hundert Patienten, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt worden waren. Erstaunt stellte Sabom fest, dass die Menschen im außerkörperlichen Zustand Dinge gesehen hatten, von denen sie vorher nichts gewusst hatten.

Der große wissenschaftliche Durchbruch gelang Sabom 1991. Die 35-jährige Pam Reynolds musste am Gehirn operiert werden. Ihr Blut wurde aus dem Gehirn abgeleitet. Die Patientin wurde in einen Kälteschlaf versetzt. Ihr Kopf wurde mit Messgeräten verkabelt. Es wurde klar festgestellt, dass in dieser halben Stunde in ihrem Gehirn keine Gehirnströme flossen. Die Denktätigkeit war blockiert. Eine Hormonausschüttung war nicht mehr möglich. Halluzinationen konnten nicht mehr geschehen.

Und genau in dieser Zeit hatte Pam Reynolds ihre außerkörperlichen Erfahrungen. Sie schwebte mit ihrer Seele aus dem Körper heraus. Sie beobachtete von oben herab alle Einzelheiten der Operation. Dann schwebte sie durch einen Tunnel in eine Lichtwelt. Dort traf sie ihre verstorbene Großmutter und einige andere Menschen. Diese Wesen lebten in einer Paradiesdimension und besaßen viel Glücksenergie. Mit ihrer Energie stärkten sie Pam Reynolds, so dass sie die Operation gut überstehen konnte. In einem späteren, vom britischen Fernsehen (BBC) dokumentierten Interview erklärte Pam Reynolds, dass sie in der Lichtwelt den Atem Gottes wahrgenommen hatte.

Das Besondere an dem Fall Pam Reynolds besteht darin, dass hier erstmalig mit modernen Messgeräten nachgewiesen werden konnte, dass das Bewusstsein eines Menschen auch dann denken kann, wenn das Gehirn materiell ausgeschaltet ist. Es muss also ein vom Körper unabhängiges Bewusstsein geben. Körper und Seele sind zwei von einander unabhängige Energiemanifestationen. Anders sind die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft nicht erklärbar.

Der Fall Pam Reynolds wurde bis zum Jahre 2001 in vielen Untersuchungen mit anderen Patienten nachgeprüft. Sie alle bestätigten das Ergebnis von Sabom. Es wurde festgestellt, dass die Nahtoderlebnisse nicht durch biochemische oder geistige Gehirnprozesse verursacht sind. Sie sind unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, von der Religion und von dem Land der Menschen.

Den Gegnern der Seelentheorie blieb jetzt nur noch ein Argument: Die Hellsichtigkeit. Pam Reynolds hätte die Fähigkeit der Hellsichtigkeit besessen. Sie hätte damit nach der Operation in die Vergangenheit gespürt und so die Einzelheiten der Operation beschreiben können.

Dieses Argument kann damit widerlegt werden, dass die meisten Nahtodpatienten nachweisbar nicht hellsichtig sind. Hellsichtigkeit ist eine spirituelle Fähigkeit, die nur wenige weit entwickelte Menschen haben. Unter Hunderten von Nahtodpatienten ist immer nur ausnahmsweise einmal ein Hellsichtiger.

Darüber hinaus beweist gerade die Fähigkeit der Hellsicht, dass es das Jenseits und ein Leben nach dem Tod gibt. Wenn man Pam Reynolds für hellsichtig erklärt, dann muss man nicht nur ihre Operationskenntnisse, sondern auch ihren Bericht von der Lichtwelt als wahr akzeptieren. Hellsichtige können in das Jenseits blicken und beweisen deshalb die Existenz der jenseitigen Welt.

Insgesamt ergibt eine genaue Abwägung aller Argumente, dass wir nach dem heutigen Stand der Wissenschaft von einem Leben nach dem Tod ausgehen müssen. Sabom hat mit dem Fall Pam Reynolds 1991 den großen wissenschaftlichen Durchbruch geschafft. Kontrolluntersuchungen (Pim van Lommel/Holland 2001, Sam Parnia/ Universität Southampton 2001) bestätigten die Erkenntnisse von Sabom.

2007 kam sogar die Zeitschrift "Der Spiegel" in einem Artikel zu dem Ergebnis, dass die Unsterblichkeit der Seele wahrscheinlicher sei als das Erlöschen des Geistes mit dem Tod. "Der Spiegel" vollzog damit eine große Kehrtwende in seiner vorher sehr atheistischen Position.

ARD-Sendung zur Nahtodforschung
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2003 gab es im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) eine Sendung zur Nahtodforschung. In dem von Walter von Lucardou herausgegebenen Begleitbuch (Dimension Psi) hat Regine Kexel alle wesentlichen Argumente der Befürworter und Gegner der Seelentheorie dargestellt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es zu viele Berichte über Nahtoderfahrungen gibt, als dass sie einfach ignoriert werden können.

Regine Kexel folgt im Wesentlichen der von mir aufgezeigten Argumentation. Die Gegenargumente der Gegner sind alle widerlegt. Die Unabhängigkeit des Bewusstseins vom Gehirn ist derzeit der aktuelle Stand der Wissenschaft, in den Worten von Regine Kexel: "Kritiker der Nahtodforschung tun sich schwer, einen plausiblen Grund für dieses Phänomen zu finden."

Nach ihrer Meinung (und damit der Meinung der ARD) stehen wir noch ganz am Anfang eines großen Rätsels. Hier muss ich widersprechen. Wer sich gründlich mit der Spiritualität beschäftigt, der erhält bereits jetzt eine Antwort auf alle wesentlichen Fragen. Die erleuchteten Meister der Vergangenheit und der Gegenwart haben alle wesentlichen Geheimnisse aufgedeckt. Man muss nur ausreichend nachforschen, dann wird man eine Antwort auf seine Fragen finden.

Für Regine Kexel ist es zum Beispiel ein Rätsel, dass nicht alle kurzzeitig klinisch toten Menschen eine Nahtoderfahrung machen. Bei den Erwachsenen sind es etwa 30 % und bei den Kindern immerhin 70 %. Die Erklärung besteht darin, dass die meisten Erwachsenen mit ihrem Bewusstsein so fest im materiellen Körper verankert sind, dass sie selbst bei Nahtodsituationen noch in ihrem Körper bleiben. Bei Kindern ist die Verbindung der Seele mit dem Körper noch nicht so stark. Deshalb treten sie viel leichter aus ihrem Körper aus.

Bei genauer Betrachtung spricht auch dieser Umstand für die Existenz einer Seele. Sie widerlegt alle materialistischen Erklärungen. Wenn Sauerstoffmangel, Hormonausschüttungen oder Halluzinationen die Ursache für Nahtoderfahrungen wären, dann müssten sie bei allen Menschen in der gleichen Situation gleich auftreten. Es dürfte nicht diese erstaunlichen Unterschiede bei Kindern und Erwachsenen und zwischen den Erwachsenen geben.

Interessant ist bei Regine Kexel, dass sie von Höllenerfahrungen berichtet. Die überwiegende Zahl der Nahtodpatienten beschreibt das Jenseits als eine positive Welt. Nur etwa 10 % der Jenseitsreisenden haben Kontakt mit unangenehmen Jenseitsbereichen. Sie gelangen in eine Welt des Hasses, in der sich die Wesen gegenseitig quälen. Oder sie kommen in eine traurige Welt aus einer kalten Leere.

Nach den Aussagen der erleuchteten Meister ist das Bewusstsein eines Menschen vor seinem Tod gleich dem Bewusstsein nach dem Tod. Auch auf der Erde leben etwa 10 % der Menschen geistig in einem Leidbereich. Sie bezeichnen sich in Umfragen als unglücklich. Sie leiden entweder unter Trauer und Depressionen. Oder sie sind voller Ängste und voller Aggressionen. Da sie ihre negativen psychischen Eigenschaften ins Jenseits mitnehmen, muss es auch im Jenseits Bereiche für wütende oder depressive Menschen geben.

Die positiven Seelen im Jenseits können ihnen etwas helfen. Der Hauptweg der Rettung besteht aber darin, bereits auf der Erde ein positives Bewusstsein zu entwickeln. Hier erweist sich ein spirituelles Leben mit Meditation und regelmäßiger Gedankenarbeit als eine große Gnade. Wer während seines Lebens spirituell übt, kann sich dadurch bei seinem Tod in eine Lichtwelt erheben.

Auch nach den Aussagen einiger erleuchteter Meister gibt es die Leidbereiche im Jenseits. Das ändert aber nichts an der Gesamtbewertung des Jenseits als einer positiven Welt. Insgesamt ist es im Jenseits besser als auf der Erde. Falsch ist die christliche Darstellung, wonach das Jenseits überwiegend aus der Hölle besteht und nur wenige auserwählte Seelen ins Licht gelangen. Wir sind alle auserwählt. Auch die Wesen in den Leidbereichen bleiben nicht ewig dort. Sie werden so lange auf der Erde wiedergeboren, bis sie den Weg ins Licht verstanden und verwirklicht haben.

Oft ist eine Leiderfahrung der schnellste Weg ins Licht. Leid bewirkt Weisheit, und Weisheit führt zu einem spirituellen Leben. Wem es in dieser Welt gut geht, der hat meistens kein Interesse an einem spirituellen Wachstum. Aber wer unter Ängsten und Depressionen leidet, der möchte schnell sein inneres Glück entwickeln. Er bekommt aus seiner Leiderfahrung die Kraft und die Motivation zum ausdauernden spirituellen Üben und zum Durchbruch ins Licht.

 

Die Argumente der Atheisten
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Die Hauptargumentation der Atheisten ist zu lesen in: Grenzerfahrung auf dem Operationstisch (Gerald M. Woerlee, 2005). Darauf verweist auch Wikipedia/Nahtod-Erfahrung. Ins Deutsche übersetzt wurde der Text von Woerlee von der GWUP (Atheistenorganisation) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21392/1.html

Das Hauptargument von Woerlee besteht darin, dass Pam während der Operation wach gewesen sein soll. Dieses Argument ist sehr fragwürdig. Bei einer derart schweren Hirnoperation ist man grundsätzlich nicht wach und kann nicht die Gespräche im Raum mitverfolgen und die Geschehnisse beobachten. Insbesondere wenn das Blut weitgehend aus dem Gehirn abgepumpt, die Ohren verstöpselt und die Augen verbunden sind, und ein Stillstand der Hirnströme gemessen wird. Es gibt viele Fälle von Nahtoderfahrung und sie alle durch ein Aufwachen bei der Operation zu erklären ist sehr fragwürdig. So sieht das auch Wikipedia/Nahtod-Erfahrung. Ein Aufwachen in der Narkose kommt bei 1,3 von 1000 Menschen vor. Nahtoderfahrungen haben aber etwa 30 % der Menschen. Also können die Nahtoderfahrungen normalerweise nicht mit einem Aufwachen während der Operation erklärt werden.

Woerlee: Ich kann auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung als Anästhesist zurückblicken, und es hat mich immer fasziniert, auf welche Weise Körperfunktionen in der Lage sind, scheinbar paranormale Erfahrungen zu erzeugen. Deshalb weiß ich, dass diese Erfahrung durch das Zusammenwirken der Reaktionen von Pam Reynolds´ Körper und ihrem Bewusstsein auf ihre Situation und ihre Narkose hervorgerufen wurde.

Nils: "Wissen" ist eine unzulässige Behauptung. Er hätte besser gesagt: "Ich glaube ..."

Woerlee: Bisweilen reicht die Konzentration der Anästhetika für eine narkotische Wirkung nicht aus. Diese Personen bleiben wach: Sie hören, was in ihrer Umgebung vorgeht, sie spüren die Arbeit des Chirurgen und anderer Personen und sehen auch, was geschieht, sofern ihre Augen geöffnet sind.

Nils: Ein Aufwachen in der Narkose kommt bei 1,3 von 1000 Menschen vor. Nahtoderfahrungen haben aber etwa 30 % der Menschen. Also können die Nahtoderfahrungen normalerweise nicht mit einem Aufwachen während der Operation erklärt werden. "Sofern ihre Augen geöffnet sind." Pam Reynolds Augen waren verbunden.

Woerlee: Da Pam Reynolds während der Operation mehrmals bei Bewusstsein war, vermute ich jedoch, dass weder Isofluran noch Enfluran als zusätzliche Anästhetika verwendet wurden. Ohne Einsatz dieser Gase aber ist es wahrscheinlicher, dass der Patient während der Operation erwacht, und genau das geschah mit Pam Reynolds.

Nils: Woerlee behauptet einfach ohne Beweis, dass Pam Reynolds mehrmals während der Operation aufgewacht ist. Das ist sehr unwahrscheinlich.

Woerlee: Das Kreischen der Säge weckte Pam Reynolds auf.

Nils: Die Säge hat nicht die Lautstärke einer Motorsäge, sondern des Summens einer elektrischen Zahnbürste. In einer tiefen Narkose wird man davon nicht wach.

Woerlee: Sie hörte, wie Personen miteinander sprachen.

Nils: Die Ohren waren verstöpselt. Es flossen keine Hirnströme. Das Blut war aus dem Hirn teilweise abgezogen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie die Operationsgespräche genau verfolgen konnte.

Woerlee: Eine Fehlfunktion ihres Gehirns, ausgelöst durch das Zusammenspiel der Narkosemittel mit der abnormen Funktion ihrer Muskelfasern rief die außerkörperliche Erfahrung hervor.

Nils: Das ist eine Behauptung ohne ausreichende Belege.

Woerlee: Der Hochfrequenz-Ton des leerlaufenden, luftgetriebenen Motors der pneumatischen Säge hat gemeinsam mit dem anschließenden Gefühl, dass ihr Schädel aufgesägt wurde, sicher in ihrer Erinnerung das Bild eines Gerätes wachgerufen, das einem Zahnarztbohrer ähnelte.

Nils: Woerlee verwendet den Begriff "sicher", wo er höchst spekulativ denkt. Er versucht dem Leser seine Sicht der Dinge einzureden. Pam Reynolds dagegen erklärte, dass sie eine Art Säge erwartet hatte. Und sie beschrieb ihr vorher völlig unbekannte Details: "Ich hatte angenommen, dass sie den Schädel mit einer Säge öffnen würden. Ich hatte den Begriff Säge auch gehört, aber was ich dann hier sah erinnerte mich mehr an eine Bohrmaschine. Da waren auch verschiedene kleine Bohrer in einem Kasten, der aussah wie der Werkzeugkasten meines Vaters, als ich noch ein Kind war."

Ich habe den Fall Pam Reynolds gründlich mit einem Hirnforscher in der atheistischen Buskampagne diskutiert. Bei genauerem Hinsehen lösen sich die Argumente von Woerlee weitgehend auf. Deshalb geht auch Wikipedia von der Echtheit der Nahtoderfahrung aus. Wie viele andere Wissenschaftler.

Ich betone noch einmal: Die Dinge sind nicht völlig klar. Es darf noch weiter geforscht und diskutiert werden. Aber im Moment deuten die Ergebnisse der Nahtodforschung auf die Unabhängigkeit des Bewusstseins (Seele) vom Körper hin.

Es gibt ja nicht nur die Beobachtungen von Sabom/Pam Reynolds. Es gibt noch tausende weiterer Forschungsergebnisse. Wer es genau wissen will, sollte sich selbst gründlich in die Forschungen einarbeiten. Das habe ich für mich getan. Und andere Menschen auch, die zu den gleichen Ergebnissen wie ich gekommen sind.

Die Fachleute sagen heute weitgehend übereinstimmend, dass es keine natürlichen Erklärungen gibt. Im Moment spricht die größere Wahrscheinlichkeit für die Dualität von Gehirn und Seele. Auch in der Wissenschaft wird heftig diskutiert. Es gibt verschiedene Lager. Es gibt die Materialisten und die ganzheitlich Denkenden. Und das ist gut so. So entsteht Fortschritt.

Zitat aus aus der Homepage des Human Basis Projektes vom Dezember 2009:
( http://www.jenstein.de/pages/homo-sapiens/pam-reynolds.php)

Pam Reynolds sagt zu der Operation an ihrem Kopf: "Ich erinnere, dass mein Kopf oben kribbelte und dass ich oben aus meinem Kopf irgendwie heraus sprang. Und dann sah ich einen Körper. Das war mein Körper und das kümmerte mich nicht. Ich erinnere das Instrument der Hand des Arztes. Es sah aus wie der Griff meiner elektrischen Zahnbürste. Ich hatte angenommen, dass sie den Schädel mit einer Säge öffnen würden. Ich hatte den Begriff Säge auch gehört, aber was ich dann hier sah erinnerte mich mehr an eine Bohrmaschine. Da waren auch verschiedene kleine Bohrer in einem Kasten, der aussah wie der Werkzeugkasten meines Vaters, als ich noch ein Kind war.

Und ich erinnere mich deutlich, das ich eine Frauenstimme sagen hörte: "Wir haben ein Problem, die Arterien sind zu eng." Eine Männerstimme antwortete: "Nehmen Sie die andere Seite." Es schien von weiter unten am Tisch zu kommen. Ich wunderte mich darüber, weil es doch eine Gehirnoperation war. Aber sie hatten Zugang zu den Oberschenkelarterien gelegt um das Blut abzulassen.“

Diese Erzählung spiegelt sehr genau den tatsächlichen Verlauf der Operation wieder, wie Dr. Sabom an hand der Aufzeichnungen feststellen konnte. Sie hatte die Knochensäge gesehen, mit der ihr Schädel geöffnet worden war. Sabom war über die Beschreibung sehr erstaunt, weil er selber nicht wusste, wie diese Säge aussieht. Sie beschrieb es wie eine elektrische Zahnbürste, was er lächerlich fand. Daraufhin forderte er vom Hersteller ein Foto mit kompletter Beschreibung an. Sabom war erstaunt als er das Bild sah, denn es ähnelte sehr einer Zahnbürste.

Der behandelnde Arzt Dr. Spetzler glaubt nicht, das Pam es von vorherigen Beobachtungen her wissen kann. Zitat: „Da waren die Geräte für sie einfach nicht sichtbar. Die Bohrer und die anderen Sachen waren abgedeckt oder eingepackt. Sie werden nicht aufgedeckt oder ausgepackt, bevor der Patient nicht vollständig eingeschlafen ist. Das ist notwendig, um die Umgebung steril zu halten.“

Sie hat auch während der Operation ein Gespräch wahrgenommen, das zwischen Dr. Spetzler und dem Herz- und Gefässchirurgen, der sie an die Herz-Lungen-Maschine anschloss, stattgefunden hat. Als eine Chirurgin ihre Leiste geöffnet hatte, merkte sie, dass die Wehnen und Arterien zu eng waren. Sie musste es auf der anders Seite versuchen. In diesem Zusammenhang sprachen die Ärzte miteinander. Pam konnte sich präzise an dieses Gespräch erinnern.

Zitat Dr. Spetzler: „In diese Phase der Operation kann niemand etwas beobachten oder hören. Es ist unvorstellbar, dass in dieser Phase normale Sinne wie das Gehör funktionieren. Abgesehen davon steckten Ohrhörer für die Klick-Tests in ihren Ohren. Es gab für sie keine Möglichkeit die Gespräche über ihr Gehör wahrzunehmen.“

Diskussion über den Text von Woerlee in einem Internetforum:

Atheist: es gibt andere erklärungen für nahtodergebnisse. auf welche seite man sich schlägt ist glaubenssache.

Nils: Nenne mir bitte andere Erklärungen. Es gibt keine vernünftigen Erklärungen der Nahtodgeschehnisse außer der Unabhängigkeit des Bewusstseins vom Körper.

Atheist: die meisten hatten eine narkose.

Nils: Was soll mir das sagen? Dass die Nahtoderfahrungen von der Narkose kommen? Dann müssten alle Narkosepatienten Nahtoderfahrungen haben. Es haben aber nur 30 % der Menschen solche Erfahrungen. Wie soll ein Narkosemittel bewirken, dass man mit verbundenen Augen sehen und mit verschlossenen Ohren hören kann?

Atheist: wenn dinge wahrgenommen werden, heißt das zunächst nur, das dinge wahrgenommen werden. deswegen schwebt noch kein bewußtsein oder die seele. die art der aufnahme der informationen ist unklar.

Nils: Pam Reynolds berichtete von einem Schweben ihrer Seele über ihrem Körper. Ihre Beobachtungen während der Operation sprechen für ein körperunabhängiges Bewusstsein. Wenn dir die Dinge unklar sind, muss das nicht für alle Menschen gelten. Manche Menschen sind zu logischen Schlußfolgerungen fähig. Ein körperunbhängiges Bewusstsein erklärt die Geschehnisse sehr gut. Alle anderen Erklärungsversuche scheitern derzeit an logischen Mängeln. Die größte Wahrscheinlichkeit spricht für ein Weiterleben der Seele nach dem Tod.

Zitat des Neuro-Psychologen Dr. Fenwick: „Wenn das Herz still steht und das Gehirn nicht arbeitet, dann kann es keine Erinnerungen geben. Das Gehirn kann sich nicht an Erlebnisse in diesen Zeitraum erinnern, weil das Gehirn und das Gedächtnissystem nicht arbeiten."

 

Beweise für ein Leben nach dem Tod
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Eine führende Kapazität auf dem Gebiet der Sterbeforschung ist in Deutschland der Wissenschaftler Bernhard Jakoby. In seinem Buch "Die Brücke zum Licht" (2002) hat er die aktuelle Nahtodforschung gut dargestellt. 2007 veröffentlichte er das Buch "Wir sterben nie." Darin kommt er nach eingehender Recherche zu der Aussage, dass die Indizien für ein Leben nach dem Tod bei Weitem der Annahme überlegen sind, dass mit dem Tod alles aus ist.

Jakoby sieht als Hauptbeweise für ein Leben nach dem Tod die heutige Nahtodforschung, die Erkenntnisse der Rückführungstherapeuten, die Versuche der Parapsychologie mit medial veranlagten Menschen und die Aussagen der Erleuchteten (Mystiker) an.

Die Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass es ein vom Gehirn unabhängiges Bewusstsein (Seele) gibt. Es besteht deshalb die Möglichkeit, dass das Bewusstsein eines Menschen nach dem Tod des Körpers in einer höheren Dimension des Kosmos weiter existiert. Viele Menschen mit Nahtoderfahrungen haben von einer jenseitigen Welt mit verschiedenen Lebensbereichen berichtet. Tausende von Aussagen sind in den letzten Jahrzehnten gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

In der Rückführungstherapie werden die Menschen in eine Hypnose versetzt und dann zum Zurückgehen in frühere Leben aufgefordert. Dabei wurde überraschenderweise festgestellt, dass manche Patienten in ihrer Erinnerung nicht in ein früheres Leben, sondern in die Zwischenwelt oder die Lichtwelt gekommen sind. Sie beschrieben das Leben im Jenseits genau wie die Nahtodpatienten. Die Erkenntnisse der Rückführungstherapeuten deuten deshalb ebenfalls auf die Existenz eines Jenseits hin.

Der amerikanische Professor Gary Schwartz testete von 1998 bis 2001 die bekanntesten medial veranlagten Menschen der USA. Die Medien konnten mit ihrem Geist ins Jenseits spüren und Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen. Er verglich ihre Aussagen über entfernte Dinge mit einer Kontrollgruppe aus normalen Menschen. Die Medien hatten eine Trefferquote von 83 %, während es die Kontrollgruppe nur auf 36 % brachte. Medial veranlagte Menschen sind wichtige Zeugen für ein Leben nach dem Tod.

Der Tod des 16. Karmapa
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Erleuchtete tibetische Meister bleiben traditionell nach ihrem Tod noch drei Tage mit ihrer Seele in ihrem Körper. Das erkennt man daran, dass der Körper nicht verwest und das Herzchakra warm ist. Diese meßbaren Tatsachen können nur mit dem Weiterleben der Seele nach dem Tod erklärt werden.

Der Karmapa ist nach dem Dalai Lama der zweithöchste Meister im tibetischen Buddhismus. Der 16. Karmapa starb 1981 in einem Krankenhaus in Chikago. Dr. Levy betreute ihn als Arzt bis zu seinem Tod. Der genaue Bericht wurde im Internet veröffentlicht (http://www.buddhismus-heute.de/archive.issue__37.position__5.de.html). Zitate:

"Da lag immer noch diese Person im Bett, die definitiv an Krebs starb, und er schaute, als würde er die Mandeln herausgenommen bekommen. Jedes Mal, wenn ich den Raum betrat, lächelte er, sein Gesicht erhellte sich - und mein Geist stand still. Ich schaute ihn an und sagte: "Wie geht es ihnen heute?" Er lächelte und sagte: "Ich bin okay". Ich fragte weiter: "Haben Sie irgendwelche Schmerzen?", und er lachte und sagte: "Nein, heute nicht." Das wurde so eine Art ständiger Witz.

Für Seine Heiligkeit war das alles einfach nur business as usual. Es war einfach eine weitere Erfahrung - die Erfahrung herauszufinden, ob sein Krebs ihn töten würde oder nicht. Für ihn machte es irgendwie keinen Unterschied, was dabei herauskommen würde. Man hätte ebenso gut über Hühnersuppe mit ihm reden können. Die Weise, wie er sich seinem eigenen Tod annäherte, war einfach ein weiteres Werkzeug, um mit anderen zu arbeiten und ihnen zu helfen.

Selbst im Tod hörte Seine Heiligkeit nicht auf, das westliche medizinische Establishment zu verwundern. 48 Stunden nach seinem Tod war seine Brust über seinem Herzen warm. Situ Rinpoche holte mich in den Raum, in dem Seine Heiligkeit lag. Er nahm meine Hand und legte sie auf die Mitte der Brust von Seiner Heiligkeit, und so fühlte ich, dass sie warm war.

Es ist komisch, denn da ich gerade meine Hände in kaltem Wasser gewaschen hatte, sagte mein westlicher medizinischer Geist: "Nun, meine Hände müssen wohl noch kalt sein." So wärmte ich meine Hände auf und fragte dann Situ Rinpoche: "Kann ich noch einmal seine Brust fühlen?" Er sagte: "Sicher", zog die Robe Seiner Heiligkeit beiseite und legte meine Hand wieder auf seine Brust. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Hände warm, und seine Brust war wärmer als meine Hand. Um es zu untersuchen, bewegte ich meine Hand zu jeder Seite seiner Brust, und es war dort kühl. Dann fühlte ich wieder in der Mitte, und dort war es warm.

Ich kniff auch seine Haut, und sie war immer noch geschmeidig und völlig normal. Nach 36 Stunden ist die Haut eines normalen Verstorbenen einfach nur wie Teig. Und hier war die Haut nach 48 Stunden immer noch so wie meine oder Ihre. Es war, als ob er nicht tot wäre. Ich zwickte seine Haut und sie kehrte wieder in ihren vorherigen Zustand zurück. Der Spannungszustand war völlig normal.

Kurz nachdem wir das Zimmer verlassen hatten, kam der Chirurg und sagte: "Er ist warm, er ist warm." Und dann kam es so, dass das Pflegepersonal immer wieder fragte: "Ist er noch warm?" Es war natürlich in Übereinstimmung mit der traditionellen tibetischen Erfahrung. Verwirklichte Menschen wie Seine Heiligkeit bleiben, nachdem Atem und Herzschlag aufgehört haben, eine Zeit lang in einem Zustand tiefer Meditation, ohne dass in dieser Zeit die Totenstarre eintritt. Nach drei Tagen endete der Samadhi. Man erkannte es, denn Seine Heiligkeit war nicht mehr warm und die Totenstarre setzte schließlich ein. Auch die Atmosphäre in dem Zimmer änderte sich, wurde normal."

Revolution in der Gehirnforschung
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(Zitate aus: Was ist Erleuchtung? Ausgabe 17/2005 "Das Bewusstsein - Nur Funken der Neuronen?" von Craig Hamilton)

Ich stellte Newberg ohne Umschweife meine Kernfrage: "Denken Sie, dass Ihre Forschungen belegen, dass sich religiöse Erfahrung gänzlich auf Gehirnaktivität reduzieren lässt? Ist Gott also nur in unserem Kopf?"

"Es scheint so zu sein" setzte er an, "aber ich glaube nicht, dass unsere Forschungen zwingend zu dieser Schlussfolgerung führen. Wenn ich eine Gehirnaufnahme von jemandem machen würde, der gerade ein Stück Apfelkuchen anschaut, kann ich Ihnen sagen, was im Gehirn vor sich geht. Aber ich kann Ihnen nicht sagen, ob dieses Stück Apfelkuchen in Wirklichkeit existiert oder nicht. Ebenso verhält es sich, wenn ich eine Aufnahme vom Gehirn einer Franziskanernonne mache, die die Erfahrung macht, in der Gegenwart Gottes zu sein. Ich kann Ihnen sagen, was in ihrem Gehirn während dieser Erfahrung vor sich geht, aber ich kann Ihnen nicht sagen, ob Gott wirklich da war oder nicht. Die Neurowissenschaft kann diese erkenntnistheoretische Frage nicht beantworten."

"Versetzen wir uns mal in eine materialistische Position: Wir gehen davon aus, dass alles, was wir erfahren, ausschließlich durch das Gehirn geschieht. Das heißt, die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob etwas real ist, ist durch unser Gehirn. Das Gehirn ist das Organ, das unterscheiden kann, was real ist. Für die materialistische Perspektive bringt das ein kleines Problem mit sich: Wenn Menschen mystische Erfahrungen machen, berichten sie übereinstimmend, dass sie etwas erfahren haben, das realer ist als unsere materielle Alltagsrealität. Das heißt, dass das Gehirn wahrnimmt, dass Gott oder reines Bewusstsein realer ist als alles andere. Wenn also das Gehirn die Instanz ist, die festlegt, was real ist und was nicht, was heißt das dann für uns?"

Wie Newberg mir verdeutlichte, ist in Wirklichkeit niemand bisher in der Lage gewesen zu erklären, geschweige denn zu beweisen, wie das Gehirn den Geist erschafft – trotz aller Beweise, die uns die Neurowissenschaft dafür liefert. Das Körper/Geist-Problem bleibt so rätselhaft, wie es immer war. Obwohl die Gemeinde der Neurowissenschaftler größtenteils nicht dazu gebracht werden konnte, ihre materialistischen Annahmen deswegen in Frage zu stellen, gibt es doch eine Reihe von Wissenschaftlern, an denen die Schlussfolgerungen aus dieser Tatsache nicht spurlos vorübergegangen sind.

Eine wachsende Bewegung von Wissenschaftlern, die aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen hervorgegangen ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, der materialistischen Tendenz in der Biologie und in der Gehirnforschung entgegenzutreten. Diese Vordenker versuchen, die materialistischen Hypothesen zu entkräften, um sie durch ein größeres und holistischeres Paradigma zu ersetzten.

Die vielleicht beeindruckendste Herausforderung für den neurowissenschaftlichen Mainstream geht von der Nahtodforschung aus. Es begann mit Moodys Arbeiten in den frühen Siebzigern. Auch in den vergangenen Jahrzehnten haben eine Reihe von Wissenschaftlern dieses Gebiet erforscht und ein überraschend einheitliches Bild erzielt.

Der Wissenschaftsphilosoph Karl Popper formulierte: ‚Durch die moderne Physik hat sich der Materialismus selbst überschritten, weil Materie nicht länger die Grundlage aller Beweisführungen ist. Jetzt sind es Felder und Energie.' Was wäre, wenn das Gehirn ein System ist, dass seinerseits durch Felder gesteuert wird?

Nach Sheldrake lässt sich Bewusstsein oder Geist am besten als ein Informationsfeld verstehen, das im Gehirn verankert ist, aber weit darüber hinaus geht; dass es sich tatsächlich so weit ausdehnt, wie weit auch immer unsere Aufmerksamkeit geht. Nähert man sich dem Körper/Geist-Problem auf diese Weise, so Sheldrake, ermöglicht dies eine Erklärung der Telepathie und anderer Psi-Phänomene, die auf eine Fähigkeit des Bewusstseins hinzudeuten scheinen, die über den Schädel hinausreicht.

Der holländische Herzchirurg und Nahtodforscher Pim van Lommel formulierte, dass "die Informationsfelder des Bewusstseins um uns herum als elektrische Felder vorhanden sind, dass sie aber nur durch das Arbeiten unseres Gehirns zugänglich sind." Nach van Lommel bestehen diese Informationsfelder weiter, auch wenn das Gehirn aufgehört hat, zu funktionieren. Daher ist es hirntoten Patienten möglich, Erkenntnisse und Gemütsbewegungen zu erfahren.

Für den Forscher Radin ist das Ansammeln weiteren Datenmaterials zweitrangig geworden. "Die Beweislage ist eindeutig und belegt, dass die PSI-Phänomene real sind" führte er aus. "Der einzige Grund, warum das von der herrschenden Mehrheit nicht anerkannt wird, ist, dass es keine klare theoretische Begründung gibt. Es wird deshalb nicht akzeptiert, weil die Leute nicht wissen, wie man es erklären kann."

"Letztendlich ist das Geheimnisvolle bei PSI ein physikalisches Geheimnis", sagte mir Radin. "Das Geheimnisvolle ist, dass etwas irgendwie in das Innere ihres Kopfes gelangt, das nicht über die gewöhnlichen Sinne kommt und Zeit und Raum auf sonderbare Art und Weise transzendiert. Dieses Geheimnis hat etwas mit Physik zu tun. Es hat nichts mit Biologie, nichts mit Psychologie und auch nichts mit der Neurowissenschaft zu tun."

Die Vorstellung der Quantenkorrelation (Energieverbindungen der kleinsten Teilchen/Quanten) von der subatomaren Ebene in die "Makrobereiche" (Energiebeziehungen zwischen menschlichen Körpern durch Quantenwellen/Quantenfelder) zu übertragen, ist umstritten und wird von den meisten Physikern des Mainstreams bis jetzt nicht unterstützt. Aber Radin sieht die Idee als eine Möglichkeit, Phänomene zu verstehen, die innerhalb einer klassisch materialistischen Weltsicht nicht erklärt werden können: "Wenn Gehirne sich wie Quanten verhalten, eröffnet das die Möglichkeit, dass unsere Gehirne mit allem verbunden bzw. verknüpft sind."

In ihrem Bemühen, den reduktionistischen Tendenzen des Materialismus entgegenzutreten, sind die Grenzwissenschaftler Radin und Sheldrake keinesfalls Einzelkämpfer. In den letzten Jahren haben sich Philosophen, Theologen, Kosmologen und sogar Erkenntnistheoretiker des Mainstreams mit schlagkräftigen kritischen Abhandlungen und alternativen Theorien ins Schlachtgewühl gestürzt, mit denen sie unseren Horizont in Bezug auf Geist und Gehirn zu erweitern gedenken.

Aus philosophischer Sicht fasziniert die zunehmend populäre Theorie des Panpsychismus, die einen Weg um den Materialismus herum findet. Diese von einer Vielfalt von Denkern, wie David Chalmers oder dem Theologen David Ray Griffin vertretene Theorie umschifft das Körper/Geist-Rätsel mit der Behauptung, dass Bewusstsein eine grundlegende Eigenschaft des Universums ist und in irgendeiner Form überall, sogar in den kleinsten Elementarteilchen, gefunden werden kann.

Statt im menschlichen Gehirn nach der magischen Verbindung zu suchen, die plötzlich das Bewusstsein hervorgebracht hat, argumentieren Vertreter des Panpsychismus, dass das Bewusstsein sich kontinuierlich als Teil des Evolutionsprozesses entwickelt hat. Je komplexer die Organisation der Materie wurde, desto komplexer wurde die Ebene des Bewusstseins.

Andere Wissenschaftler und Philosophen stellen nicht in Frage, dass das Bewusstsein aus den Aktivitäten des Gehirns hervorgeht – das Bewusstsein auf das Gehirn zu reduzieren, sei aber eine ganz andere Sache. Wie Rita Carter es beschreibt, ist Entstehung einfach gesagt, die "Vorstellung, dass ein komplexes System etwas entwickeln kann, das größer ist als die Summe seiner Teile". An diesem Ansatz besticht, dass er, auch wenn er die biologischen Wurzeln des Geistes nicht abstreitet, die Gültigkeit einer höheren Ordnung menschlicher Erfahrung und deren eigene Wirklichkeit anerkennt.

Was die Vertreter des Panpsychismus mit den Entstehungstheoretikern in Hinblick auf ihre Überzeugung teilen, ist, dass die Unfähigkeit des Materialismus, der eigentlichen Komplexität menschlicher Erfahrung gerecht zu werden, an sich Grund genug ist, diesen hinter sich zu lassen. In diesem Sinne kann man sie als Teil einer größeren Bewegung holistischer Denker sehen, für welche die einseitigen, fragmentarischen Erklärungsmodelle nicht mehr zufriedenstellend sind.

Alles zusammengenommen, scheinen diese alternativen Theorien beachtliche Argumente zu liefern, über welche die etablierte Wissenschaft nachdenken sollte. Unsere Unfähigkeit, die Welt umfassend zu erklären, wird der Auslöser sein, der mit der Zeit die westliche Wissenschaft dahin treiben wird, was der amerikanische Philosoph Thomas Kuhn als einen "Paradigmenwechsel" bezeichnet hat.

Gedanken eines kleinen Yogis
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Es ist schön, was man im Internet so alles findet. Mich beruhigt der Aufsatz von Craig Hamilton. Ihr könnt ihn im Internet nachlesen. Ich habe unvoreingenommen in der westlichen Wissenschaft nach Beweisen für Gott und das Leben nach dem Tod gesucht. Die wesentlichen Ergebnisse habe ich euch mitgeteilt. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der aktuelle Stand der Wissenschaft eindeutig für ein Leben nach dem Tod und für eine höhere Dimension des Kosmos spricht. Es gibt faktisch keine ernstzunehmenden Gegenargumente.

Craig Hamilton hat unabhängig von mir in der amerikanischen Wissenschaft dasselbe getan und ist zu den gleichen Ergebnissen gekommen. In der Rechtswissenschaft gibt es einen schönen Spruch: "Zweier Zeugen Mund tut Wahrheit kund." Wenn zwei Zeugen die gleiche Sache aussagen und es keine ernstzunehmenden Gegenargumente gibt, gilt ein Sachverhalt als bewiesen.

Die große offene Frage ist jetzt nur noch: Woher kommt Gott/das Bewusstsein? Hier gibt es nach Craig Hamilton zwei Hauptpositionen. Die erste meint, dass sich aus der Materie das Gehirn entwickelt. Das Gehirn erzeugt eine Bewusstseinsenergie (ein Bewusstseinsfeld), die unabhängig vom Gehirn weiterexistieren kann. Alle Gehirne zusammen bilden dann das kosmische Bewusstseinsfeld, den höheren kosmischen Raum.

Die andere Position ist davon überzeugt, dass Gott zuerst da war. Nach der Dreiwelten-Lehre war zuerst das Nichts (Gott, die höchste Lichtwelt ohne Gedanken/Formen). Aus dem Nichts entstand das Bewusstsein (die Astrahlwelt, die Lichtwelt mit Gedanken). Und das kosmische Bewusstsein erschuf dann die Welt der Materie.

Mit der Einführung des Wiedergeburtsmodells wird der ganze Kosmos noch etwas komplizierter. Dann kann sich ein hochentwickeltes Bewusstsein mit einem im Entstehen begriffenen Gehirn verbinden. Eine Bewusstseinseinheit (Seele) kann sich dadurch über viele Leben immer weiter entwickeln, bis sie dauerhaft in einer Glücksdimension bleibt.

Wenn wir davon ausgehen, dass der ganze Kosmos ein ewiges Fließen ist - ewig entstehen Materie und Bewusstsein aus dem Nichts und lösen sich wieder ins Nichts auf - dann beschreiben die beiden von Hamilton aufgezeigten Positionen nur von einem entgegengesetzten Standpunkt aus denselben Sachverhalt. Einmal wird der Betrachtungszeitpunkt auf das Nichts/Bewusstsein und andermal auf die Zeit der Manifestation der Materie gelegt. Nichts und Materie hängen zusammen und bedingen einander. Beides geht ständig abwechselnd ineinander über. Ohne Gott (ein höheres Bewusstseinsfeld) kein Mensch (kein materieller Kosmos) und ohne Mensch kein Gott. Beides ist ein zusammenhängendes System.

Im Yoga heißt es, dass Gott den Menschen braucht, um sich seiner bewusst zu werden. Und der Mensch braucht Gott, um glücklich zu werden. Dieser Gedanke zeigt gut das Wechselspiel von Gott und Mensch auf.

Es ist für uns egal, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war. Es ist für einen Menschen egal, ob es zuerst sein Gehirn gab und daraus ein körperunabhängiges Bewusstsein entstanden ist. Oder ob das kosmische Bewusstsein zuerst da war und einen Impuls zur Schaffung des Gehirns gegeben hat.

Entscheidend ist letztlich nur, dass es nach dem aktuellen Forschungsstand nebeneinander existierend einen menschlichen Körper mit einem materiellen Gehirn und ein vom Körper unabhängiges Bewusstseinsfeld (Seele) gibt. Stellen wir uns darauf ein, dass wir gleichzeitig ein Körper und eine Seele sind. Wenn wir beides sind, sollten wir beides leben. Wir sollten unserem Körper das geben, was er braucht. Und unsere Seele so entwickeln, dass sie in einem Glückszustand leben kann.

Die alten Griechen lehrten: Der Körper braucht Gesundheit und die Seele Glück. Wenn sich ein Mensch daran orientiert, erhält er ein gelungenes Leben. Im Yoga geht die Auffassung noch etwas weiter. Wir sollten unsere Seele zur Erleuchtung führen und dabei unseren Körper als Instrument verwenden. Die Seele ist das Zentrale. Mit dem Tod verlieren wir unseren Körper. Aber die Seele lebt ewig. Wir leben, um zur Erleuchtung zu gelangen (Gott hat uns als Glücksidee/auf das Himmelreich hin erschaffen). Biologisch könnte man sagen: Alles entwickelt sich zum Höheren. Und das Höchste ist das Erleuchtungsbewusstsein.

Reinkarnationsforschung
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Der bekannteste Reinkarnationsforscher im Westen ist Professor Ian Stevenson von der Universität Virginia. Er untersuchte in vierzig Jahren über 3000 Wiedergeburtsfälle auf der ganzen Welt. Oft hat er Verhaltensähnlichkeiten und typische Körpermerkmale bei den Inkarnationen beobachtet. Er gründete ein Institut für Wiedergeburtsforschung, dass seit 2002 von seinem Nachfolger Professor Bruce Greyson geleitet wird.

In Indien arbeitet Dr. Kirti Swaroop Rawat an der Überprüfung von Reinkarnationsfällen. Er hat bereits über 600 Reinkarnationen in Indien erfasst und sie genau auf ihre Wahrheit hin untersucht. Er hat nachprüft, ob alle Zeugenaussagen stimmen, ob die Aussagenden geschummelt haben oder ob ihnen ihr Unterbewusstsein einen Streich gespielt hat.

Reinkarnationsforschung ist eine schwierige Angelegenheit, weil die Informationen über frühere Leben aus vielen Quellen stammen können und nur schwer überprüfbar sind. Die Kritiker verlangen handfeste Beweise. Und selbst wenn ihnen gute Beweise gegeben werden, findet ein kreativer Kritiker immer noch irgendwo ein Haar in der Suppe.

Der bekannteste Wiedergeburtsfall in Indien ist Shanti Devi. Sie wurde 1926 in Neu-Delhi geboren und erinnerte sich bereits als Kind genau an ihr früheres Leben als Hausfrau im 128 Kilometern entfernten Mathura. Obwohl sie noch nie an diesem Ort gewesen war, konnte sie genau ihren früheren Ehemann, das Haus und die Stadt beschreiben. Sie erinnerte sich sogar an die Stelle, wo sie früher immer ihr Geld versteckt hatte.

1935 wurde die indische Presse auf Shanti Devi aufmerksam. Mit vielen Journalisten und Wissenschaftlern machte sich das kleine Mädchen auf in ihre frühere Heimatstadt. Sie fand von alleine ihr früheres Haus wieder und konnte dem Hausbesitzer alle Fragen über seine frühere Ehefrau beantworten. Auch das Geldversteck wurde gefunden.

Der schwedische Buchautor Lönnerstrand hörte davon, hielt es für einen großangelegten Schwindel und reiste nach Indien, um den Fall zu überprüfen. Er kam nach eingehender Untersuchung zu dem Ergebnis: "Das ist ein völlig aufgeklärter und bewiesener Fall von Reinkarnation."

Ein zweiter viel diskutierter Fall stammt von dem sechsjährigen Taranjit Singh. Er erinnerte sich 2002 an sein vergangenes Leben an einem anderen indischen Ort. Er konnte seinen früheren Namen angeben und berichtete von einem Unfall, bei dem er um sein Leben gekommen war. Auf dem Weg zur Schule sei er von einem Motorroller angefahren worden. Er habe eine schwere Kopfverletzung erlitten und sei daran am nächsten Tag gestorben.

Alle Angaben wurden nachgeprüft und bestätigt. Besonders spannend ist, dass er zum Unfallzeitpunkt 30 Rupien und zwei Schulbücher bei sich gehabt hatte. Auch diese Angaben von Taranjit wurden überprüft und bestätigt.

Einige Zeit später hörte der Gerichtsmediziner Chauhan von Taranjit und prüfte den Fall noch einmal gründlich nach. Er befragte die Familien in den zwei Dörfern und machte eine forensische Handschriftenanalyse. Er stellte fest, dass Taranjit und seine frühere Inkarnation fast hundertprozentig in ihren Handschriften übereinstimmten.

Sehr bekannt ist die Wiedergeburt des Dalai Lama. Im tibetischen Buddhismus inkarnieren sich die erleuchteten Meister grundsätzlich immer wieder auf der Erde, um ihre Arbeit fortzusetzen. Sie geben vor ihrem Tod Hinweise auf den Ort und die Umstände ihrer Wiedergeburt. Vor ihrer offiziellen Anerkennung als Reinkarnation müssen sie eine Prüfung ablegen, die sie nur als echte Inkarnation bestehen können. Sie müssen zwischen vielen gleichartigen Dingen die Gebrauchsgegenstände ihres Vorgängers herausfinden.

Nach dem Tod des 13. Dalai Lama machte sich ein Suchtrupp aus hohen tibetischen Mönchen auf, um den nächsten Dalai Lama zu finden. Sie folgten ihren Visionen und den Hinweisen des verstorbenen Dalai Lamas. Als der Suchtrupp das Haus des 14. Dalai Lama gefunden hatte, wurde der Anführer von dem vierjährigen Tenzin Gyatsu mit den Worten "Sera Lama" begrüßt. Der alte Lama stammte tatsächlich aus dem Kloster Sera, was der kleine Junge auf natürlichem Wege nicht wissen konnte.

Der Anführer zeigte dem kleinen 14. Dalai Lama zwei Gebetstrommeln, bei denen der Dalai Lama sofort erkannte: "Das ist meine!" Noch zwölfmal wurde der 14. Dalai Lama getestet. Dann erfolgte die Anerkennung als Reinkarnation. Der Suchtrupp nahm ihn mit nach Lhasa und erzog ihn dort für seine Aufgabe als späteres Oberhaupt der Tibeter. Der Dalai Lama selbst erklärte später, dass er eine spirituelle Verbundenheit zu seinem Vorgänger spüre.

Diese drei Fälle wurden 2003 in einer Sendereihe des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD) als Beispiele für eine Wiedergeburt genannt. Sie werden ausführlich in dem Fernseh-Begleitbuch von Lucadou (Dimension Psi) beschrieben. Um die Atheisten nicht zu erschrecken, wird dort sehr vorsichtig formuliert: "Im Glauben scheint ein Potential zu liegen, das vielleicht Informationen zu liefern vermag, die wir heute noch nicht verarbeiten können."

Manuel Mitternacht, der Verfasser des Kapitels über Reinkarnation in dem von Lucadou herausgegeben Buch, hat große Zweifel an der Wiedergeburtslehre. Sein Hauptproblem ist: "Zunächst müsste man nachweisen, dass der Mensch eine Seele besitzt." Er verlangt dafür einen biologischen oder physikalischen Beweis. Allerdings sucht er lieber nicht selbst nach einem derartigen Beweis. Es könnte ihn ja geben. Manuel Mitternacht hätte nur die anderen Beiträge in dem Buch von Lucadou lesen müssen.

In dem Kapitel Nahtod berichtet Regine Kexel von der Nahtodforschung. Sie kommt zu dem gleichen Ergebnis wie ich. Die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass es ein vom Gehirn unabhängiges Bewusstsein gibt. Die Grundlage für die Möglichkeit der Wiedergeburt ist damit gegeben.

In den Kapiteln Telekinese und Telepathie von Thomas Zintl und Thomas Staehler werden ausführlich die Forschungsergebnisse zur Gedankenübertragung und zum Hellsehen dargestellt. Wenn das Hellsehen wissenschaftlich nachnachweisbar möglich ist, dann muss man es auch anerkennen, wenn Hellseher ihre früheren Leben sehen können. Es ist denkbar, dass einige Menschen ihre früheren Leben kennen. Genauso ist es möglich, dass ein sterbender erleuchteter Meister in die Zukunft blickt und den Zeitpunkt und Ort seiner Wiedergeburt bekannt gibt. Oder aus dem Jenseits die Wiedergeburt seinen Anhängern in Form von Träumen und Visionen mitteilt.

Wir haben wissenschaftlich nachgewiesen mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine Seele. Es gibt ein Jenseits, und es gibt viele überzeugende Wiedergeburtsberichte. Es spricht deshalb sehr viel für die Reinkarnationslehre, selbst wenn die meisten Wiedergeburtsfälle nicht völlig eindeutig sind. Das hat auch Ian Stevenson zugegeben. Er kommt aber zu dem Schluss, dass die Gesamtwürdigung aller Fälle auf die Möglichkeit der Reinkarnation hindeutet.

Etwa eine Milliarde Menschen auf der Erde glauben an die Wiedergeburt. Die Lehre von der Wiedergeburt ist die Basis des Buddhismus und des Hinduismus. Im Christentum wird teilweise an die Wiedergeburt geglaubt. Die meisten Christen nehmen zumindest an, dass Heilige wiedergeboren werden können, um der Menschheit zu helfen. Es steht in der Bibel, dass sich Jesus noch einmal auf der Erde inkarnieren will und dass Johannes der Täufer die Wiedergeburt des Wüstenyogis Elias war.

Oft wird behauptet, dass in den großen Religionen einfach aus traditionellen Gründen an die Wiedergeburt geglaubt wird, ohne dass irgendwelche Beweise dafür vorliegen. So ist es aber nicht. Die Beweise sind die Aussagen der Religionsgründer. Jesus hat erklärt, dass er noch einmal auf die Erde kommen will. Buddha hat bezeugt, dass er bei der Erleuchtung seine früheren Leben sehen konnte. Und Krishna hat in der Bhagavad Gita ebenfalls auf der Basis persönlichen Wissens die Reinkarnation zum Zentrum des Hinduismus gemacht.

Frühere Leben auf dem Yogaweg
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Yogi Nils: Meinen Glauben gründe ich hauptsächlich auf meine eigenen Erfahrungen. Ich kann in der Meditation zu meinen früheren Leben hinspüren. Ich habe im Laufe meines spirituellen Reinigungsprozesses etwa tausend frühere Leben gesehen. Als ich sieben Jahre als Yogi gelebt hatte, überkam mich bei einer Meditation plötzlich der Wunsch, meine früheren Leben zu wissen. Ich spürte geistig in der Zeit zurück und erhielt bei einem bestimmten Punkt eine Resonanz. Es trat eine Art innerer Widerstand auf. Dort spürte ich dann genau hin. Nacheinander ertastete ich so geistig vier frühere Leben. Ich konnte jeweils den Ort, die Zeit und auch etwas die Art des früheren Lebens erkennen.

Die Rückerinnerung an frühere Leben in der Meditation ist eine fortgeschrittene Yogatechnik. Eine weitere Technik besteht darin, systematisch alle Verspannungen im Körper und im Geist aufzulösen. Das ist der Hauptweg des Hatha-Yoga. Dann kommt man eines Tages zu der für einen persönlich richtigen Zeit an Stresssituationen aus früheren Leben heran. Wer zu früh seine vergangenen Leben ansieht, kann manchmal mit den meistens grausamen Geschehnissen nicht gut umgehen. Man sollte diese Dinge nicht gewaltsam forcieren, wie es teilweise in spirituellen Workshops geschieht.

Alle großen Stresssituationen werden im Seelengedächtnis gespeichert. Wenn sich die Verspannungen lösen, tauchen in Träumen oder im Wachzustand Bilder oder kurze Szenen (kleine Filme) aus den Stresssituationen auf. Die Lösungsprozesse sind oft mit intensiven Körperreaktionen wie Unruhe, Muskelzittern, Hitze oder Kälte verbunden.

Bei mir lösten sich zuerst die Verspannungen aus dem jetzigen Leben. In kurzen Filmszenen sah ich stressreiche Examenssituationen, Beziehungsstreitigkeiten und verdrängte Unfälle. Da ich die Stressereignisse noch in Erinnerung hatte, wurde mir der Zusammenhang zwischen spirituellen Übungen, Auflösung von inneren Verspannungen und dem Auftauchen von Lösungsträumen deutlich bewusst. Ich lernte klar zu unterscheiden was ein Lösungstraum und was ein normaler Traum war.

Nachdem ich drei Jahre als Yogi gelebt hatte, lösten sich die bei meiner Geburt entstandenen Verspannungen. Ich durchlebte noch einmal bewusst meine Geburt. Ich floss durch einen dunklen Kanal hindurch, spürte großen Stress und war dann im Freien. Später erlebte ich noch zehn Geburten aus früheren Leben. Tod und Geburt sind nach den Berichten der tibetischen Yogis die beiden Hauptfälle der im Seelengedächtnis gespeicherten Stresssituationen.

Nach elf Jahren als Yogi tauchten plötzlich die früheren Leben in meinem Geist auf. Zuerst lösten sich nur einzelne frühere Leben. Dann kamen ganz viele frühere Leben wieder an die Oberfläche meines Bewusstseins. Und nach etwa vier Jahren ebbte der Prozess langsam wieder ab. Anders als bei dem bewussten Hinspüren während einer Meditation kamen jetzt sehr deutliche Kurzfilme. Ich konnte meistens alle Einzelheiten der jeweiligen Stresssituation und auch die Lebensumwelt erkennen. Aus den einzelnen Bildern konnte ich geographische und zeitliche Zuordnungen vornehmen.

Am schlimmsten in meinen früheren Leben waren die vielen Kriege. Ich sah mich traurig vor verkohlten Häuserruinen stehen. Die Feinde hatten meine ganze Familie umgebracht. Das war für mich schrecklicher, als wenn ich selbst gestorben wäre. Damals entwickelte sich in mir der Wunsch nach einer glücklichen Welt mit genug zu Essen, fröhlichen Menschen und einem dauerhaften Frieden. Mögen viele Menschen diesen Wunsch teilen und sich dafür engagieren, egal ob wir an die Reinkarnation glauben oder nicht.

Parapsychologie
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Die Parapsychologie ist die Wissenschaft vom Übersinnlichen. Sie erforscht übersinnliche Phänomene mit wissenschaftlichen Mitteln. Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Forschung liegen auf den Bereichen Gedankenübertragung (Telepathie), Hellsehen/Hellhören, Zukunftserkennen (Präkognition) und Vergangenheitserinnern. Am besten erforscht ist die Gedankenübertragung. Hierzu gab es in den letzten hundert Jahren tausende von Untersuchungen, vor allem in England, den USA und Russland.

In den Untersuchungen wurden diese Fähigkeit eindeutig bestätigt. Den endgültigen Beweis erbrachte 1994 der amerikanische Psychologe Charles Honorton von der Princeton-Universität. Er führte seinen Versuchspersonen einen Videoclip von einer Minute Dauer vor und bat sie, diesen Film geistig auf eine in einem schalldichten Nebenraum sitzende Person zu übertragen. Der Person im Nebenraum wurden zusätzlich drei weitere Videos gezeigt. Von den vier Filmen sollte sie das von der Versuchsperson übertragene Video auswählen.

Das Ergebnis war erstaunlich. Die Trefferquote lag deutlich über dem Bereich des Zufalls. Zuvor hatte Honorton mit einfachen Fotos experimentiert. Aber erst die Videoclips brachten die für einen wissenschaftlichen Beweis geforderte ausreichende Trefferquote.

Natürlich gab es auch hier wieder alle möglichen und unmöglichen Bedenken gegen die Untersuchung. Honorton setzte sich mit seinem Hauptkritiker Professor Hyman zusammen und diskutierte mit ihm gründlich alle Kritikpunkte. Anschließend gaben sie eine gemeinsame Erklärung heraus: "Wir stimmen darin überein, dass ein signifikanter Effekt in den Daten vorhanden ist, der nicht rational erklärt werden kann."

Die Professorin für Statistik Jessica Utts von der University of California hat in einer umfangreichen Analyse die unterschiedlichsten Arten von Telekineseexperimenten erfasst und statistisch ausgewertet. Sie kam zu dem Schluss: "Es bringt wenig, noch länger Experimente zu entwickeln, die einen Beweis für die Existenz der Gedankenübertragung liefern sollen. Wem die vorhandenen Daten nicht genügen, dem kann nicht mehr geboten werden. Wir sollten uns künftig darauf konzentrieren, wie die Telekinese funktioniert und wie wir sie sinnvoll nutzen können."

Ebenso äußerte sich der Direktor der Abteilung für Bewusstseinsforschung Dean Radin von der Universität Las Vegas: "Nach zehn Jahren Telekineseforschung habe ich festgestellt, dass alle Untersuchungen zu demselben Resultat gekommen sind. Es gibt einen kleinen, aber robusten Telekineseeffekt. Telekinese ist also grundsätzlich bewiesen. Es geht mittlerweile nicht mehr um den Nachweis, sondern um das Verständnis von Telekinese."

Der deutsche Physiker und Psychologe Walter von Lucadou von der Universität Freiburg hat dazu das Modell der pragmatischen Information entwickelt: "Telekineseeffekte sind nichtortsgebundene Korrelationen (Wechselbeziehungen) in psycho-physikalischen Systemen."

Gedankenübertragung ist also eine messbare Erscheinung zwischen Psyche (Bewusstsein) und Physik (Materie). Diese Erscheinung übersteigt die kosmische Raumzeit-Dimension. Sie kann sofort an weit entfernten Orten und sogar unabhängig von Zukunft und Vergangenheit stattfinden. Es wird nachweisbar eine Information übertragen. Wir können aber nicht genau erklären, wie das stattfindet. Wir stellen deshalb einfach "pragmatisch" fest, dass es so ist.

Lucadou verknüpft die Telekinese mit der Quantenphysik. Er erklärt die Gedankenübertragung durch die Fähigkeit der Quanten (kleinsten Energieteilchen) zur Informationsübertragung durch einen höheren kosmischen Raum. Die Quanten im Gehirn strahlen ihre Informationen wellenförmig in die höhere Raumzeit-Dimension und können dort von den Quanten eines anderen Gehirns empfangen werden. Sie bilden ein Bewusstseinsfeld, das sich mit anderen Bewusstseinsfeldern überlagert.

Für einen spirituell sensiblen Menschen sind die Dinge viel einfacher. Man spürt eine Art feinstofflicher (nichtphysikalischer) Energie in und um sich herum (ein Energiefeld/Bewusstseinsfeld). Wir können diese Energie als feinstoffliche Quantenstrahlung im höheren kosmischen Raum bezeichnen. Ein spiritueller Mensch kann sie mit der Kraft seiner Gedanken lenken. Er kann sie auf andere Menschen, auf Tiere, auf entfernte Orte im Kosmos, auf die Vergangenheit und auf die Zukunft konzentrieren. Er kann dadurch Informationen übertragen und Informationen von anderen Menschen erhalten.

Grundsätzlich konnte wissenschaftlich auch das Vorhersagen von Ereignissen aus der Zukunft bewiesen werden. Die Forscher stellten aber fest, dass die Menschen sehr unterschiedlich mit übersinnlichen Fähigkeiten begabt sind. Besonders begabt sind nur wenige Menschen. Von einer gewissen Begabung konnte bei Tests von etwa 20 % der Menschen gesprochen werden.

Das Sehen von Dingen an entfernten Orten nennt man Hellsehen. Diese Fähigkeit wurde in der Zeit des Kalten Krieges von den Geheimdiensten der USA und Russland intensiv genutzt. Es fand auf beiden Seiten eine umfassende Erforschung und Erprobung von übersinnlichen Fähigkeiten statt. Es wurden Gruppen von Psychospionen ausgebildet.

Nach dem Kalten Krieg wurden die Geheimdienstoperationen von Wissenschaftlern ausgewertet. Sie kamen zu dem Ergebnis: "Ein statistisch signifikanter Effekt kann eindeutig nachgewiesen werden. Die Informationen sind allerdings so ungenau, dass Hellsehen als Methode zur Gewinnung von nachrichtendienstlichen Informationen unbrauchbar ist."

In Einzelfällen konnten aber erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. Hellseherisch besonders begabt war bei den Amerikanern McMoneagle. Er spähte eine Fabrik mit einem neuartigen russischen Atom-U-Boot aus. Er beschrieb das U-Boot sehr genau. Nach dem Kalten Krieg konnten seine Erkenntnisse verifiziert werden. Dieser Fall gehört zu den bekanntesten Fällen der damaligen Zeit.

Hellsehen wird aber nicht nur militärisch, sondern vor allem privat oft genutzt. Viele Hellseher arbeiten professionell mit der Zukunftsdeutung. Auch hier sind einzelne Fälle mit einer großen Treffergenauigkeit bekannt. Ausführlich wurden Zukunftsszenarien beschrieben, die dann auch genau so eintrafen. Eine sehr begabte Hellseherin beschrieb dem amerikanischen Parapsychologen Professor Rýzl in allen Einzelheiten seine spätere Flucht aus der Tschechoslowakei.

Übersinnliche Kräfte sind seit alters her bekannt und wurden vielfach verwendet. Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten erlangten ein hohes Ansehen und konnten damit viel Geld verdienen. Es ist deshalb kein Wunder, dass es auf diesem Gebiet viele Betrüger gab und gibt. Eine wichtige Aufgabe der Wissenschaft besteht deshalb darin, falsche von echten Hellsehern zu unterscheiden. Das gelingt am besten durch klare empirische Untersuchungen. Die meisten Tricks der Hellseher sind bekannt und können deshalb von einem Parapsychologen oder einem guten Zauberkünstler leicht entlarvt werden.

Ein gutes Buch hat der amerikanische Professor Milan Rýzl geschrieben: "Handbuch Parapsychologie" (1997). Darin stellt er die wichtigsten heutigen Forschungsergebnisse dar und deckt vor allem die Tricks der falschen Hellseher auf. Professor Rýzl hat fünfzehn Jahre lang regelmäßige Versuche mit übersinnlich begabten Menschen gemacht.

Die wichtigste Erkenntnis der Parapsychologie ist nach Professor Rýzl, dass die materielle Welt nicht die einzige Realität ist. Es gibt daneben eine nichtstoffliche (feinstoffliche) geistige Welt. Das wertvollste Geschenk der Parapsychologie sieht Professor Rýzl darin, der heutigen Menschheit auf einer wissenschaftlichen Basis die Spiritualität wieder nahezubringen und es ihr zu ermöglichen, in Harmonie mit den kosmischen Gesetzen zu leben.

Gibt es Geister?
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Ein wichtiger und sehr umstrittener Punkt in der Parapsychologie ist die Existenz von Geistwesen. In Deutschland glauben 8 % der Menschen an Geister. Weitere 6 % halten die Existenz von Geistwesen für möglich. In esoterischen Kreisen ist heutzutage das Channeling beliebt. Beim Channeling spricht ein Jenseitswesen durch einen dafür sensiblen Menschen als Kanal.

Früher fühlten sich die Menschen durch böse Geister oft bedroht. Heute glaubt kaum jemand noch an böse Geister. Nur in einigen kleinen Zirkeln werden sie noch angebetet. Auch in Deutschland gibt es schwarze Magier. In der weißen Magie werden die spirituellen Kräfte positiv benutzt. Die Anhänger der schwarzen Magie dagegen glauben an die Macht des Bösen.

Die Grenze zwischen schwarzer und weißer Magie ist manchmal fließend. Viele Menschen geraten aus Neugier in schwarzmagische Kreise und verfangen sich dann in den dortigen Psychomechanismen. Wir sollten grundsätzlich die Finger davon lassen. Selbst wenn es keine bösen Geister gibt, so kann doch bereits der Glaube daran negative Auswirkungen auf die Psyche haben.

Im Westen wird in der Spiritualität grundsätzlich das Gute, der innere Frieden und die umfassende Liebe betont. Die moderne Spiritualität ist auf das Gute ausgerichtet. Das war früher aber nicht überall so. Und mit dem Wachsen der Spiritualität im Westen muss es auch nicht so bleiben. Es ist deshalb sehr wichtig, dass die positiven Kräfte in der Spiritualität gepflegt und gefördert werden. Positive spirituelle Menschen aller Richtungen sollten zusammenarbeiten. Negativen Entwicklungen muss schon im Anfangsstadium konsequent entgegengetreten werden.

Sehr problematisch ist die große Verbreitung von Horrorfilmen im Fernsehen. Hier wird verantwortungslos mit den Ängsten der Menschen gespielt. Bei in sich nicht gefestigten Menschen können Horrorfilme zu einer Identifizierung mit dem Bösen führen. Das kann Auswirkungen im Alltag haben, weil diese Menschen dann stark von negativen Gedanken aus ihrem Unterbewusstsein gesteuert werden. Bei einzelnen Menschen kann es bis zur Geisteskrankheit gehen.

Exorzismus ist Teufelsaustreibung. Hier wird die in der modernen Spiritualität vertretene Auffassung sehr wichtig, dass es keinen Teufel gibt. Wenn es keinen Teufel gibt, kann es auch keine Besessenheit vom Teufel geben. Statt Exorzismus ist eine psychologische und medizinische Behandlung erforderlich. Dabei kann spirituelles Wissen unterstützend hilfreich sein. Keinesfalls dürfen aber in der heutigen Zeit psychische Erkrankungen durch Priester behandelt werden.

Spiritistische Geisteraustreibungen beinhalten die Gefahr, dass sich die neurotischen Strukturen noch verstärken. In der katholischen Kirche wird immer noch der aus dem Mittelalter stammende Exorzismus praktiziert. Immerhin hat die katholische Kirche 1998 beschossen, dass die Priester dabei mit Ärzten zusammenarbeiten sollen.

In Indien und in vielen Entwicklungsländern sind schwarzmagische Praktiken weit verbreitet. Es ist die Aufgabe aller aufgeklärten Menschen, dem entgegenzuwirken. Religion und Wissenschaft müssen zusammenarbeiten. Die Wissenschaft kann Fehlentwicklungen in der Spiritualität aufdecken. Ich betone noch einmal, dass wir ohne die konsequente Verbindung der Spiritualität mit der Wissenschaft in Teufels Küche kommen. Und das ist sehr wörtlich gemeint, wie wir am Beispiel der schwarzen Magie und des Exorzismus sehen können.

Das Buch "Dimension Psi" von Walter von Lucardou (2003) beschäftigt sich ausführlich mit der Frage, ob es Geister gibt. Der Autor leitet in Freiburg ein parapsychologisches Institut, bei dem übersinnlichen Phänomene gemeldet werden können. Sie werden dann von Wissenschaftlern gründlich untersucht. Das Institut wird oft in Anspruch genommen. Viele Fälle wurden im Fernsehen berichtet.

Die Grundlage der Arbeit der Parapsychologischen Beratungsstelle besteht darin, die auftretenden Fälle möglichst rational zu erklären. Mehr als die Hälfte der Fälle kann auf ungewöhnliche physikalische Situationen zurückgeführt werden. Sehr oft wirken aber auch parapsychologische Kräfte. Es finden Gedankenübertragungen statt, die materielle Auswirkungen haben können. Manchmal löst eine mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattete Person unbewusst in ihrer Nähe Dinge wie Klopfzeichen, einen Lufthauch oder Lichterflackern aus. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Der britische Psychologe Richard Wisemann von der Universität Hertfordshire ist ein bekannter Geisterkritiker. Er hat mit seinem Team tausende von ungewöhnlichen Fällen untersucht. Nach seiner Analyse liegt der Ursprung der meisten Geistererscheinungen in der Psyche des Menschen. Sie werden durch psychische Anspannung, selektive Wahrnehmung oder Wahnvorstellungen verursacht. Es können aber auch diffuse Lichtverhältnisse, Luftströme, Infraschall und besondere Magnetfelder eine Rolle spielen.

Auf Bitten der englischen Königin prüfte Wisemann im Jahr 2000 den Londoner Hampton Court Palast. Seit Heinrich der VIII. dort seine Frau Catherine umbringen ließ, spukt es nach den Aussagen vieler Besucher. Bei einer Umfrage spürten mehr als die Hälfte der Besucher etwas Ungewöhnliches. Manche fühlten sich sogar von einer unsichtbaren Hand berührt. Geister konnte Wisemann aber nicht nachweisen.

Eine ähnliche Untersuchung führte er 2001 im schottischen Schloss Edinburg durch. Auch hier spürten etwa die Hälfte der Befragten unerklärbare Phänomene. Eine Psychologin ließ sich nachts in einem spukenden Raum einschließen. Sie geriet in Panik, als sie ein rotes Glimmen, verbunden mit Atemgeräuschen in einer Ecke entdeckte. Das Experiment wurde abgebrochen. Hier gab sogar Wisemann zu, "dass da irgend etwas vorgeht".

Im Freiburger Institut von Lucadou unterscheidet man zwischen Spukfällen und Geistererscheinungen. Spukfälle können normalerweise rational erklärt werden. Sie geschehen durch außergewöhnliche äußere Umstände oder durch parapsychische Fähigkeiten.

Geistererscheinungen sind nach Auffassung der Freiburger Forscher meistens Projektionen aus dem Inneren eines Menschen. Wer an Geister glaubt, erzeugt durch seinen Glauben in seinem Inneren Geister. Er interpretiert dann häufig harmlose äußere Geschehnisse als Handlungen von Geistwesen.

Andererseits gibt es nach dem heutigen Forschungsstand der Wissenschaft wahrscheinlich ein Leben nach dem Tod. Es existiert deshalb mit erheblicher Wahrscheinlichkeit ein Jenseits mit geistigen Wesen. Die große Frage ist jetzt, inwieweit diese Jenseitswesen in das Diesseits hineinwirken können.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass das Jenseits und das Diesseits getrennte Welten sind. Nur in Ausnahmefällen kann die Schranke zwischen den beiden Welten überwunden werden.

Aus dem Diesseits können hellseherisch besonders begabte Menschen ins Jenseits blicken. Dafür gibt es viele Zeugenaussagen. Sie erhalten manchmal aus dem Jenseits Wissen, das im Diesseits überprüft werden kann. Alle großen Religionen beruhen letztlich auf den Aussagen erleuchteter Menschen, die ins Jenseits blicken konnten.

Erleuchtete Menschen haben besondere spirituelle Fähigkeiten. Wenn sie nach ihrem körperlichen Tod im Jenseits leben, können sie sich dadurch auch Menschen im Diesseits mitteilen. Dieses geschieht meistens durch Träume und Visionen an fortgeschrittene spirituelle Menschen. Ein materielles Eingreifen ist selten.

Inwieweit nicht erleuchtete Geistwesen aus dem Jenseits im Diesseits handeln können, muss noch gründlich erforscht werden. Dieses betrifft insbesondere den Kontakt von Verstorbenen zu ihren nahen Angehörigen. Ich persönlich kann nur meine Beobachtungen mitteilen. Meine erleuchteten Meister können mit mir über Träume und Visionen kommunizieren, wenn sie es für richtig halten. Mein verstorbener Vater ist mir kurz nach seinem Tod in mehreren Träumen erschienen. Er konnte seine Stimme hörbar in meinem Zimmer manifestieren, als ich wach war.

Ansonsten habe ich zu Geistwesen keinen Kontakt. Nur einmal erschien tagsüber während eines Spazierganges die Mutter einer Freundin als Geistwesen einige Meter über mir in der Luft. Ich konnte sie nicht sehen, aber spüren und identifizieren. Sie wollte mich nach ihrem Tod gerne noch einmal sehen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass sie gestorben war.

Grundsätzlich halte ich mich an den Satz der erleuchteten Meister: "Lass die Geistwesen in Ruhe, dann lassen sie dich in Ruhe." Wer sich nicht mit Geistwesen einlässt, bekommt auch keine Schwierigkeiten. Für einen normalen Menschen ist es schwer zu durchschauen, ob ihm der Kontakt mit Geistwesen mehr schadet oder mehr nützt. Im Yoga, im Buddhismus und im Christentum wird empfohlen nur mit Meistern der höchsten Ebene zu arbeiten.

Ich rate außerdem, sogar bei der Arbeit mit den höchsten Meistern immer grundsätzlich vorwiegend dem eigenen Verstand zu vertrauen. Die erleuchteten Meister führen uns über unsere eigene innere Stimme und unsere eigene Wahrheit. Sie bewirken, dass uns die richtigen Argumente einfallen und geben uns die Impulse, die wir für unseren spirituellen Weg brauchen. Wer seiner eigenen Weisheit vertraut, der verläuft sich nicht so leicht in der Spiritualität.

Spiritualität und Heilung
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(Zitate aus dem Tagesspiegel Berlin, 2007)

Religion und Spiritualität haben einen nachweisbaren Einfluss auf die körperliche und geistige Gesundheit. In den letzten Jahren haben sich Dutzende von Studien angesammelt, in denen Forscher dem Zusammenhang zwischen Glauben und Gesundheit auf den Grund gegangen sind.

So hat der Psychologe und Theologe Constantin Klein von der Uni Leipzig kürzlich in einer Übersichtsstudie zahlreiche Untersuchungen ausgewertet und kommt zum Schluss: Religiosität tut im Großen und Ganzen der Psyche gut. Religiöse Menschen sind weniger alkoholabhängig, weniger depressiv, sie sind optimistischer, zufriedener mit ihrer Ehe, ihre Scheidungsrate ist geringer, ebenso ihre Selbstmordrate. „Je stärker die innere, gelebte Religiosität, desto deutlicher ist der Effekt“, sagt Klein.

Und wie es scheint, ist der Gottesglaube nicht nur Balsam für den Geist, sondern auch für den Körper. Studien belegen, dass Gläubige einen niedrigeren Blutdruck haben und besser mit Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen fertigwerden. Als die Epidemiologin Lynda Powell vom Rush University Medical Center in Chicago rund 150 Studien zum Thema sichtete, stieß sie auf einen Befund, der sie regelrecht „umgehauen“ hat: Menschen, die regelmäßig in die Kirche gehen, haben eine um 25 Prozent reduzierte Sterblichkeitsrate!

Falsch praktizierter Gottesglaube kann andererseits schädlich sein. So untersuchte der Psychologe Kenneth Pargament von der Bowling Green State University im US-Staat Ohio fast 600 Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen; sie reichten von leichten Magenbeschwerden bis hin zu Krebs. Sein Befund: Die, die meinten, Gott würde sie mit der Krankheit bestrafen, hatten ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko innerhalb des Beobachtungszeitraums von zwei Jahren zu sterben. „Es kommt sehr auf die Tönung des Gottesbilds an“, sagt Utsch. Ein vergebender Gott kann Körper und Geist entlasten. Ein Richtergott belastet.

Eine Hamburger Psychologin ging für ihre Doktorarbeit der Frage nach, ob Gläubige weniger zu Depressionen neigen als Ungläubige. Ihr Ergebnis: Tatsächlich wurden die stark Gläubigen in geringerem Maße von depressiven Gefühlen geplagt. Ähnlich verhielt es sich mit den dezidierten Atheisten. Jene Gemäßigten dagegen, die sich im Ungefähren, zwischen Glaube und Unglaube, zwischen Himmel und Erde bewegten, litten am meisten unter Depressionen. Offenbar tut der Psyche ein klares Weltbild gut.

Michael Utsch, der an der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin tätig ist, vermutet, dass der positive Effekt der Religion auf die Gesundheit vor allem mit Einstellungen wie Dankbarkeit und der Fähigkeit, anderen zu vergeben, zusammenhängt. Beides reduziert Stress. Beides stimmt ausgeglichener. Vielleicht ist es also letztlich das Gesamtpaket der Religion – zusammengesetzt aus einem unterstützenden sozialen Netz, einem gesünderem Lebensstil und dem Gefühl, nicht einer sinnlosen Welt ausgeliefert zu sein –, das uns wohl tut.

In der Medizin verweisen die Wunder von Lourdes in den Bereich des Unerklärlichen. Lourdes ist ein Ort in Südfrankreich, in dem sich eine Heilquelle befindet. In Lourdes ist Mutter Maria 1858 dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous erschienen. Sie zeigte ihr in einer Vision die Heilquelle. Jedes Jahr pilgern viele tausend Christen nach Lourdes. Der Dalai Lama spürte in Lourdes die Anwesenheit erleuchteter Energien.

In Lourdes finden viele unerklärliche Heilungen statt. Die Heilungen werden von der katholischen Kirche genau protokolliert und einer Kommission zur Untersuchung übergeben. Die Wunder von Lourdes gehören zu den wissenschaftlich am gründlichsten untersuchten Wundern der Welt. In hunderten von Fällen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Heilungen mit dem Wissen der heutigen Medizin nicht erklärt werden können. Über Lourdes gibt es das Buch von Alfred Läpple "Die Wunder von Lourdes" (1995).

Heilung bei Mutter Meera
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Aus dem Internet Zitate von Delia 4.02.2009:

"Ich bin Buddhistin. Ich glaube, dass sich auf diesem Planeten viele Erleuchtete aufhalten. Zu meiner persönlichen Erfahrung mit Mutter Meera - neulich in Hamburg: Als sie mir den Darshan gab, fühlte ich kurz ihre Energie. Ich spürte eine körperliche Schwäche und mein rechter Arm schmerzte sehr. Aber gleichzeitig war ich sehr ergriffen. Mein Geist war wohltuend leer.

Die Schmerzen meiner rechten Schulter kamen von einer Schulterverletzung, die bei mir seit zehn Jahren chronische Schmerzen verursacht. Bis jetzt konnte mir keine Krankengymnastik helfen, die Schmerzen waren immer da und die Ärzte konnten zwar sagen warum, aber sie gingen nicht weg. In den folgenden fünf Tagen schmerzte die Schulter stark. Emotional wurden unverarbeitete Ereignisse aus meinem Leben nachts hochgespült, ich erlebte sie quasi noch mal nachts in Alpträumen. Sie wurden hochgespült, um sich für immer aufzulösen!

Jetzt - fast eine Woche nach dem Darshan - darf ich erstaunt feststellen, dass meine Schulter (anscheinend?) okay ist. Da wo der Muskel einst angerissen und vernarbt war, ist er jetzt schmerzfrei! Ich erkläre vorsichtig: Es ist ein medizinisches Wunder und ich bin Mutter Meera so dankbar!!!! Ich kann es nicht fassen. Ich spreche nur von meiner Erfahrung und garantiere nicht dafür, dass bei jedem solche Heilung passiert, aber ich war (wohl) offen dafür."

Das Jenseits
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Im Jenseits (in der geistigen Welt) gibt es viele Bereiche. Je genauer man hinsieht, um so mehr Energieebenen (Bewusstseinsdimensionen) erkennt man. Man kann das Jenseits in tausend, in vierzehn, in sieben, in drei oder sogar nur in einen Bereich (den Himmel) einteilen.

Im Christentum spricht man oft nur von "dem Himmel" (dem Paradies). Der Apostel Paulus erfuhr bei seiner Jenseitsreise drei Himmel. Im Yoga sagt man, dass es tausend Stufen der Erleuchtung (Bewusstseinsebenen) gibt. Überwiegend bevorzugt man im Yoga die Lehre von den drei Welten Erde (materieller Kosmos, Bhur), Astrahlwelt (Energiewelt, Geistwesen, Bhuva) und Lichtwelt (Himmel, Erleuchtungsdimension, Svarloka).

Im Westen am weitesten verbreitet ist die Lehre von den sieben Himmeln. Jeder kennt das Sprichwort: "Ich fühle mich wie im siebten Himmel." Und verbindet damit die Vorstellung des größten Glücks. Nach dieser Lehre gibt es einen siebten Himmel mit sehr großem Glück und darunter sechs kleinere Himmel mit jeweils etwas weniger Glück. Auch der kleinste Himmel (der erste Himmel) ist bereits ein Himmel. In ihm ist das Glück etwas größer als auf der Erde.

Die vier Astrahlwelten
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Folgen wir der Einteilung des Jenseits in sieben Energiebereiche. Wenn wir sterben, kommen wir als erstes in die untere Astralwelt. Sie wird im Yoga noch zur Erde gezählt und Bhurloka genannt. Die untere Astralwelt (Ätherwelt) befindet sich auf der Erde und um die Erde herum. Es ist eine Energieschicht neben der materiellen Welt. Wir verlassen mit unserer Seele den Körper und sind plötzlich neben unserem Körper. Wir bestehen jetzt aus feinstofflicher Bewusstseinsenergie. Wir können unseren Körper und die Menschen in der materiellen Welt sehen, aber sie können uns nicht sehen.

Die untere Astralwelt ist die Welt der Geister. Geister sind Wesen mit einem wenig entwickelten Bewusstsein. Sie sind den sieben Emotionen Wut, Angst, Trauer, Trägheit, Sucht, Neid und Stolz verhaftet. Vorherrschend ist in der unteren Astralwelt die Sucht. Die Wesen der unteren Astralwelt sind vorwiegend Hungergeister (Pretas). Sie wollen immer etwas haben und bekommen nie genug. Sie sind nie zufrieden. Alle Menschen mit einem vorherrschenden Suchtbewußtsein gelangen nach ihrem Tod in die untere Astralwelt. Sie leben ihren Bewusstseinszustand dort weiter.

Die Hungergeister wissen nicht, dass man sein Bewusstsein einfach nur umkehren muss. Man muss es vom äußeren Glück auf das innere Glück orientieren. Man muss die Sucht nach äußeren Dingen loslassen und sich auf das Glück in sich selbst konzentrieren. Man muss die Eigenschaften Genügsamkeit, Bescheidenheit, Mäßigung, Positivität, umfassende Liebe und inneren Frieden üben. Dann wird man frei und steigt in die nächsthöhere Bewusstseinsebene auf.

Die untere Astralwelt ist bereits ein Himmel. Das allgemeine Glück der Seelen ist etwas größer als auf der Erde. Die Seelen besitzen keinen Körper mehr und sind deshalb von allem körperlichen Leid befreit. Und sie sind Gott (dem höchsten Licht) näher als die Wesen auf der Erde, wenn auch nur ein kleines Stück.

Das wirklich Tragische in der unteren Astralwelt ist die Tatsache, dass ein viel grösseres Glück möglich wäre. Die Seelen hätten sich in ihrem Erdenleben nur etwas mehr auf den Weg des inneren Glücks konzentrieren müssen. Sie hätten nur etwas mehr das positive Denken üben müssen, und sie hätten davon einen unermeßlich großen Gewinn gehabt. Sie hätten mit wenig täglichem Aufwand nach ihrem Tod ein Leben in viel größerem Glück erreichen können. Bereits wer nur fünf Minuten jeden Tag spirituell übt und sich um ein positives Leben bemüht, kann bis in den fünften Himmel aufsteigen.

Der zweite Himmel ist die mittlere Astralwelt. Sie erstreckt sich bis an die Grenzen des Kosmos. Die Seelen der mittleren Astralwelt werden nicht mehr so stark von der Erde und den dort vorhandenen Genüssen angezogen. Sie können deshalb den ganzen Kosmos bereisen. Sie können sich im Bereich der Sterne niederlassen. Jeder Stern hat eine unterschiedliche Energie. Jede Seele kann sich auf dem Stern niederlassen, auf dem sie sich wohlfühlt. Sie trifft dort Seelen mit ähnlichen Eigenschaften.

Das Glück in der mittleren Astralwelt ist bereits erheblich größer als in der unteren Astralwelt. Noch größer ist das Glück in der oberen Astralwelt, dem dritten Himmel. Die Seelen im dritten Himmel nehmen den Kosmos, die Sterne und die Erde noch wahr, aber ihre Konzentration liegt woanders. Sie liegt nicht auf materiellen Dingen, sondern auf positiven Ideen. Jede Seele im dritten Himmel hat eine Lebensaufgabe, die sie glücklich macht.

Der vierte Himmel ist die Welt der positiven Seelen. Sie haben ein positives Glaubenssystem. Sie folgen auf ihre persönliche Art den Grundsätzen Liebe, Frieden und Wahrheit. Sie sind nicht erleuchtet. Sie haben alle noch ein starkes Ego. Aber sie beherrschen die negativen Tendenzen ihres Geistes und konzentrieren sich auf das Positive. Alle Seelen gehen positiv miteinander um und können deshalb gemeinsam eine positive Welt erschaffen.

Positive Glaubenssysteme können ein positiv gelebtes Christentum, ein toleranter Islam, ein friedlicher Hinduismus oder ein liebevoller Buddhismus sein. Auch atheistische Humanisten können nach ihrem Tod in den vierten Himmel gelangen. Da das Bewusstsein nach dem Tod dem Bewusstsein vor dem Tod entspricht, können alle positiven Menschen hier ihr vertrautes Leben auf der Erde auf Seelenart fortsetzen. Sie schaffen durch ihr Bewusstsein die Lebensformen, die ihnen bekannt sind und in denen sie sich wohl fühlen. Sie ziehen die Freunde und Verwandten in ihren Jenseitsbereich, mit denen sie gerne weiterhin zusammensein möchten.

Die drei Lichtwelten
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Mit dem fünften Himmel beginnt die Lichtwelt. Die Lichtwelt ist das Paradies. Das Paradies ist mit menschlichen Begriffen nicht beschreibbar. Im Paradies leben die Seelen im Zustand der Erleuchtung. Ebenso wie die Erleuchtung nicht beschreibbar ist, ist das Paradies nicht beschreibbar. Das Paradies ist wie die Erleuchtung nur erfahrbar. Man kann mit Worten darauf hindeuten. Die Worte sind aber grundsätzlich nur symbolisch zu verstehen. Sie ersetzen nicht die wirkliche Erfahrung.

Die erste wichtige Aussage über das Paradies besteht darin, dass das Paradies und die Erleuchtung zwei Seiten derselben Münze sind. Auf der einen Seite ist ein Kopf und auf der anderen Seite der Münze eine Zahl. Die Essenz der Münze ist das Gold, aus dem sie besteht. Das Gold der Münze ist Gott, das Leben im Licht. Der Kopf verweist uns auf das Glück in uns (die Erleuchtung) und die Zahl auf das Glück um uns herum (den äußeren Reichtum).

Erleuchtung bedeutet das Glück in sich zu spüren. Paradies bedeutet, das Glück (Gott, das Positive) in der Welt um sich herum erkennen zu können. Beides hängt deshalb zusammen, weil nur ein in sich glücklicher Mensch auch das Positive in der Welt erkennen kann. Nur wer positiv denkt, sieht das Positive in der Welt. Und wer das Positive in der Welt um sich herum sehen kann, wird dadurch in sich selbst glücklich.

Die Seelen im Paradies (in der Lichtwelt) sind in sich selbst glücklich und sehen gleichzeitig die Welt um sich herum als Glückswelt. Man kann ins Paradies gelangen, indem man damit beginnt in sich selbst glücklich zu werden. Eine große Hilfe dabei sind die spirituellen Übungen (Lesen, Gehen, Yoga, Meditation).

Man kann auch ins Paradies gelangen, indem man es übt vorwiegend das Positive in sich, in seiner Umwelt und in seinen Mitmenschen zu sehen. Beides löst die Verspannungen im Geist. Am besten übt man beides gleichzeitig.

Die Haupttechnik für den Eintritt in die Lichtwelt ist die Auflösung des Egos. Die Seelen im Paradies leben grundsätzlich vorwiegend aus der Liebe und dem Geben heraus. Sie nehmen ihre Mitseelen wichtiger als sich selbst. Sie sind nicht egoistisch, sondern altruistisch.

Die Auflösung des übertriebenen Ich-Bewusstseins ist das zentrale Merkmal der Erleuchtung. Und es ist auch das zentrale Element des Lebens im Paradies. Wer ins Paradies gelangen will, sollte konsequent an seinem Ego arbeiten. Er sollte die Eigenschaften innerer Frieden, umfassende Liebe und konsequente Wahrhaftigkeit üben. Er sollte mehr für seine Mitmenschen als für sich selbst leben. Er sollte Gott (das innere Glück) in den Mittelpunkt seines Lebens stellen. Dadurch wächst er im Laufe seines Lebens geistig und gelangt nach seinem Tod in einen Lichtbereich.

Der erste Lichtbereich (der fünfte Himmel) ist der Bereich der kleinen erleuchteten Seelen. Diese Seelen werden im Christentum als Selige bezeichnet. Den ersten Lichtbereich kann man symbolisch als ein Blumenland beschreiben. Es ist eine Welt der Fülle. Im Christentum wird das Paradies als ein Garten voller Früchte (Garten Eden, Garten der Wonne) dargestellt. Im Islam ist es ein Land des ewigen Frühlings voller schöner Menschen. Im Yoga ist es eine Gebirgslandschaft mit vielen Blumen und mit einem angenehmen Klima. Alle Wesen leben positiv miteinander. Ihre Welt ist voller Liebe, Blumen und Sonne.

Die Paradiesvorstellungen in den einzelnen Religionen sind unterschiedlich. Wir sollten verstehen, dass sie nur symbolisch gemeint sind. Das Paradies wird so beschrieben, dass es die Menschen in dem jeweiligen Kulturkreis positiv annehmen können. Wenn wir uns ein schönes Urlaubsland vorstellen, in dem alle Menschen glücklich sind, dann haben wir eine Ahnung vom Paradies. Die Paradiese auf der Erde sind aber grundsätzlich nur von begrenzter Dauer. Das Paradies im Himmel ist ewig. Wir können dort ewig glücklich sein.

Im Buddhismus gibt es viele Paradiesvorstellungen. Buddha selbst konzentrierte sich auf das Leben im Licht (das Nirvana, das höchste Paradies). Der Amitabhabuddhismus (die Lehre vom Reinen Land) begeistert sich für bunte Blumen und glückliche Menschen. Im tibetischen Buddhismus finden wir eine Gebirgslandschaft voller sprudelnder Quellen, edelsteinbesetzter Bäume und jubilierender Vögel.

Jeder Mensch darf sich das Paradies auf seine Art vorstellen. Wichtig ist nur, dass es eine Welt der Liebe, des Friedens, des Glücks und des Lichts ist.

Im fünften Himmel (ersten Lichtwelt/ersten Paradies) gibt es Orte, in denen man mit seinen Verwandten und Bekannten glücklich leben kann. Dieser Paradiesbereich wird im Yoga Pitr Loka genannt.

Und es gibt Orte, an denen man gut spirituell üben kann. Diese Orte heißen Sadhana Loka. Orte des Übens gibt es für Karma-Yogis (der Weg des Helfens) und für Hatha-Yogis (Körperübungen und Meditation). Im Christentum ist die Welt der Engel vorwiegend ein Ort des spirituellen Übens. Die Engel lobpreisen Gott. Sie beten, singen und entwickeln sich durch einen ständigen Gottesdienst immer weiter ins Licht.

Ins Paradies (den fünften Himmel) kann man grundsätzlich nur durch einen erleuchteten Meister kommen. Man braucht einen erleuchteten Helfer. Nur wer vor seinem Tod erleuchtet ist, kann sich mit seinen spirituellen Techniken selbst ins Paradies bringen.

Der sechste Himmel ist die Welt der Heiligen. Die Heiligen sind noch näher bei Gott als die Seligen. Ihr Glück ist noch größer als das Glück der Seelen im ersten Paradies. Ein Heiliger hat sein Ego weitgehend aufgelöst. Er lebt im Wesentlichen. Er lebt im Licht. Er fühlt sich eher als Licht (als Glücksenergie) als ein Mensch (mit weltlichen Bedürfnissen und Neigungen). Er lebt im Schwerpunkt in der Liebe, im Frieden und im Glück. Er besitzt ein stark ausgeprägtes kosmisches Bewusstsein.

Die Heiligen im sechsten Himmel sind aber noch handelnde Wesen. Sie können ihren Mitwesen Licht senden und für sich selbst spirituelle Übungen machen. Sie leben im grossen Sein (in Gott, in der Ruhe, im Nichtstun) und im kleinen Tun. Sie handeln aus dem Sein (aus Gott) heraus positiv für die Welt. Grundsätzlich gilt im Jenseits, dass man von einer höheren Ebene alle darunter liegenden Ebenen besuchen kann. Die erleuchteten Seelen können deshalb jederzeit zu allen Seelen in den unteren Himmeln und auch auf der Erde Kontakt aufnehmen. Sie können ihnen erscheinen, positive Gedanken und Kraft senden.

Als Bild können wir uns für den fünften Himmel ein Land voller glücklicher Menschen und für den sechsten Himmel einen Ort voller weiser Männer und Frauen vorstellen. Die weisen Männer und Frauen strahlen Ruhe, Frieden und Liebe aus. Man sieht ihnen ihr inneres Glück und ihre Heiligkeit an. Man spürt die die heilige Energie, die von ihnen ausgeht und alle Wesen um sie herum in eine Atmosphäre der Heiligkeit versetzt. Man spürt Gott in ihrer Nähe. In gewisser Weise sind sie bereits ein bildlicher Ausdruck von Gott.

Die heiligen Männer und Frauen haben die Möglichkeit, sich für kurze oder lange Zeit ganz in das Licht hineinzubegeben. Sie können durch ihre spirituellen Übungen in den Zustand einer tiefen Glücksmeditation gelangen. Dazu müssen sie ihr Ego ganz auflösen.

Zur spirituellen Umwandlung gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten. Wir können den Weg der Liebe, der Kraft oder der Weisheit gehen. Auf dem Weg der Liebe senden wir allen Wesen Licht, visualisieren sie als Buddhas (Göttinnen, Heilige) und werden dadurch selbst ein Buddha. Auf dem Weg der Weisheit visualisieren wir uns in der Einheit des Kosmos und identifizieren uns mit unserem spirituellen Vorbild.
Auf dem Weg der Kraft bringen wir mit spirituellen Übungen (Mantras, Atemübungen, Körperübungen) unsere Glücksenergie zum Fließen, stoppen ganz unsere Gedanken und verweilen einige Zeit in der Ruhe.

Und plötzlich gibt es einen großen inneren Umschwung. Aus der vollständigen Leerheit und Nichtswerdung beginnt das Licht Gottes in uns hineinzufließen. Der Frieden, die Liebe, das Glück und das Wissen Gottes erfüllen uns. Wir sind im siebten Himmel.

Im siebten Himmel gibt es keine Dualität mehr. Die Seele ruht bewegungslos in Gott. Die Liebe, das Glück und der Frieden im siebten Himmel sind so groß, dass hier keine Bewegung möglich ist. Der handelnde Heilige wird zu einem ruhenden Heiligen. Er genießt einfach nur das Ruhen in Gott.

Er kann aber wieder aktiv werden. Er kann wieder aus dem siebten Himmel in den sechsten Himmel zurückkehren, um positiv für das Glück aller Wesen zu wirken. Er muss in den sechsten Himmel zurückkehren, wenn seine innere Kraft noch nicht für ein dauerhaftes Ruhen in Gott ausreicht.

Im siebten Himmel lösen sich alle äußeren Formen auf. Die Seele nimmt sich nur noch als Energie, als Liebe und Licht, wahr. Trotzdem ist sie noch eine eigenständige Bewusstseinsenergie in Gott. Grundsätzlich verschwinden die Seelen nicht. Sie können sich aber am Ende aller Zeiten zu einem Wesen verdichten, um dann nach einer Zeit der Ruhe wieder von neuem den Tanz Lebens zu beginnen. Nach der hinduistischen Philosophie ist der Kosmos ein System des ewigen Kommens und Gehens. Gott ist Schöpfer, Bewahrer und Auflöser in einer Person.

Der siebte Himmel (die dritte Lichtwelt) ist der Ort des höchsten Glücks im Kosmos. Es ist Gott selbst. Es ist ein Ruhen in Gott. Wir können diesen Ort beschreiben als eine große Sonne. Diese Sonne besteht aus starkem Licht. Sie besteht aus unermeßlich großem Glück, großer Liebe und großem Frieden. Nur spirituell weit entwickelte Seelen können diesen Ort erreichen. Wir müssen stark genug sein, um die Energie Gottes aushalten zu können. Eine gute Beschreibung für das Mysterium Gottes, das aus Leere (Egolosigkeit) und Einheitsbewusstsein besteht ist der Begriff "sehr heilig".

Wenn wir in Gott sind, gibt es nichts mehr zu erreichen. Wir haben unser Ziel als Seele verwirklicht. Wir haben uns selbst verwirklicht. Wir sind in der großen Zufriedenheit angekommen. Teresa von Avila erklärte: "Gott allein genügt." In Gott finden alle unsere Wünsche ein Ende. Und bevor wir das Leben in Gott erreicht haben, werden wir nie ganz zufrieden sein. Der Mensch ist auf Gott hin geschaffen. Darin verwirklicht er seinen Lebenssinn.

Der achte Himmel
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Der achte Himmel befindet sich über den sieben Himmeln. Er befindet sich über den drei Bereichen Erde, Astralwelt (Zwischenwelt) und Lichtwelt (Erleuchtung). Er ist ein Mysterium. Er ist alles in einem. Er ist die Verbindung von Licht und Liebe zu einer dynamischen Einheit. Er ist das Leben im Licht und das Handeln in den unteren Welten (Erde, Astrahlwelt) zugleich.

Wenn wir nicht am Glück der Lichtwelt anhaften, wird unser Glück noch größer. Je weiter wir unser Ego auflösen, um so größer wird das Licht in uns. Wenn wir im Schwerpunkt nicht für unser eigenes Glück leben, sondern alle Wesen im Kosmos glücklich wünschen, werden wir zu einer Mutter und einem Vater aller Wesen. Gott ist im Wesentlichen eine Mutter und ein Vater aller Wesen. Er möchte, dass alle seine Kinder im großen Glück ankommen. Er möchte das alle Wesen eines Tages im siebten Himmel leben.

Der siebte Himmel ist für die meisten Seelen das Endziel. Es gibt darüber hinaus im Kosmos aber noch den Weg der umfassenden Liebe. Eine Seele auf dem Weg der umfassenden Liebe lebt im Schwerpunkt nicht für ihr eigenes Glück, sondern für das Ziel des Glücks aller Wesen. Sie lebt auf ihre Art als spiritueller Meister oder Meisterin (Bodhisattva, Nitya-Siddha, Friedensstifter).

Wer als spiritueller Meister leben will, sollte zuerst einmal selbst den spirituellen Weg bis zum Ziel gehen. Oder er sollte einen Doppelweg praktizieren. Er sollte sich selbst spirituell zum Ziel bringen und gleichzeitig alle seine Mitmenschen mitnehmen. Beide Wege sind im Yoga möglich. Man kann zuerst viele Jahre als Yogi leben und dann nach seiner Erleuchtung in die Welt zurückkehren, um den Mitmenschen spirituell zu helfen. Oder man lebt auf seine Art gleichzeitig als Yogi und als Karma-Yogi (spiritueller Lehrer).

Wer im achten Himmel lebt, lebt letztlich im doppelten Glück. Man lebt im Licht (in Gott) und zusätzlich noch in der Dimension der großen Liebe. Aber dieser Weg ist auch schwieriger zu gehen als der normale spirituelle Weg. Es erfordert viel Weisheit, wenn man den vielen Seelen im Kosmos spirituell helfen will. Man muss oft Leid in Kauf nehmen, um seine Mitmenschen gut auf den Weg ins Licht führen zu können. Man muss sich selbst immer wieder klug ins Licht bringen, wenn man auf dem Weg des Helfens aus dem inneren Glück herausgefallen ist.

Ein spiritueller Meister handelt aus dem inneren Gleichgewicht heraus. Er handelt aus dem Sat-Chid-Ananda (Sein-Einheit-Glück) heraus. Er gewinnt seine innere Ruhe durch eine ausreichende äußere Ruhe (genügend Pausen, Zeit für sich selbst), seine spirituellen Übungen und der Gottüberlassenheit. Er verspannt sich nicht durch seine äußeren Ziele, sondern überantwortet sich im Wesentlichen der Führung der großen Meister und dem spontanen Wirken des Lebens. Der Weg der Liebe ist ein Mysterium. Er fühlt sich an als ein Opferweg und endet doch in der umfassenden Glückseligkeit. Eines Tages beginnt plötzlich das innere Glück fließen und erfüllt die ganze Welt.

Sieben Himmel-Meditation
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Mit dieser Meditation lernen wir den Weg der sieben Himmel kennen. Wir bekommen einen Geschmack vom gleichzeitigen Leben im Licht und der Meisterung des Lebens auf der Erde.

1. Körper = Wir konzentrieren uns auf unseren Körper und bringen dadurch unseren Geist zur Ruhe. Wir spüren in unsere Beine und Füße hinein. Wir lassen Licht um unsere Beine und Füße kreisen. Wir denken dabei das Wort "Licht" als Mantra. Wir lassen Licht um unsere Arme und Hände kreisen. Wir denken "Licht". Wir konzentrieren uns auf unseren Kopf, lassen Licht um unseren Kopf kreisen und denken das Mantra "Licht". Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein und denken "Licht." Dann entspannen wir uns.

2. Energiewolke = Wir beginnen jetzt unseren Aufstieg in den Himmel. Zuerst gehen wir in die Astralwelt. Wir werden zu einer Seele. Wir visualisieren eine Wolke aus feinstofflicher Energie um unseren Körper herum. Wir sind diese Wolke. Wir konzentrieren uns auf die Wolke und nicht auf unseren Körper. Wir lassen unseren Körper los. Wir denken mehrmals das Mantra: "Ich bin eine Wolke. Ich bin eine Seele. Ich bin unabhängig von meinem Körper." Wir denken das Mantra so lange, bis wir uns als Wolke um unseren Körper herum fühlen.

3. Sterne = Wir visualisieren den ganzen Kosmos um uns herum voller Sterne. Unsere Seele kann überall hinreisen, wenn sie es will. Wir meditieren auf den Kosmos. Wir denken mehrmals das Mantra: "Sterne." Wir machen dabei große Kreise mit den Armen. Bis in uns das Gefühl des Einsseins mit dem Kosmos entsteht. Wir fühlen uns geborgen in der großen Ordnung des Kosmos. Wir sind eins mit uns und der Welt.

4. Welt der positiven Seelen = Wir gelangen in die oberste Astralwelt, die hinter dem materiellen Kosmos liegt. Das ist die Welt der positiven Seelen. Wir werden in uns positiv. Wir überlegen uns die positiven Punkte in unserem Leben. Wir denken das Mantra: "Positiv in meinem Leben ist ..." Wir zählen so viele positive Dinge auf, bis unser Geist positiv wird.

5. Welt der glücklichen Seelen = Über der Welt der positiven Seelen liegt die Welt der glücklichen Seelen (Seligen). Wir sind jetzt im Paradies. Wir stellen uns vor, dass alle unsere Wünsche erfüllt werden. Welche Wünsche hast du? Werde dir aller deiner Wünsche bewusst. Erfülle sie dir oder lasse sie los. Definiere deinen Genugpunkt. Verlange nichts darüber hinaus. Gelange zur Zufriedenheit mit dir und deinem Leben: "Mein Weg der Zufriedenheit ist ..."

6. Welt der Heiligen = Über der Welt der glücklichen Menschen liegt die Welt der Heiligen (Erleuchteten). Wir werden zu einer Göttin, einem erleuchteten Yogi und einem Buddha. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir bewegen segnend eine Hand und denken: "Ich sende Licht zu ... (zähle mehrere Menschen auf und hülle sie in Licht und Liebe ein). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."

7. Große Umwandlung = Wir bewegen weiter segnend unsere Hand. Wir erfüllen den ganzen Kosmos mit Liebe und Licht. Wir durchstrahlen auch alle Leidbereiche mit Licht. Wir senden allen leidenden Wesen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: "Ich sende Licht zu ..." Wir denken an die Probleme in unserem Leben und senden allen Problemen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: "Licht." Wir hüllen unsere Probleme so lange mit Licht ein, bis wir sie annehmen und in unser Leben integrieren können. Wir werden zu einem Meister des Lebens, in allen Lebenssituationen im Licht bleiben kann.

8. Siebter Himmel = Wir kommen in den siebten Himmel. Wir visualisieren um uns herum eine Sonne aus starker Energie von Liebe und Glück. Die Hände liegen entspannt in unserem Schoß. Wir denken das Mantra: "Om Sonne, Liebe, Glück, Licht." Wir laden unsere Seele vollständig mit Sonne, Liebe, Glück und Licht auf. Wir ruhen einige Zeit in der starken Energie aus Liebe, Licht und Glück. Wir genießen das Ruhen im siebten Himmel so lange, wie wir mögen.

9. Meister-Yoga = Wir verbinden uns mit den erleuchteten Meistern. Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra und denken: "Om alle erleuchten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg." Wir fühlen uns real mit den erleuchteten Meistern verbunden. Wir spüren, wie mit dem Mantra die Energie der erleuchteten Meister in uns hineinfließt und uns erfüllt. Wir werden auf unserem Lebensweg beschützt. Wir können voller Vertrauen und Optimismus in die Zukunft gehen.

10. Zurückkommen = Wir bewegen die Füße. Wir strecken und räkeln uns. Wir sind wieder auf der Erde und in unserem Leben. Aber wir kennen jetzt den Weg des Lichts und können immer weiter ins Licht wachsen.

Gibt es eine Hölle ?
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Das Thema "Hölle" ist in der heutigen Zeit sehr umstritten. Die meisten Menschen glauben nicht an eine Hölle. Von den großen Religionen wird dagegen immer wieder die Existenz einer Hölle betont. Im Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und auch im Buddhismus wird gelehrt, dass es im Jenseits eine Hölle gibt. Wie können wir die Wahrheit über die Hölle herausfinden? Vor allem durch glaubwürdige Zeugen. Was sagen die Menschen, die mit ihrem Bewusstsein ins Jenseits reisen können? Was sagen die erleuchteten Meister?

Umstritten ist bereits die genaue Bedeutung des Begriffes "Hölle". Im Buddhismus und im Hinduismus wird die Hölle als eine energetische Zwischenschicht zwischen der Erde und dem Himmel (dem Paradies) gesehen. Das Wort "Hölle" ist nur ein anderer Begriff für die Astralwelt. Diese Auffassung wird von der Sprachforschung bestätigt. Der Begriff "Hölle" kommt von dem Wort "Hel", und mit diesem Wort war ursprünglich nur das Jenseits gemeint. Man kann das Wort "Hel" mit der hellen Welt, der Welt der Energie und der feinstofflichen Seelen in Verbindung bringen. Sprachwissenschaftlich bezieht sich das germanische Wort "Hel" auf "Verhüllen". Die jenseitige Welt ist vor den Augen der meisten Menschen verborgen. Sie enthüllt sich nur dem Hellsichten (Hel-Sichtigen).

Dann hört sich der Begriff "Hölle" schon viel weniger bedrohlich an. In die Hölle zu kommen bedeutet einfach nur ins Jenseits zu kommen. Es ist bereits emotional ein Aufstieg. Der Mensch wird glücklicher. Wenn wir beim Tod genau hinsehen, dann verliert der Mensch mit dem Tod seinen materiellen Körper. Und damit verliert er auch das ganze Leid, was mit seinem Körper zusammenhängt. Er verliert seine Krankheiten und seine körperlichen Behinderungen.

Was er behält, sind seine psychischen Tendenzen. Er behält seine Gedanken und die daraus entstehenden Gefühle. Wer auf der Erde überwiegend in einer Geisteshaltung der Genußsucht, der Habsucht, der Wut, der Angst und der Trauer gelebt hat, nimmt diese Geisteshaltung grundsätzlich in das Jenseits mit. Er ist im Jenseits etwas glücklicher als auf der Erde, aber nicht viel. Im Prinzip bleibt er derselbe, der er vorher war.

Das Christentum hat insbesondere im Mittelalter den Begriff "Hölle" stark überzeichnet. Aus der Hölle wurde ein Ort des Schreckens und der Qual. Zum einen wollten die christlichen Priester damit die Menschen stärker zum spirituellen Üben motivieren. Zum anderen haben sie aber auch aus eher unspirituellen Beweggründen gehandelt. Sie wollten den Menschen Angst machen, um sie besser beherrschen und materiell ausbeuten zu können. Wir wollen hier aber nicht nur das mittelalterliche Christentum anklagen. Auch im Hinduismus und im Buddhismus wurde das Leid in der Hölle stark überbetont.

Diesem Mißbrauch des Höllenbegriffes muss ein Riegel vorgeschoben werden. Etwas Angst vor der Hölle dürfen wir haben, damit wir immer konsequent unseren spirituellen Weg gehen. Aber zu viel Angst führt zu inneren Verspannungen und schadet unserer spirituellen Entwicklung.

Die moderne Nahtodforschung betont das Licht und nicht die Dunkelheit. Die meisten heutigen Jenseitsreisenden sehen im Jenseits eine positive Welt. Nur wenige Jenseitsreisende machen Höllenerfahrungen. Aber es gibt Berichte von Höllenerfahrungen. Auch einige erleuchtete Meister sind mit ihrer Seele in die Hölle gereist und haben diesen Ort genau erkundet. Ihre Berichte werden wir später erfahren.

Gibt es einen Teufel ?
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Zur Hölle gehört nach der Vorstellungswelt des mittelalterlichen Christentums der Teufel. Auf den christlichen Bildern sehen wir Horden von bösartigen Teufeln, die die armen Seelen in der Hölle quälen. Wir sehen einen Oberteufel, der seine Unterteufel in alle Länder der Welt schickt, um die unweisen Menschen vom Pfad der Tugend abzubringen.

Wenn wir die Bibel genau betrachten, fällt auf, dass von einem Teufel kaum die Rede ist. Moses berichtet nur von einer Schlange, die im Paradies lebt und sich um einen Baum windet. Die Schlange ist im Yoga ein Symbol für die aufsteigende Kundalini-Energie. Sie windet sich um den Baum der Erleuchtung, den mittleren Energiekanal. Die Schlange verkörpert damit die Weisheit vom Leben in der Energie des inneren Glücks, im Licht und in Gott.

Die Schlange gibt Eva den Paradiesapfel. Der Apfel hat eine Kugelform. Die Kugel ist ein Symbol der Ganzheit. Ein Mensch ist in sich selbst ganz. Er hat das kosmische Bewusstsein erlangt. Die Kugel ist der Kosmos, also Gott, in dem der erleuchtete Mensch lebt. Im Yoga finden wir dafür auch den Shivalinga, ein kugelförmiges oder ovales Steinei. Der Shivalinga wird oft auch als Penis interpretiert. Dann deutet er auf eine integrierte Sexualität hin. Er befindet sich in einer Schale, der weiblichen Vagina. Das Männliche und das Weibliche verbinden sich zu einer geistigen Einheit und erreichen so die Erleuchtung.

Die richtig gelebte Sexualität ist ein Weg zu Gott. Das wussten auch die alten Juden. Die Sexualität und die Lebensfreude war ein wichtiger Bestandteil ihrer Spiritualität. Da die christliche Paradieslehre von den Juden stammt, sollte sie positiv gesehen werden. Sie sollte lebensfreundlich interpretiert werden. Die Schlange ist nicht der Teufel, sondern Gott selbst. Er zeigt den Menschen mit diesem Symbol einen lebensbejahenden Weg der Spiritualität. Wenn Adam und Eva ihre Sexualität positiv leben, kann sie ein Weg des Glücks sein. Sie kann die Kundalini-Energie erwecken und beide dauerhaft ins Paradiesbewusstsein bringen.

Wenn wir weiter in der Bibel lesen, dann erkennen wir, dass auch Jesus Christus kein Feind der Sexualität war. Er lehrte vielmehr den Weg der positiven Beziehung. Er lehrte den Genuß von Wein. Ganz anders als Johannes der Täufer war Jesus ein Freund des Lebens. Er wusste, dass die Menschheit verschiedene Wege zu Gott braucht. Sie braucht den Weg der positiven Beziehungen, der auch eine freudvolle Sexualität mit einschließt. Und sie braucht den Weg des Einsiedlers oder Mönches, der sich der Sexualität enthält. Jesus betonte etwas mehr den Weg der Enthaltsamkeit als seine jüdischen Vorfahren, aber er wollte keine völlig neue Religion erschaffen.

Erst spätere Christen haben dann die Sexualität verteufelt. Sie haben die Schlange und den Paradiesapfel vorwiegend negativ interpretiert. Es begann mit dem Apostel Paulus, der die frühen Christen zu einer stärkeren Hinwendung zur Spiritualität und zu einer Abkehr vom weltlichen Leben bringen wollte. Seinen Höhepunkt erreichte die Sexualfeindlichkeit dann durch den Kirchenlehrer Augustinus.

Augustinus hatte als junger Mann ausschweifend seine Sexualität gelebt und später genauso intensiv verdrängt. Er kannte nicht den Weg der sensiblen Verbindung von Sexualität und Spiritualität. Das war ihm zu seiner Zeit nicht möglich. Aber heute sollte das Christentum diesen Fehler überwinden. Sonst verpaßt es den Anschluß an die heutige Zeit, erreicht die heutigen Menschen nicht mehr und verliert weiter an Zulauf. Und was noch viel schlimmer ist, es verfehlt den Weg zu Gott. Grundsätzlich kann man nur dann ein Leben im Licht erreichen, wenn man auch seine sexuellen Verspannungen positiv auflöst. In dieser Hinsicht kann das Christentum viel vom Yoga und vom Buddhismus lernen.

Die Schlange in der Bibel ist also nicht der Teufel. Wo ist dann der Teufel? Jesus spricht von Dämonen. Er treibt Dämonen aus. Was sind Dämonen? Dämonen sind Seelen mit vielen negativen Eigenschaften. Bei einem guten Menschen überwiegen die guten Eigenschaften und bei einem schlechten Menschen die schlechten Eigenschaften. Gute Menschen werden nach ihrem Tod zu hilfreichen Geistwesen und schlechte Menschen zu eher bösartigen Geistern.

Trotzdem gibt es in schlechten Menschen immer noch das Gute. Sie sind nur in ihrer Weisheit und Liebe fehlgeleitet. Man bezeichnet zwar schlechte Menschen manchmal auch als kleine Teufel, aber wirkliche Teufel sind sie nicht. Sie sind nur hilfsbedürftige arme Seelen. Und genauso ist es mit allen bösartigen Geistwesen auch. Einen wirklichen Teufel als Manifestation des absoluten Bösen gibt es nicht. Er ist eine gedankliche Konstruktion übermotivierter Priestergehirne.

Die Bibel spricht vom Teufel, als Jesus vierzig Tage in der Wüste saß und meditierte. Kurz bevor Jesus zur Erleuchtung durchbrach, erschien ihm der Teufel. Der Teufel wollte ihn davon abhalten sein Ego aufzulösen und in ein dauerhaftes Leben im Licht zu gelangen. Bevor sich starke innere Verspannungen auflösen, wehren sie sich noch einmal kräftig. Es entstehen starke Unlustgefühle gegen den spirituellen Weg. Die weltlichen Bedürfnisse gaukeln einem Menschen vor, dass sie wichtiger sind als Gott, als das Leben im Licht. Sie treten als großer Verwirrer und Versucher auf.

Mit etwas Phantasie kann man dieses Geschehen als Teufel visualisieren. Man kann das Ego als inneren Teufel sehen, der sich gegen die Erleuchtung wehrt. Aber dieser Teufel ist kein von uns getrenntes Wesen, sondern ein Teil unser selbst. Er ist eine visualisierte Egoverspannung. In der Bibel wird bildlich beschrieben, was in Wirklichkeit nur das innere Geschehen eines Menschen kurz vor seinem Durchbruch zur Erleuchtung ist.

Im Buddhismus heißt der Teufel Mara. Kurz vor der Erleuchtung erschien Mara dem Buddha. Buddha streckte eine Hand zur Erde, aktivierte damit sein Wurzelchakra und löste die Egoverspannung auf. Mara und seine ganze Armee aus Versuchern verschwanden. Nachdem Buddha den Teufel besiegt hatte, floß der Licht der Erleuchtung in ihn hinein. Bei Jesus heißt es, dass die Engel kamen und ihm dienten, nachdem er sein Ego überwunden hatte.

Was sagt die heutige Nahtodforschung zum Teufel? Ein wichtiger Jenseitsreisender ist Friedrich Rittelmeier. Auf seiner Reise durch die geistige Welt traf er ein Wesen, dass er als den Teufel bezeichnete. Das Hauptmerkmal dieses Wesen war der Stolz. Das Zentrum eines Egomenschens ist das Gefühl, dass er wichtiger ist als alle anderen Menschen.

In gewisser Weise sieht er sich als wichtiger als den gesamten restlichen Kosmos an. Der Egomensch begeht damit einen großen geistigen Irrtum. Mensch und Kosmos sind nicht getrennt. Der Mensch kann ohne den Kosmos nicht existieren. Sehr wohl kann aber der Kosmos ohne den Menschen existieren. Gott ist größer als der Mensch. Der Egomensch möchte aber gerne größer als Gott sein.

Einem solchen Egowesen begegnete Rittelmeier im Jenseits. Was erkennen wir daraus? Wir sehen, dass sich Rittelmeier zu diesem Zeitpunkt in der Astralwelt befindet. Das typische Merkmal der Astralwelt ist, dass alle Wesen dort ein großes Ego haben. Rittelmeier ist also nur einem typischen Bewohner der Astralwelt begegnet. Er hat ihn zu einer symbolischen Gestalt verdichtet. Und diese Gestalt dann Teufel genannt. Möglicherweise hat er sogar ein Wesen mit einem besonders ausgeprägten Ego getroffen. Dieses Wesen war dann leicht als Teufel zu visualisieren. Aber ein wirklicher Teufel war es nicht. Es war nur ein Dämon mit einem Überwiegen von schlechten Eigenschaften.

Es gibt keinen Teufel an sich. In seiner Grundsubstanz besteht der Kosmos aus Licht. Alles ist Gott. Alles ist rein. Man kann nur die Dinge im Kosmos falsch verwenden. Man kann die Sexualität auf eine falsche Art leben. Man kann sein Ego auf eine falsche Art leben. Man kann den Weg der äußeren Bedürfnisse und nicht den Weg des inneren Glücks für das Zentrum des Lebens halten. Den richtigen Weg findet man durch die beiden Grundsätze Wahrheit und Liebe. Mit diesen beiden Eigenschaften besiegt man den Teufel. Wer konsequent mit Weisheit und umfassender Liebe durch das Leben geht, überwindet sein Ego und kommt eines Tages im Licht an.

Der indische Totengott Yama
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Friedrich Rittelmeier begegnete auf seiner Jenseitsreise neben Mara (dem Teufel) noch einem zweiten dunklen Wesen. Dieses Wesen wird im Hinduismus Yama genannt. Yama ist der Gott des Todes. In der westlichen Welt spricht man eher von dem Tod. Man visualisiert ihn als ein menschliches Gerippe mit einem schwarzen Umhang und einer Sense.

Den Teufel haben wir als eine Personifizierung des Egos erkannt. Er ist der große Versucher. Er versucht die Menschen mit dem Weg des äußeren Glücks. Man kann ihn überwinden, wenn man in seinem Leben den Weg des inneren Glücks und der umfassenden Liebe geht. Dann löst sich der Teufel eines Tages in Luft auf und man sieht das Licht (Gott) in der Welt.

Wie sollte man mit dem Tod umgehen? Kann man ihn auch besiegen? Um diese Frage zu klären, müssen wir uns erst einmal den Tod genau ansehen. Welche Aufgabe hat die Gestalt des Totengottes in der indischen Mythologie?

In der indischen Mythologie reitet der Totengott Yama auf einem schwarzen Büffel. Er trägt auf seinem Kopf eine Krone und hält in seiner linken Hand eine große Keule. Die goldene Krone deutet darauf hin, dass Yama ein Fürst ist. Er ist der Herrscher in der Astralwelt.

Wir können uns Yama als ein großes erleuchtetes Wesen vorstellen. Er ist ein Teilaspekt Gottes. Er ist Gott selbst, der uns nach unserem Tod gegenübertritt und uns unser Leben auf der Erde noch einmal zeigt. Es ist, als ob wir in einen Spiegel schauen und unser ganzes Leben noch einmal an uns vorüberziehen sehen. Wir sehen unsere guten und unsere schlechten Taten und wissen danach, in welchen Bereich des Jenseits wir kommen werden.

Yama ist Gott in seiner Eigenschaft als Richter. Er vollstreckt das Gesetz des Karma. Wer Gutes getan hat, wird mit einem guten Leben im Jenseits belohnt. Wer Schlechtes getan hat, der erntet im Jenseits die spirituellen Folgen seiner schlechten Taten. Der Kosmos ist eine gerechte Ordnung. Jede Seele bekommt den Platz im Jenseits, der ihrem Verhalten auf der Erde entspricht. Der Totengott Yama bewertet alle Seelen nach ihrem Tod und führt sie dann in den Jenseitsbereich, in dem sie sich am besten weiter entwickeln können.

Viele heutige Jenseitsreisende bestätigen die Tatsache, dass nach dem Tod ein geistiges Gericht stattfindet. In der Nahtodforschung spricht man aber eher davon, dass die Seele sich selbst beurteilt. Sie betrachtet aus einem inneren Bedürfnis heraus ihr vergangenes Leben und fällt dann ein Urteil über sich selbst. Jede Seele wünscht sich eines Tages dauerhaft in Gott (im Licht) zu leben. Durch die Bewertung des Erdenlebens nach dem Tod wird der Seele klar, was sie noch zu lernen und zu üben hat, um in ein Leben in Gott zu gelangen.

Der Totengott Yama hält seine rechte Hand segnend hoch. Er hält sie in der Geste der Furchtlosigkeit. Er segnet uns mit der Furchtlosigkeit vor dem Tod. Wenn wir uns jeden Tag mit den erleuchteten Meistern verbinden und auf unsere Weise ein konsequentes spirituelles Leben führen, werden wir dem Tod positiv gegenübertreten können. Wir wissen, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten positiv gelebt haben. Wir stehen unter dem Schutz der erleuchteten Meister. Wir werden gut durch den Tod kommen. Wir können mit Hoffnung und Vertrauen sterben. Wir werden nicht untergehen, sondern im Licht erwachen.

Der Totengott Yama besitzt vier Symbole. Auf dem Kopf trägt er eine Krone, er reitet auf einem Büffel, er segnet mit der rechten Hand und in der linken Hand hält er eine Keule. Die Krone des Totengottes Yama steht für Weisheit. Der Büffel ist ein Opfertier. Durch den schwarzen Büffel opfert der Mensch symbolisch sich selbst. Er geht symbolisch durch den Tod hindurch. Er opfert sein Ego. Er läßt seinen Eigenwillen los. Er übergibt sich dem Willen des Kosmos (Gottes).

Er nimmt seinen Tod an, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Er verspannt seine Seele nicht durch die Ablehnung seines Schicksals. Er denkt ein Mantra, geht bejahend durch den Tod und gelangt so ins Licht. Wenn wir bejahend durch alle Umwandlungsprozesse in unserem Leben gehen, können sie uns geistig nichts anhaben. Wir werden vielmehr daran innerlich wachsen, bis wir eines Tages ganz in Gott leben.

Die segnende Hand Yamas ist ein Symbol für den Weg der umfassenden Liebe. Wenn wir den Weg der umfassenden Liebe gehen, werden wir dafür von dem Totengott Yama belohnt. Wer als guter Mensch lebt, kann furchtlos durch den Tod gehen. Mutter Teresa sagte zu einigen wütenden Menschen, die sie bedrohten: "Bringt mich nur um. Ich werde danach ins Paradies kommen." So viel Vertrauen in Gott dürfen alle Menschen haben, die in ihrem Leben den Weg der umfassenden Liebe gehen.

Die Keule steht für die Eigenschaft Kraft. Wir müssen mit Ausdauer und Selbstdisziplin unseren spirituellen Weg gehen, damit wir nach unserem Tod ins Paradies aufsteigen können. Dabei hilft uns der Totengott Yama. Wer an den Tod denkt, wird nie seinen spirituellen Weg aufgeben. Wer sich als Yama, als Besieger des Todes, visualisiert, der bekommt daraus Kraft für ein konsequentes spirituelles Leben.

Wut als Hölle
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Einer der wichtigsten Jenseitsreisenden im indischen Yoga ist der erleuchtete Meister Muktananda (Spiel des Bewusstseins, 1975). Er traf bei seiner Jenseitsreise auf eine besondere Welt der Dunkelheit, die entfernt von den anderen Orten in der Astralwelt liegt. Auch Friedrich Rittelmeier bestätigte, dass es in der Astralwelt ein besonderes Reich der Dunkelheit gibt. Da zwei Jenseitsreisende aus zwei völlig unterschiedlichen Kulturkreisen die Existenz einer besonderen Sphäre der Dunkelheit bezeugen, können wir davon ausgehen, dass es dieses besondere Reich der Dunkelheit wirklich gibt.

Welche Bedeutung hat dieser besondere Ort der Dunkelheit im Jenseits? Im Christentum spricht man von der Hölle als einer Art Gefängnis. Die Hölle wird als ein Verließ mit Eisengittern vor den Fernstern beschrieben. In der Hölle sind die Seele angekettet und werden von Höllenwesen bewacht. Diese Aussage legt die Vermutung nahe, dass es sich bei diesem Ort der Dunkelheit um ein Gefängnis für besonders schlechte Seelen handelt.

Wie in jedem Gefängnis geht es hierbei zum einen um die Bestrafung einiger Seelen für besonders schlechte Taten auf der Erde. Die Seelen ernten das schlechte Karma, dass sie auf der Erde angesammelt haben. Sie sollen durch die Bestrafung gebessert werden. Sie sollen durch das Leid an sich selbst erfahren, dass es nicht gut ist anderen Wesen Leid zuzufügen.

Ein Gefängnis hat aber nicht nur die Aufgabe der Bestrafung und der Erziehung. Ein Gefängnis soll auch die anderen Mitglieder der Gesellschaft vor besonders bösartigen Menschen schützen. Der besondere Ort der Dunkelheit im Jenseits dient deshalb auch dem Schutz der anderen Seelen in der Astralwelt.

Das Gefängnis in der Astralwelt kann man als die eigentliche Hölle bezeichnen. Die christlichen Höllenbeschreibungen beziehen sich im Wesentlichen auf diesen Ort. Aus den Berichten der heutigen Jenseitsreisenden müssen wir aber entnehmen, dass die Astralwelt aus vielen verschiedenen Bereichen besteht und der Bereich der besonderen Dunkelheit nur einen kleinen Teil der Astralwelt ausmacht.

Nur wenige besonders schlechte Seelen kommen dort hin. Sie werden nach der Lehre des Yoga dort auch nicht ewig festgehalten, sondern nur solange, bis sie gebessert sind und positiv mit den anderen Seelen zusammenleben können. Unsere Aufgabe ist es mit besonders schlechten Menschen Mitleid zu haben und sie so weit es uns möglich ist von dem Weg des Bösen abzubringen.

Depression als Hölle
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Bei seiner Jenseitsreise erfuhr Muktananda, dass das Reich der Dunkelheit aus zwei verschiedenen Welten besteht. Die eine Welt ist die Hölle der aggressiven Wesen und die andere die Hölle der depressiven Wesen. Beide Höllen sind Leidwelten, aber die Welt der depressiven Seelen empfand Muktananda als besonders schrecklich. Nach seiner Rückkehr musste er sich drei Tage lang davon erholen.

Auch nach der Erfahrung von Nils ist der Zustand der Depression die schrecklichste Hölle. Nils war im Alter von einunddreißig Jahren nach seinem Examen ein Jahr schwer depressiv. Er befreite sich durch seine spirituellen Übungen daraus und erfuhr anschließend kurz die Erleuchtung. Diese beiden entgegengesetzten Bewusstseinszustände empfand er als sehr treffend durch die Worte Hölle und Himmel beschrieben. Nils wurde danach klar, dass der Sinn des Lebens darin besteht Depressionen zu vermeiden und die Erleuchtung zu erstreben.

Depressionen sind ein Gefängnis, dass man sich selber macht. Muktananda sah an diesem Ort in der Astralwelt keine Wächter. Die Seelen waren durch ihre eigenen negativen Gedanken in der Welt der Dunkelheit gefangen. Wenn man erst einmal in den Zustand einer schweren chronischen Depression geraten ist, ist es schwer sich daraus zu befreien. Man ist erstens sehr kraftlos und zweitens voller selbstschädigender Gedanken. Selbst wenn man die Kraft hätte aus der Depression herauszugehen, so würde man sich doch immer wieder durch seine eigenen Gedanken entmutigen.

Nils konnte seine eigene Depression nur durch den Weg der kleinen Schritte unter äußerster innerer Anstrengung überwinden. Jeden Tag machte er drei kleine Schritte aus seiner Depression heraus und fiel zwei Schritte wieder zurück. Aber Nils ist ein Mensch mit Ausdauer und Selbstdisziplin. Deshalb gelang es ihm nach einem halben Jahr beständiger Arbeit an seinen negativen Gedanken die Depression zu überwinden.

Eine weitere Zeugin für die Existenz von Höllenbereichen im Jenseits ist Teresa von Avila. Sie lebte von 1515 bis 1582 in Spanien und war eine erleuchtete Meisterin des Christentums. Sie machte die gleichen Erfahrungen wie Nils. Sie lernte nacheinander erst die Hölle und dann den Himmel kennen. Zuerst zeigte ihr Jesus in einer Vision im Jenseits die Hölle. Und einige Zeit später vermittelte ihr Pedro de Alcantara einen Geschmack vom Paradies. Teresa von Avila empfand die Hölle so schrecklich, dass sie alle Menschen davor retten wollte. Die Kenntnis der Hölle gab ihr Kraft für ihren spirituellen Weg und für die spirituelle Rettung ihrer Mitmenschen. Sie gründete den Orden der unbeschuhten (streng übenden) Karmelitinnen, der auch heute noch besteht.

Durch schwere Zeiten hindurchgehen
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Den Bewusstseinszustand, den man vor dem Tod hat, hat man auch nach dem Tod. Deshalb wird in der Spiritualität vor Selbstmord gewarnt. Wer depressiv ist, sollte keinen Selbstmord begehen. Er sollte sein Ego töten und nicht seinen Körper. Statt sich umzubringen, sollte er lieber intensiv spirituelle Übungen praktizieren und seinen Geist ins Licht bringen. Dann wird es ihm nach dem Tod gut gehen. Sonst kommt er nur von der Depression auf der Erde in den Bereich der Depression im Jenseits.

Wenn es einem Yogi auf seinem Weg schlecht geht, sollte er abwarten, bis es ihm wieder besser geht. Erst dann darf er weitreichende Entscheidungen treffen. Oft kommt vor einem Durchbruch ins Licht eine Phase der Dunkelheit. Wer nicht konsequent auf seinem Weg bleibt und durch die Dunkelheit hindurchgeht, bricht nicht ins Licht hinein. Für alle spirituellen Menschen besteht eine große Gefahr darin, in den Zeiten der Mühsal den spirituellen Weg aufzugeben. Dann fällt das spirituelle Üben besonders schwer, aber dann wartet auch der größte Gewinn auf den Yogi. Er muss nur noch einige Schritte weitergehen.

Ein Yogi sollte in einer schwierigen Situation seine erleuchteten Meister um Hilfe bitten und dann konsequent den Weg seiner Weisheit (Richtigkeit) gehen. Er sollte sich überlegen, wie er am besten ins Licht gelangt. Er sollte einen guten Plan der Entwicklung seines inneren und äußeren Glücks machen. Er sollte mit Kraft und Ausdauer durch jede ihm vom Schicksal auferlegte Hölle durchgehen und sich mit seinen spirituellen Übungen (Yoga, Gehen, Lesen, Beten, Meditation, positives Denken) ins Licht bringen. Jeder Mensch auf der Erde hat sein Päckchen an Leid zu tragen. Wenn wir es bewusst annehmen und im Schwerpunkt als spirituell Übender leben, kann es uns zu einem Leben im Licht (ins Paradiesbewusstsein) führen.

Vor dem Paradies stehen vier Engel (Kerubim) mit den Eigenschaften Kraft (Löwe), Weisheit (Adler), Liebe (Mensch) und Egoopferung (Stier). Ein spiritueller Löwe geht mit Kraft seinen Weg bis zum Sieg. Ein spiritueller Adler erkennt in jedem Moment genau, wo der Weg längsführt und was jetzt genau zu tun ist. Ein spiritueller Mensch lebt im Schwerpunkt nicht für sich selbst (das Ego, seinen eigenen Genuss), sondern für das Glück seiner Mitwesen. Er arbeitet für eine Welt der Liebe und des Friedens. Auf dem Weg dorthin opfert er als spiritueller Stier sein Ego und erwacht nach seinem Egotod im Licht (in Gott). Er denkt positiv, handelt umfassend positiv und verwirklicht dadurch eines Tages das absolut Positive in sich selbst. Mögen wir alle spirituelle Sieger sein und im Licht auferstehen.

Astralreisen
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Astralreisen sind Reisen in das Jenseits. Die Seele (die Bewusstseinsenergie) verläßt den Körper und begibt sich in die Dimension jenseits der materiellen Welt. Astralreisen gehörten bei den Schamanen aller Völker der Welt zu einer wichtigen Fähigkeit. Die Schamanen setzten sich durch bestimmte spirituelle Techniken (Musik, Tanzen, Meditation) in Trance, verließen ihren Körper und trafen ihre Vorfahren. Sie fragten sie nach der Zukunft, nach Wegen der Heilung oder nach der persönlichen Lebensaufgabe.

Es gibt auch heute noch Menschen, die die besondere Fähigkeit des Astralreisens besitzen. Zu ihnen gehört der Amerikaner Robert Allan Monroe. 1973 gründete Monroe in Virginia ein wissenschaftliches Institut zur Erforschung außerkörperlicher Reisen. 1985 veröffentlichte er das Buch "Der zweite Körper".

Monroe selbst hatte seine erste außerkörperliche Erfahrung im Alter von 42 Jahren. Bei einer Meditation verließ er, ohne es vorher geplant zu haben, seinen Körper. Als er merkte, dass er die Fähigkeit des Astralreisens besaß, machte er viele Jahre lang systematisch Ausflüge in das Jenseits. Er reiste mit seiner Seele in andere Länder und in die Welt der Sterne. Er traf Geistwesen und beobachtete seine Mitmenschen aus der geistigen Welt heraus. Nach einigen Jahren wurden ihm die Ausflüge ins Jenseits langweilig. Seine anfängliche Begeisterung verflog.

Da traf er auf ein erleuchtetes Geistwesen und seine Astralreisen wurden wieder spannend. Das Geistwesen vermittelte ihm den Kontakt zu einem hohen Lichtwesen. Das Lichtwesen berichtete, dass es viele (symbolisch "tausend") höchste Lichtwesen im Kosmos gibt. Diese Wesen steuern das ganze Universum. Sie senden ihre Helfer in alle Bereiche des Kosmos. In allen Dimensionen des Kosmos gibt es Seelen, die ihren Mitwesen auf dem Weg der Wahrheit, der Liebe und des Glücks helfen.

Das Lichtwesen gab ihm eine Botschaft für seine Mitmenschen, die sehr an die Lehre von Jesus Christus erinnert: "Gesegnet sind diejenigen, die mich suchen. Sie werden zu dem erwachen, was sie wirklich sind. Sie werden das wahre Leben verkünden und Liebe ausstrahlen. Ich bin der Friede jenseits allen Verstehens. Ich lebe ewig im Jetzt. Ich bin das Licht, das alle Menschen zum Vater führt. Ich werde euch nie verlassen. Laßt ab vom weltlichen Weg. Lebt in der Wahrheit. Sobald ihr euch wandelt, wird euch alle Kraft gegeben. Meine Kinder, bleibt im Licht und in der Liebe."

Zwei Wege ins Paradies
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Es gibt für eine Seele zwei Wege ins Paradies (in die Lichtdimension im Kosmos). Man kann in das Paradies durch die Visualisierung einer Reise durch einen langen Tunnel gelangen. Und man kann in das Paradies durch eine tiefe Meditation kommen. Die Möglichkeit zweier verschiedener Paradieswege entsteht dadurch, dass der Kosmos ein System aus verschiedenen Dimensionen ist.

Nils kann die Existenz beider Wege bestätigen. Durch eine Kundalini-Meditation gelangte er 1986 ins höchste Paradies (Satyaloka, Ort der höchsten Wahrheit, das Ruhen in Gott). Im Liegen brachte er seine Gedanken mit einer Meditation zur Ruhe. Aus seinem Beckenraum erhob sich die Kundalini-Energie. Nils konzentrierte sich auf die Kundalini-Energie und sie stieg als warmer Lichtstrahl langsam in der Mitte des Körpers hoch bis in den Kopf.

Als sie im Kopf angekommen war, gab es einen geistigen Umschwung. Das Egobewusstsein erlosch und Nils erfuhr absoluten Frieden, umfassende Liebe und höchstes Glück. In ihm entstand der Gedanke, dass er jetzt den Sinn des Lebens kennt. Grundlegend in diesem Zustand war das bewegungslose Ruhen im Glück und das Gefühl einer allumfassenden Richtigkeit. Nils fand später für diesen Zustand die beiden Hauptbegriffe Wahrheit und Liebe.

2005 führten ihn seine Meister in einem Traum auf dem Reiseweg ins Paradies. Der Reiseweg wird bei Nahtoderfahrungen oft als ein langer Tunnel mit einem großen Licht am Ende beschrieben. Es wird auch berichtet, dass man als Seele dabei durch die verschiedenen Dimensionen des Jenseits reist. Man kann wie in einem Fahrstuhl zwischendurch anhalten und in einem der unteren sieben Himmel aussteigen.

Der Reiseweg beginnt im Kundalini-Energiekanal im Körper und führt dann über das Scheitelchakra bis in den höchsten Himmel. Als Startpunkt wird im tibetischen Buddhismus das Herzchakra angesehen. Man muss nach seinem Tod zuerst seine Energie im Herzchakra sammeln. Dann steigt man als (daumengroße) Seele langsam im Kundalini-Kanal bis zum Scheitelchakra hoch. Dort verweilt man etwas und schießt dann seine Seele mit einem kraftvollen Mantra (Ja, Ah, Hri) in die Lichtwelt. Solange man nicht zu sterben gewillt ist, sollte man mit diesen Dingen nicht spielen. Man darf sich als Seele höchstens so weit vom Körper entfernen, dass man den Kontakt zum Körper nicht verliert. Man kommt zurück in den Körper, in dem man sich auf seinen Körper konzentriert und die Füße oder die Hände bewegt.

Zu Beginn seines geführten Traumes sah Nils sich als Seele in einem großen Raum. Dieser Raum war die materielle Welt. Er kletterte an einer langen Gardine (einer Art Seil) aufwärts, bis er zu dem Eingang eines dunklen Tunnels kam. Das Seil ins Paradies ist der Kundalini-Yoga (Visualisierung, Mantra, Meditation). Mit dem Kundalini-Yoga wird die Energie im Kundalini-Kanal (in der Mitte des Körpers vom Becken bis zum Scheitelchakra) aktiviert.

Auf seinem Weg ins Paradies traf Nils sieben schwarze Spinnen. Er fing die Spinnen in einem Glas und konnte so seine Reise an der Gardine aufwärts immer weiter fortsetzen. Er konnte die Spinnen fangen, weil er in seinem realen Leben jeden Tag den Weg der umfassenden Liebe praktiziert. Seine umfassende Liebe bezieht sich auch auf Spinnen, obwohl er sich vor Spinnen etwas ekelt. Wenn eine Spinne aus dem Wald in sein Haus gelangt, nimmt er ein Marmeladenglas, fängt die Spinne und setzt sie ins Freie. Nils ist so geübt im Spinnen fangen, dass es ihm auch in seinem Traum gut gelang. Das Spinnen fangen, der Weg der umfassenden Liebe, war seine Eintrittskarte in das Paradies.

Die Spinnen symbolisieren die sieben Chakren, die von unten bis oben auf dem Kundalini-Energiekanal (der Gardine) sitzen. Man kann die sieben Spinnen als die sieben Wächterinnen der Erleuchtungsenergie ansehen. Wenn man sein Ego (die Abneigung gegen das Unangenehme) opfert, sich mit den Spinnen identifiziert und sie rettet, schenken sie einem die innere Kraft, die man für den Aufstieg ins Paradies braucht.

Die siebte Spinne flüchtete in den dunklen Tunnel. Nils folgte ihr, fing sie, und sein Bewusstsein erlosch kurzfristig. Als er wieder erwachte, war er in einem zweiten Raum. Dieser Raum war die Astralwelt, die Zwischenwelt zwischen dem materiellen Kosmos und der Lichtwelt. In der Zwischenwelt traf er seinen verstorbenen Vater. Sein Vater brachte ihn bis zum Ende der Astralwelt. Dort befand sich ein großes Fenster. Vom Fenster aus führte ein langer Steg, eine Art Himmelsleiter, durch eine Schilflandschaft zu einem großen See.

Den Holzsteg kann man als einen Weg der Reinigung und Egoauflösung ansehen. Es musste noch eine zweite innere Reinigung stattfinden, bevor Nils von der Astralwelt in die Lichtwelt (das Paradies) gelangen konnte. In Nahtoderfahrungen wird manchmal von einem zweiten Tunnel berichtet, durch den man von der Astrahlwelt in die Lichtwelt fließen kann.

Der große See war das Paradies. Das Paradies ist ein Bereich hoch konzentrierter Glücksenergie im Jenseits. Es ist wie ein Meer aus Licht, in dem die erleuchteten Seelen im Jenseits schweben. Im Yoga wird mit der Vorstellung gearbeitet, dass der Gott Vishnu in der Mitte eines weißen Energiemeeres (Milchmeeres) auf einer Schlange ruht.

In der Mitte des Lichtmeeres erblickte Nils eine Gruppe von Heiligen. Und diese Heiligen sahen Nils. Nils spürte, dass sie ihn energetisch wahrgenommen hatten. Einige Heilige kamen auf ihn zu. Nils bekam etwas Angst. Er wollte noch nicht ins Paradies. Er hatte auf der Erde noch viel zu tun. Nils flüchtete, so schnell er konnte, durch die Astralwelt zurück in seinen Körper. Dann wachte er auf.

Nach dem Aufwachen zogen starke Energien durch seinen Körper. Er trat in einen Zustand der Glückseligkeit ein. Er spürte längere Zeit Frieden, Liebe und Glück in sich. Nils hatte einen Geschmack vom Paradies auf die Erde mitgenommen. Dadurch wurde ihm klar, dass er real mit dem Paradies in Kontakt gekommen war. Die Heiligen waren seine im Jenseits lebenden buddhistischen, christlichen und hinduistischen Meister. Nils spürte sie als erleuchtete Meister aus verschiedenen Religionen. Einzelheiten konnte er nicht erkennen.

Der Quallentraum
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Im Jahre 2001 sah Nils sich in einem Traum als eine kleine Qualle, die von einer großen schwarzen Meeresspinne gefressen wurde. Die kleine Qualle konnte der Spinne nicht entkommen. Sie war gefangen zwischen den langen Beinen der Spinne. In ihrer höchsten Not rief die kleine Qualle Gott um Hilfe an. Gott gab ihr das Mantra "JA". Die kleine Qualle dachte beständig das Mantra und ging damit bejahend durch den Tod.

Die schwarze Spinne senkte ihren Mund auf die kleine Qualle herab und saugte ihr das Leben aus. Die kleine Qualle dachte immer: "Ja, Ja, Ja, Ja, Ja ... Nils bemerkte, wie sein Bewusstsein erlosch. Sein Leben verschwand. Das war eine sehr unangenehme Erfahrung. Durch das Mantra "JA" konnte er seinen Geist stabil halten und positiv bleiben. Er verspannte sich nicht durch die Todeserfahrung. Er verlor nicht seine positive Energie.

Nachdem das Bewusstsein erloschen war, gab es geistig einen Umsprung. Plötzlich war Nils wieder da. Alles war hell, friedlich und schön. Die Spinne war nicht mehr zu sehen. Nils war in eine Lichtdimension im Jenseits gelangt. Er fühlte sich in dem Licht wohl. Er lebte in einem gehobenen Glückszustand.

Nach einiger Zeit wachte Nils aus dem Traum auf. Er lag wieder in seinem Bett in seinem kleinen Yogi-Haus. Er war wieder ein Mensch. Er war wieder in seinem jetzigen Leben angekommen. Aber das Glücksgefühl war immer noch vorhanden. Das Paradiesbewusstsein hatte Nils aus dem Traum in seine Realität als kleiner Yogi in Deutschland mitgenommen. Nils machte einen langen Spaziergang. Der Weg führte an Bäumen entlang und über eine Wiese voller Blumen. Die Sonne schien. Es war ein schöner Tag.

Nils besaß immer noch das kosmische Bewusstsein aus seinem Paradiestraum. Er fühlte einen großen Frieden, ein großes Glück und eine umfassende Liebe für alle Wesen und Pflanzen um sich herum. Er blieb nach seinem Traum noch drei Tage in diesem Zustand der Einheit, der Liebe und des Glücks. Dann wurde er langsam wieder normal. Und das hieß leider unerleuchtet, ohne dauerhaften Frieden, ohne dauerhaftes tiefes Glück, im ewigen Wechsel zwischen Freude und Leid.

Nils hätte gerne dauerhaft seinen tiefen Glückszustand behalten. Aber dazu sind viele Jahre täglichen Übens als Yogi erforderlich. Nils arbeitet daran. Und erinnert sich immer wieder gerne an seinen Paradiestraum. Das Glück im Paradies wog bei weitem die schmerzlichen Erfahrungen beim Sterben auf. Eine Minute Leid und drei Tage Paradiesglück.

Nils sieht diesen Traum als ein Geschenk seiner erleuchteten Meister an. In dem Traum hat Nils gelernt, dass man mit einem Mantra gut durch den Tod gehen kann. Wer mit einem Mantra stirbt, kann nach seinem Tod ins Paradies gelangen. Das Wissen vom Sterbemantra ist eine große Gnade. Es ist im Westen kaum bekannt. Die erleuchteten Meister wollen mit diesem Traum den Menschen im Westen den Weg des positiven Sterbens zeigen. Sie haben Nils im Traum durch eine echte Todeserfahrung geführt, damit Nils authentisch von der Gnade des Sterbemantras berichten kann. Nils ist faktisch für die Menschen im Westen probegestorben.

Jeder von uns muss einmal sterben. Es ist gut, dann ein Sterbemantra zu haben. Sein Sterbemantra kann sich jeder Mensch selbst aussuchen. Im Yoga wird oft das Mantra "Om" verwand. Nils kann bestätigen, dass das Mantra "JA" eine große Kraft hat und einen gut durch den Tod bringt. Wer einen erleuchteten Meister hat, kann auch gut den Namen des Meisters bei seinem Tod als Mantra denken. Christen können ein ständiges Gebet zu Gott denken. Wir sollten uns rechtzeitig vor unserem Tod unser Sterbemantra überlegen. Es ist gut, dass Sterbemantra vor dem Tod zu üben. Wir müssen unseren Geist gut programmieren, damit er in der Todessituation automatisch das Mantra denkt.

Friedrich Rittelmeier
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Eine besondere Reise in die geistige Welt machte Friedrich Rittelmeier. Er beschrieb seine Erfahrungen in dem Buch "Das heilige Jahr" (1980). Normalerweise verläßt die Seele den Körper durch das Scheitelchakra, wenn sie in die Lichtwelt gelangen will. Sie fließt durch einen langen Tunnel, an dessen Ende sich das Licht befindet.

Es gibt aber noch einen zweiten Weg in die Lichtwelt. Das ist der Weg der Meditation. Bei diesem Weg bleibt man in seinem Körper und wird einfach nur mit seinem Geist immer ruhiger. Je größer die innere Ruhe wird, um so mehr füllt sich der Geist mit Licht. Man sinkt Schritt für Schritt in immer tiefere Dimensionen des Kosmos ab. Bis sich das Ego auflöst und der Geist in die Dimension der Erleuchtung eintritt.

Wer erleuchtet ist, befindet sich mit seinem Bewusstsein in der Lichtwelt. Wenn er sein Bewusstsein ganz von seinem Körper abtrennt, gelangt er sofort in die höchste Dimension des Kosmos.

Buddha sprach von den vier Stufen der Versenkung. Er selbst praktizierte sie bei seinem Tod und gelangte so direkt ins Nirvana. Der Begründer des indischen Yoga Patanjali lehrte den Weg der Zweistufenmeditation. In der ersten Stufe aktiviert man durch die Visualisierung eines spirituellen Vorbildes (Yoga-Gottheit, Meister) seine Kundalini-Energie (das Licht in sich). Wenn die Glücksenergie stark genug ist, wird der Geist von alleine ruhig. Dann stoppt man seine Gedanken und verweilt in der Ruhe. Der Geist tritt dann von alleine irgendwann in die Lichtwelt ein.

Rittelmeier gelangte auf dem zweiten Weg ins Paradies. An einem Himmelfahrtstag wachte er morgens auf und wurde von einem Engel begrüßt. Der Engel fragte ihn, ob er den Himmel sehen wollte. Rittelmeier sagte zu und so begann der Weg über die zweistufige Kundalini-Meditation ins Paradies.

Rittelmeier konzentrierte sich auf den Engel. Er identifizierte sich mit dem Engel und aktivierte dadurch das Licht in sich. Der Engel nahm Rittelmeier in sich auf. Beide wurde eins und konnten gleichzeitig geistig miteinander kommunizieren. Sie verständigten sich durch Gedankenimpulse.

Nachdem Rittelmeier das Licht in sich durch die Einswerdung mit dem Engel aktiviert hatte, gab ihm der Engel das Mantra "Ja". Rittelmeier dachte beständig "Ja" und brachte seinen Geist dadurch immer weiter zur Ruhe. Sein Geist füllte sich immer mehr mit Licht.

Rittelmeier durchschritt die vier Stufen der Versenkung und gelangte so ins Paradies. Plötzlich sah er viele Lichtwesen um sich herum. Da er sich im Bereich der Formlosigkeit befand, war sein Sehen eher ein Fühlen und Hören.

Im Paradies traf er seine verstorbene Mutter. Ihr spirituelles Leben auf der Erde war mit dem Aufstieg ins Paradies nach dem Tod belohnt worden. Ihr Sohn ging nicht ganz so konsequent seinen Weg. Seine Mutter erklärte ihm deshalb: "Ich habe dich mit meiner Liebe oft auf der Erde begleitet und geschützt. Nur hast du das meistens nicht gemerkt." Wir können hierin die Ermahnung der Mutter an ihren Sohn sehen, in Zukunft besser auf seine innere Stimme zu hören.

Spannend an der Erfahrung Rittelmeiers ist, dass sich hier Christentum, Buddhismus und Yoga verbinden. Jede Religion arbeitet mit ihren Symbolen (Engel, Buddha, Yoga-Götter wie Shiva, Vishnu und Brahma). Aber die zentralen Paradiestechniken sind im Wesentlichen gleich. In jeder Religion gibt es den Reiseweg und den Meditationsweg.

Und in allen Religionen gibt es die Führung durch erleuchtete Wesen. Da die Mutter Rittelmeiers nach ihrem Tod ins Paradies kam, war sie erleuchtet. Sie konnte deshalb ihrem Sohn vom Paradies aus auf seinem spirituellen Weg helfen. Wahrscheinlich hat sie ihm die Vision eines Engels gesand, damit er auf seinem Weg gestärkt wird.

Aus dem Bericht von Rittelmeier wird deutlich, dass die Hilfe der Mutter alleine nicht ausreicht, um den Sohn nach dem Tod in die Glücksbereiche des Jenseits zu bringen. Der Sohn muss das Ziel auch selbst wollen und auf der Erde konsequent seiner inneren Weisheit folgen. Er sollte gut auf den Engel oder Buddha in sich hören.

Swami Muktananda
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Einer der großen erleuchteten Yogis der heutigen Zeit ist Swami Muktananda (1908 bis 1983). Viele Jahre zog er als Pilger und spirituell Suchender durch Indien. Mit 39 Jahren, nach über zwanzig Jahren der Suche, traf er seinen Meister Nityananda. Nityananda erweckte seine Kundalini-Energie und empfahl Muktananda in einer abgeschiedenen Hütte als Yogi zu praktizieren.

Eine wichtige Meditationstechnik von Muktananda war die Konzentration auf das Scheitelchakra. Er band so seine Kundalini-Energie an einem bestimmten Punkt fest und konnte dadurch lange Zeit in der Meditation verweilen. Gleichzeitig war Muktananda in der Lage mit seiner Seele durch das Scheitelchakra den Körper zu verlassen und in die verschiedenen Bereiche des Jenseits zu reisen. Nach neun Jahren des Übens erreichte Muktananda die vollständige Erleuchtung (Buddhaschaft, Christusbewusstsein). Über seinen Weg schrieb er das Buch "Spiel des Bewußtseins" (1975).

Muktananda reiste in seiner Zeit als Yogi in die Hölle der negativen Seelen. Sich in der Hölle zu befinden war für ihn zwar unangenehm, aber er visualisierte sich als Buddha und Helfer aller Wesen. Er identifizierte sich mit dem Totengott Yama mit der segnenden Hand und der goldenen Krone auf dem Kopf, der auf einem schwarzen Büffel reitet. Dadurch aktivierte er sein inneres Glück. Die Erfahrung seiner Umwelt als Hölle war für ihn ein Weg zur Verstärkung seiner Kundalini-Energie.

Es heißt im Yoga, dass das Yogüben in einem Leidbereich der schnellste Weg zur Erleuchtung ist. Das äußere Leid zwingt den Körper zum Loslassen der Idee des äußeren Glücks und zur energetischen Umwandlung zum inneren Glück hin. Die Energie eines Yogi richtet sich in einem Leidfeld nicht nach außen zu den Anhaftungsobjekten, sondern nach innen.

Das äußere Leidfeld darf dabei nicht zu stark und nicht zu schwach sein. Zu großes äußeres Leid führt zur Verspannung und zu schwaches Leid bewirkt keine Umkehrung der Energie. Für Nils reicht das Leben in der Einsamkeit als Leid völlig aus. Er liebt das Alleineleben nicht, geht durch seine Trauer hindurch und ist plötzlich im Glück. Konkret fühlt es sich an als eine Mischung aus Trauer und Glück. In der Durchgangsphase überwiegt die Trauer und in der Vollendungsphase das Glück. Man vergißt weitgehend die Trauer und ruht vorwiegend im Glück.

Das ist genau der Weg zur Erleuchtung, die sich zwischen diesen beiden Polen befindet. Die Erleuchtungserfahrung besteht aus Leere (Nichtswerdung, Auflösung des Egos) und Einheit (Einssein mit dem Kosmos). Das Gefühl der Leere ist eher unangenehm und das Bewusstsein der Einheit glücksbetont. Das Geheimnis der dauerhaften Erleuchtung besteht darin sich auf die Leerheit zu konzentrieren und dadurch im Glück zu bleiben. Ein Yogi übt die Egolosigkeit durch das Verweilen im Nichtssein (in der Ruhe und Abgeschiedenheit) und in der Arbeit für eine glückliche Welt.

Muktananda besuchte im Jenseits auch die Hölle der depressiven Seelen. Diese Hölle empfand er als besonders schlimm. Er musste sich drei Tage von dieser Seelenreise erholen. Wer beim Leid der depressiven Menschen hinsieht, der kann dadurch sein Mitgefühl erwecken. Unter weltlichen Menschen kann man als Yogi sein inneres Glück gut dadurch bewahren, dass man sich auf das Leid seiner Mitmenschen konzentriert und sich bemüht ihnen zu helfen. Das Leidfeld der Mitmenschen ist in diesem Fall das äußere Leid, das die Umkehr der Energie im Yogi bewirkt und seine Seele zur Erleuchtung hin wachsen läßt. Aus den Augen des Yogis leuchtet dann Mitgefühl und in seinem Inneren spürt er Glück und Liebe.

Spannend war die Reise von Muktananda ins Yoga-Paradies. Das Paradies der Yogis im Jenseits heißt Siddhaloka. Man kann es auch Shivaloka nennen. Er ist der Wohnort des Gottes Shiva. Wenn man sich als meditierenden Shiva im Himmel in einer schönen Berglandschaft voller Blumen, Licht und sprudelnder Quellen visualisiert, kann man sich mit dieser Paradiesenergie verbinden. Frau kann sich auch in Siddhaloka als Shivas Frau (Parvati, Gauri, Durga), als buddhistische Göttin Tara (Kuan Yin) oder als Glücksgöttin auf einer Lotusblume in einem Lotusteich (Lakshmi, Aphrodite, Venus) visualisieren. Siddhaloka ist ein Übungsort im Himmel für Männer und Frauen und Yogis aller Stilrichtungen.

Nach der Meinung von Muktananda ist Siddhaloka das schönste aller Paradiese mit der höchsten Glücksenergie und dem größten Potential an spirituellem Wachstum. Muktananda beschrieb genau, wie man er nach Siddhaloka gelangte. Er trat in die Meditation ein, konzentrierte sich auf das Scheitelchakra und es erschien über dem Scheitelchakra ein kleiner blauer Stern. In diesen Stern floß Muktananda mit seiner Seele hinein. Der Stern brachte ihn dann den langen Weg durch das Jenseits bis nach Siddhaloka. Der kleine blaue Stern war sein Seelengefährt. Blau die Farbe Shivas. Erst verbindet man sich mit einem Teil von Shiva und dann gelangt man in die Welt von Shiva.

Muktananda erfuhr Siddhaloka als ein Paradies voller Ruhe und Frieden. Überall leuchtete ein glückseliges blaues Licht. Muktananda traf in Siddhaloka viele Yogis und Yoginis (weibliche Yogis). Es gab in Siddhaloka hohe Berge, grüne Wälder, sprudelnde Quellen und fließende Bäche. Rehe spielten auf Wiesen voller Blumen. In der Mitte von Siddhaloka standen an einem großen See die sieben Weisen. Die sieben Weisen verkörpern im Yoga die sieben positiven Eigenschaften, mit denen man zur Erleuchtung kommen kann. Die sieben Eigenschaften sind Weisheit, Frieden, Liebe, Kraft, Freude, Glück und kosmisches Bewusstsein.

Jeder Yogi kann sich Siddhaloka auf seine Art vorstellen. Hauptsache die Vorstellung aktiviert das innere Glück, motiviert den Yogi zum spirituellen Üben und läßt ihn nach seinem Tod in eine Lichtwelt aufsteigen. Hilfreich ist es sich im Paradies umgeben von seinen erleuchteten Meistern zu visualisieren. Nils meditiert jeden Tag auf sich als goldenen Buddha im Himmel und denkt die Namen seiner Meister als Mantra. So erweckt er seine Kundalini-Energie. Er sendet allen Wesen Licht und wünscht eine glückliche Welt. Er stoppt seine Gedanken und ist im Licht.

Sai Baba
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Der indische Yoga-Meister Sai Baba erschien 1982 dem Arzt Naresh Bhatia im Traum und führte ihn nach Vaikuntha (Naresh Bhatia, Traum und Wirklichkeit im Angesicht Gottes, 1994). Vaikuntha ist das Paradies von Vishnu und der Glücksgöttin Lakshmi. Vishnu war im alten Indien der Sonnengott. Als Sonnengott ist er voller Licht und strahlt das Licht in die Welt. Er hat sich in der indischen Philosophie zum Gott der Liebe weiterentwickelt. Vaikuntha ist deshalb ein Ort voller Sonne, Licht und Liebe in der jenseitigen Welt.

Bhatia verließ zusammen mit seinem Meister Sai Baba den Körper. Sie durchquerten die Astralwelt. Sie flogen an Galaxien aus Sternen vorüber. Nach einer langen Reise erreichten sie Vaikuntha in der Lichtwelt. Bhatia sah einen Ort voller Blumen, Licht und sprudelnder Quellen. Umgeben war Vaikuntha von hohen Bergen. In der Mitte stand der Palast Vishnus.

Im Palast hatte Bhatia eine Vision. Er sah einen milchweißen Ozean, in dessen Mitte als Ausdruck der erwachten Kundalini-Energie eine große Schlange schwamm. Die Schlange trug auf ihrem Rücken ein Liegesofa. Auf dem Sofa ruhte halb liegend wie ein Buddha der Gott Vishnu. Um seinen Hals trug er die Blumengirlande eines erleuchteten Meisters.

An seiner Halskette leuchtete ein dunkler, grünlich-blauer Edelstein. Der Edelstein Vishnus heißt Kaustubhamani und ist ein Symbol für den Stein der Weisen. Der Stein der Weisen besteht aus den fünf Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Raum. Die Hauptlehre Sai Babas sind die fünf Eigenschaften Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Rechtschaffenheit (Dharma, spirituelles Üben, die Lebensaufgabe erfüllen), Wahrheit (Satya), Liebe (Prema) und Frieden (Shanti).

Bei den Füßen Vishnus stand die Glücksgöttin Lakshmi in einem roten Sari mit Goldstickereien. Sie hob segnend eine Hand und sandte Lichtstrahlen in die ganze Welt. Vishnu und Lakshmi sind zwei zusammengehörende Symbole für den Weg der umfassenden Liebe. Ein liegender Gott verweist uns auf das Sat-Chid-Ananda, das Sein im Glück. Eine stehende Göttin ist ein Ausdruck der Tatkraft. Sie handelt aktiv für das Glück aller Wesen. Ein Yogi muss sich in der Ruhe verankern, damit er im Glück bleibt. Er muss handeln, wenn er seinen Mitmenschen spirituell helfen will. Das Zentrum des Karma-Yoga ist die Verbindung von Meditation und Handeln. Das ist der optimale Weg der umfassenden Liebe.

Die Glücksgöttin Lakshmi berührte mit ihrer Hand die Füße Vishnus. Sie verband sich mit den Füßen Gottes. Sie opferte ihren Eigenwillen gegenüber dem Willen des Lebens. Sie gelangte zum großen Einverstandensein, zur Übereinstimmung mit sich und der Welt. Dann meditierte sie auf den grün-blauen Edelstein an Vishnus Hals. Ihre Gedanken kamen ganz zur Ruhe. Bhatia wurde in seiner Vision eins mit Vishnu und Lakshmi. Sein Ich-Bewusstsein verschwand. Und plötzlich war er im höchsten Paradies, in Satyaloka. Bhatia verweilte eine lange Zeit im höchsten Glück. Dann wurde er von Sai Baba wieder zur Erde zurückgebracht.

Mahaprabhuji
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Ein großer Yogi war Mahaprabhuji (1828 - 1963). Er lehrte die fünfundfünfzig goldenen Regeln: "Bleibe stets bei der Wahrheit. Vergeude dein Leben nicht mit Sinnesfreuden. Nutze die Zeit deines Lebens. Nimm dir die Leben der Heiligen aller Religionen zum Vorbild. Halte dich stets an das Gute. Der Hauptweg der Selbstverwirklichung ist die Liebe. Wahres Glück findest du im Dienst an allen Lebewesen. Was immer du dir vornimmst, tue es mit fester Entschlossenheit. Vertraue in deine Fähigkeiten und Gott wird dir helfen."

Über Mahaprabhuji gibt es das Buch "Lila-Amrit" (1990) von Swami Madhavananda. Darin beschreibt sein Schüler Madhavananda, wie Mahaprabhuji ihm 1963 während einer Meditation das Paradies zeigte.

Mahaprabhuji legte die Hand auf den Kopf von Madhavananda und aktivierte mit seiner Erleuchtungsenergie dessen Scheitelchakra. Daraufhin konnte Madhavananda geistig in das Jenseits hineinsehen. Er erblickte vier Engel, die mit einer Sänfte zu Mahaprabhuji schwebten. Mahaprabhuji stieg in die Sänfte und reiste damit durch alle Bereiche des Jenseits bis in den höchsten Himmel.

Der höchste Himmel heißt im Yoga Satyaloka, der Ort der höchsten Wahrheit. Es ist ein Ruhen im Sein, in der Einheit des Kosmos und im Glück. Das Glück in Satyaloka ist unermeßlich. Es wird mit dem Strahlen von tausend Sonnen verglichen. Madhavananda, der in seiner Vision Mahaprabhuji in Satyaloka sehen konnte, beschreibt Satyaloka als hell erleuchtet wie von Sonnen in unendlicher Zahl und von immerwährendem Glück erfüllt. Dort gibt es keine Gegensätze wie Schmerz und Freude, Dunkelheit oder Helligkeit, Hitze oder Kälte. Nur der glückselige Klang und das glückselige Licht Gottes erfüllen den Raum.

Was wollte Mahaprabhuji uns mit seiner Himmelsreise sagen? Um in die glücklichen Bereiche des Jenseits zu kommen braucht man erstens eine Sänfte und zweitens vier Engel. Die Sänfte ins Paradies ist der Meister-Yoga. Die tägliche Verbindung mit den erleuchteten Meistern alleine reicht aber nicht aus, um nach dem Tod ins Paradies zu aufzusteigen. Wir sollten auch ein positives Leben führen. Die Sänfte des Glücks muss von den vier Engeln Weisheit, Ruhe, Selbstdisziplin und umfassende Liebe getragen werden.

Einige Tage nachdem Mahaprabhuji der Welt seine Vision von Satyaloka geschenkt hatte, starb er mit den Worten: "Ich werde auch nach meinem Tod mit euch sein. Wann immer ihr an mich denkt, werde ich anwesend sein. Bleibt standhaft auf eurem spirituellen Weg. Verliert eure Ziele nicht aus dem Auge."

Nils lebt als Yogi
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Der Mensch ist spirituell gesehen eine Zwiebel. Schicht für Schicht müssen die Verspannungen abgelöst werden. Hat man eine Schicht abgetragen, kommt nach kurzer Zeit die nächste Schicht an die Oberfläche. Bis der innere Kern freigelegt ist. Dann entsteht dauerhaftes inneres Glück. Dann lebt der Yogi im Licht. Obwohl es auch dann immer noch etwas zu tun gibt.

Nils erlebte viele intensive Reinigungsprozesse auf seinem Yogi-Weg. Hitze und Kältegefühle durchfluteten seinen Körper. Ängste zogen durch seinen Geist. Zweifel plagten ihn. Oft war er schlaff und träge. Muskeln zuckten und lösten so ihre Verspannungsstrukturen.

Viele Jahre musste Nils intensive Trauerarbeit leisten. Er trauerte um Helga, U, Petra, die Ökofrau, die Sexgöttin und die Yoga-Frau. Er trauerte um die Menschen in seinen Gruppen, die ihn wieder verließen. Er trauerte über die vergangene Jugendzeit, über den Verlust seiner Karriereziele, über sein einsames Yogi-Leben und über das Leid auf der Welt insgesamt.

Und dann besann er sich wieder auf seine spirituellen Ziele, stand wieder auf und schritt mit Selbstdisziplin weiter voran auf dem Weg der Erleuchtung.

Die ersten vier Jahre ging es gut vorwärts. Nachdem er sich etwa ein halbes Jahr auf seine neue Situation eingestellt, seine Ziele definiert und die zu ihm passenden Übungen gefunden hatte, lösten sich viele alte Stresserfahrungen auf und er gelangte oft in glückselige Bewusstseinszustände.

In seinen Träumen durchlebte er vergangene Prüfungssituationen, Schulstress und negative Erfahrungen aus seiner Kindheit. Alle Stresssituationen aus seinem bisherigen Leben lösten sich auf. Der ganze vergangene Lebensstress entfernte sich aus seinem Unterbewusstsein. In seiner Seele entstand Ruhe, Frieden und Wohlgefühl.

Im Januar 1989 träumte Nils von einer kleinen Hütte, die auf Pfeilern im Meer stand. Es kam ein Sturm und die Hütte stürzte ins Meer. Die Hütte war ein Symbol für sein altes Selbst. Das alte Selbst war untergegangen und hatte Platz gemacht für die Erfahrung des inneren Glücks. Nils wachte nach seinem Traum auf und spürte, wie warme Glücksenergie in seinen Körper hineinfloss. Er badete plötzlich in einem Meer aus Glück.

1990 neigte sich seine Therapieausbildung dem Ende zu. Das erlernte Wissen fasste Nils in dem Buch "Positives Denken, Grundsätze und Techniken" zusammen. Beim Schreiben dieses Buches stieß er auf die Frage, wie wichtig die Lebensform des Seins für das innere Glück ist.

Wer im Sein lebt, der fließt gelassen mit dem Leben. Er lebt vorwiegend in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. Er lebt sehr entspannt. Bei einer solchen Lebensweise lösen sich gut alle inneren Verspannungen auf.

Andererseits ist es auf dem Yoga-Weg auch wichtig, jeden Tag konsequent zu üben. Auch das intensive spirituelle Üben ist ein wichtiger Weg zur Auflösung der Verspannungen.

Es gibt im Yoga zwei verschiedene Lehrmeinungen. Die eine Lehrmeinung betont das Leben im Sein (Ramana Maharshi, Laotse, Buddha) und die andere legt den Schwerpunkt auf das spirituelle Üben (Swami Shivananda, Sai Baba, Amma, der Dalai Lama). Wer hat Recht?

Nils musste diese Frage für sich klären. Er beschäftigte sich einen Tag so intensiv mit dem Problem des Seins, dass es nachts nach dem Einschlafen in ihm immer weiter dachte. Als er morgens aufwachte, war er in einem tiefen Erleuchtungszustand. Sein Geist hatte in der Nacht das Problem gelöst.

Die Antwort war überzeugend. Erleuchtung, inneres Glück und der Zustand des Seins hängen eng zusammen. Wer in einen tiefen Zustand des Seins kommt, gelangt zur Erleuchtung. Wer alle Anhaftungen an äußere Dinge loslässt, entspannt sich so tief in seiner Seele, dass sich das innere Glück entfalten kann.

Man kann das Sein als eine Vorstufe zur Erleuchtung bezeichnen. Ein Yogi muss erst ins Sein kommen, in den Zustand der umfassenden Anhaftungslosigkeit. Dann entwickelt sich irgendwann die Erleuchtung (das innere Glück) von alleine. Allerdings geht es andererseits ganz ohne Üben auch nicht.

Nach der Meinung von Nils haben beide Lehrmeinungen recht. Das Üben und das Sein sind beide wichtig auf dem spirituellen Weg. Jeder Mensch muss genau in sich hineinspüren und sehr individuell herausfinden, auf welchen Punkt er im Moment seinen Schwerpunkt legen muss. Wer zu Trägheit neigt, sollte das intensive Üben betonen. Wer innerlich unruhig ist, sollte erst einmal zum Sein finden.

Jeder Menschentyp braucht ein spezielles Verhältnis von Ruhe und Üben, um optimal auf dem spirituellen Weg zu wachsen. Nils ist ein eher unruhiger Mensch. Er ist schnell von großen Zielen begeistert und verbraucht sich schnell im äußeren Tun. Er muss deshalb seinen Schwerpunkt auf das Leben in der Ruhe (im Sein) legen.

Aber gleichzeitig neigt er auch etwas zur Trägheit. Nils muss deshalb etwas auch den Weg des konsequenten Übens bewahren. Auf seinem Yogi-Weg legt Nils jeden Tag sehr sensibel fest, wo an diesem Tag der Schwerpunkt liegt, in der Ruhe oder im intensiven Üben.

Anfang 1991 visualisierte Nils bei einem Spaziergang den ganzen Kosmos voller glücklicher Wesen. Er wünschte, dass alle Wesen auf der ganzen Welt glücklich sind. Er identifizierte sich mit allen Wesen und ihrem Wunsch nach Glück. Er dachte das Mantra: "Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein."

Er öffnete sein Herz für alle Wesen. Plötzlich gelangte er in eine Dimension der umfassenden Liebe. Die ganze Landschaft um ihn herum veränderte sich vollständig. Sie war in ein helles Licht getaucht. In Nils entstand der Gedanke: "Ich bin Liebe." Eine so starke Liebe hatte er noch nie erfahren. Der ganze Kosmos bestand nur noch aus Glück und Liebe.

Im Jahre 1992 hatte Nils eine Stufe erreicht, bei der sehr oft Durchbrüche in Erleuchtungsdimensionen stattfanden. Es war eine spannende, aber auch sehr anstrengende Zeit. Nils erfuhr oft großes inneres Glück und kosmisches Bewusstsein. Das dauerte meistens einige Stunden an. Dann lösten sich durch die starke Glücksenergie viele innere Verspannungen und Nils geriet in schwierige Reinigungsprozesse. In seinem Körper tobte es und sein Geist wurde depressiv.

Nils machte dann sofort spirituelle Übungen. Er ging eine Stunde spazieren. Er las in spirituellen Büchern. Er legte sich ins Bett und meditierte einige Stunden. Bis sich das innere Toben wieder beruhigt hatte. Wenn es gar nicht anders ging, rettete sich Nils auch durch Süßigkeiten oder er setzte sich vor den Fernseher.

Das erste Halbjahr 1992 war eine sehr anstrengende Zeit. Nils lebte im ständigen Wechsel von Freude und Leid. Diese Wechselzustände zehrten erheblich an seinen Kräften. Obwohl ihn die vielen Erfahrungen auch begeisterten. Aber er freute sich doch, als sich die starken Energieprozesse nach einiger Zeit wieder beruhigten. Nils gelangte jetzt zwar nur noch selten ins große Glück. Aber dafür wurden auch die schwierigen Phasen weniger.

Ab dem Herbst 1992 schritt der innere Reinigungsprozess relativ gleichmäßig voran. Dafür gab es nach der Ansicht von Nils zwei Gründe. Zum Ersten ging Nils etwas sanfter mit sich um. Er praktizierte seine Übungen sensibler und nicht mehr so radikal.

Zum Zweiten lebte er jetzt nach einem ausgefeilten spirituellen Tagesplan, mit dem er ein Absacken in negative Geisteszustände weitgehend vermeiden konnte. Bei seinen spirituellen Übungen kombinierte er Reinigungs- und Erholungsphasen miteinander.

Im Dezember 1995, nach sieben Jahren, begann dann wieder eine schwierige Zeit. Intensive Energien zogen durch seinen Körper. Nachts konnte er oft nicht schlafen und tagsüber war er schlaff und ausgelaugt.

Die letzte große Reinigungsphase war dann im März 2003. In kurzer Zeit lösten sich viele innere Verspannungen. Nils stand vier Wochen lang wie unter Strom. Er hatte ein Gefühl, als ob er seine Hände in eine Steckdose gesteckt hätte. Er glühte so sehr, dass er nachts fast keine Bettdecke brauchte. Obwohl es Winter war.

Nach vier Wochen schaltete der Kosmos den Strom wieder aus. Nils musste sich eine Woche erholen. Er aß einen Tag ganz viel Kuchen. Und dann ging es ihm wieder gut.

Die fünf Tätigkeiten
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Inneres Glück entsteht in einem Menschen, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden.

Buddha hat dafür einen genial einfachen Weg entwickelt. Dieser Weg heißt: "Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit." Wenn man beständig über einen langen Zeitraum im Wechsel Sitzen und Gehen praktiziert, werden die inneren Verspannungen optimal abgebaut.

Wenn man nur sitzt, wird der Geist schnell träge. Die regelmäßige Bewegung macht den Geist klar und hält den Körper gesund. Sie gibt dem Menschen innere Kraft. Sie befähigt den Menschen kraftvoll seinen spirituellen Weg zu gehen. Sie gibt ihm die Kraft als Sieger zu leben.

Wenn man nur geht, ist der Geist zu unruhig. Inneres Glück entsteht aus der inneren Ruhe. Wird der Körper ganz ruhig gehalten, kann man gut in tiefere Dimensionen der Meditation gelangen.

Meditieren kann man im Sitzen oder im Liegen. Beides sind gute Meditationsstellungen. Manche Menschen können besser im Liegen und manche besser im Sitzen meditieren. Wer im Liegen leicht einschläft, sollte im Sitzen meditieren. Wer nicht lange mit geradem Rücken aufrecht sitzen kann, sollte vorwiegend im Liegen meditieren.

Neben dem Sitzen und Gehen spielt nach Buddha für die Auflösung der inneren Verspannungen die Gedankenarbeit eine große Rolle. Ein Yogi sollte Gedanken der Liebe, Weisheit und Selbstdisziplin entwickeln. Er sollte im Laufe der Zeit seine Gedanken immer mehr zur Ruhe bringen. Bis er ganz in der Ruhe lebt. Dann denkt er, wenn er das Denken braucht. Und er verweilt ohne Gedanken, wenn Gedanken nicht notwendig sind.

Dieses Grundmodell der Verspannungsauflösung hat Nils zu dem Weg der fünf Tätigkeiten weiter entwickelt. Die fünf Tätigkeiten sind: Liegen (oder Sitzen/Meditieren), Lesen (Gedankenarbeit), Gehen (Sport, Yoga), Gutes tun (etwas Arbeiten) und das Leben genießen. Diese fünf Tätigkeiten im ständigen Wechsel haben sich für Nils als ein sehr effektiver Weg der Verspannungsauflösung erwiesen.

Seine Meditation teilt Nils grundsätzlich in zwei Stufen ein. In der ersten Stufe reinigt er durch Visualisierungen, Mantras und Atemübungen seine Energiekanäle und aktiviert seine Kundalini-Energie. Dann stoppt er radikal für einige Minuten alle Gedanken. Sein Geist kommt ganz zur Ruhe. Anschließend verweilt er einfach nur in der Ruhe und lässt die Gedanken und Gefühle kommen und gehen, wie sie wollen.

Die zweite sehr wichtige Tätigkeit für jeden Yogi ist das Lesen. Mit dem Lesen von spirituellen Büchern reinigt der Yogi seinen Geist. Er löst die Verspannungen im Körper und im Geist auf.

Wenn man in dem Buch eines erleuchteten Meisters liest, fließt die Energie des Meisters in einen hinein. Der Meister kann den Yogi beim Lesen sehen und ihm die Impulse geben, die er gerade braucht. Nils betont deshalb sehr das tägliche Lesen in den Büchern der erleuchteten Meister (oder ihrer Schüler).

Jeder Mensch kann die Bücher lesen, die ihn inspirieren und spirituell stärken. Es gibt viele Tausende spiritueller Bücher, so dass das Lesen immer spannend bleibt.

Die dritte Tätigkeit ist das Gehen. Dieser Punkt steht für Ausdauersport und Kreislauftraining. Wir können statt Spazierengehen auch Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Yoga praktizieren. Der Dalai Lama trainiert jeden Tag eine halbe Stunde auf seinem Heimfahrrad. Swami Shivananda liebte das tägliche Laufen. Nils geht jeden Tag zweimal eine Stunde in der freien Natur spazieren.

Für jeden Menschen gibt es Übungen, die er für seine Gesundheit machen kann. Für Yogis in Höhlen wurden die Niederwerfungen (immer wieder aufstehen und auf den Boden legen) und das Sonnengebet (eine sehr bekannte Yoga-Übung) entwickelt.

Die vierte Tätigkeit ist der tägliche Karma-Yoga. Nils nennt diesen Punkt "Gutes tun". Karma-Yoga öffnet das Herz, gibt innere Kraft und entwickelt das Bewusstsein der umfassenden Liebe.

Karma-Yoga können wir als Yogi jeden Tag eine bis sechs Stunden lang praktizieren. Swami Shivananda empfiehlt generell eine Stunde. Sai Baba ist eher für sechs Stunden. Und Nils hat für sich etwa drei bis vier Stunden täglich als gut herausgefunden.

Karma-Yoga kann auch durch einen Beruf ausgeübt werden. Dann muss der Beruf mit einem Karma-Yogabewusstsein praktiziert werden und darf nicht zu stressintensiv sein. Gut ist eine Halbtagstätigkeit. Auch ein Yogi braucht in der heutigen Zeit Geld. Entweder er hat Geld gespart oder er verdient sich etwas Geld nebenbei. Viel Geld braucht ein Yogi normalerweise nicht, weil er keine großen weltlichen Bedürfnisse hat. Aber etwas Geld ist notwendig und für einen Yogi vollständig in Ordnung.

Die fünfte Tätigkeit besteht darin, das Leben auch etwas zu genießen. Wir sollten uns unser Yogi-Leben schön gestalten, damit wir langfristig auf unserem Weg bleiben. Wir sollten bewusst die Freude in unserem Leben pflegen. Wir sollten jeden Tag etwas tun, was unser Herz öffnet und das Licht in unser Leben bringt.

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorlieben. Wir können jeden Tag etwas schöne Musik hören, etwas Schönes essen, ein schönes Buch lesen, einen schönen Film im Fernsehen sehen oder kreativ einem schönen Hobby nachgehen (malen, musizieren, schreiben).

Bei der Beschäftigung mit angenehmen Dingen ist das richtige Maß zu beachten. Zu viel Genuss von weltlichen Dingen kann unserem Körper oder unserer Seele schaden. Zu wenig Lebensgenuss kann uns trübsinnig machen. Für die tägliche Freude ist eine Zeit von ein bis zwei Stunden normalerweise angemessen.

Zu viel direkten Kontakt mit anderen Menschen sollten wir in der ersten Phase der Entwicklung des inneren Glücks vermeiden. Als Yogi muss man sehr sensibel herausfinden, wie viel Kontakt zu anderen Menschen einem gut tut.

Ab einem bestimmten Punkt der äußeren Ruhe wendet sich die Energie eines Menschen nach innen. Sie lebt sich nicht mehr in äußeren Aktivitäten aus. Sie verlagert vielmehr ihren Schwerpunkt auf die innere Reinigung, die Auflösung der Verspannungen und die Entwicklung des inneren Glücks. Der Yogi wird dann weitgehend von alleine von seiner eigenen Lebensenergie gereinigt. Er braucht nicht mehr sehr viele spirituelle Übungen zu machen. Er muss nur in einem Zustand der ausreichenden körperlichen und geistigen Ruhe bleiben.

Diesen Punkt der Umkehr der inneren Energie muss jeder Yogi finden. Er ist schwer zu finden und vor allem schwer zu bewahren. Die Lebensenergie drängt in die Überaktivität oder in die Trägheit. Beides muss ein Yogi mit täglicher Selbstdisziplin konsequent verhindern.

Ein effektives Yogi-Leben fühlt sich an wie ein ständiges Schwimmen gegen den Strom der eigenen neurotischen Impulse. Es ist wie ein Leben in einem Dampfkochtopf. Erst ist die Ruhe unerträglich langweilig und dann fängt die Energie plötzlich intensiv an in einem zu arbeiten.

Wenn wir den Ruhedruck beständig bewahren, entsteht inneres Glück. Wir verwirklichen unser wahres Selbst, unseren tieferen Lebenssinn. Wir gelangen in ein dauerhaftes Leben im Licht. Wir leben im Sat-Chid-Ananda (Sein-Einheit-Seeligkeit), in Gott (in einer höheren Dimension), im kosmischen Bewusstsein.

Nach Swami Shivananda entsteht Erleuchtung durch die drei großen Grundsätze Ruhe, Üben und Liebe. Wenn ein Yogi alleine an einem Ort der Ruhe lebt, hat er die Hälfte des Weges zur Erleuchtung schon geschafft. Die zweite Hälfte bewältigt er mit seinen spirituellen Übungen.

Durch das große Tor zu einem Leben im Licht schreitet er durch den Weg der umfassenden Liebe. Wenn ein Yogi im Schwerpunkt für das Glück seiner Mitmenschen und für das Ziel einer glücklichen Welt lebt, dann löst sich sein Ego auf. Verschwindet das Ego, ist der Mensch im Licht. Er entspannt sich so tief in seiner Seele, dass die Glücksenergie in ihm erwacht.

Der spirituelle Tagesplan
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Für Nils ist der spirituelle Tagesplan die zentrale Technik auf dem Weg ins Licht. Hauptsächlich mit einem sehr sensibel und gleichzeitig sehr konsequent praktizierten Tagesplan löst Nils die Verspannungen in seinem Körper und seinem Geist.

Wenn wir jeden Tag genug spirituell üben, sind wir eines Tages erleuchtet. Wie viele Stunden ein Yogi am Tag üben muss, um das Ziel des dauerhaften Lebens im Licht (im Glück) zu erreichen, ist individuell verschieden. Es hängt von den Fähigkeiten und der äußeren Situation des Yogis ab.

Nils meditiert jeden Tag etwa sechs Stunden (in drei bis vier Teilen) und geht zweimal eine Stunde spazieren. Er macht eine Stunde Yoga (zweimal dreißig Minuten) und liest zwei Stunden in einem spirituellen Buch. Drei bis vier Stunden am Tag arbeitet er für das Glück seiner Mitmenschen.

Letztlich übt er immer. Er verteilt seine spirituellen Übungen so über den Tag, dass ein ständiger innerer Reinigungsprozess aufrechterhalten wird. Wenn man vor den Schlafen meditiert, geht die Meditation während des Schlafes von alleine weiter. Wenn man entspannt arbeitet, wird die Arbeit zu einer Meditation. Auch essen, schlafen, arbeiten und fernsehen sind für Nils Yoga-Übungen.

Die spirituellen Techniken von Nils sind einfach. Sie bestehen im Wesentlichen aus spazieren gehen, lesen, etwas anderen Menschen helfen und viel im Bett liegen. Das kann jeder! Das Geheimnis ist die richtige Anwendung der richtigen Technik im richtigen Moment.

Man kann Liegen, Lesen und Gehen so praktizieren, dass man davon immer schlaffer wird. Das tun viele Arbeitslose und viele alte Menschen in Deutschland. Sie wachsen damit ins Leid.

Ein Yogi dagegen spürt genau, wann er welche Technik braucht. Wenn der Körper schlaff wird, geht er spazieren. Wenn der Geist zu unruhig ist, macht er etwas Yoga oder meditiert. Wenn der Geist sich gegen den spirituellen Weg wehrt, liest er so lange in einem spirituellen Buch, bis er sich selbst wieder von der Großartigkeit der Erleuchtung überzeugt hat.

Ein Yogi spürt in seine innere Verspannung hinein und wendet die Techniken an, mit denen sie aufgelöst wird. Das ist meistens genau das, was der Körper und der Geist gerade nicht wollen. Da wo die neurotische Abwehr ist, da liegt der Weg ins Licht.

Andererseits muss man dem Körper und dem Geist auch etwas das geben, was sie möchten. Sonst verspannt man sich. Der Weg des inneren Glücks erfordert viel Weisheit und inneres Gespür. Er muss jeden Tag sensibel und sehr individuell entwickelt werden.

Nils beginnt den Tag mit einer positiven Tageseinstellung. Welche Übungen braucht er heute in welcher Reihenfolge? Wo sollen die Schwerpunkte liegen? Ist er träge, betont er Übungen der Aktivierung. Ist er unruhig, legt er den Schwerpunkt auf die Ruhe.

Er stellt sich jeden Morgen die beiden Fragen: "Was brauche ich heute? Wozu habe ich heute Lust?" Dann kreiert er eine positive Tagesvision von sich und stellt ein spirituelles Vorbild (eine passende Statue) auf seinen Altar (Fensterplatz).

Eine große Hilfe beim Finden der richtigen Übungen ist der Meister-Yoga. Nils bittet jeden Tag seine erleuchteten Meister um Führung und Hilfe. Die Meister führen ihn dann durch die innere Stimme (das Gefühl der Richtigkeit) durch den Tag. Nils betet zwei- bis dreimal am Tag und insbesondere in jeder unklaren Situation. Er fragt sich dann: "Was ist jetzt richtig? Was ist der Weg der Wahrheit? Welche Gedanken fallen mir jetzt ein?"

Mit dem täglichen Meister-Yoga kann jeder Mensch auf dem spirituellen Weg siegen. Jeder kann das Ziel der Erleuchtung erreichen. Jeder kann ins Paradies gelangen. Er muss sich nur mit einem erleuchteten Meister seiner Wahl (Buddha, Jesus, Patanjali ...) geistig verbinden und konsequent mit innerem Gespür durch sein Leben gehen. Der Meister wird ihm die richtigen Gedanken einfallen lassen und ihn in die richtige Richtung lenken.

Den Weg des täglichen Meister-Yoga verdankt Nils dem Begründer des tibetischen Buddhismus Padmasambhava. Er lehrte: "Wann immer ein Zweifel oder ein Zögern auf deinem Weg entstehen, bete zu deinem erleuchteten Meister. Dann spüre in dich hinein, denke selbst nach und folge der Stimme deiner inneren Weisheit. Das ist die Stimme deines Meisters. Wenn du so vorgehst, wirst du auf deinem spirituellen Weg siegen."

Der Weg der umfassenden Liebe
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Eine gute Übung ist es für Nils jeden Tag bestimmten Menschen Licht zu senden. Er praktiziert die Übung jeweils so lange, bis sein Herz geöffnet ist. Dann weitet er seine Liebe auf alle Wesen aus. Und ist im Glück.

Der Weg der umfassenden Liebe gibt seinem Leben einen tieferen Sinn. Er schenkt ihm die Kraft die vielen Krisen auf seinem Weg gut zu überstehen. Die Vision einer glücklichen Welt erweist sich als ein starker Motor für sein Leben als Yogi. Hat Nils einmal keine Lust zu seinen Yoga-Übungen, dann besinnt er sich auf das Ziel einer glücklichen Welt. Er verbindet sich mit den leidenden Wesen der Welt und schöpft daraus Kraft.

Wenn wir als Yogis den Wunsch nach einer glücklichen Welt pflegen, dann wachsen wir dadurch immer weiter in den Zustand der Erleuchtung hinein. Das Geheimnis dieses Wunsches ist die spirituelle Verbindung von Innen- und Außenwelt. Wir sind geistig nicht getrennt von unseren Mitwesen. Ihr Glück färbt auf uns ab. Wenn wir alle Wesen in unserem Geist als glücklich sehen, macht das unseren Geist glücklich.

Wer in sich das Ziel einer glücklichen Welt pflegt, erschafft dadurch das Fundament zu einer tiefen Positivität. Wenn wir jeden Tag allen Wesen um uns herum Licht senden, dann wird eines Tages das Licht unsere ganze Seele durchdringen. Wenn wir regelmäßig der Welt etwas Gutes tun, dann belohnt uns die Welt mit einer positiven Psyche.

Auf dem Weg der umfassenden Liebe gibt es eine große Gefahr. Wir können uns überfordern. Wir können zu viel arbeiten und dadurch unsere Glücksenergie verbrauchen. Ein Karma-Yogi muss seinen spirituellen Weg mit den beiden Beinen Liebe und Ruhe gehen. Er muss im Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität leben. Er muss immer auch gut für sich selbst sorgen. Sonst funktioniert der Weg des Karma-Yoga nicht. Sonst verbraucht er sich beim Karma-Yoga. Dann endet er nicht bei der Erleuchtung, sondern bei der totalen Erschöpfung.

Der Dalai Lama erklärte: "Lebe das Gleichgewicht von Helfen und Meditation." Jesus fasste die christliche Lehre in die Worte: „Liebe Gott (das spirituelle Ziel/das spirituelle Üben) und liebe deinen Nächsten (alle Wesen, die deine Hilfe brauchen).“ Swami Shivananda prägte den Satz: "Liebe, diene, gebe, meditiere, reinige und verwirkliche dich."

Sai Baba sagte sogar: "Helfende Hände sind heiliger als Lippen die beten." Wer für das Glück aller Wesen arbeitet ist ein größerer Heiliger als ein Yogi, der nur für sich selbst nach Erleuchtung strebt. Letztlich lehrte Sai Baba aber auch den Weg der Verbindung von eigenem Üben und umfassender Liebe. Er empfahl jeden Tag sechs Stunden für seine Mitmenschen zu arbeiten, sechs Stunden zu meditieren, sechs Stunden das Leben zu genießen und sechs Stunden zu schlafen.

Das ist der große Weg des Neohinduismus. Hier treffen sich indischer Yoga, Buddhismus und Christentum in einem zentralen Punkt. Hier verbinden sich die drei großen Religionen zu einer Religion der umfassenden Liebe. Dieses zu erkennen und danach zu leben, ist für die Welt in der heutigen Zeit unermesslich wichtig. Nur so können wir eine glückliche Welt aufbauen.

Es gibt zwei große Ziele, die ein Mensch haben kann. Er kann nach Erleuchtung streben. Und er kann für eine glückliche Welt arbeiten. Am besten verbinden wir beides miteinander.

1991 weihte der Dalai Lama Nils in den tibetischen Gottheiten-Yoga (Vorbild-Meditation) und 1998 in den Weg der umfassenden Liebe (Bodhisattva-Initiation, Avalokiteshva/Chenrezig) ein. Dabei spürte Nils, wie die Energie des Dalai Lama durch das Scheitelchakra in ihn hineinfloß. Später erschien der Dalai Lama ihm oft im Traum und gab ihm hilfreiche Belehrungen.

Die wichtigste Lehre des Dalai Lama an alle westlichen Menschen ist: "Die Menschheit ist eine große Familie. Wir müssen alle Verantwortung für unsere Erde übernehmen, damit eine Welt des Friedens und der Liebe entstehen kann."

Als spezielle Botschaft für alle Yogis erklärte der Dalai Lama: "Im tibetischen Buddhismus gehen wir davon aus, dass es im Kosmos erleuchtete Wesen gibt. Wenn man sie anruft, bekommt man Hilfe. Wir sollten uns jeden Tag mit den erleuchteten Meistern verbinden, damit wir alle eines Tages das Ziel des inneren Glücks erreichen."

Amma
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Amma wurde 1953 in Indien geboren. Ihr vollständiger spiritueller Name lautet "Mata Amritanandamayi" (Mutter der Glücksenergie). Sie begann bereits im Alter von fünf Jahren mit ihrer spirituellen Praxis. Sie war eine große Verehrerin von Krishna. Jeden Tag betete sie zu ihm.

Amma hatte eine schwere Kindheit. Sie wurde viel geschlagen und musste hart arbeiten. Aber ihr vieles Leid konnte sie nicht von ihrem spirituellen Weg abbringen. Es verstärkte ihre Sehnsucht nach einem Leben im Licht.

Bei der Arbeit dachte sie beständig Mantras und gelangte dadurch im Alter von 17 Jahren zur Erleuchtung. Zuerst war ihre Erleuchtung noch instabil. Aber mit 22 Jahren ging ein großes Licht in sie ein. Sie wurde ein weiblicher Buddha. Sie verwirklichte die dauerhafte und vollständige Erleuchtung.

Von einer inneren Stimme erhielt sie den Auftrag, allen Menschen auf der Welt den Weg zur Selbstverwirklichung zu zeigen. Sie sollte zu einer Mutter aller Wesen werden. Sie gründete einen Ashram. Dort lehrte sie den Weg der umfassenden Liebe, der Meditation und den Meister-Yoga. Sie erklärte, dass ein Meister für die meisten Menschen notwendig ist, damit sie auf dem spirituellen Weg Erfolg haben.

Amma hat in Indien in den letzten Jahren ein umfassendes humanitäres Hilfswerk aufgebaut. Sie hat Dörfer für arme Familien errichten lassen. Sie hat Schulen, Universitäten und Krankenhäuser finanziert. Sie hat eine Organisation für alleinerziehende Mütter gegründet. Allen Müttern gibt sie so viel Geld, dass sie davon leben können. Das ist in Indien eine große soziale Tat.

Amma engagiert sich sehr für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Sie hat als erste erleuchtete Meisterin weibliche Priester in den indischen Tempeln eingesetzt. Dazu hat sie den Brahma-Kult neu erweckt. Brahma ist der indische Gott der Weisheit. Gleichberechtigt ihm zur Seite steht Brahmani, die Meisterin (Priesterin) der umfassenden Liebe. Sie wird auch Sarasvati genannt, die Göttin der Wissenschaft, der Künste und der Kreativität.

Im Jahre 2002 wurde Amma für ihr soziales Engagement von der UNO mit dem Gandhi-King-Preis ausgezeichnet. In ihrer Rede erklärte sie: "Echte Führerschaft heißt nicht dominieren, sondern den Menschen mit Liebe und Mitgefühl zu dienen." Auf dem Weltparlament der Religionen 2004 in Barcelona ergänzte sie: "Liebe ist unser wahrer Kern. Liebe und Mitgefühl sind die Essenz aller Religionen. Wozu also unnötig in Wettstreit treten.“

Des weiteren lehrte sie: „In der heutigen Welt erfahren die Menschen zwei Arten von Armut: die äußere Armut durch den Mangel an Nahrung und die innere Armut durch den Mangel an Liebe. Wir müssen beide Arten von Armut auf der Welt überwinden. Um Kriege zu führen, geben die Menschen Milliarden von Dollars aus. Wenn wir nur einen Bruchteil dieses Geldes in Frieden und Harmonie investieren würden, könnten wir allen Hunger und alle Armut auf der Welt besiegen. Mehr als eine Milliarde Menschen auf dieser Erde leidet an Hunger und Armut. Das ist in Wirklichkeit unser größter Feind. Wenn wir die Liebe in uns entwickeln und alle unseren Teil zu einer glücklichen Welt beitragen, können wir diesen Feind besiegen."

Seit 1987 reist Amma jedes Jahr einmal um die ganze Welt. Sie gibt allen Menschen ihren Darshan. Ihre besondere spirituelle Methode besteht darin, die Menschen zu umarmen. Sie zeigt allen Menschen, dass sie geliebt werden. Sie bringt die Liebe erfahrbar in die Welt: "Konzentrieren wir uns darauf, was wir geben können. Und nicht darauf, was wir von anderen erhalten können. Dann werden wir Glück und Erfüllung im Leben erfahren."

Amma trat 2001 durch die Zeitschrift "Yoga aktuell" in Nils Leben. Er sah ihr Bild, las ein Buch über sie (Mata Amritanandamayi, Mutter der unsterblichen Glückseligkeit) und war begeistert. So einen lachenden Buddha brauchte er noch als Vorbild für die Menschen in seinen Gruppen.

Seit 2001 verbindet Nils sich jeden Tag geistig mit Amma. Er hat das Gefühl, dass sie bei ihm ist, obwohl sie ihm noch nie in einem Traum erschienen ist. Bei ihr hat Nils gelernt nicht zu erwarten, dass ein persönlicher Meister einem Anhänger in einem Traum erscheint. Im Normalfall reicht es völlig aus, dass der Schüler durch die tägliche Anrufung die Verbindung aufrecht erhält.

Im Dezember 2005 kam der Film "Darshan" in die Kinos der Welt. Darshan bedeutet Segensübertragung. Ein vollständiger Darshan besteht aus den drei Elementen Sehen, Hören und Berühren. Sehen ist das persönliche Sehen eines erleuchteten Meisters. Das Sehen geschieht durch die Betrachtung eines Bildes, eines Filmes oder eines direkt anwesenden Heiligen. Das Hören bezieht sich auf die Lehre des erleuchteten Meisters. Man kann ein Buch von ihm lesen oder einen Vortrag von ihm hören.

Der entscheidende Punkt beim Darshan ist die Berührung. Man muss innerlich berührt sein. Durch die innere Berührung wird man eins mit dem Meister und empfängt seinen Segen. Segnung bedeutet, dass das Leben des Gesegneten gelingt. Segnung bedeutet insbesondere, dass sich der Gesegnete positiv verändert.

Nils fuhr mit der U-Bahn in die Hamburger Innenstadt zum Kino. Er kaufte sich eine Eintrittskarte und setze sich bequem in einen Kinosessel. Der Film begann. Nach einiger Zeit spürte Nils, wie eine starke spirituelle Energie auf ihn übersprang.

Zuerst war er endlos traurig über das Leid der Welt. Er teilte vollständig mit Amma den großen Satz: "Wie kann es sein, dass die einen Menschen auf der Welt zu essen haben und die anderen nicht!" Er sah auch mit ihr das zentrale Problem: "Die Teufel in den Köpfen der Menschen nehmen immer mehr zu. Wir brauchen eine geistige Umkehr. Wir brauchen keine Welt des Leidens und der Zerstörung. Wir brauchen eine Welt der Liebe und des Friedens."

Dann entstand Glück in ihm. Nils trat für drei Stunden in eine tiefe Glücksenergie ein. Er spürte, dass Amma ihn über den Film gesehen und gesegnet hatte. Sie hatte die Tore des Glücks in ihm geöffnet. Sie hatte seine Kundalini-Energie aktiviert. Sie hatte ihm einen echten Darshan gewährt.

Darshan bei Mutter Meera
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Aussagen von Mutter Meera: "Mache Deine Arbeit und bleibe dort, wo Du lebst. Bete zum Göttlichen. Ich werde dir helfen. Auf dem Rücken der Menschen verläuft eine weiße Linie, von den Zehen bis zum Kopf... Diese Linie ist dünner als ein Haar, und sie weist hier und da Verknotungen auf, die göttliche Personen auflösen helfen... Wenn ich euren Kopf halte, löse ich diese Knoten. Ich beseitige auch andere Hindernisse für eure Sadhana (spirituelle Praxis)... Ich schaue in jeden Winkel eures Seins. Ich betrachte alles in euch, um zu sehen, wo ich helfen, wo ich heilen und Kraft geben kann..."

Mutter Meera ist eine in Deutschland lebende erleuchtete Meisterin. Sie wurde am 26.12.1960 in Indien geboren und heiratete 1982 einen Deutschen. Sie lebt heute in Thalheim in der Nähe von Frankfurt. Am Wochenende gibt sie Satsang im Schloss Balduinstein. Jeder kann sie dort besuchen und kostenlos ihren Segen (Darshan) empfangen. Ihre genaue Adresse kann man im Internet erfahren.

Nils empfiehlt es jedem Yogi, sich mindestens einmal in seinem Leben von einem erleuchteten Meister segnen zu lassen. Ein Darshan ist ein wichtiger Reinigungsschritt auf dem spirituellen Weg. Oft werden Erleuchtungsenergien übertragen, die sich eines Tages zu einer großen Gnade entfalten können.

Mutter Meera vertritt die Einheit aller Religionen und den individuellen Weg jedes Menschen. Jeder darf den spirituellen Weg gehen, der zu ihm paßt. Mutter Meera hat einige Zeit im Ashram von Shri Aurobindo gelebt. Aurobindo war einer der großen indischen Heiligen der Neuzeit. Er lehrte den integralen Yoga, die Verbindung aus Meditation und Karma-Yoga.

Mutter Meera gibt Licht und Segen in Stille als freies Geschenk an alle Menschen. Ihr Darshan ist kostenlos. Am Anfang kamen nur wenige Menschen zu ihr. Aber inzwischen ist sie zu einem Mittelpunkt der spirituellen Szene in Deutschland geworden.

Am Mittwoch, den 28.1.2009, hatte ich in Hamburg Darshan bei Mutter Meera. Ich möchte euch erzählen, wie es war. Schon bei der Anmeldung vor zwei Wochen spürte ich eine gesteigerte Verbindung zu ihr. Durch meinen Entschluß ihren Segen zu empfangen, war eine starke energetische Verbindung entstanden. Die letzten zwei Wochen gestalteten sich deshalb als eine Art persönlicher Pilgerreise mit Mutter Meera. Ich ging meinen normalen Alltagsweg. Mutter Meera war die ganze Zeit verstärkt anwesend und führte mich durch viele angenehme und unangenehme Reinigungsprozesse.

Als ich einige Tage später das Bild von Mutter Meera in meiner Homepage betrachtete, kam aus dem Bild plötzlich eine sehr starke Energie. Ich musste eine Stunde durch den Wald gehen, um diese Energie zu verarbeiten. Das war für mich das erste Wunder.

Am 28.1. stand bereits um 13.30 Uhr eine lange Warteschlange vor dem Mozartsaal in der Nähe der Hamburger Universität. Im Vorraum traf ich auch Regina aus meiner Yogagruppe, die euch von dem Briefwechsel in "Atheisten und Christen" bekannt ist. Sie bedankte sich, weil sie ohne mich nicht zu Mutter Meera gefunden hätte. Und ich war froh, wenigstens ein bekanntes Gesicht zu treffen.

Als der Saal voll war, trat Mutter Meera in den Raum, ging durch den Mittelgang und setzte sich vorne auf dem Podest auf ihren Darshansessel. Mutter Meera ist eine kleine schwarzhaarige indische Frau in einem blauen Sari. Sie ist sanft und eher unauffällig. Sie setzte sich einfach nur auf ihren Sessel und die Menschen kamen nacheinander zu ihr zum Darshan.

Mutter Meera hält keine Vorträge. Ihre Methode ist die persönliche Berührung an den Schläfen und der Blick in das Scheitelchakra und anschließend in die Augen. Mich erinnert das an Amma (Mata Amritanandamayi Ma), die alle Menschen auf der Welt umarmt. Mutter Meera ist ein Art Amma, nur dass es statt einer kräftigen Umarmung eine sanfte Berührung und einen Blick gibt.

Ich denke, dass die meisten Menschen dabei nichts Besonderes spüren. Bei Einzelnen mögen besondere Erfahrungen auftreten, aber man sollte nicht mit dieser Vorstellung dorthin gehen. Trotzdem glaube ich, dass irgendwelche geheimen Reinigungen passieren und jeder Mensch spirituell einen großen Schritt voran macht.

Mir fiel auf, dass die Menschen in Hamburg ziemlich cool beim Darshan waren. Sie warteten einfach nur geduldig, holten sich ihre Berührung ab und gingen nach Hause. Sie dachten nicht viel dabei. Es war im Saal auch keine besondere Energie, sondern es saßen dort einfach nur über tausend Menschen einige Stunden still vor sich hin.

Als ich vor zwei Jahren meinen ersten Darshan bei Mutter Meera in Balduinstein empfing, war die Atmosphäre ganz anders. Im Schloßsaal herrschte eine meditative Ruhe durchzogen von starken Energien des Zweifels. In Hamburg zweifelten die Menschen erstaunlich wenig. Ich hatte mit einer sehr großen Zweifelsenergie gerechnet. Für einen westlichen Menschen, der jeden Tag fernsieht und sich von der materialistischen Konsumideologie beeinflussen läßt, sind starke Zweifel am spirituellen Weg normal. Und dann trat hier Mutter Meera noch mit dem Anspruch auf eine "göttliche Person" zu sein. Das musste doch jeden Besucher schockieren. Tat es aber nicht! Vielleicht war es gut, dass Mutter Meera im kühlen Norden mit ihren Darshans begann. Die Menschen dort bringt nicht einmal eine göttliche Person aus der Ruhe.

Was heißt göttliche Person? Ich übersetze es mit vollständig erleuchteter Meister. Eine göttliche Person lebt in einer anderen Dimension. Sie lebt mit einem Teil ihres Geistes in der Lichtwelt (in Gott) und besitzt die Fähigkeit der Allgegenwart. Jeden Menschen, der an sie denkt, den kann sie sehen, egal wo er sich befindet. Göttliche Personen waren Jesus und Buddha. Stellen wir uns vor, Jesus wäre nach Hamburg gekommen und hätte uns berührt. Oder Buddha hätte uns seinen Segen gegeben. Das hätte doch jeden Menschen total begeistert.

Als ich meinen Darshan bekam, war ich allerdings auch ziemlich cool. Ich erwartete nichts außer einer Berührung und einem Blick. Ich nutze den Darshan vor allem um Mutter Meera gründlich von ganz nah zu betrachten. Ich sah eine sanfte indische Frau mittleren Alters, die die unglaubliche Mühe auf sich nahm, zehntausende von Menschen persönlich zu berühren.

Das eigentliche Wunder geschah bereits am Anfang. Ich setzte mich auf meinen Stuhl in der zwanzigsten Reihe ganz links außen, Mutter Meera kam herein und begann mit den Berührungen. Ich sah von hinten im Saal einmal zu ihr nach vorne hin. Von ihrem Herzen kam ein Energiestrahl zu mir. Er löste Verspannungen in meinem Herzchakra und ich musste eine halbe Stunde lang weinen. Mir rannen die Tränen über das Gesicht und ich fühlte ich mich tief mit Mutter Meera verbunden. Der eigentliche Darshan war dieser Energiestrahl.

Die Situation erinnerte mich an meine Initiation durch den Dalai Lama. Dort bekam ich zwei Einweihungen. Einmal in die Herzenergie des Dalai Lama (1991) und zum Zweiten floß seine Energie in mein Scheitelchakra (1998). Bei Mutter Meera war es genauso, nur reinigte sie zuerst mein Scheitelchakra (2006) und jetzt mein Herzchakra (2009). Das Scheitelchakra steht für inneren Frieden und Erleuchtung. Das Herzchakra für die umfassende Liebe.

Nach dem Darshan kaufte ich mir im Vorraum ein großes Foto von Mutter Meera und einige Räucherstäbchen. Damit machte ich dann zuhause mein persönliches Dankbarkeitsritual. Ich hängte das Bild in meinem Zimmer auf, verbeugte mich vor Mutter Meera und zündete ein Räucherstäbchen an. Ich verbinde mich jeden Tag weiterhin geistig mindestens einmal mit ihr und lebe dadurch dauerhaft in ihrer Führung. Jedenfalls glaube ich das. Zweifel gibt es manchmal auch bei mir.

Die Fähigkeit der Allgegenwart eines vollständig Erleuchteten ist schwer zu begreifen. Allerdings habe ich in meinen zwanzig Jahren als Yogi auch schon die Fähigkeit der Wahrnehmung über große Entfernungen entwickelt und oft durch Gespräche mit den betroffenen Personen nachgeprüft. Insofern kann ich meine Zweifel immer wieder positiv ausräumen. Bei Mutter Meera ist es wie bei mir, nur eben viel umfassender. Aber grundsätzlich entspricht die Fähigkeit der Allgegenwart auch meiner persönlichen Erfahrung.

Ich kann deshalb auch mit Überzeugung die dritte große Lehre von Mutter Meera vertreten: den täglichen Meister-Yoga (die tägliche gedankliche Verbindung mit einem oder mit allen erleuchteten Meistern). Wer sich jeden Tag durch ein Buch, ein Gebet, eine Meditation oder ein Orakel mit den erleuchteten Meistern verbindet, wird von ihnen positiv durch das Leben geführt, vor übergroßem Leid bewahrt und letztlich in ein Leben im Licht gebracht.

Email an Gabi
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Einsamkeit ist auch mein Problem. Ich glaube, dass jeder Mensch irgendwie einsam ist. Es liegt in der Natur der Psyche. Man kann ihr immer nur zeitweilig entgehen. Selbst in einer engen Beziehung wird man nach meiner Erfahrung irgendwann auf sich selbst zurückgeworfen. Verliebtheit ist nur ein vorübergehender Zustand.

Nicht mehr einsam ist man erst in der Erleuchtung. Und selbst dann lebt man in den zwei Polen Trauer und Glück. Der Kosmos ist dynamisch konstruiert. Er bewegt sich, weil alles zweipolig ist. Selbst Gott ist nach der Aussage von Sai Baba einsam. Deshalb erschafft er den Menschen. Und der Mensch sehnt sich dann nach Glück und das heißt in der Tiefe nach Gott. Erst in Gott kommt die Sehnsucht nach Glück zur Ruhe. Aber auch nicht ganz, sonst würde der Kosmos eines Tages aufhören zu existieren.

Ich behelfe mir mit einem mittleren Weg. Ich versuche mich im eigenen inneren Glück zu zentrieren und etwas auch das äußere Glück zu leben. Wenn man das Zentrum in sich gefunden hat, braucht man nicht mehr so viel äußeres Glück. Sehr gut funktioniert es bei mir, wenn ich durch etwas äußeres Glück mein Herzchakra anrege und mich dann durch eine Meditation ganz ins Licht bringe.

Etwas äußeres Glück kann auch in Internetkontakten liegen. Oder in einer erfüllenden Aufgabe. Mich erfüllt das Schreiben meiner Bücher. Oder die Rettung der Welt. Obwohl das auch frustrierend ist, weil es so unendlich viel Leid auf der Welt gibt und man als kleiner Mensch so wenig tun kann.

Aber auch hier hilft der mittlere Weg. Wenn man sich in seinem eigenen Glück zentriert, muss man nicht zwanghaft ständig die Welt retten. Man kann sie auch einmal so nehmen wie sie ist. Gestern sah ich einen Film über die Armut in Indien und danach einen Film über das Mittelalter. Die Welt war schon immer überwiegend elend und schrecklich. Ich glaube, dass eine erheblich glücklichere Welt möglich ist. Aber etwas Leid wird es immer geben. Ich wünsche dir viel Glück. Nils

Der 85. Geburtstag meiner Mutter
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Die große Geburtstagsfeier! Meine Mutter ist 85 Jahre alt geworden. Ich habe mit ihrem Altenclub in einem Restaurant gefeiert. Sieben alte Frauen und ich. Alle über achtzig Jahre und wandelnde Ersatzteillager. Wer nicht mindestens eine neue Hüfte hatte, konnte bei dem Lieblingsthema "Krankheiten" nicht wirklich mitreden.

Es war chaotisch und es begann chaotisch. Eine Frau konnte den Weg zum Restaurant nicht finden. Dabei war sie erst siebzig Jahre jung. Es ist eben schwierig im Alter Auto zu fahren, wenn man schlecht sehen und außerdem nichts mehr behalten kann. Kurz vor dem Beginn des Treffens rief sie von irgendwo her an und fragte nach dem Weg. Sie war zu weit gefahren. Ich erklärte ihr den Weg und nannte den genauen Namen des Zielortes. Falls sie sich wieder verfährt, bräuchte sie nur nach dem Restaurant zu fragen. Leider hatte sie den Namen sofort wieder vergessen.

Sie kam eine Viertelstunde später in der Wohnung meiner Mutter an. Dort war natürlich niemand mehr. Wir saßen alle im Restaurant und warteten auf sie. Das Restaurant war nur fünfhundert Meter von der Wohnung entfernt. Aber diese Aufgabe war zu schwierig für ihr verkalktes Gehirn. Also fuhr sie wieder nach Hause.

Meine Mutter saß eine halbe Stunde wie auf Kohlen, sah ständig aus dem Fenster und fragte immer wieder, wann ihre Freundin endlich kommt. Bis ich ein Machtwort sprach und bestimmt erklärte: "Sie kommt nicht mehr!" Da konnte sich die alten Frauen wieder beruhigen und sich dem Thema Geburtstag zuwenden.

Wir bestellten das Essen. Da wir bei einem Griechen waren, gab es für jeden einen Uso. Als alle Alten betrunken war, wurden sie friedlicher, fröhlicher und lauter.

Ich holte meine Digitalkamera heraus und machte einen kleinen Geburtstagsfilm. Meine Mutter war sofort laut dagegen. Ich habe es inzwischen gelernt mich bei ihr durchzusetzen, nahm ihre Meinung lobend zur Kenntnis und ging weiter meinen Weg. Der ganze Altenclub brach in schallendes Gelächter aus. Ein guter Einstieg für den Film. Dann machte ich mit jeder Alten ein Kurzinterview.

Nur meine Mutter weigerte sich etwas zu sagen. Ich muss sie aber trotzdem lobend erwähnen. Die meisten alten Frauen in ihrem Bekanntenkreis leiden sehr unter Einsamkeit. Sie waren zwar in der Mehrzahl verheiratet. Aber alte Männer haben die Angewohnheit früher als ihre Frauen zu sterben. Meine Mutter ist eine Powerfrau. Sie hat die Kraft regelmäßig die alten Frauen einzuladen und gibt ihnen damit Sinn und Lebensfreude.

Ich besuche meine Mutter einmal im Monat. Die meisten ihrer alten Freundinnen hatte ich noch nie getroffen, weil sie immer an einem anderen Tag als ich bei meiner Mutter waren. Der 85. Geburtstag war eine gute Gelegenheit, endlich einmal alle ihre Freundinnen kennenzulernen. Irgendwann wäre es dafür zu spät gewesen. Der Altenchaosclub schrumpft kontinuierlich durch natürlichen Abgang. Von ursprünglich zwölf Mitgliedern sind im Moment noch acht auf der Erde anwesend. Die anderen feiern inzwischen im Himmel weiter.

Da mich das Thema Glück im Alter beschäftigt, fragte ich die alten Frauen nach ihrem Weg eines positiven Alters. Solange sie noch Kraft hatten, konnten sie gut regelmäßig etwas unternehmen. Aber wenn die vielen Krankheiten kommen und man bewegungsunlustig wird, ist es schwierig. Dann sind Besuche durch die Kinder und Altentreffen sehr wichtig. Ich werde versuchen durch eine gesunde Lebensweise die Krankheiten des Alters so weit wie möglich zu vermeiden. Wer gesund lebt, bleibt nach wissenschaftlichen Untersuchungen normalerweise 20 bis 30 Jahre länger jung.

Ich hätte gewünscht, dass die Alten sich mehr mit der Spiritualität beschäftigen würden. Die Entwicklung des inneren Glücks gäbe ihrem Leben einen tieferen Sinn und würde sie durch schwierige Zeiten hindurchtragen. Leider sind die meisten alten Frauen im Bekanntenkreis meiner Mutter weitgehend unspirituell. An Gott glauben sie nicht und von Erleuchtung wollen sie nichts wissen. Ich habe es gar nicht erst versucht sie zu überzeugen. Wer in jüngeren Jahren nicht seinen Weg der Spiritualität findet, für den ist es meistens im Alter zu spät.

Zum Glück hat wenigstens meine Mutter ihren spirituellen Meister. Sie verehrt wie meine Schwester Sai Baba und liest jeden Tag in einem spirituellen Buch. Zu einem intensiven spirituellen Üben konnte ich meine Mutter aber nicht bringen. Dazu liebt sie das weltliche Leben zu sehr. Immerhin praktiziert sie den täglichen Meister-Yoga und wird deshalb bei ihrem Tod Hilfe aus der geistigen Welt erhalten. Das beruhigt mich etwas, wenn ich an ihren Tod denke.

Nach der Yogalehre gibt es im Kosmos das Gesetz des Karma. Je mehr man in seinem Leben spirituell übt, umso größer ist die Ernte im Jenseits. Verliert euren spirituellen Weg nicht! Viele Menschen kommen in meine Yogagruppen, hören vom Weg des inneren Glücks und vergessen ihn wieder. Es ist schwer in der westlichen Welt konsequent auf dem spirituellen Weg zu bleiben. Dabei weisen viele Indizien darauf hin, dass es ein Jenseits gibt. Denkt auch einmal über den Tod nach. Das war angesichts des 85. Geburtstages meiner Mutter mein Monatsthema.

Die große Atheistendebatte 2009
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Ein Atheistenbus fuhr im Juni 2009 durch Deutschland mit der These: "Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott." Zur Diskussion gab es ein Forum im Internet unter www.Buskampagne.de. Der kleine Yogi Nils diskutierte kräftig mit.

"Liebe Freunde, hier ist Yogi Nils. Ich werde auch der verrückte Yogi aus Utopia (dem ökologischen Internetforum) genannt. Ich vertrete eine Mittelposition zwischen Atheisten und Christen. Ich sehe mich als einen Freund beider. Es gibt Gott und Gott ist wissenschaftlich beweisbar. Die große Diskussion über den wissenschaftlichen Gottesbeweis wurde bereits im ökologischen Internetforum Utopia geführt. Es ist keinem Atheisten gelungen die Argumente zu widerlegen.

Aus meiner Sicht haben sowohl die Christen als auch die Atheisten teilweise recht und teilweise unrecht, was ihre Meinung zu Gott anbelangt. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten (Heiligen, Weisen, verwirklichten Philosophen), den ein nichterleuchteter Mensch nicht wirklich nachvollziehen kann. Es ist als ob ein Mensch über die Liebe redet, der noch nie geliebt hat.

Also streitet euch nicht zu sehr. Etwas über Gott zu diskutieren, kann hilfreich sein, um zu sich selbst zu finden. Aber Gott erkennen und begreifen kann man nur durch eine langjährige spirituelle Praxis. Da ein Erleuchteter grundsätzlich viel Humor hat, ist es gut auch über sich selbst lachen zu können. Ich liebe es, wenn die Menschen darüber lachen, wie verrückt ich bin. Ich arbeite in einer Welt des Egoismus und der Selbstsucht für ein harmonisches Zusammenleben aller Menschen. Ich wünsche Liebe, Frieden und Weisheit, wo Krieg, Hass und Unweisheit herrschen. Ich bin voll verrückt."

Sven und Nils
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Zitate von Sven: Hallo Nils, ich bin Neurobiologe und in Bonn als Hirnforscher tätig.
Nils: Hallo Sven, ich bin der kleine unbedeutende Yogi Nils.

Zitat Sven: Da in diesem Forum meinen Beitrag garantiert niemand sachlich korrekt widerlegen kann, sehe ich das als BEWEIS für die Haltlosigkeit der inkonsistenten Gottesbeweise an.

Nils: Ich schlage vor Gott in Sven umzubenennen. Sven ist so klug, dass er schon vorher weiß, dass ihn keiner widerlegen kann. Damit ist eindeutig der Beweis erbracht, dass Sven Gott ist. Sven ist allwissend und allmächtig.

Sven: Das eigentlich Erschütternde ist ja, dass der Sinn des Lebens nicht allzu tiefgründig ist. Warum gibt es uns? Weil unsere Zellen sich zu einem funktionierenden System geformt haben, welches sich reproduzieren kann. Was lernen wir daraus? Lebe dein Leben, zeuge Kinder, pflanze einen Baum und träume mit den Medien von der Besiedelung des Alls.

Nils: Lieber Sven, träume weiter. Wenn du nicht allzu tiefgründig bist, muss das nicht auch für alle deine Mitmenschen gelten. Ich träume nicht von der Besiedelung des Alls, sondern von einer glücklichen Welt. Ich träume davon, dass der Reichtum der Welt gerecht verteilt und dafür genutzt wird, dass alle Menschen etwas zu essen haben und glücklich miteinander in einer gesunden Umwelt leben können.

Sven: ICH NEHME äußerst stark AN, dass Liebe eine relative primitive Emotion ist, welche schon frühere Lebensformen entwickelt haben. Es gibt kein Indiz und überhaupt KEINEN GRUND ZUR ANNAHME, dass Liebe mehr als nur eine körperliche Wahrnehmung ist. Wir alle sind durch diese starke körperliche Reaktion im objektivem Beurteilungsvermögen getrübt, weshalb einige dort mehr sehen wollen.

Nils: Lieber Sven, wenn bei dir Liebe nur eine körperliche Wahrnehmung ist, tut es mir sehr leid. Verallgemeinere bitte nicht immer so stark. Das tut kein ernstzunehmender Wissenschaftler. Wenn du durch gewisse körperliche Reaktionen in deinem objektiven Beurteilungsvermögen getrübt bist, gilt das nicht für alle Menschen. Liebe ist nicht nur Sex!! Etwas weiterentwickelte Menschen, die nicht bei einer frühen Lebensform stehengeblieben sind, können Liebe als Gefühl in ihrem Herzen spüren. Liebe ist eine Seelenqualität.

Sven: Es kristallisiert sich heraus, dass die Religion wichtig für die Sozialstrukturen ist.

Nils: Religion kann zum Zwecke der Herrschaft über andere Menschen missbraucht werden. Insofern gibt es eine Verbindung zu den Sozialstrukturen. Ich betone aber noch einmal, dass jede echte Religion zur Erleuchtung hinführt. Hier liegt das Zentrum der Spiritualität und nicht im Machtmissbrauch. Gegen einen Missbrauch der Religion sollten wir uns gemeinsam wehren. Hier finde ich ein Bündnis von Atheisten, sozial engagierten Wissenschaftlern und spirituellen Menschen sehr wichtig.

Sven: Sofern streng Gläubige auf unwiderlegbare wissenschaftliche Fakten reagieren oder wenigstens sich anhören, dann hört man oft, dass Gott einem die Emotionen schenkt, welche sich eben auf diese Art im Gehirn manifestieren. Ich dagegen stelle fest: Emotionen entstehen aus der Selbstorganisation der Neuronen.

Nils: Lieber Sven, erstens bin ich ein undogmatischer Yogi und kein Fundamentalist. Zweitens höre ich dich an und drittens widerlege ich deine unwiderlegbaren wissenschaftlichen Fakten sogar.

Da nach der Quantenphysik ein kosmisches Quantenfeld existiert, ist es denkbar, dass von dort (aus der höheren Bewusstseinsdimension) auch Einflüsse auf das Gehirn eines Menschen (über die Quanten als kleinste Teilchen) eingehen. Gedankenübertragung ist wissenschaftlich nachgewiesen möglich, wie ich bereits ausgeführt habe. Da Gedanken und Gefühle verbunden sind, bedeutet Gedankenübertragung auch Gefühlsübertragung. Meine erleuchteten Meister können mir über die höhere Dimension nicht nur hilfreiche Gedanken, sondern auch Gefühle wie Frieden oder Kraft senden.

Der Mensch besteht aus einem materiellen Gehirn und einer Seele (Bewusstseinsenergie). Materiell können Gefühle durch die Nervenzellen verursacht werden. In der Seele (Bewusstseinsenergie) können Gefühle auch direkt durch Gedanken erzeugt werden. In der Astrahlwelt kann man ohne materiellen Körper denken und fühlen.

Man kann durch Drogen Gotteserfahrungen hervorrufen. Das wird im indischen Yoga oft praktiziert. Ich lehne den Weg über die Drogen ab, weil damit eine starke Gesundheitsschädigung verbunden ist und keine nachhaltige Erleuchtung entsteht. Erleuchtungserfahrungen (inneres Glück, Extase, Einheitsbewusstsein) sind auch durch Sex (Tantra-Yoga), Tanzen (Schamanentänze) und Trancetechniken (Trommeln, Musik, Mantras, Gebete) erzeugbar. Im Yoga wird oft der Körper als Instrument für höhere Bewusstseinszustände benutzt. Erleuchtung ist also auch durch materielles Einwirken auf das Gehirn erzeugbar. Der Weg über die Meditation und die Gedankenarbeit ist aber langfristig gesehen der bessere.

Sven: “Spiritualität” und “Gottesnähe” entstehen offensichtlich durch rein exzessiv-emotionale Vorgänge im Gehirn. Vergleichbar mit der Trance, die manche in großen Menschenmassen (Gebetsversammlung Vatikan), Diskobesuchen (Tanzen) oder gar beim Orgasmus erleben!

Nils: Die Dinge sind nicht so einfach wie du denkst. Der Mensch ist keine Maschine. Der Mensch besteht aus einem materiellen Körper und einer Seele (Bewusstseinsenergie). Die Gehirnforschung übersieht völlig die Erkenntnisse der Quantenphysik, der Nahtodforschung, der Parapsychologie und die Erfahrungen der Erleuchteten. Die Gehirnforschung hat das Bewusstseinsproblem (wo das Bewusstsein eines Menschen herkommt) keinesfalls gelöst.

Die Tatsache eines materiellen Gehirns sagt nichts darüber aus, ob es darüber hinaus noch eine weitere Ebene (Bewusstseinsebene, höhere Dimension) gibt. Sie besagt nichts zur Frage, ob unabhängig vom Gehirn ein höheres Bewusstseinsfeld (Seele, Quantenfeld) existiert. Die Erkenntnisse der Nahtodforschung, Parapsychologie, Quantenphysik und Reinkarnationsforschung deuten stark darauf hin. Ebenso die Aussagen der erleuchteten Meister.

Die Gehirnforschung beschäftigt sich mit dem materiellen Gehirn. Sie kann deshalb nur Aussagen über das materielle Gehirn machen. Alle Aussagen über Gott und Erleuchtung von seiten eines Neurobiologen sind sehr gewagt, insbesondere wenn der Neurobiologe kein wirkliches Wissen über die Erleuchtung und höhere Bewusstseinszustände besitzt.

Sven: Religion und Wissenschaft sind definitiv NICHT miteinander vereinbar.

Nils: Religion und Wissenschaft zu trennen ist ein sehr gefährlicher Weg. Es gibt in der Spiritualität auch viele Irrtümer, die nur durch eine wissenschaftliche Betrachtungsweise aufgedeckt werden können. Laut deiner Definition dürftest du dich nicht zur Religion äußern, was ich für sehr schade halten würde. Wen sollte ich dann widerlegen? Außerdem gibt es viele Wissenschaftler, die sehr hilfreich für die Spiritualität sind. Ich verweise dabei gerade auf die Forschungen der Parapsychologie. Damit können zum Beispiel sehr gut falsche Hellseher enttarnt werden.

Wissenschaften sind auch die Psychologie, die Philosophie und die Theologie. Willst du alle Geisteswissenschaften von den Universitäten verbannen? Für dich scheinen nur die Naturwissenschaften Wissenschaften zu sein. Letztlich gibt es für dich selbstverständlich nur einen wahren Wissenschaftler, und das bist du selbst.

Sven: Ich kann dir versichern, dass in SERIÖSER Hirnforschung “Erleuchtete” mit “besonderen Fähigkeiten” KEINE Forschungsobjekte sind.

Nils: Und dann machen seriöse Hirnforscher Aussagen über Gott. Sie beschäftigen sich nicht mit der Erleuchtung und behaupten dann lautstark, dass es Gott nicht gibt. Das erscheint mir aber nicht besonders seriös zu sein. Gut, dass du mir versicherst von Erleuchtung keine Ahnung zu haben.

Sven: Nils, du behauptest Energie sei mehrdimensional - gibt es dafür vielleicht auch Referenzen? Und nur aus der Tatsache dass “Spiritualität” aus deiner Sicht ebenso mehrdimensional sein soll, siehst du einen unmittelbaren und direkten Beweis für Gott?

Nils: Sven, du weigerst als "seriöser" Hirnforscher dich mit Erleuchtung zu beschäftigen. Das Energiegespür ist eine Fähigkeit der Erleuchteten. Sie tritt sogar oft schon früh auf dem spirituellen Weg auf. Vielleicht hast du schon einmal etwas von der Aura gehört oder Bilder von Heiligen im Christentum, Buddhismus oder Hinduismus gesehen. Sie werden meistens mit einer Aura um den Kopf und oft auch um den Körper gemalt.

Die Aura ist das Energiefeld um einen Erleuchteten. Dieses Energiefeld (Bewusstseinsfeld) ist mehrdimensional. Es besteht aus mehreren Ebenen. Ein Erleuchteter kann auf verschiedenen Ebenen energetisch handeln (Gedanken und Gefühle spüren und aussenden).

Ich betone noch einmal, dass Gott ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten ist. Ein Erleuchteter erfährt Gott als Energie (Licht, Glück) um sich herum. Solange die Hirnforschung in Deutschland die Erleuchtung aus ihrem Forschungsgebiet ausklammert, kann sie keine ernsthaften Aussagen über die Existenz oder Nichtexistenz von Gott machen. Letztlich ist es notwendig, dass ein Hirnforscher erst selbst zur Erleuchtung kommt, wenn er Gott begreifen will.

Yogi Nils kann man nicht ignorieren
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Viele Zitate der Atheisten 1127. AdmiralT: einfach ignorieren, den Yogi einfach ignorieren. 1112. Weiser: Nils, Deine Antworten interessieren niemanden mehr. 1113. Stefan: BITTE alle Beiträge von Yogi Nils löschen!!!!!! Er nervt total! 1040. Peter K: Nils, Du weißt schon um welches Thema es hier geht?? 1098. Stefan: Glaubst Du, dass Du hier jemanden mit so einem billigen Gewäsch beeindrucken kannst? 1096. Satan: Oft verfehlt er sogar das Thema. Bitte aussperren!

Nils: Danke, ich habe gerne darüber gelacht. Die Dunkelheit schreit immer, wenn das Licht kommt. Aber die Wahrheit lässt sich nicht so leicht verdrängen. An den Atheisten liebe ich ihren Sinn für Humor. Ich glaube sogar, dass sie gemeinsam mit mir über sich selbst lachen können. Also bleibt stark. Ich glaube an euch!!

Humor darf sein. Auf Beleidigungen und unsachliche Bemerkungen reagiere ich nicht. Mir geht es um eine konstruktive Diskussion. Die Diskussion zwischen Atheisten und spirituellen Menschen läuft seit einigen tausend Jahren und wird wohl noch einige tausend Jahre weitergehen. Und das ist gut so, wenn sie konstruktiv ausgetragen wird.

981. gute Idee: Ich wäre überzeugt, wenn diese Nahtodleute die Markierungen beschreiben könnten, die auf den Schränken sind.

Nils: Vielleicht ist der nächste Nahtodpatient ja so freundlich, sich während seiner Operation mit den Markierungen der Schränke zu beschäftigen. Dann könnte auch deine Seele gerettet werden.

1176. Luecke: Ich kenne Nils schon etwas länger. Er ist ein ganz zuckersüßer Kuschelgläubiger, der eigentlich alle Religionen in sich vereint. Es gibt keinen Grund auf ihn böse auf ihn zu sein.

Zitat 57 (aus Lieblingswitze der Atheisten). Jack Ryan: Ein Atheist kann ebenso Erleuchtung erlangen, spirituell sein und inneres Glück erfahren.

Nils: Sehr gut. Ich wünsche mir viele erleuchtete Atheisten und insbesondere erleuchtete Hirnforscher.

Jack Ryan: Buddhisten beispielsweise sind im Grunde Atheisten, da es im Buddhismus keine Vorstellung von einem Gott gibt. Bei Pantheisten ist es ähnlich. Pantheisten sind Atheisten, welche die Bezeichnung “Gott” für alles Natürliche bzw. Natur an sich verwenden.

Nils: Du hast den Buddhismus falsch verstanden. Wenn es Gott real gibt, muss er auch in allen echten Religionen zu finden sein. Es gibt dafür nur unterschiedliche Begriffe. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten. Im Buddhismus wird dafür das Wort "Nirvana" verwendet. Nirvana ist eine höhere Bewusstseinsdimension, die man mit Leere/Einheit (anhaftungsloses Sein, Auflösung des Egos, kosmisches Bewusstsein) übersetzen kann.

Im Taoismus wird Gott mit dem Begriff Tao bezeichnet. Tao bedeutet Natur/Natürlichkeit/Kosmos und verweist auf das kosmische Bewusstsein eines Erleuchteten (Weisen, Heiligen). Zwischen dem Taoismus und dem Pantheismus gibt es einen engen Zusammenhang. Wenn ein Pantheist nach Erleuchtung strebt, ist der Pantheismus ein guter spiritueller Weg.

Jack Ryan: Der Unterschied zu jemandem wie mir ist, dass ich von der Natur rede oder von Kräften in der Natur, die sich der Mensch derzeit noch nicht erklären kann, anstatt die Bezeichnung “Gott” zu verwenden.

Nils: Das ist in Ordnung. Die Menschheit ist dabei die Erleuchtung zu erforschen und hat sie erst im Ansatz verstanden. Statt von spirituellen Energien kannst du auch von Kräften der Natur sprechen. Du kannst gerne deine eigene Bezeichnung für Gott verwenden. Jede Religion hat ihren eigenen Begriff. Wichtig ist nur, dass der Begriff dich zur Erleuchtung (innerem Glück, kosmischem Bewusstsein) führt.

Jack Ryan: Ich denke, dass u.a. diese Kampagne bzw. allgemein das Aufbegehren der Atheisten sich gegen die Vorstellung des grausamen, menschenverachtenden und diktatorischen Gottes der so genannten heiligen Schriften richtet, und nicht gegen Glückseeligkeit und Spiritualität.

Nils: Da sind wir beide und vermutlich auch die Mehrheit der hier anwesenden Christen einer Meinung. Der grausame Gott des alten Testamentes passte zu den vorchristlichen Juden. Er stärkte sie in ihrer Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den anderen kriegerischen Nomadenstämmen. Mit Jesus Christus begann eine neue Zeit. Jesus lehrte die umfassende Liebe und entwickelte einen neuen Gottesbegriff.

Jack Ryan: Um eine Antwort auf die Frage “Gibts Gott …?” geben zu können, muss erst einmal Gott definiert werden. Es gibt unzählige Arten von Theisten und jede Art definiert Gott anders.

Nils: Sehr gut erkannt. Deshalb habe ich den dreifachen Gottesbeweis gepostet. Die Idee dazu kam mir übrigens durch Laotse: Das Tao, dass beschrieben werden kann, ist nicht das wahre Tao. Übersetzung: Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension, die sich erst in der Erleuchtung wirklich erfassen lässt. In die gleiche Richtung argumentiert Moses: Der unerleuchtete Mensch kann sich kein Bild von Gott machen.

Jack Ryan: Der Atheismus ist keine Weltanschauung, nichts an das man glauben kann. Er beschreibt vielmehr die neutrale Stellung zwischen dem dogmatischen Glauben (Theismus) und dem dogmatischen Nichtglauben (Antitheismus). Der Atheismus ist nur eine Anwendung von Vernunft.

Nils: Auch Neutralität ist ein Konzept. Erleuchtung steht über allen Konzepten. Ich stimme mit dir darin überein, dass wir jeden Dogmatismus überwinden sollten. Dogmatismus bedeutet Denkblockade. Wenn die Menschheit den Dogmatismus nicht überwindet, wird es ewig sinnlose Glaubenskriege aller Arten geben. Für Vernunft bin ich immer zu haben. Vernunft in Verbindung mit Liebe führt langfristig zur Erleuchtung. So werden letztlich alle Dogmatismen überwunden und man gelangt ins konzeptionslose Glück.

Der halbe Gottesbeweis
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@ Kamikaze: Spiritualität ist nur im Kopf.

Nils: Das nenne ich den halben Gottesbeweis. Es gibt die Erleuchtung. Es gibt Gott und er ist in der Wahrheit und im Geist (Denken, Kopf, Gehirn) zu finden. Spiritualität ist also eine Art Psychologie (Beschäftigung mit der Psyche/Seele). Spiritualität ist eine Form der Glücksforschung und vor allem der Glückspraxis. Bei der Spiritualität geht es um die Erforschung des Inneren eines Menschen und um die Frage nach dem glücklichen Leben.

Soweit konnte ich auch die Atheisten in meinem Stammforum Utopia von der Spiritualität überzeugen. Eigentlich bin ich schon damit zufrieden. Ich wünsche, dass alle Menschen glücklich sind. Erleuchtung ist im Kern inneres Glück. Wenn die Atheisten mir so weit folgen und das innere Glück als wichtiges Lebensziel akzeptieren, wäre ich schon sehr froh. Wenn sie darüber hinaus mit mir eine glückliche Welt aufbauen wollen, bin ich begeistert.

Nach meiner Erfahrung ist es einem, wenn man innerlich glücklich ist, ziemlich egal, ob Gott oder das Leben nach dem Tod existieren. Das Streben nach Erleuchtung und alle großen Überlegungen heben sich in der Erleuchtung selbst auf. Erleuchtung steht über allen Konzepten. Erleuchtung ist glückliches Ruhen im Sein. Erleuchtung bedeutet innere Harmonie. Ein Erleuchteter ist im Einklang mit sich und der Welt, selbst wenn es dort viele unerleuchtete Atheisten gibt.

Der "ganze" Gottesbeweis, die Frage, ob Gott auch im Außen tatsächlich exististiert, ist nur für unerleuchtete Menschen von Belang. Da wir alle nun ziemlich unerleuchtet sind, beschäftig uns diese Frage. Wir werden sie nicht endgültig klären können. Die Wissenschaft ändert sich ständig. Was heute bewunderte Weisheit ist, gilt morgen als absolute Dummheit. Es gibt im Moment aus meiner Sicht einige ernstzunehmende Hinweise auf Gott im Außen.

Der kleine friedvolle Yogi Nils

Der Physiker Klaus
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@1405. Klaus: Ich beziehe mich im wesentlichen auf Yogi Nils, den ich für einen netten Kerl mit guten Motiven halte.

Nils: Danke. Ich glaube auch, dass du im Kern eine ehrliche Haut bist. Wir sollten uns ein kleines bisschen lieb haben. Heute am Pfingstmontag bin ich irgendwie so friedlich.

@1405. Klaus: Ich gehe soweit mit, dass es Möglichkeiten gibt, den Menschen in sagen wir mal ‘Glückszustände” zu versetzen.

Nils: Wunderbar. Es gibt also Erleuchtung im Kopf. Dann sind wir uns zur Hälfte ja bereits einig. Jetzt solltest du nur noch bestätigen, dass Glück für die meisten Menschen ein wichtiges Lebensziel ist und dass es gut ist eine glückliche Welt aufzubauen. Dann sind wir Freunde.

Klaus: Mein Argument ist, dass Du, lieber Nils, den klassischen Zirkelschluss lieferst. Erleuchtung gibt es, weil Erleuchtete davon berichten. Und erfahrbar ist sie eben nur durch Erleuchtete.

Nils: Erleuchtung wurde von den US-Hirnforschern gemessen, wie ich bereits geschrieben habe. Außerdem gibt es viele Zeugen für die Erleuchtung. Zeugenaussagen sind gültige Beweise zumindest für die Tatsache der Erleuchtung. Ich liefer also keinen Zirkelschluss, sondern du drehst dich geistig im Kreis. Erleuchtung ist bewiesen. Es geht nur noch darum herauszufinden, was Erleuchtung genau ist. Hier sollte die Wissenschaft weiter forschen, um die Gottesfrage zu klären.

Klaus: Zu den höheren Dimensionen: Prinzipiell gibt es in der Physik vier nachgewiesene Dimensionen. Drei im Raum, eine ist die Zeit. Jede darüberhinaus postulierte Dimension ist bis dato ein mathematisches Konstrukt, um uns bekannte Konzepte zu erhalten bzw. zu benutzen. Es gibt für eine 5., 6. usw. Dimension bis zum heutigen Tage keine Möglichkeit eines physikalischen Beweises.

Nils: Das habe ich auch gesagt. Es ist eine Theorie. Immerhin. Das ist doch schon sehr erfreulich, wie sich die moderne Physik entwickelt.

Klaus: Der Versuch von Aspect nun sagt über höhere Dimensionen rein gar nichts aus.

Nils: Viele Physiker sehen das erheblich anders. Ich habe bereits den ehemaligen Leiter des Max-Plank-Institutes Prof. Dürr zitiert. Ich könnte auch Walter von Lucadou (ARD), Amit Goswami, Volker Becker und viele andere hinzufügen.

@ 1238. Klaus: Der einzige mir bekannte Physiker, der in den 80ern ein bedeutendes Experiment durchgeführt hat, ist Alain Aspect. Die Veröffentlichung dazu gab es 1982. Was er gemacht hat, war ein Experiment, dass darauf hinweist, dass der Einstein-Podolski-Rosen Effekt real sein dürfte. Einstein hatte so seine Probleme mit der Quantenmechanik und wollte sie ad absurdum führen. Dazu brachte er eines seiner berühmten Gedankenexperimente, in dem unter bestimmten Bedingungen Informationen zwischen “verschränkten” Quantenobjekten mit Überlichtgeschwindigkeit ausgetauscht werden müssen, was mit der Relativitätstheorie nur schwer in Übereinstimmung zu bringen ist. Das Experiment von Aspect zeigte nun, dass dies aber wohl genau der Fall ist. Wobei, wie so oft, angemerkt werden muss, dass die Ergebnisse beeindruckend, aber nicht über jeden Verdacht erhaben sind. Was gut ist. Offene Fragen sind das Salz in der Suppe der Naturwissenschaften. An dieser Stelle frage ich mich nun trotzdem, was Aspect mit einem kosmischen Bewusstsein zu tun haben sollte?

Nils: Ich begrüße es hier einen Physiker zu haben, der sich perfekt mit den Dingen auskennt. Meine Vermutung ist, dass es eine Verbindung zwischen dem höheren Informationsfeld (Quantenfeld, einer höheren Dimension) und dem Erleuchtungsbewusstsein gibt. Hier sollte man weiter forschen, wenn man die Gottes-/Bewusstseinsfrage klären will. Sehr gut ist dein Satz: "Offene Fragen sind das Salz in der Suppe der Naturwissenschaften."

@ 1238. Klaus: Dann zum Argument, dass über Gott nur von denen geredet werden kann, die ihn auch persönlich erfahren haben. Das kannst Du gern glauben und behaupten Yogi, aber nicht beweisen.

Nils: Du solltest doch erst einmal gründlich meine Texte lesen. "Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten." Das kann man sehr gut durch die heiligen Bücher der Religionen und durch die Aussagen der Erleuchteten beweisen.

@ 1238. Klaus: Ich kann genauso gut behaupten, dass jegliche Gotteserfahrung eine Halluzination ist, die man, dank unserer komplexen körpereigenen Biochemie, auf unterschiedliche Weisen (Drogen, Sex, gern auch Trance) hervorrufen kann. Was kannst Du anbieten?

Nils: Das Thema haben wir schon diskutiert. Erleuchtung ist durch Drogen, Sex oder Trancetechniken erzeugbar. Das wird im indischen Yoga auch viel praktiziert.

Was ich anbieten kann? Der Mensch besteht aus einem materiellen Körper (Gehirn) und einer Seele (Bewusstseinsenergie). Beides kann nach der Nahtodforschung und nach der Erfahrung der Erleuchteten (und der hellsichtigen Menschen/Parapsychologie) unabhängig voneinander existieren. Erleuchtung ist deshalb selbstverständlich über den Weg der Materie erzeugbar. Aber sie ist auch über die Bewusstseinsarbeit zu erreichen (Gedankenarbeit, Meditation). Und sie kann sogar aus dem höheren Bewusstseinsfeld (Gott, Gedankenübertragung durch die erleuchteten Meister) geschehen.

Letztlich besteht ein höheres Bewusstseinsfeld, dass ich spirituelle Energie nenne. Es wird auf Heiligenbildern als Aura um den Kopf und den Körper dargestellt. Die wissenschaftlichen Forschungen stehen hier ganz am Anfang. Ich empfehle für die Klärung der Gottesfrage, dass hier weitergeforscht wird. Die heutige Wissenschaft sollte sich mit den Erleuchteten beschäftigen, wenn sie die Gottesfrage klären will.

@ 1238. Klaus: Zum Thema Nahtod kann ich nichts beitragen, da fehlt mir der Hintergrund. Ich wünschte natürlich, da wäre was dran.

Nils: Mit der Nahtodforschung solltest du dich beschäftigen. Sie bietet im Moment neben den erleuchteten Menschen den Hauptbeweis für die Existenz eines körperunabhängigen Bewusstseins an. Und gerade hier sind bisher alle materialistischen Erklärungsversuche gescheitert.

Die Hirnforschung
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Wikipedia Nahtod-Erfahrung (Zitate): Bekannt durch Themensendungen von BBC und der ARD ist der Fall der Nahtod-Erfahrungen von Pam Reynolds, deren Beschreibung ursprünglich auf Michael B. Sabom zurückgeht. Während die Patientin einer Gehirnoperation unterzogen wurde, zeigten mehrere Messinstrumente ein so genanntes Null-Linien-EEG, da im Gehirn durch die besondere Operationsmethode mittels Unterkühlung, Blutabzug und Medikamentenwirkung keinerlei messbare Aktivität vor sich ging. Die Augen der Patientin waren zugeklebt und die Ohren wegen der Hirnstrommessungen zugestöpselt. Nach der Darstellung von Sabom beschrieb Reynolds hinterher, sich daran zu erinnern, während des Eingriffs etwa zwei Meter über dem OP-Tisch geschwebt zu sein. Sie gab außerdem Details der Gespräche während der Operation wieder und berichtete von den Eingriffen an ihrem Gehirn, wobei sie auch Spezialinstrumente und deren Anwendung detailliert beschreiben konnte.

@ 1331. Sven: Hirnströme messen ist eine komplexe und schwierige Angelegenheit. Sie sind sehr schwache elektromagnetische Signale, welche durch Zentimeter dicke Knochen, Gewebe, Haare und Knorpel gemessen werden müssen. Dass man da bei Scheintoten nichts sieht ist keine Überraschung.

Nils: Das Argument ist falsch. Die Nahtodforscher sind nicht dumm. Sie haben die Dinge gründlich untersucht und kamen dann zu dem Schluss, dass keine Gehirnströme geflossen sind. Ich verweise dich weiter an die entsprechenden Forscher (zum Beispiel Pim van Lommel/Holland, Sam Parnia/ Universität Southampton). Ihnen wirst du möglicherweise mehr glauben als mir. Lies dir auch noch einmal gründlich den Fall Pam Reynolds durch.

@1675. Sven: Man kann das Gehirn nicht “blutentleeren”. Es würde in Kürze irreparable Schäden erzeugen und falls die Person denn überhaupt wieder aufwacht, ist er/sie schwerstbehindert und mit Sicherheit nicht in der Lage über Gott zu “philosophieren”! Jedenfalls ist es nichts besonderes, dass zB Vollnarkose-Patienten Gespräche mitverfolgen können. Auch mit Hilfe der Vibrationen der Schädeldecke hört man, darum ist man nie taub wenn man beispielsweise Ohropax verwendet. Die Patientin muss außerdem wenigstens eine grobe Ahnung gehabt haben was mit ihr passiert.

Nils: Deine Argumente überzeugen mich nicht. Ich glaube nicht, dass man durch die Schädeldecke Details der Gespräche hören und mit verbundenen Augen Details der Operation sehen kann, insbesondere wenn gleichzeitig das Blut weitgehend aus dem Gehirn abgepumpt ist.

Das noch etwas Blut im Gehirn vorhanden war, gebe ich gerne zu. Ich habe bereits erklärt, dass während der Operation das Gehirn nicht ganz tot war. Man muss die Argumente sensibel mit Verstand abwägen. Dabei können unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Ich habe festgestellt, dass ich mit zugehaltenen Ohren allein durch die Schädeldecke sehr schwer Gespräche mitverfolgen kann. Vielleicht hast du eine besondere Schädeldecke. Die hätte ich auch gerne. Dann bräuchte ich keine Ohren mehr. Das könnte für alle Schwerhörigen ein großer medizinischer Forschritt sein. Wo kann man deine Schädeldecke kaufen? Oder bekommt man sie, wenn man Hirnforscher wird?

Noch genialer ist es, dass du mit verbundenen Augen sehen kannst. Wahrscheinlich bist du doch Gott, wie ich bereits vermutet habe. Du musst einen Superschädel haben. Man pumpt dir das Blut aus dem Gehirn und plötzlich hörst und siehst du genaustens deine Umwelt. Der Wahnsinn.

@ 1330. Karl Quark: Selbst ich als Nicht-Biologe weiß, dass man kein Gehirn “materiell Ausschalten” kann! Den Körper kann man nur so weit abkühlen bis sich der Stoffwechsel sehr stark verlangsamt, aber selbstverständlich ist er noch Intakt. Da er so langsam ist, reicht auch der Sauerstoff viel viel länger als bei “Normalbetrieb”. Das selbe tritt auch bei Toten auf, auch wenn das Herz nicht schlägt ist der Stoffwechsel eine Weile noch funktionstüchtig, so lange noch Restsauerstoff im Blut ist.

Nils: Die Sauerstofftheorie ist wissenschaftlich widerlegt. Ebenso die Theorie der Hormonausschüttung. Es wurde festgestellt, dass keine Gehirnströme flossen. Auch die Ohren wurden verstöpselt und die Augen waren zu. Wie soll ein Mensch Dinge im Raum beobachten, wenn sein Gehirn, seine Ohren und seine Augen bei einer Operation so weit ausgeschaltet sind?

Die einzige Erklärung ist die Trennung des Bewusstseins (Seele) vom Körper. Die Seele beobachtet die Operation von oben herab. Selbst du als Nicht-Biologe solltest wissen, dass ein Mensch während einer Gehirnoperation sehr schwer geistig wach die Operation beobachten und nachher genau darüber Auskunft geben kann. Da muss doch auch ein Nicht-Biologe nachdenklich werden. Vielleicht ist an der Dualität von Körper und Bewusstsein doch etwas dran. Ich werfe das einfach mal so in den Raum.

@1783. Hipsitipsu: Nils, Du bist nichts weiter als ein Foren-Troll! Dein Wikipedia Artikel enthält nur einen von dir ausgewählten Abschnitt, der vorsätzlich einen falschen Eindruck vermitteln soll. Wie jeder lesen kann steht dort weiter: Ein Null-Linien-EEG ist allerdings kein Beweis für die völlige Abwesenheit des Bewusstseins. Der Neurologe Martin Klein: „Das EEG misst nur die Hirnaktivität der Großhirnrinde, und das auch nur in der obersten, drei Millimeter tiefen Schicht“. Dies bedeutet: trotz Null-Linien-EEG könnten Sinneseindrücke wahrgenommen werden.

Nils: Das schrieb ich bereits. Zur Erinnerung noch einmal: "Das noch etwas Blut im Gehirn vorhanden war, gebe ich gerne zu. Ich habe bereits erklärt, dass während der Operation das Gehirn nicht ganz tot war. Man muss die Argumente sensibel mit Verstand abwägen." Letztlich empfehle ich jedem Leser selbst die gesamte Diskussion in Wikipedia und SpiritualWiki nachzulesen.

Ich betone noch einmal: Die Dinge sind nicht völlig klar. Es darf noch weiter geforscht und diskutiert werden. Aber im Moment deuten die Ergebnisse der Nahtodforschung auf die Unabhängigkeit des Bewusstseins (Seele) vom Körper hin.

Es gibt ja nicht nur die Beobachtungen von Sabom/Pam Reynolds. Es gibt noch tausende weiterer Forschungsergebnisse. Das Wesentliche habe ich bereits in meinem Nahtod-Artikel am Anfang gepostet. Wer es leicht haben will, kann dort die Argumente nachlesen. Wer es genau wissen will, sollte sich selbst gründlich in die Forschungen einarbeiten. Das habe ich für mich getan. Und andere Menschen auch, die zu den gleichen Ergebnissen wie ich gekommen sind. Viele Grüße, der Foren-Troll mit den besseren Argumenten.

@ 1342. Evoluzzer: Ich traue Fachleuten mehr als Yogis oder Gurus. Für eine so außergewöhnliche Behauptung verlange ich einen außergewöhnlichen Beweis von seriöser Seite.

Nils: Die Fachleute sagen heute weitgehend übereinstimmend, dass es keine natürlichen Erklärungen gibt. Wenn ihr die Diskussion über die Nahtoderfahrungen ehrlich beobachtet, spricht im Moment die größere Wahrscheinlichkeit für die Dualität von Gehirn und Seele. Auch in der Wissenschaft wird heftig diskutiert. Es gibt verschiedene Lager. Es gibt die Materialisten und die ganzheitlich Denkenden. Und das ist gut so. So entsteht Fortschritt.

Es ist ein beliebter Trick von materialistischen Wissenschaftlern ist, die Beweisanforderungen so hoch zu schrauben, dass letztlich kein Mensch sie erfüllen kann. Man braucht schon die Fähigkeit vorurteilsfrei an die Sache heranzugehen. Man muss die Argumente mit Weisheit abwägen. Der Verstand wehrt sich erst einmal kräftig gegen neue Erkenntnisse und insbesondere gegen die Idee einer körperunabhängigen Seele. Ich bestehe darauf, dass viele Indizien (danke Elektroniker für diesen Begriff) für die Existenz einer höheren Bewusstseinsdimension (Gott, höheres Informationsfeld) sprechen.

Julia und Nils
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@ 1383. Julia: Es wäre nett, wenn du mehr als einmal täglich antworten würdest und dabei auch alle Argumente (auf deine Weise ;-)) widerlegen würdest.

Nils: Julia, du gefällst mir. Irgendwie hast du auch Humor ;-)). Sieh es einfach positiv. Freue dich, dass ich dich jeden Tag ein kleines bisschen glücklich mache. Auch ein Yogi hat noch etwas anderes zu tun als immer nur am Computer zu sitzen. Er muss Yoga machen und den Atheisten Licht schicken. Heute sende ich dir ganz viel Liebe. Spürst du sie. Spürst du die Wärme in deinem Herzen. Öffne dein Herz. Auch einem kleinen Yogi. Mir bringt es eben Spaß jeden Tag eine kleine Botschaft an meine Freunde zu senden. Mehr nicht. Das passt zu einem kleinen Yogi wie mir.

@1876. Peter007: Hallo Julia, kennst Du den: Die kleine Julia darf zu Ostern mit in die Kirche. Danach fragt der Vater: “Was hat dir am besten gefallen?” Darauf Julia: “Das alle ‚Hallo Julia’ gesungen haben!”

@ 1383. Julia: Nunja, eine ausgereifte Theorie eines Erleuchteten sollte meines Erachtens ein bisschen Kritik besser stand halten können, ohne gleich zu mutieren.

Nils: Wunderbar deine Sätze. Danke, dass du meine Theorie als ausgereift empfindest. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich nicht erleuchtet bin. Ich bin nur ein kleiner unbedeutender Yogi. Ich empfinde es nicht als Mutation, wenn ich etwas auf dich zugehe und meine Thesen sanft formuliere.

@ 1383. Julia: Wenn ich mal deine “These” zusammenfassen darf: Gott ist eine Vorstellung, bei der es sich um einen für mich nicht näher erfassbaren, da ich nicht erleuchtet bin, Bewusstseinszustand handelt, der sich offenbar in ziemlich starken Gefühlsäußerungen zeigen muss. Also sind diese auch messbar und - mit steigendem Wissen der Hirnforschung - auch ergründbar (hast du darum so einen Hass auf Sven?). Folgerichtig wird es irgendwann im Kopf (direkte oder indirekt sei dahingestellt) Beweise für Gott geben.

Nils: Liebe Julia, du hast mich richtig verstanden. Erleuchtung ist messbar und wird auch schon gemessen (zum Beispiel bei Matthieu Ricard, einem von der US-Hirnforschung untersuchten Erleuchteten). Es gibt diese Beweise schon. Im Fernsehen konnten wir beobachten, wie glücklich die US-Hirnforscher-Elite dabei lächelte. Das es Erleuchtung im Kopf gibt, ist bereits bewiesen. Das Problem ist nur noch, ob es Gott auch außerhalb eines Erleuchteten gibt.

Die gemessenen starken Gefühle eines Erleuchteten sind Glück, innerer Frieden und Mitgefühl. Bei Ricard war das Mitgefühl viel größer als bei den mituntersuchten Nichterleuchteten.

Ich habe keinen Hass auf Sven. Er hat mich beschimpft. Er ist sehr arrogant aufgetreten. Er eignet sich wunderbar als Witzobjekt. Dafür danke ich ihm. Ich sehe das nicht persönlich. Etwas Humor bereichert die Debatte. Wir schreiben ja nicht nur für uns, sondern auch für die vielen Leser und Leserinnen. Ohne Humor ist diese endlose und aggressive Debatte für viele Leser unerträglich. Also fasst euch kürzer und seid witziger. Die Kunst ist es Humor und sachliche Argumentation klug zu vereinen. Du bist auf einem guten Weg, Julia.

@ 1383. Julia: Nehmen wir einfach mal an, das Gehirn wird irgendwann komplett wissenschaftlich erklärbar sein!

Nils: Das glaube ich nicht. Der Kosmos ist für den Menschen nicht vollständig zu erfassen. Wir sind Teil eines Systems (Kosmos, Gott) und können nur begrenzt über den Rand des Systems hinausblicken. Wissenschaft ist ein ewiger Prozess.

@ 1383. Julia: Gott ist ein fester Bestandteil unserer materiellen Welt, der jedoch ausschließlich in den Köpfen Erleuchteter wohnt?

Nils: Gott ist ein fester Bestandteil unserer Welt. Nach den Erkenntnissen der Quantenphysik gibt es eine höhere Bewusstseinsdimension (ein höheres Informationsfeld), dass die ganze Welt durchdringt. Ein Erleuchteter sieht diese höhere Bewusstseinsdimension als Licht. Er spürt dieses Licht als Glücksenergie (Frieden, Liebe, Licht, Wahrheit) in sich. Er sieht das Licht in der Welt um sich herum und in allen seinen Mitmenschen. Gott ist in allen Wesen, auch wenn diese Wesen es nicht spüren.

@1427. Julia: Ich finde es gewagt, Gott durch das Hirn zu beweisen!

Nils: Gott über die Hirnforschung zu beweisen, ist nur ein Weg. Die Hirnforschung kann nachweisen, dass es Erleuchtete gibt und dass es Menschen mit besonderen Fähigkeiten sind. Die übersinnlichen Fähigkeiten der Erleuchteten sind kaum erforscht. Einige Hinweise gibt die Parapsychologie, auch wenn sie von vielen materialistischen Wissenschaftlern zu unrecht als unwissenschaftlich abgetan wird. Es gibt überall schwarze Schafe, aber einen ganzen Wissenschaftszweig abzulehnen zeugt von einer unglaublichen Arroganz und letztlich auch von dem großen Kampf, der in der Wissenschaft zwischen den Materialisten und den spirituellen Menschen tobt.

Ein weiterer Weg Gott nachzuweisen ist die Physik, auch wenn Klaus das beständig abstreitet. Einige andere Physiker interpretieren die Quantenphysik erheblich fortschrittlicher als er. Es gibt sogar Physiker, die sich mit der Frage beschäftigen, was vor dem Urknall war. Daraus ergeben sich viele Annäherungen an die Spiritualität.

Der wissenschaftliche Hauptbeweis läuft derzeit über die Nahtodforschung. Viele Aussagen von erleuchteten Meistern und Hellsichtigen deuten ebenfalls auf das Weiterleben der Seele nach dem Tod.

Vielen Dank an Wikipedia
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@ 1393. Karl Quark: Und vielleicht gibst du uns auch mal einen Link zu deinem Experiment, bei dem der Patient alles um sich herum mitkriegt, obwohl er tot und isoliert ist.

Nils: Es gibt viele Links zur Nahtodforschung in Spiritualwiki. Zur Erleuchtung ist Wikipedia sehr gut. Das von mir beschriebene Experiment (Pam Reynolds) findest du unter Nahtod-Erfahrungen in Wikipedia. In Wikipedia kommen auch die Kritiker gut zu Wort. Letztlich bleibt die Tatsache, dass die Dualität von Gehirn und Seele die Vorgänge am besten erklärt.

@ 1395. Sven: Ich möchte nicht sagen, dass deine Wissenschaftler Scharlatane, inkompetent oder Esoteriker/Pseudowissenschaftler sind …. aber es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gute Gründe warum deine Schlussfolgerungen nicht auch die offiziellen wissenschaftlichen Meinungen sind, okay?

Nils: Die Mehrheit der Wissenschaftler denkt im Moment materialistisch. Sie sind in alten Denkmustern gefangen und blocken neue Erkenntnisse ab. Immerhin gibt es auch viele Wissenschaftler, die in meine Richtung argumentieren. Mehr will ich gar nicht. Erst gibt es ein paar Vordenker und hundert Jahre später ist es dann der Mainstream. Letztlich interessieren mich nur die Argumente. Wenn wir uns darauf verständigen beide Seiten zu respektieren, können wir Freunde werden.

Esoterik ist für mich kein Schimpfwort. Auch in der Esoterik gibt es viele Menschen, die ernsthaft und wahrhaftig ihren Weg durch das Leben suchen. Wir leben in einer Kultur der Vielfalt und dass sollten wir alle akzeptieren.

@1397. Julia: Soweit ich das verstehe sagt die Wissenschaft zu dem Thema Nahtoderfahrung “vielleicht”. Das heißt im Klartext: Die wissenschaftlichen Ergebnisse können das nicht widerlegen, aber dadurch ist das nicht bewiesen! Es handelt sich um unverstandene Prozesse! Zudem wird immer nur behauptet, dass beobachtet wurde wie irgendwelche Patienten ihre Umwelt während dem “Tod-Zustand” erfahren. … gibts da vielleicht auch was aus erster Hand??

Nils: Geliebte Julia, lies einfach mal Spiritualwiki zu Nahtodforschung und Wikipedia zu Nahtod-Erfahrung und zur Erleuchtung. Dann wird das Wort "vielleicht" doch erheblich konkreter. Es gibt beachtliche Indizien für die Theorie der Dualität von Gehirn und Seele. Und für die Existenz eines Jenseits. Auf mehr möchte ich mit meinen Beiträgen nicht hinweisen.

Wikipedia und SpiritualWiki sind jedenfalls bei den Themen Nahtodforschung, Nahtod-Erfahrung und Erleuchtung eindeutig auf meiner Seite. Die Indizien sprechen mehrheitlich für meine Gottesauslegung und die Dualismustheorie.

Sieben Argumente
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@1752. Wolfgang: Was berechtig zu der Annahme, dass es Gott gibt?

Nils: Ich habe sieben Argumente:

1. Die Aussagen der Erleuchteten. Sie können durch ihr erweitertes Bewusstsein Gott als Licht in der Welt sehen und als Liebe, Frieden und Glück in sich spüren. Gott ist ein Begriff aus der Wahrnehmung eines Erleuchteten. Jede echte Religion gründet sich auf einen erleuchteten Meister. Jede echte Religion hat ihr Wort für Gott (Tao, Nirvana, Brahman, Allah, Jahwe).

2. Die Nahtodforschung verweist auf die Unabhängigkeit der Seele vom Körper und auf ein Weiterleben nach dem Tod. Wikipedia (Nahtod-Erfahrung) unterstützt meine Sicht der Dinge. Gleichzeitig bringt Wikipedia auch alle Gegenargumente. Jeder kann die Diskussion dort nachlesen.

3. Die Reinkarnationsforschung hat viele Fälle von Wiedergeburt aufgelistet. Ich kenne als Yogi über tausend frühere Leben. Buddha kannte seine früheren Leben. Amma hat ebenfalls davon berichtet. Einen guten Überblick über die Reinkarnationsforschung gibt Wikipedia. Ich habe die wichtigsten Wiedergeburtsfälle am Anfang dieses Buches dargestellt.

4. Die Physik weist auf die Existenz eines höheren kosmischen Informationsfeldes (Amit Goswami, Gott als höheres Bewusstsein) hin. Die String-Theorie unterstützt diese Sichtweise. Die Quantenphysik hat die Existenz eines höheren Informationsfeldes (Alain Aspect 1982) nachgewiesen. Vieles deutet auf eine Annäherung von Physik und Spiritualität.

5. Die Parapsychologie erforscht spirituelle Fähigkeiten wie Gedankenübertragung, Zukunftserkennen und die Wahrnehmung über große Distanzen. Sie hat viele Belege dafür gesammelt.

6. Die wissenschaftliche Glücksforschung hat den Zusammenhang von Erleuchtung, Frieden, Glück und Liebe nachgewiesen. Sie hat Gesetzmäßigkeiten erkannt, die zu einem glücklichen Leben führen. Sie hat Matthieu Ricard als erleuchteten Menschen gründlich untersucht. Er wurde vom New Yorker Time Magazin zum glücklichsten Menschen der Welt gewählt.

7. Ich lebe als Yogi. Ich war oft in verschiedenen Erleuchtungszuständen. Ich habe Gott als Licht in der Welt gesehen und als Glück, Liebe, Frieden und Wahrheit in mir gespürt. Ich bezeuge, dass es die Erleuchtung und Gott gibt. Ich bezeuge, dass es glücklicher ist erleuchtet als unerleuchtet zu sein. Ich bezeuge, dass es gut ist in Gott zu leben.

@1695. Peter007: Liebe Leute, ich lese hier nur mit und will mich nicht an der Diskussion beteiligen. Ich habe inzwischen festgestellt, dass man alles Wesentliche mitbekommt und den größten Nutzen daraus zieht, wenn man nur die Texte von Yogi Nils liest. Den Rest kann man getrost vergessen.

Nils: Das machen viele Leser so. Ich grüße hiermit alle meine Freunde.

@1699. zehne: Es ist erbärmlich, wenn man die Beiträge von Nils gut findet. Die beinhalten inhaltsloses Märchen-Fantasie-Flickwerk, um irgendwelchen naiven Trotteln den Glauben zu geben, dass sie was besseres sind als ein Haufen Kohlenstoff irgendwo im Nirgendwo … Armer Narr!

Nils: Armer Haufen Kohlenstoff im Nirgendwo. Es ist erbärmlich, wenn den Atheisten keine besseren Argumente einfallen. Möge die Dummheit auf der Welt verschwinden und Weisheit, Frieden und Liebe herrschen.

@1698. neune: Nils Beiträge kann man getrost ignorieren, sie tragen NICHTS zur Diskussion bei.

Nils: Um mich intelligent ignorieren zu können, muss man mich erst intelligent gelesen haben.

@ 1083. AdmiralT: Wenn es die Wiedergeburt gibt, wieso werden es immer mehr Menschen auf der Erde? Wenn es Seelen gibt müsste die Zahl der Menschen auf der Erde doch konstant bleiben?!

Nils: Du begehst einen Denkfehler. Neben der Erde gibt es auch die Astrahlwelt und die Lichtwelt. Auch dort leben Seelen, und zwar unendlich viel mehr als auf der Erde. Das Reservoir an Seelen ist unerschöpflich.

In der wissenschaftlichen Diskussion in den USA wird auch vertreten, dass die Seele erst durch das Gehirn entsteht. Zuerst gibt es ein Gehirn, dass Gehirn fängt an zu denken und bildet ein Bewusstseinsfeld um sich herum. Dieses Bewusstseinsfeld wird in einer höheren Dimension gespeichert und kann dadurch unabhängig vom menschlichen Körper existieren. Bei dieser Betrachtungsweise gibt es kein Problem mit der Anzahl der Menschen und der Anzahl der Seelen.

@1633. Amazone: Du filterst, zitierst und interpretierst. Aus Hass wird Liebe “gezaubert”. Respekt.

Nils: Ja, ich bin ein schlauer Fuchs. Die Atheisten haben es schwer mit mir. Aber sonst wäre es für euch doch langweilig oder? Wie sollte ich euch sonst von eurer Unwissenheit befreien? Das war jetzt leider wieder ziemlich frech. Aber so bin ich eben. Akzeptiere mich, liebe mich, verschmelze mit mir und gelange zur Erleuchtung. Dann wirst du erkennen, dass wir beide eins sind. In Liebe, der kleine Yogi Nils.

Gott und Erleuchtung
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@1684. Fridolin: Die Diskussion hier im Forum hat mich ein gutes Stück weiter gebracht.

Nils: Ich denke auch, dass hier neben vielen Aggressionen auch gute Argumente ausgetauscht worden sind.

Fridolin: Auch in Deutschland wachsen evangelikale Kirchen mit ziemlich radikalen Ansichten. Der Erhalt von gemässigten Kirchen scheint mir nicht der allerdümmste Ansatz.

Nils: Dem stimme ich zu. Wir müssen die Mittelposition stärken, wenn wir friedliche Verhältnisse in Deutschland und auf der Welt haben wollen.

@1672. Karl Quark: Du siehst Gott als Liebe und durch deine Liebesgefühle lebst du in Gott? Wie soll ich das verstehen? Wir leben in einem materiellen, kausalen Universum. Wir sind auch nichts weiter als Materie.

Nils: Das ist für einen Materialisten schwer zu verstehen. Das Erstaunliche an der Liebe ist, dass man sie durch spirituelle Techniken unermeßlich entwickeln kann. Dann entsteht das Gefühl in Gott zu leben. Gott wird als diese unermeßliche Liebe und dieser unermeßliche Frieden erfahren.

Karl Quark: Für dich wirken wohl Liebeserfahrungen unerklärbar, göttlich? Und die kausale Ursache dafür nennst du Gott?

Nils: Ja. Das kann nur begreifen, wer es erfahren hat. Die kausale Ursache ist Gott, weil das kosmische Bewusstsein die Tore der Liebe, des Friedens und des Glücks in dir öffnet. Im Yoga heißt es Sat-Chid-Ananda. Erst anhaftungsloses Sein (innerer Frieden), dann kosmisches Bewusstsein (die Einheit der Natur erfahren) und dann entsteht plötzlich Glück. Wenn man das systematisch übt, ist man irgendwann erleuchtet.

Karl Quark: Der Begriff Gott dient dem Empfinden von Zufriedenheit?

Nils: Der Kosmos ist eine Glücksordnung. Er zielt letztlich darauf ab alle Seelen zur Erleuchtung zu bringen. Das kann man nur sehen, wenn man von dem Weiterleben der Seelen nach dem Tod ausgeht. Dann existiert das Evolutionsprinzip auch auf einer höheren Ebene. Alles entwickelt sich zum Höheren und das Höchste ist das Erleuchtungsbewusstsein (das Leben in Gott, im Paradies). Der Mensch ist auf Gott (auf das Paradies, das innere Glück) hin geschaffen.

Karl Quark: Warum ist Gott nicht rational erfassbar?

Nils: Gott ist nicht rational erfassbar, weil er im Kern ein höheres Bewusstsein ist. Wenn du Gott als Quantenfeld (höheres kosmisches Informationsfeld) wie Prof. Dürr begreifst, dann durchdringt Gott auch alle Bereiche der materiellen Welt. Du kannst durch die Physik auch auf Gott stoßen, aber im Kern begreifen kannst du ihn erst durch die Erleuchtung.

Klaus: Erleuchtung bedeutet innerer Frieden, inneres Glück und umfassende Liebe sagst Du. Gut, dann habe ich an Erleuchtung überhaupt nichts auszusetzen.

Nils: Wunderbar. Wir nähern uns an.

Klaus: Glaubst Du, dass Gott sich nur dort finden lässt, wo rationales Verständnis endet?

Nils: Ja. Gott kann nur durch die Erleuchtung gefunden werden. Das Leben in Gott kann nur durch spirituelles Üben verwirklicht werden. Die Erkenntnis Gottes übersteigt alles rationale Verstehen. Nach Buddha kann die Erleuchtung besser durch den Weg dort hin als durch das Ziel selbst beschrieben werden.

Der Weg dort hin ist ganz einfach. Setz dich zwölf Jahre (die meistgenannte Zahlenangabe in den Yogaschriften) an einen abgeschiedenen Platz, stoppe deine Gedanken, meditiere und das Licht wird in dir erwachen. Du wirst Gott sehen und begreifen, was Gott ist. Gott ist im Zentrum ein höherer Bewusstseinszustand.

Sehr gut auf dem Weg zu Gott ist es einen erleuchteten Meister wie Jesus, Buddha, den Dalai Lama, Amma oder Mutter Meera zu haben. Ein Darshan bei ihnen kann (nicht muss) die Tore der spirituellen Energie (Liebe, Licht, Frieden, Glück) in dir öffnen. Hilfreich auf dem Weg der Erleuchtung sind die Eigenschaften Frieden, Wahrhaftigkeit und umfassende Liebe.

Aber Vorsicht. Erleuchtung ist kein Spiel. Der Weg muss ernsthaft betrieben werden. Es kann sein, dass die Tore in dir geöffnet werden und du erst einmal zwanzig Jahre brauchst um die Energie in dein Leben zu integrieren. Du kannst von heftigen Reinigungsprozessen geschüttelt werden.

@1647. Klaus: Ich möchte DETAILS. Wo bzw. wie finden die Wissenschaftler Gott?

Nils: Ich habe schon mehr über die Erleuchtung geschrieben, als du in den meisten spirituellen Büchern findest. Die Dinge sind schwierig. Es ist schwierig einem Physiker überzeugende Details zu geben. Sieh es einfach positiv. Ich gebe euch mein Wissen und du gibst dein Wissen und zusammen versuchen wir den Weg der Wahrheit zu finden.

Wissenschaftler finden Gott grundsätzlich zuerst einmal in sich selbst. Wenn sie Gott in sich selbst verstanden haben, können sie gut wissenschaftlich weiterforschen. Sie können herausfinden, wie ihr inneres Wissen mit dem äußeren Wissen zur Harmonie gebracht werden kann.

Erleuchtung ist in erster Linie eine Frage der Psychologie. Das Verständnis der Erleuchtung kann die Psychologie auf eine neue Ebene heben. Gott in der Physik zu begreifen ist die Aufgabe der Physiker. Spirituelles Wissen kann auch einen Physiker voranbringen, insbesondere bei der Frage, was vor dem Urknall war.

Klaus: Glaubst Du, dass Gott erst da zu erkennen ist, wo rationales Verständnis endet?

Nils: Ja. Einiges kann ich dir erklären. Aber ganz begreifen wirst du Gott erst, wenn du ihn selbst siehst und spürst.

Klaus: Woher weisst Du überhaupt, dass Erleuchtung real ist?

Nils: Was ist real? Soweit ich die Physik verstanden habe, ist nur die Energie (die höchste Form der Energie ist nach Amit Goswami das Bewusstsein) real und die Materie ist eine vergängliche Erscheinungsform. Das Glück eines Erleuchteten hat etwas mit einer starken spirituellen Energie zu tun. Sie kann physikalisch im Moment sehr schwer erklärt werden. Ich bevorzuge es sie als feinstoffliche Bewusstseinsenergie zu beschreiben. Sie kann als Aura gemalt werden. Sie kann mit den Gefühlen Frieden, Liebe und inneres Glück verbunden werden. Deshalb ist die Erleuchtung auch ansatzweise messbar. Sie ist nicht vollständig messbar, weil sie weit über die normale Verständnisebene hinausgeht.

 

Reform der Kirche
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@ 1276. Julia: Die katholische Kirche hat andere Vorstellungen … leider!

Nils: Die katholische Kirche steckt mit ihren Vorstellungen teilweise noch im Mittelalter fest. Sie hat den Anschluss an die neue Zeit geistig verpasst. Das sollte sie schnellstens nachholen. Sonst gibt es auf der Welt bald nur noch Atheisten. Und das wäre doch schade.

Ich glaube an die katholische Kirche. Ich bin auch ein Freund der katholischen Christen. Der Weg der Anpassung des christlichen Glaubens an den aktuellen Wissensstand ist nicht so schwierig wie die Katholiken denken. Sie besitzen bereits viele Vordenker, die den Weg geebnet haben. Ich verweise vor allen auf meinen Freund Bede Griffiths (undogmatischer erleuchteter Meister und katholischer Priester in Indien), auf meinen Freund Frere Roger (Taize), auf Mutter Teresa und auf den heiligen Antonius (der erste christliche Yogi). Ich bin auch ein großer Fan der Karthäuser-Mönche, die eine Art Zen-Buddhismus im Christentum praktizieren und den Weg der Erleuchtung wie alle anderen der hier genannten Katholiken kennen.

Jesus war ein Erleuchtungslehrer. Mit dem römischen Kaiser Konstantin wurde das Christentum zur Staatsreligion. Es diente von da an hauptsächlich dem Machterhalt der herrschenden Klasse. Das zweite vatikanische Konzil (1963-65) hat dann die große Kehrtwende von einer Unterdrückungsideologie zu einer Religion der Liebe und des Friedens vollzogen. Aber viele Restbestände aus der alten Zeit behindern den Weg in die Zukunft.

Insbesondere muss die katholische Kirche endlich begreifen, was mit dem Begriff Gott gemeint ist. Gott ist keine Person, sondern eine Bewusstseinsdimension. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten. Die Bibel ist nicht aus dem Himmel geflogen gekommen, sondern wurde von erleuchteten Propheten entwickelt. Die wahren Heiligen der katholischen Kirche sind die Erleuchteten.

Insbesondere sollte die katholische Kirche endlich das Thomas-Evangelium als Teil der Bibel anerkennen. Dort wird Jesus als Erleuchtungslehrer gesehen. Das passte nicht den früheren Machthabern in der Kirche und sie haben es lange Zeit unterdrückt. Das Thomas-Evangelium wurde versteckt und ist Mitte des 20. Jahrhunderts wieder aufgetaucht.

@ 1325. Pfarrer Ödön: Ich habe die Diskussion in diesem Forum schon länger verfolgt. Nun melde ich mich mal auch zu Wort! Wichtig ist Religion für das Seelenheil. Grüße aus meinem sächsischem Pfarrhaus und noch ein erfülltes Leben!

Nils: Danke. Bei der Religion geht es vorwiegend um das Leben in Gott (Erleuchtung, Heiligkeit/eine heile Seele/Seelenheil). Viele Grüße an das sächsische Pfarrhaus.

Die Schöpfungsgeschichte
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@ 1346. Evoluzzer: Die Wissenschaft weiß, dass die Schöpfungsgeschichte der Bibel falsch ist.

Nils: Die Wissenschaft weiß noch nicht wirklich etwas über die Bibel. Solange sie die Erleuchtung nicht versteht, kann sie die Bibel nicht begreifen. Die Bibel wurde von den erleuchteten Meistern (Priestern, Propheten) der Juden entwickelt. Sie ist kein historisches Buch, sondern beschreibt symbolisch den Weg der Erleuchtung. Das Erleuchtungswissen wurde hinter scheinbar historischen Daten versteckt. Wer die Bibel historisch interpretiert, beweist damit nur seine spirituelle Unwissenheit.

Das gilt leider auch für manche Christen, wie zum Beispiel die Kreationisten in den USA. Aber auch die meisten Atheisten fallen auf den äußeren Inhalt der Bibel herein. Ohne Wissen von der Erleuchtung ist die Bibel nicht zu verstehen. Die Schöpfungsgeschichte ist kein historischer Bericht, sondern eine Visualisierungs-Meditation, um die Erleuchtungsenergie zu erwecken. Am Anfang war die Erde wüst und leer. Damit ein Mensch zur Erleuchtung kommt, muss er zuerst innerlich leer werden. Er muss sich innerlich vollständig entspannen, damit das Glück in ihm erwachen kann. Dann wird es Licht in ihm. Dann fließt der Geist Gottes (die spirituelle Energie, das heilige Wasser) in den Menschen.

Der Baum in der Paradiesgeschichte symbolisiert den mittleren Kundalini-Kanal (Sushumna im Yoga), die Schlange ist die aufsteigende Kundalini-Energie und der Apfel verkörpert das kosmische Bewusstsein (Kugel, Ganzheit, Einheit, Harmonie). Vom Apfel ein Stück abzubeißen bedeutet, das kosmische Bewusstsein (das Leben in Gott, das innere Glück, die innere Harmonie) zu verlieren. Der Grund (die Sünde) ist nach Buddha immer innere Verspannung durch geistige Anhaftung (an Genussobjekte), Ablehnung (von gegebenem Leid) oder Unwissenheit (vom tieferen Sinn des Lebens/Bewahrung des inneren Glücks).

Die Geschichte von Adam und Eva hat nichts mit der Ablehnung der Sexualität zu tun. Das war eine der größten Fehlinterpretationen der christlichen Theologen. Die Juden haben die Sexualität bejaht. Und die Paradiesgeschichte stammt von den Juden. Die Juden praktizieren sogar auf ihre Art eine Form des Tantra-Yoga. In Wirklichkeit kann nach der Bibel auch die Sexualität ein Weg zu Gott sein. Sie muss nur mit spirituellem Wissen und Liebe praktiziert werden. Das Sakrament der Ehe wird von den Kirchen viel gepredigt, aber kaum verstanden. Das Sakrament der Ehe bedeutet durch eine spirituelle Sexualität und eine spirituelle Beziehung in ein Leben im Licht (in Gott) zu gelangen.

Einen schönen Pfingstsonntag wünscht Yogi Nils

Ist Gott männlich?
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@1752. Wolfgang: Ich als Atheist frage jetzt mal die Gläubigen: Was berechtigt zur Annahme, es gäbe einen männlichen Gott?

Nils: Gott ist nicht männlich oder weiblich. Derartige Begriffe sind nur Hilfsmittel, um eine Ahnung von Gott zu bekommen. Ich kann mir Gott gut als große Mutter aller Wesen vorstellen.

@ 1397. Julia: Zwar sind hier viele Gläubige, aber der Nils zum Beispiel hat seine eigene Religion (oder?) ….

Nils: Ich habe keine eigene Religion. Ich lebe und lehre einfach nur die Werte Wahrheit, Liebe, Frieden und Glück. Ich bin für eine offene, wissenschaftliche und mitfühlende Spiritualität. Ich engagiere mich dafür, dass alle Religionen friedlich werden. Ich sehe auch die Atheisten als spirituell an. Viele Atheisten sind nur von der Kirche und einer engen Bibelauslegung enttäuscht. In der Tiefe ihres Herzen suchen auch sie Liebe, Frieden und Glück. Auch du meine kleine Julia.

Gott ist Liebe
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@1494. Anna-Franziska: Ich selbst bin Christin, aber ich respektiere die Muslime genau wie die Juden, Buddhisten und alle Religionen.

Nils: Danke. Wir sollten uns alle respektieren. Das ist die praktizierte Einheit aller Religionen.

@1439. Sven: Du hast deine Auslegung der Bibel. Genauso gut könnte ich mir eine andere Auslegung vorstellen.

Nils: Jesus hat der Menschheit ein neues Gottesbild gegeben. Der Gott von Jesus ist ein Gott der Liebe. Die meisten Christen hier in Deutschland und in diesem Forum vertreten wie ich den Gott der Liebe. Gegen verwirrte religiöse Fanatiker sollten wir uns gemeinsam wehren. Du baust die falschen Fronten auf. Das kann langfristig sehr gefährlich werden.

Du suchst dir in der Bibel und in der Theologie immer nur das heraus, was dir nicht gefällt. Auch die christlichen Kirchen, der Buddhismus und der Hinduismus haben sich weiter entwickelt. Der Neohinduismus stellt die Liebe und die Einheit aller Religionen in den Mittelpunkt seiner Lehre. Der Dalai Lama (Buddhismus) engagiert sich sehr stark auf der Welt für die Liebe und das positive Miteinander. Die Katholiken haben mit dem zweiten vatikanischen Konzil zu den Wurzeln von Jesus Christus zurückgefunden. Und die Wurzeln sind Liebe und Frieden (Bergpredigt). Auch die evangelischen Christen arbeiten sehr intensiv für den Frieden und die Liebe auf der Welt. Ihre Sozialarbeit ist bewundernswert.

@1475. Luecke: Du behauptest, dass Gott etwas mit Liebe zu tun hat. Du kannst es nicht beweisen.

Nils: Das kann ich sehr wohl beweisen. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten. Wenn du die Erleuchtung erlangst, siehst du nicht nur Gott in der Welt, sondern es öffnen sich in deinem Herzen die Tore der Liebe. Du lebst in der Energie von Frieden, Liebe und Glück. Gott hat etwas mit Liebe zu tun. Gott ist in seinem Zentrum Liebe.

Dazu Mutter Teresa:
Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.

(Übersetzung Nils: In der Meditation lösen sich die Verspannungen. Wenn alles sich gelöst hat, entsteht inneres Glück. Der Mensch lebt in Gott. Er erfährt Gott und glaubt an Gott. Mit Gott erwachen in ihm auch die Liebe und Güte. Er möchte seinen leidenden Mitwesen helfen. Er bleibt in Gott, wenn er aus der inneren Ruhe heraus im Schwerpunkt für seine Mitmenschen lebt.)

@1440. Esther: Gottes wichtigstes Anliegen ist die Liebe. “Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.” (1.Johannes 4,16)

Nils: Vielen Dank. Genau so ist. Gott und Erleuchtung (Heiligkeit) sind zwei Seiten einer Münze und das Zentrum ist die Liebe.

@1539. Luecke: Die Bibel ist eine Mythensammlung.

Nils: Richtig. So sehe ich das auch. Das alte Testament ist vorwiegend eine Mythensammlung. Die Mythen dienen der Beschreibung des Weges zur Erleuchtung. Das neue Testament, auf dem das Christentum wesentlich fusst, ist allerdings keine Mythensammlung. Die Bergpredigt als wichtigster Teil des neuen Testamentes ist eine direkte Anleitung für den spirituellen Weg. Ihre Aussagen entsprechen den Erkenntnissen auch vieler heutiger Erleuchteter.

Jesus als einziger Weg?
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Todoroff (dogmatischer Christ): Jesus Christus sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch Mich.

Nils: Dieser Satz wird von vielen Christen missverstanden. Jesus sagt damit nicht, dass er der einzige Erleuchtete und der einzige Weg zu Gott ist. Dann hätte Jesus bewusst spirituelle Meister wie Abraham, Moses und Johannes den Täufer als falsche Propheten denunziert. Jesus wollte keine eigene Religion gründen. Er erklärte ganz eindeutig: "Ich bin nicht gekommen das Gesetz (die Lehre) von Moses oder den Propheten aufzulösen, ich bin gekommen um es zu erfüllen."

Jesus sah sich als einen Menschen, der die Gebote der Bibel (von Moses bzw. den Verfassern des alten Testamentes) spirituell verwirklicht hat. Er wollte die Juden wieder zum urspünglichen Sinn der Bibel zurückführen. Er wollte sie zum echten spirituellen Üben bringen. Viele Juden hatten sich in einer dogmatischen Auslegung der Vorschriften verrannt und verfehlten den wahren Sinn.

Ohne erleuchtete Lehrer neigt jede Religion dazu sich im Laufe der Zeit dogmatisch zu verhärten. Die Aufgabe der Erleuchteten ist es, die Menschen wieder zum echten spirituellen Üben zu bringen. So sind die Worte "Ich bin der Weg" zu verstehen. In der Bibel steht nicht, dass Jesus der einzige Weg ist. Jeder Erleuchtete ist ein Weg zu Gott (in das Erleuchtungsbewusstsein). Wenn wir die Worte von ihrem Sinn her verstehen, dann verweisen sie auf die Notwendigkeit eines erleuchteten Meisters für das effektive spirituelle Üben. Die Wüstenväter (der heilige Antonius) besaßen diesen Grundsatz noch und waren deshalb erfolgreich auf ihrem spirituellen Weg. Später hat die christliche Kirche diesen Grundsatz fälschlicherweise aufgegeben.

Wer seine Religion als die einzig wahre bezeichnet, verstärkt die Gewalt auf der Erde. Wenn wir diesen Weg nicht beenden, wird es ewig religiös motivierte Kriege auf der Welt geben. Wenn eine Religion denkt, dass nur sie recht hat, muss sie letztlich alle Andersgläubigen körperlich oder geistig erschlagen. Eine enge Auslegung des Satzes "Ich bin der Weg" ist falsch.

Ich verweise noch einmal auf meine zum Gottesbeweis geschriebenen Worte: "Gott als Sohn ist jeder Erleuchtete. Er verkörpert das Gottesbewusstsein. Es gibt viele erleuchtete Menschen auf der Erde. Die Tatsache der Erleuchtung ist wissenschaftlich gut zu beweisen. Man kann die Erleuchteten befragen und ihre besonderen Fähigkeiten messen. Die Christen müssen sich allerdings von der Idee verabschieden, dass Jesus der einzige Erleuchtete (Sohn Gottes) ist. Diese Idee ist psychologisch verständlich, wissenschaftlich aber völlig unhaltbar. Jedes kleine Kind denkt, dass sein Vater der Größte ist. Wenn man erwachsen wird, erkennt man, dass es viele Väter gibt, ebenso wie es viele Erleuchtete gibt."

Üben und Gnade
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Todoroff: Wir sind aus Gnade gerettet. Gnade aber kann man sich nicht erarbeiten.

Nils: Erleuchtung entsteht durch spirituelles Üben und durch Gnade. Erleuchtung alleine auf Gnade zu reduzieren, ist ein schwerer Irrtum. Er fördert die spirituelle Faulheit. Die falsche Gnadenlehre war der größte Fehler von Martin Luther. Sie muss schnellstens von der evangelischen Kirche überwunden werden. Die katholische Kirche macht es besser. Sie weiß, dass man intensiv üben muss, wenn man einen großen Gewinn im Jenseits haben will. Sie hat die Klöster nicht wie Martin Luther abgeschafft, sondern als Orte des intensiven Übens bewahrt.

Der Dalai Lama lehrt: "Erleuchtung ist harte Arbeit." Das kann ich nach zwanzig Jahren als Yogi bestätigen. Es geschieht viel Gnade, aber Gott liebt keine faulen Anhänger. Jesus hat erklärt: "Wer an mich glaubt, kommt in den Himmel." Damit ist ein echter und tiefer Glaube gemeint. Ein Nichterleuchteter ist zu einem vollständigen Glauben nicht in der Lage. Der Dalai Lama vertritt die Zwei Hände Lehre. Die eine Hand ist die Hand des Schülers und die andere die Hand des Meister. Nur wenn beide Hände kräftig zupacken, kann der Meister den Schüler bei dessen Tod in die Lichtwelt ziehen. Nur wenn beide hart arbeiten, gelingt der große Durchbruch ins Licht.

Zum intensiven spirituellen Üben noch einige Sätze aus der Bergpredigt: Selig werden die nach Gerechtigkeit Hungernden sein, denn sie sollen satt werden. Selig werden die innerlich Reinen sein, denn sie werden Gott schauen. Erklärung von mir: Gerechtigkeit bedeutet in der Bibel Richtigkeit. Nach dem richtigen Leben zu hungern, heißt nach einem Leben im Licht zu hungern. Innerlich rein wird man durch das konsequente spirituelle Üben. Um die inneren Verspannungen aufzulösen, braucht man Übungen für den Körper (Gehen, Meditation) und Übungen für den Geist (Lesen, Gedankenarbeit). Wer jeden Tag ausreichend spirituell übt, gelangt eines Tages ins dauerhafte Glück.

Jesus Christus ist ein Erleuchteter. Er saß vierzig Tage und Nächte in der Wüste. Dann kamen die Engel Gottes und dienten ihm. Wer in Gott leben will, muss meditieren können. Die Meditation ist der große Weg in ein göttliches Leben. Das hatten bereits die Wüstenväter erkannt und lebten als christliche Yogis meditierend in der Wüste. Im Thomas-Evangelium steht: "Es sind die Einsamen, die in das Brautgemach eintreten werden. Sucht einen Ort der Ruhe." Und das Phililipus-Evangelium ergänzt: "Es ist nötig, dass jeder der Jünger in seine Ruhe eingeht. Aus der Kraft heraus tut ein Christ seine Werke; aber durch die Ruhe (Meditation) erzeugt er das Licht in sich (das göttliche Kind)."

Buddhas, Götter und Atheisten
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Alf fragt den frommen Yogi: "Einen Buddha vergöttlichen, hieße ihn verniedlichen!" ?

Nils: Was sagt der fromme Yogi zur Verniedlichung eines Buddhas? Ich finde euch alle niedlich. Ich habe euch aufgeweckt. Jetzt fangt ihr an zu denken.

Erleuchtung befindet sich in einer Dimension über den Gegensätzen. Wirklich begreifen kann man sie erst, wenn man sie selbst erfahren hat. Vorher ist alles nur niedliches Gerede. Aber es kann unerleuchteten Philosophen manchmal helfen, den Weg der Wahrheit und Weisheit zu finden. Gott ist ein Mysterium.

Wie erkläre ich das Mysterium meinen unerleuchteten Freunden? Erleuchtung besteht aus Leere und Einheit. Erleuchtung ist nicht nur schön, witzig oder niedlich. Erleuchtung bedeutet das Erlöschen des Egos. Und das ist zunächst einmal schmerzhaft. Man muss zuerst durch eine Dimension der Trauer hindurch, wenn man ins Glück gelangen will. Der Weg ins Licht führt durch die Dunkelheit. Und dann existieren Licht und Dunkelheit gleichzeitig. Beides ist in Gott vorhanden. Nach meiner Erfahrung überwiegt auf dem Weg in ein Leben in Gott zuerst die Trauer und dann das Glück. Man spürt die Trauer kaum noch, aber sie ist immer auch da. Das ist der tiefere Inhalt der Aussage: "Selig sind die Trauernden."

Volker: Für mich war das Alleinheits-Erlebnis sogar ein Grund, an Gott zu zweifeln: Ich war eins mit dem Universum, und da war kein Gott. Ob man Atheist ist oder nicht hängt sicher auch davon ab, wie man Gott definiert: Wenn man es im Sinn des Pantheismus macht, bin ich kein Atheist. Nimmt man irgendeine Definition des Christentums, die von einem selbstständig existierenden numinosen Wesen ausgeht, dass das Universum erschaffen hat, bin ich ganz sicher Atheist.

Nils: Es kommt darauf an, wie man Gott definiert. Die Einheitserfahrung von Volker beweist, dass es ein höheres Bewusstsein gibt. Volker erwartete vielleicht einen persönlichen Gott zu treffen und wurde darin enttäuscht. Nach der Lehre des Yoga ist Gott keine Person, sondern eine höhere Bewusstseinsdimension, die mit den Worten Frieden-Einheit-Glück (Sat-Chid-Ananda) beschrieben werden kann. Da Volker das erfahren hat, ist er dadurch zu einem Zeugen für die Sichtweise des Yoga geworden.

Im Christentum sollten die Priester im Idealfall erleuchtet (Heilige) sein. Dann könnten sie bei der Eucharistie auch echte Erleuchtungsenergie (den heiligen Geist) übertragen. Das ist durch die Besucher spürbar. Die Energie im Raum fühlt sich deutlich anders an. Innerlich entstehen Frieden, Liebe und Glück. Als christliches Beispiel verweise ich auf Frere Roger aus Taize, den ich einmal persönlich auf dem Kirchentag in Hamburg erlebt habe. Wenn ein Priester spirituell fortgeschritten ist, kann er seine Anhänger ins Licht mitziehen.

Von den Wüstenvätern gibt es einen schönen Ausspruch. Ein junger Mann fragt einen alten Einsiedler, wie er Gott erfahren kann. Der alte Mann rät ihm: "Geh in die Abgeschiedenheit und bete." Der junge Mann befragt vorsichtshalber noch einen zweiten Eremiten. Der erklärt: "Lebe in der Abgeschiedenheit und bete nicht." Jetzt ist der spirituelle Schüler völlig verwirrt und geht zum Obereremiten. Dort bekommt er die Weisheit: "Was die beiden dir gesagt haben, ist richtig." Gott visualisieren (Mantras, Lesen, Gebete) und alle Gottesvorstellungen loslassen (Zen-Meditation) führt beides jeweils im richtigen Moment und im richtigen Maß praktiziert in das Mysterium Gottes.

Josef: Es gibt kein Paradies auf Erden und kein Glück. GOTT hat den Menschen in diese üble Welt gesteckt, damit er erlebe und erfahre, was es mit Gut und Böse auf sich hat. Damit der Mensch wisse wofür er sich entschieden hat, wenn ihn GOTT am Ende des irdischen Lebens nach seiner Entscheidung fragt.

Nils: Das absolute Paradies wird es auf der Erde nicht geben. Es gibt in einer materiellen Welt immer den Tanz der Gegensätze. Ganz ohne Leid geht es auf der Erde nicht. Aber es geht mit viel weniger Leid. Nach Sai Baba sind 2/3 des Leidens auf der Erde durch die Menschen selbst verursacht. Das können wir überwinden. Ansonsten kann man sich auch etwas innerlich von der äußeren Welt abschirmen. Man kann durch spirituelle Übungen ein Paradiesbewusstsein entwickeln. Man kann es lernen positiv zu denken. Ein Mensch kann sein Bewusstsein bereits auf der Erde zur Erleuchtung hin entwickeln. Das ist hilfreich, wenn die Seele nach dem Tod des Körpers ins Jenseits gelangt.

Im Jenseits gibt es Paradiesbereiche, in denen ein sehr glückliches Leben möglich ist. Mögen wir alle dort hin gelangen, selbst wenn wir nicht daran glauben. Nicht der Glaube ist entscheidend, sondern das äußere und innere Verhalten eines Menschen auf der Erde.

Im Jenseits gibt es verschiedene Bereiche. Ich traf bei einer Reise in eine Paradiesdimension Heilige (Erleuchtete) verschiedener Religionen. Einmal gelangte ich bei einer Meditation ins höchste Brahman (Satyaloka, Ort der höchsten Wahrheit). Dort erfuhr ich eine umfassende Liebe, ein unermeßliches Glück, die vollständige Egoauflösung und absoluten inneren Frieden. Interessant ist, dass ich dort keine anderen Seelen getroffen habe. Entweder nimmt man dort nur sich selbst wahr oder ich war einfach momentan nur zu stark mit meiner eigenen Erfahrung beschäftigt.

Das höchste Ideal ist es im Yoga im Licht (Gott) zu ruhen und gleichzeitig seine Einzelseele zu bewahren und damit seinen Mitwesen zu helfen. Man lebt gleichzeitig im Licht (Gott) und im äußeren Handeln. Man verbindet Meditation und Handeln miteinander. Das ist die Lehre von Padmasambhava, des Begründers des tibetischen Buddhismus.

Josef: Macht Yoga den Menschen gut?

Nils: Yoga macht den Menschen gut. Die zehn Yoga-Gesetze von Patanjali ähneln sehr den zehn Geboten von Moses. Wer seinen inneren Frieden pflegt, sein inneres Glück entwickelt und in der umfassenden Liebe lebt, wird ein guter Mensch. Selig sind die Guten. Es ist glücklicher ein guter als ein schlechter Mensch zu sein. Das ist das klare Ergebnis der aktuellen Glücksforschung.

Ein Atheist trifft Jesus
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Nylen: Würde mir Jesus begegnen hätte ich ihm einiges mitzuteilen. Viele kritisieren die Christen mit Zitaten aus dem alten Testament. Ich denke das ist Unfug. Das Neue am neuen Testament ist ja eben der Bruch mit dem alten. An anderer Stelle habe ich mich stark gemacht anzuerkennen, dass Jesus tatsächlich gelebt und gewirkt hat und dass viele Aussprüche in den Evangelien tatsächlich auf ihn zurückgehen.

Nils: Sehr gut.

Nylen: Eine Prämisse habe ich allerdings als Atheist, nämlich die, dass Gott nicht existiert.

Nils: Dann kannst du Jesus in der Tiefe nicht erfassen. Einigen wir uns darauf, dass Gott als Person nicht existiert. Nehmen wir desweiteren an, dass es die Erleuchtung gibt und dass Jesus erleuchtet war. Dann können wir gut über deine Thesen diskutieren und den wahren Kern des Evangeliums herausarbeiten.

Nylen: Würde mir Jesus also begegnen würde ich ihm erstmal vorwerfen, das er Familien zerstört. Jesus war ja ein Menschenfischer wie immer wieder betont wird. Jesus sagte zu neuen Anhängern. "Lass alles stehen und liegen und folge mir nach" und "Vergiss Vater und Mutter und Geschwister, denn sie sind nicht deine himmlischen Eltern und Geschwister".

Nils: Wer schnell zur Erleuchtung gelangen will, braucht dafür viel innere und auch äußere Ruhe. Es geht Jesus nicht um die Zerstörung der Familien, sondern um die Schaffung der Bedingungen für ein schnelles spirituelles Wachstum seiner Anhänger.

Nylen: Jesus lehrt: Liebe deinen Feind. Ist das eine gute Handlungsethik? Ich denke Nein. Warum zum Teufel sollte ich Adolf Hitler lieben, oder andere Menschheitsverbrecher. Hier fiele mir auch sofort der altestamentarische Gott ein.

Nils: Es geht hier primär nicht um äußeres Handeln, sondern um die Erleuchtung. Erleuchtung ist innere Harmonie. Dafür ist die geistige Harmoniesierung aller äußeren Erscheinungen wichtig. Innnere Harmonie entsteht, wenn ich in allen Wesen Gott sehe, mich selbst sehe, sie auf einer tiefen Ebene liebe. Auf der äußeren Ebene ist es durchaus sinnvoll und erlaubt, sich effektiv abzugrenzen. Darüber gibt es im Buddhismus viele Debatten. Ich darf und muss einen Mörder am Morden hindern.

Nylen: Jesus lehrt: Wenn dich jemand auf die eine Wange schlägt, halte ihm auch die andere hin. Das heisst für mich. Wenn ich vergewaltigt werde, sollte ich dem Vergewaltiger auch noch einen Blasen. Bitte?

Nils: Hier gilt das oben Gesagte. Auf einer höheren spirituellen Ebene ist Gewaltlosigkeit ein wichtiger Grundsatz. Auf der Handlungsebene muss man im Einzelfall entscheiden. Um seinen inneren Frieden zu bewahren, kann es hilfreich sein einem Gegner auch einmal nachzugeben. Gegen eine Vergewaltung sollte man sich wehren, wenn es möglich ist.

Nylen: Jesus lehrt: "Nicht dass du jemanden etwas zu Leide tust, sondern dass du es bloß denkst, ist schon Sünde." Sorry. Aber nur weil jemand mal etwas Übles denkt, ist er kein übler Mensch.

Nils: Für die Erleuchtung kommt es auf das Denken an. Wer positiv denkt ist doppelt so glücklich wie ein negativ denkender Mensch.

Nylen: Jesus lehrt, dass er Sünden vergeben könne, bzw. das Gott Sünden vergeben würde. Wenn ich jemandem die Fresse einhaue, dann kann ER mir vergeben, aber kein anderer, weder Jesus noch Gott.

Nils: Sünden vergeben bedeutet, einen Menschen zur Verzeihung sich selbst gegenüber zu bringen. Jesus hilft den Menschen Schuldgefühle loszulassen und zum inneren Frieden zu kommen.

Nylen: Jesus lehrt das Königreich Gottes. Der dort beschriebene Gott ist ein liebevoller Diktator. Schön, dass er so lieb und nett ist, aber er bleibt ein Diktator. Ein Alleinherrscher, der eifersüchtig darauf bedacht ist neben sich keinen anderen zuzulassen. Und unter sich nur willfährige Diener will. Ich aber bin ein Demokrat. Diktatoren bringen mich zum Erbrechen.

Nils: Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension. Deine These beruht auf einem Mißverständnis.

Nylen: Jesus lehrte, dass Gott noch zu Lebzeiten seiner Jünger eingreifen würde, das Königreich des Himmels auf Erden zu errichten. Offensichtlich hat er sich fundamental geirrt, der Herr Jesus.

Nils: Das Königreich des Himmels ist in einem Menschen und nicht außerhalb. Für eine glückliche Welt ist die Menschheit selbst zuständig. Innerlich hat Jesus allen seinen Jüngern geholfen zur Erleuchtung zu kommen.

Nylen: Jesus war kein weiser Mann. Ein weiser Mann lehrt seine Schüler eigenständig zu denken. Jesus in den Evangelien warnt ausdrücklich davor, auch nur einen Jota von seinen Lehren abzuweichen.

Nils: Jesus wollte einen Rückfall in die Unweisheit verhindern. Grundsätzlich führte Jesus seine Anhänger zum eigenständigen Denken. Sie durften sich selbst für oder gegen den spirituellen Weg entscheiden. Eine Zwangsbekehrung gab es bei Jesus nicht.

Nylen: Jesus sagt, gebt Gott was Gott gebührt und dem Kaiser was dem Kaiser gebührt. Wiederum keine besonders tolle Position. Es ist die völlige Akzeptanz und Unterwerfung unter Diktatoren.

Nils: Gebt eurer Psyche, was eure Psyche braucht und dem Staat, was der Staat braucht.

Nylen: "Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension." Wirklich? In der Bibel ist das doch recht eindeutig. Ich fürchte eher du interpretierst etwas hinein, was aus deiner Yogi-Erfahrung stammt.

Nils : Johannes-Evangelium 4,24: "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." Thomas-Evangelium: "Gott (das Königreich) ist in eurem Inneren, und er ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennt, dann werdet ihr wissen, dass ihr die Söhne Gottes seid (Nils: Gott sehen). Ich bin das Licht, das über allem ist. Spaltet das Holz und dort bin. Hebt einen Stein auf und ihr findet mich darunter." Diese berühmte Stelle deutet darauf hin, dass Gott alles und überall ist. Er ist das höhere kosmische Informationsfeld (Bewusstseinsfeld), dass in allen Wesen und gleichzeitig über allem ist.

Das Missverständnis von Gott als Person ist entstanden, weil es zur Erklärung der höheren Bewusstseinsdimension (Transzendenz) einen personalen und einen abstrakten Ansatz gibt. Beide sind in der Bibel enthalten. Sie verweisen aber beide auf Gott als Erfahrung eines Erleuchteten (Propheten). Im Christentum wurde lange der kosmische Gottesansatz unterdrückt. Das Thomas-Evangelium wurde im 4. Jahrhundert von den Päbsten aus machtpolitischen Gründen vernichtet. Einige Christen haben die Schriftrollen in Tontöpfen in Höhlen versteckt. 1945 tauchte es durch die Funde von Nag Hammadi wieder auf. Es gehört zur Bibel wie alle anderen Evangelien.

 

Eine nette Begrüßung
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Rudi: Irgendwie bist Du hier falsch.

Nils: Danke für die freundliche Begrüßung.

Rudi: Wenn Du missionieren willst, bist Du hier sicher falsch.

Nils: Keine Angst, ich will nicht missionieren. Ich habe über etwas nachgedacht und möchte mit euch darüber diskutieren.

Dwain: Ich finde es ja gut, wenn du von deinem Weg überzeugt bist. Aber ich bitte dich inständigst darum davon abzulassen andere Menschen leiten zu wollen.

Nils: Warum sorgst du dich so um deine Mitleser? Die Leser heutzutage können selbst denken. Sie haben genug Verstand um selbst zu entscheiden, ob und was sie von meinen Argumenten gut oder schlecht finden. Ich habe das Recht meine Argumente zu posten. Du hast das Recht etwas dagegen zu sagen. Ich leite keinen. Jeder leitet sich selbst. Und das ist gut so.

Dwain: Mir fehlt bei dir einfach das "ich liege total falsch" Element.

Nils: Dafür haben wir dich hier.

plotin: Du verneinst zwar deine missionarische Absicht, doch durch deine Aussage "Ich verzichte gern auf das Attribut wissenschaftlich" entlarvst du dich doch als nichts anderes als einen Missionar der durch die Hintertür kommt.

Nils: Na gut. Damit du glücklich bist, hebe ich den Verzicht auf das Attribut "wissenschaftlich" wieder auf. Damit bin ich also kein Missionar mehr, sondern ein Wissenschaftler in diesem wissenschaftlichen Forum mit einer Mindermeinung. Ein Missionar möchte ich wirklich nicht sein, sonst erschlagt ihr Heiden mich noch. Gott verhüte das.

Philosophyofscience (Philosophieprofessor): Nils. Hallo und willkommen hier. Ehrlich gesagt bin ich nach einem langen Arbeitstag zu müde, um hier jeden Punkt einzeln zu widerlegen oder begründet anzuzweifeln.

Nils: Ehrlich gesagt bin ich nach der Begrüßung in diesem Forum auch ziemlich müde. Du brauchst nicht jeden einzelnen Punkt zu widerlegen. Es genügt mir einige kleine Hilfestellungen zu erhalten, damit ich mich nicht weiter auf meinen Irrwegen verlaufe.

Philosophyofscience: Wo bleibt bei einem solchen Beweis z.B. die geforderte intersubjektive Objektivierbarkeit?

Nils: Man kann die besonderen Fähigkeiten der Erleuchteten messen, wie es von der amerikanischen Glücksforschung getan wird (zum Beispiel bei Matthieu Ricard, der daraufhin vom Time Magazin zum glücklichsten Menschen auf der Welt erklärt wurde). Der Hauptbeweis läuft über die Zeugenbefragung.

Philosophyofscience: Ich kann/möchte nicht sagen, dass definitiv ausgeschlossen ist, was Du oben postulierst. Aber ein BEWEIS ist das mitnichten. Das ist eine hochgradig spekulative und stellenweise unplausible Ansammlung von Halbwissen, selektiver und unkritischer Quellenauswahl und Wunschdenken. Schon die Durchschlagsmöglichkeit prinzipieller Quantenphänomene auf das komplexe System Gehirn ist heftig umstritten – einen ominösen Geist anzunehmen, der dann über allem steht und dadurch auf das Gehirn einwirkt, ist abstrus. Der Geist ist allem Anschein nach ein emergentes Phänomen, das aus den neuronalen Wechselwirkungen resultiert. Es ist keine ontologische Entität, die ihrerseits aktiv Einfluss nimmt.

Nils: Das ist reine Spekulation. Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist es, dass sie nicht wirklich etwas über die Entstehung des Geistes weiß. Was abstrus ist oder nicht, werden möglicherweise zukünftige Wissenschaftler klären.

Philosophyofscience: Gott als (wie auch immer geartetes) abstraktes kosmisches Bewusstsein ist – bei einem entsprechend komplexen ontologischen Überbau nicht leicht zu wiederlegen.

Nils: Danke für diese Aussage. Das haben meine atheistischen Freunde auch schon festgestellt.

Philosophyofscience: Zum gegenwärtigen Stand der Forschung ist es sehr plausibel, wenn auch nicht erwiesen – die Vorstellung eines Gottes neurotheologisch und evolutionsbiologisch zu erklären.

Nils: Diese Worte wollte ich hören: "Es ist nicht erwiesen!" Es gibt die Erleuchtung, und deshalb sind alle evolutionsbiologischen und neurotheologischen Gotteserklärungen falsch.

Philosophyofscience: Die Tatsache der Erleuchtung ist in keinster Weise wissenschaftlich bewiesen. Bitte konkrete Studien, Formeln, Gesetze etc.

Nils: Hier kommen wir zum Kern des Ganzen. Einem Erleuchteten zu erklären, dass die Erleuchtung in keinster Weise wissenschaftlich bewiesen ist, ist abstrus. Es gibt tausende von Zeugen für die Erleuchtung. Es gibt tausende von Büchern und Berichten. Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen zu den Erleuchteten. Es ist nicht meine Aufgabe sie alle zu suchen und vorzulegen. Beauftrage damit einfach einen deiner wissenschaftlichen Assistenten. Ich kann nichts dafür, dass die Philosophie sich bisher mit dem Thema Erleuchtung kaum beschäftig hat. Ich teile gerne mein Wissen über die Erleuchtung, soweit daran ein ernsthaftes Interesse besteht. Zunächst verweise ich erstmal auf die amerikanische Glücksforschung, die viele Erleuchtete und Gotteserfahrungen untersucht hat.

plotin: Hi Yogi Nils!! Deine Meinung und dein Glaube in ehren, aber das einzig bemerkenswerte an deinem Beitrag ist, dass du dir die Mühe gemacht hast, ihn hierhin zu schreiben. Denn was beinhaltet dein Beitrag, was nicht schon andere (Augustinus, Anselm, Thomas v. Aquin usw.) vor dir gedacht haben?

Nils: Du hast meinen Gottesbeweis noch nicht wirklich verstanden. Vielleicht können wir das in der zukünftigen Diskussion noch klären. Mein Gottesbeweis vertieft Amit Goswami. Er beruht auf Fakten. Ich befürworte den von Philosophyofscience geschriebenen Satz: "ich denke schon, dass es möglich sein kann, etwas in dieser Richtung zu „beweisen“ – ob das über die Quantenphysik (oder nicht eher Quantengraviation, Stringtheorie etc. – also die Vereinigung von Quantenphysik und Relativitätstheorie) laufen muss, weiß ich nicht."

Klärung der Grundlagen
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Philosophyofscience: Reine Fallbeispiele von „Erleuchteten“ haben keine Aussagekraft. Dafür müssen überprüfbare Belege vorhanden sein – und die gibt es in dem Zusammenhang nicht.

Nils: Natürlich gibt es Fallbeispiele mit Aussagekraft. Natürlich gibt es überprüfbare Belege. Konstruierte, frei ausgedachte Geschichten von Gott, Heiligen und Erleuchteten haben keine Aussagekraft. Aber echte Lebensberichte von Erleuchteten sind überprüfbare Belege. Labortests von Erleuchteten sind überprüfbare Belege. Feldforschung (Besuche, Beobachtung) an lebenden Erleuchteten ist ein Beleg für die Existenz der Erleuchtung. Es gibt tausende überprüfbarer Belege.

Philosophyofscience: Oder möchtest Du die Bibel und andere religiöse Schriften als empirisch-wissenschaftlich-verwertbares Material heranziehen? Wenn ja, wie ist das dann zu deuten? Gottes Wort in Menschensprache? Können die ursprünglichen Autoren irren? Können die Interpreten irren? Bei Widersprüchen innerhalb der Schriften – wem ist zu glauben? Müssten solche Schriften bei einer realitätsbezogenen Ausrichtung nicht auch konkret überprüfbare Aussagen treffen?

Nils: Das möchte ich. Nach meiner Eingangsthese gründen sich alle echten Religionen auf einen Erleuchteten. Die Kerntexte der meisten Religionen stammen deshalb von einem Erleuchteten. Sie bezeugen den Zusammenhang von Erleuchtung und Gottessicht.

Buddha war erleuchtet. Jesus war erleuchtet. Patanjali (Yogabegründer) war erleuchtet. Moses (oder die Verfasser der ihm zugeschriebenen Texte) war erleuchtet. Laotse war erleuchtet. Sokratres war erleuchtet. Epikur war erleuchtet. Epiktet war erleuchtet. Der Dalai Lama ist erleuchtet. Matthieu Ricard ist erleuchtet (er stellte sich für viele Untersuchungen zur Verfügung). Viele heute lebende Menschen sind erleuchtet.

Ich bin leider nicht erleuchtet. Aber ich habe die Erleuchtung erfahren. Ich kann deshalb beurteilen, wie die Texte der Erleuchteten auszulegen und welche Texte echt sind. Wer keine Erleuchtungserfahrung hat, kann die Texte nicht wirklich beurteilen. Ein Philosoph ohne Erleuchtung kann die religiösen Texte in der Tiefe nicht begreifen. So ist das einfach. Man sollte die religiösen Texte von den Menschen auslegen lassen, die etwas von Spiritualität verstehen.

Ist die Bibel Gottes Wort? Ja, wenn Gott das tranzendente Bewusstsein ist, zu dem die erleuchteten Verfasser (Jesus, Moses, die erleuchteten Propheten) Kontakt hatten. Auch Erleuchtete sind Menschen und können Dinge unterschiedlich beurteilen. Es gibt viele Ebenen der Erleuchtung. Je höher erleuchtet ein Mensch ist, um so klarer sieht er die Dinge. Leider nimmt mit dem Grad der Erleuchtung auch die Verständigungsfähigkeit ab.

Die Interpreten können natürlich dann irren, wenn sie nicht erleuchtet sind oder nicht wenigstens eine Erleuchtungserfahrung haben. Und tun es meistens auch. Ein blindes Huhn findet nur selten ein Korn. Ein blinder Professor führt auch seine Studenten in Verwirrung. Widersprüche innerhalb der Schriften sind nach meiner Erfahrung von der Erleuchtung her auszulegen und klären sich dann meistens.

Kann ich alles erklären? Wie sollte ich unerleuchteten Menschen vollständig die Erleuchtung erklären? Dann würden sie durch das Gespräch zur Erleuchtung kommen. Das praktiziert Gangaji manchmal erfolgreich. Meine geringen Fähigkeiten übersteigt es vollständig. Dazu solltet ihr die großen Erleuchteten aufsuchen. Leider sind sie meistens nicht so kommunikativ wie ich.

Nach meiner Ansicht sind die Aussagen der heiligen Schriften und der Erleuchteten vielfältig überprüfbar. Wie was überprüft werden kann, muss im Einzelfall herausgefunden werden. Es geht hier wie gesagt nicht um Missionierung, sondern um Wissenschaft. Wissenschaft ist ergebnisoffen, rational und ein ständiges Experiment. Das Wissen ist unbegrenzt. Das gilt gerade für Gott und die Erleuchtung.

Rudi: Ist das geistiges Licht?

Nils: Ist Erleuchtung geistiges Licht? Ich definiere es als spirituelle Energie. Wissenschaftlich ist derzeit sehr umstritten, ob es sowas gibt und was es genau ist. Ist es nur eine psychische Tatsache? Hat es physikalische Eigenschaften? Nach meiner Erfahrung fühlt sich die spirituelle Energie wie Licht, Wasser oder ein Magnetfeld an. Es ist Bewusstseinsenergie. Sie ist mit den Eigenschaften Frieden, Glück und Liebe verbunden. Ich meine, dass ich die Energie auf andere Menschen übertragen und die Energie anderer Menschen spüren kann. Für mich ist sie eine äußere physikalische Substanz, die gleichzeitig ein Teil meines Selbst ist.

Literatur zur Erleuchtung
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Philosophyofscience: Wenn es dafür tausende Belege gibt, dann zeige mir doch mal bitte entsprechende Studien, Forschungsergebnisse, peer reviewed paper etc. – und zwar solche, bei denen man begründet von „erleuchtet“ sprechen kann. Ich hoffe, es ist klar, dass nur wissenschaftlich seriöses Material zählt...

Nils: Der beste aktuelle Erleuchtungsbericht stammt von der Ärztin Pyar Troll (Reise ins Nichts. Geschichte eines Erwachens, 5. Aufl. 2004).

Weitere gute Bücher sind:

Annelie Tacke/ Eremitin im Himalaya (die Lebensgeschichte der deutschen Yogini Rose Schmitt).

Vicki Mackenzie/ Das Licht, das keinen Schatten wirft (die Lebensgeschichte der buddhistischen Yogini Ani Tenzin Palmo. Sie hat wie Rose viele Jahre als westliche Frau in einer Höhle im Himalaya gelebt und arbeitet jetzt im Westen als erleuchtete Meisterin.) Selbst von Ani Tenzin Palmo ist das Buch "Weibliche Weisheit vom Dach der Welt" (Taschenbuch 2002).

In Deutschland lebt die erleuchtete indische Yogini Mutter Meera/Antworten. Ein kleines Taschenbuch aus Satsang-Gesprächen. Gut um Mutter Meera kennenzulernen. Es gibt auch noch zwei weitere Bände.

In Deutschland lebt auch die erleuchtete deutsche Yogini Sri Durgamayi Ma/Morgen Darshan.

Matri Lila, Shri Anandamayi Ma. Ihr Leben und ihre Lehre. Ein spannendes und humorvolles Buch einer großen erleuchteten Meisterin der heutigen Zeit.

Mata Amritanandamayi, Mutter der unsterblichen Glückseligkeit. Die Lebensgeschichte von Amma.

Dalai Lama, Howard Cutler/Die Regeln des Glücks. Die Lebensgeschichte des Dalai Lama gibt es in Dalai Lama/Das Buch der Freiheit. Leider schreibt er nichts über seine Erleuchtungserfahrungen.

Humorvolle und spannende Geschichten über Neem Karoli Baba gibt es in dem Taschenbuch von Ram Dass/Subtil ist der Pfad der Liebe. Karoli Baba war ein kleiner dicker Yogi zur Hippiezeit. Sein bekanntester Schüler im Westen ist der geniale Musiker Krishna Dass, der regelmäßig nach Deutschland kommt. Und auch der Psychologieprofessor Ram Dass ist sein Schüler (Schrot für die Mühle, 1995).

Tiefgehend ist Swami Muktananda/Spiel des Bewusstseins. In der Autobiographie beschreibt er seinen Weg zur Erleuchtung.

Swami Sivananda/Sadhana. Dieses ziemlich dicke Buch enthält das spirituelle Wissen von Swami Shivananda. Ich habe eine Zeitlang jeden Tag zwei Seiten darin gelesen und mich so gut in die Weisheit des indischen Yoga eingearbeitet. Seine Lebensgeschichte gibt es in dem kleinen Taschenbuch von Karl Elberg/Swami Shivananda, Von einem der auszog das Glück zu verschenken.

Ein erleuchteter Christ ist Frere Roger aus Taize. Über und von ihm gibt es viele Bücher.

Schön ist die Biographie von Gangaji/Ein Leben wie Du (2004).

Eine Übersicht über die wichtigsten westlichen Erleuchteten bieten Dietmar Bittrich und Christian Salvesen mit "Die Erleuchteten kommen" ( 2002).

Peer Reviewed Paper
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Philosophyofscience: Wie bitte? Das nennst Du "entsprechende Studien, Forschungsergebnisse, peer reviewed paper etc." oder "wissenschaftlich seriöses Material"? Weißt Du denn, was z.B. ein peer reviewed paper ist? (Nils: Jetzt ja) Weißt Du, was eine wissenschaftliche Publikation ist?

Wikipedia peer reviewed paper: Als Reviewed Paper wird eine wissenschaftliche Publikation oder ein Beitrag zu einem Tagungsband bezeichnet, der vor dem Druck durch einen oder mehrere Experten des Fachgebietes (Peer, Gutachter) positiv begutachtet wurde. Vorteile dieses "Peer Review" sind erhöhte Qualität der Arbeiten. Die Plausibilität der Arbeit kann ebenfalls meist beurteilt werden, ihre Echtheit aber weniger. Ein Nachteil des Review ist oft die Dauer des Verfahrens, die mehrere Monate bis etwa 1 Jahr beträgt. Nachteilig ist auch, wenn ein Fachgebiet von wenigen Experten dominiert wird und davon abweichende Forschungsansätze negativ beurteilt werden. (Anmerkung Nils: Hallo!! Also haben Erleuchtete unter lauter Unerleuchteten keine Chance.)

Nils: Erleuchtungsstudien, die deinen Ansprüchen genügen, kann ich leider nicht vorlegen. Es ist nicht meine Schuld, dass die Wissenschaft sich bisher zu wenig um die Erleuchtung gekümmert hat. Du wirst mit dem Material vorlieb nehmen müssen, dass vorhanden ist.

Rudi: Diskutiere mit uns lieber Nils. Aber versuche nicht uns Deinen Glauben überzustülpen. Sage Deine Meinung. Sprich von Deiner Erfahrung. Rede über Deinen Weg. Erzähle von Dir.

Nils: So soll es sein.

Heureka: Gott lässt sich nicht beweisen, sondern erspüren.

Nils: Sei gegrüßt, Gesinnungsgenossin. Langsam werden wir mehr in diesem Forum. Streiten wir uns nicht über das Beweisen. Ich glaube, dass es einige ernsthafte Indizien für eine spirituelle Dimension im Kosmos gibt. Wichtig ist nur das Erspüren. Wichtig ist es erleuchtet zu sein. Wichtig ist es als glücklicher Philosoph wie Sokrates, Epikur oder Diogenes zu leben. Wichtig ist es in Gott zu leben.

Jack: Ich muss den Typen mit seinen erleuchteten Storys leider verteidigen. Irgendwann in der Geschichte muss eine höhere Macht (sprich Gott) gewirkt haben, wie und wer auch immer, darüber lässt sich streiten...

Nils: Was heißt hier leider? Die Weisheit ist mit uns.

Dwain: Amüsantes Gespräch

Nils: So sehe ich das auch.

(Anmerkung: Hier war die Diskussion zuende, weil Philosophyofscience weiter auf hohen Standarts beharrte und sich nicht auf eine echte Diskussion einlassen wollte. Ich war zufrieden, weil ich alle meine wichtigen Texte gepostet hatte. Die Leser dieses kleinen Philosophie-Forums hatten jetzt alle notwendigen Informationen und konnten selbständig ihren Weg des Glücks gehen, wenn sie es wollten.)

 

In der lustigen Philosophen-Welt
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Shui: So, neuartige Gottesbeweise, ich bin gespannt.

Nils: Das ist schon einmal eine positive Grundhaltung.

Shui: Ich bin nicht einmal davon überzeugt, dass Erleuchtung automatisch etwas mit Gott zu tun haben muss. Alleine das lässt deine gesamte Argumentation zusammenbrechen.

Nils: Ich zitiere Wikipedia: Erleuchtung bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete, gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird. Atheisten sprechen von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. In theistischen Religionen ist das transzendente Element stets Gott.

Shui: Das Zentrum einer Religion ist die Erleuchtung. Religion will zur Erleuchtung hinführen. Komisch, ich dachte das Christentum wäre eine echte Religion. Wie aber kann das Christentum zur Erleuchtung führen, wenn es keinerlei Möglichkeiten nennt diese zu erlangen?

Nils: Jesus hat die Erleuchtung gelehrt. Das wird in der Bergpredigt deutlich. Die Wüstenväter (die ersten christlichen Yogis etwa 400 - 600 n.Chr.) haben den christlichen Erleuchtungsweg intensiv praktiziert. Von ihnen gibt es viele Unterweisungen zum spirituellen Üben. In neuerer Zeit findet teilweise eine Rückbesinnung auf die innere Dimension des Christentums statt. Ich nenne Frere Roger von Taize, Bede Griffiths, Wiiliges Jäger und Anselm Grün.

Shui: Die erleuchteten Wesen helfen jedem Menschen, der sie geistig anruft. Und wie funktioniert das? Immerhin gibt es genug Menschen, die Hilfe gebrauchen könnten, Menschen die beten und bitten und betteln und dann trotzdem nicht voran kommen.

Nils: Das große Missverständnis in vielen Religionen besteht darin, Gott als Vater zu sehen, der dafür sorgt, dass es seinen Kindern äußerlich gut geht. Es geht aber in der Spiritualität um das innere Glück. Erleuchtung ist inneres und nicht äußeres Glück. Ein Mensch wächst spirituell meistens gerade am Leid. Die erleuchteten Meister wollen nicht das Ego und die Anhaftung an äußere Dinge stärken. Hilfe kommt vorrangig dann, wenn ein Mensch sich um seine innere Entwicklung bemüht.

Christ: Warum muss ein Gottesbeweis erbracht werden? Es reicht doch, wenn man die Bibel durchliest, da findet man genügend Anhaltspunkte, die von Augenzeugen niedergeschrieben wurden.

Nils: Wenn die Bibel so überzeugend wäre, warum verlieren dann immer mehr Menschen in Deutschland ihren Glauben? Warum schrumpfen die Kirchen zu Randerscheinungen in einer konsumorientierten Welt? Die heutigen Menschen denken wissenschaftlich. Sie brauchen einen wissenschaftlichen Gottesbeweis, damit sie spirituell leben können. Der Verweis auf die Bibel alleine reicht nicht aus.

Christ: Mit Christentum hat die Erleuchtung überhaupt nichts zu tun. Jesus war auch nicht erleuchtet, ich weiss nicht wo du das her hast.

Nils: Das ist ein fundamentaler Irrtum vieler Christen. Du hast einfach nur nicht verstanden, was Erleuchtung ist. Erleuchtung ist die Entwicklung der persönlichen Heiligkeit. Erleuchtung ist Leben in Gott. Erleuchtung ist das Ziel des christlichen Glaubens.

Partygänger: Gott kann sich doch selbst beweisen.

Nils : Gott beweist sich selbst durch die Erleuchteten.

Rebecca: Hast du auch eine Antwort auf die "Theodizee-Fragen"?

Nils: Selbstverständlich. Wir können Gott nicht für das Leid auf der Welt verantwortlich machen. Wenn wir es tun, haben wir nicht verstanden, was Gott ist. Gott ist der Kosmos. Gott ist ein höheres Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann man personal oder unpersonal verstehen. Dazu einige bereits gemachte Aussagen von mir:

"Das ist das Problem des personalen Gottesbegriffes. Wenn wir Gott als Person ansehen, ist das Leid auf der Welt nicht akzeptabel. Wenn wir Gott als höheres Bewusstsein ansehen, können wir einfach danach streben es auf der Erde zu verwirklichen und so die Verhältnisse verbessern. Wir können keinen anderen verantwortlich machen außer uns selbst. Der Kosmos an sich ist so wie er ist. Man kann ihn nicht durch die Begriffe gut und böse erfassen."

"Viele Menschen zweifeln an Gott, weil es so viel Leid auf der Welt und in ihrem Leben gibt. Gott als großer Vater, der seinen Kindern das äußere Leben angenehm macht, ist ein Missverständnis. Erleuchtung ist inneres Glück. Zur Erleuchtung gelangt man oft gerade durch äußeres Leid. Wer sein Ego direkt in das Leid hineinopfert/auf das Leid meditiert, transformiert sich ins innere Glück. Gott als persönliches oder unpersönliches kosmisches Prinzip möchte alle Seelen zum inneren Glück entwickeln."

Fexx: Ich vermisse bei dir die Lust am Zweifeln. Du versetzt uns hier zwar offensichtlich (;-) erfolgreich in Bewegung, aber mir persönlich fehlt im Moment jede Vorstellung, wie ein Beitrag von "uns" aussehen müsste/könnte, der Dich in Bewegung setzen würde …

Nils: Ihr habt meinen Geist durch das Chaos hier schon ziemlich in Bewegung gesetzt. Ich habe auch manchmal Zweifel, aber nicht unbedingt eine Lust am Zweifeln. Zweifel habe ich weniger an meinem Ziel der Erleuchtung. Ich kenne das Ziel und es ist gut. Ich habe auch kaum Zweifel an meinem Weg. Er funktioniert für mich gut.

Zweifel tauchen bei mir manchmal an dem Weg des Meister-Yoga auf. Gibt es die großen erleuchteten Meister? Können sie mir helfen? Das ist der schwierigste Punkt in meinem System. Letztlich kann jeder Yogi ihn auf seine Art lösen. Manche glauben an die Helfer im Himmel und manche nicht. In Indien wird im Yoga überwiegend gebetet und im westlichen Yoga überwiegend nicht. Ich behelfe mir mit einem Trick. Wenn es die erleuchteten Meister gibt, dann sind sie eins mit der Wahrheit und damit auch mit der Wahrheit in mir. Also rufe ich sie jeden Tag an, verbinde mich dann mit meiner eigenen Wahrheit und folge meinem Gefühl der Richtigkeit.

Auch im Buddhismus glauben die einen an höhere Wesen und die anderen nicht. Der Dalai Lama sagt: "Im tibetischen Buddhismus glauben wir an die Existenz höherer Wesen und dass sie uns helfen." Buddha dagegen lehrte: "Seid dir selbst eine Insel." Über diesen Punkt kann man also gut diskutieren. Es gibt hier meiner Meinung nach kein absolut klares Ergebnis.

Was ist ein spiritueller Mensch?
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ewig: Woran erkenne ich denn eigentlich einen spirituellen Menschen?

Nils: Ein spiritueller Mensch ist ein Mensch mit Liebe, innerem Frieden und innerer Weisheit. Er ist gut in Kontakt mit sich selbst. Er wird nicht von aggressiven Neurosen fremdgesteuert. Ein spiritueller Mensch muss nicht erleuchtet sein, aber er begegnet seinen Mitmenschen grundsätzlich offen, positiv und nichtaggressiv.

Sophie: Ist die Erleuchtung dauerhaft?

Nils: Nur wenige Menschen sind von Anfang an dauerhaft erleuchtet. Normalerweise taucht die Erleuchtung zuerst kurz auf, verschwindet wieder, taucht wieder auf und stabilisiert sich im Laufe der Jahre.

Shui: Das, was die Erleuchteten wahrnehmen, nennst du Gott und damit existiert eben etwas, das jemand Gott nennt. Wenn ich nun nen Papierflieger baue und den „Gott“ nenne?

Nils: Das hast du richtig erkannt. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt der Erleuchteten. Es existiert "etwas". Mit anderen Worten: "Es gibt Gott". Und Gott ist nicht ein Papierflieger, weil die Erleuchteten keinen Papierflieger wahrnehmen. Sie haben Gott eher mit den Worten Glück, Liebe, Frieden, höhere Wahrheit, Einheitsbewusstsein beschrieben.

Shui: Wenn Buddha vom Nirvana spricht, meint er etwas anderes, als der Taoist, der vom Tao spricht und wieder etwas anderes, als der Christ, der von Gott redet.

Nils: Das hast du nicht richtig erkannt. Alle Erleuchteten sehen das Gleiche und benennen es nur unterschiedlich.

glorin: Du bist auf ganzer Linie fehlgeleitet. Du arbeitest mit dem Tarot.

Nils: Ich interpretiere das Tarot psychologisch. Es hat nach meiner Ansicht nichts mit Magie zu tun, sondern mit der Entwicklung der Eigenschaften Liebe, Frieden, Weisheit, Lebensfreude und innerer Kraft.

glorin: Nils, bitte nimm mir meine harten Worte nicht allzu böse ab und beantworte trotzdem meine Fragen.

Nils: Ich bin dir nicht böse. Ich habe nichts gegen harte Worte, wenn sie ehrlich gemeint sind. Obwohl mir liebevolle Worte lieber sind. Zu einem Christen passen liebevolle Worte auch besser als aggresssive Töne. Vielen Dank, dass du meine Webseite gepostet hast. So können sich alle Leser ein eigenes Bild über mich und meine Ansichten machen. Und vor allem mein Glücksorakel (auf der Basis des Tarot) spielen und ausprobieren, ob es sie glücklich macht.

rebecca: Wenn du ein Anhänger Epikurs bist - warum willst du dann die Existenz Gottes beweisen? Die "Götter" spielen bei Epikur jedenfalls eine andere Rolle...

Nils: Nach Epikur gibt es die Götter, aber es sind vorwiegend in sich selbst ruhende Wesen. Es gibt Erleuchtete, die ruhen in ihrem Glück und kümmern sich nicht um ihre Mitwesen. Es gibt aber auch den Erleuchtungsweg der umfassenden Liebe, wie er von Jesus Christus und vielen heutigen erleuchteten Meistern (Dalai Lama, Amma, Mutter Meera, Swami Sivananda) gelehrt wird. Ich folge dem letzteren Weg. Auch Epikur wünschte eine glückliche Welt. Hierin bin ich wieder einig mit ihm.

glorin: Hm, was ist mit den anderen Wegen, z.B. Schmerzen, Trauer... sind sie für dich falsch?

Nils: Trauer ist für mich ein wichtiger Weg der inneren Reinigung.

glorin: Welches Opfer bringst du denn?

Nils: Ich bringe das Opfer im Schwerpunkt nicht für mein Ego, sondern für das Ziel einer glücklichen Welt zu leben.

Rhetorix (Atheistin): Der Beweis läuft letztlich meist darauf hinaus, dass man Gott selbst erlebt habe. Das geschieht bei Christen mithilfe einer Offenbarung, im Übrigen eher durch Erleuchtung. Fragt man nach, was denn da erlebt worden sei, so ist die Antwort garantiert etwas Unfassliches.

Nils: So ist es. Gott wird im Wesentlichen durch die Erleuchteten bewiesen. Und sie können ihre Erfahrung nur schwer weitergeben. Aber Tatsache ist: Es gibt die Erleuchtung und es gibt die Erleuchteten.

Rhetorix: Das also ist dein neuartiger wissenschaftlicher Gottesbeweis. Na, wenn's Spaß macht...

Nils: Der Gottesbeweis hat im Juni im Forum der atheistischen Buskampagne gut funktioniert. Vor mir sind alle Christen dort mit ihren Gottesbeweisen gescheitert und die Atheisten haben sich köstlich amüsiert. Dann haben wir drei Wochen intensiv über meinen Erleuchtungsbeweis diskutiert, mit einem für mich erfreulichen Ergebnis. Der Erleuchtungsbeweis ist atheistenfest. Es gibt jetzt endlich einen stabilen Gottesbeweis. Das ist aus meiner Sicht neu.

Rhetorix: Das Argument "Ich habe Gott selbst erlebt" ist doch sooo ein alter Hut!

Nils: Nein, weil die Wissenschaft inzwischen fortgeschritten ist. Erleuchtete Menschen wie Matthieu Ricard wurden von den amerikanischen Glücksforschern untersucht. Es gibt ganz klar die Erleuchtung. In der Erleuchtung erlebt man intensiv Gefühle wie Frieden, Liebe und Glück. Man sieht eine höhere tranzendente Wirklichkeit.

Rhetorix: Ich glaube dir ja durchaus, dass du in dem Zustand, den du "Erleuchtung" nennst, irgend etwas erlebt hast. Aber dieses Phänomen hat doch nicht zu dir gesagt: "Gestatten, mein Name ist Gott"! Erstens wüsstest du nicht, ob du es dir nur eingebildet hast.

Nils: Es ist keine Einbildung, weil das innere Glück von der Hirnforschung gemessen werden kann.

Rhetorix: Zweitens wüsstest du nicht, ob das Phänomen dir die Wahrheit sagt oder dich zum Narren hält.

Nils: Ich rede nicht mit Gott. Ich beschreibe nur einen höheren Bewusstseinszustand.

Rhetorix: Drittens wüsstest du nicht, ob es sich nur um deinen Gott oder den Gott aller handelt.

Nils: Alle Erleuchteten erleben einen ähnlichen Zustand. Das kann man aus einem Vergleich der verschiedenen Gottesbeschreibungen erkennen. Ich vergleiche meine Erleuchtungszustände mit dem, was in den heiligen Schriften der großen Religionen über die Erleuchtung oder Gott geschrieben wird. Es gibt nur einen Gott, aber er trägt unterschiedliche Namen.

Erleuchtung ist wissenschaftlich nachgewiesen zumindest eine psychische Realität. Das ist für mich als Glücksphilosophen entscheidend. Es gibt das große innere Glück und jeder kann es durch spirituelle Übungen erreichen. Das Zentrum der Religionen ist es einen Übungsweg zu diesem Glück anzubieten.

Darüber hinaus gibt es die Frage, ob Gott auch eine äußere Realität ist. Gibt es eine höhere Bewusstseinsebene im Kosmos? Dazu hat Amit Goswami einiges gesagt. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Dazu hat die Nahtodforschung einiges herausgefunden.

Stufen der Erleuchtung
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Partygänger: hey nils !! wann weiss man, dass man erleuchtet ist ?

Nils: Das ist eine spannende Frage. Nach meiner Ansicht gibt es viele Stufen der Erleuchtung. Auch ein normaler Mensch kann Gefühle wie Glück, Liebe und Frieden erfahren. Er kann sich im Einklang mit sich und der Welt fühlen. Eine zweite Stufe der Erleuchtung könnte man darin sehen, dass in einem besonderen Moment diese Gefühle sehr stark sind.

Eine dritte Stufe wäre es dann, wenn ein Mensch dauerhaft auf einem hohen Glücksniveau lebt. In der vierten Stufe beginnt sich das Ego aufzulösen. Der Mensch sieht mehr seine Mitmenschen als sich selbst. Er lebt mehr im Geben als im Nehmen und ist dadurch glücklicher als seine egoistischen Mitmenschen.

Eine fünfte Stufe könnte man als Gefühl der Heiligkeit definieren. Der Mensch hat einen so hohen Energiezustand, dass er sich als Heiliger empfindet. Er spürt eine große Aura um seinen Kopf und seinen Körper. Auf dieser Stufe gibt es aber noch ein Ego und ein Ich-Bewusstsein. Auf der sechsten Stufe tritt man dann ins kosmische Bewusstsein. Man verliert sein Ich-Gefühl. Man ist eins mit allem. Man ist einfach nur Bewusstsein.

Auf der siebten Stufe sieht man Gott (das Licht) in allen Wesen und überall in der Welt. Auf der achten Stufe löst sich das Gefühl einer materiellen Welt auf. Man empfindet sich als unabhängig und über der Materie stehend. Man ist frei von Freude und Leid. Auf der neunten Stufe treten vielleicht besondere spirituelle Fähigkeiten auf. Die zehnte Stufe erreicht man dann nach dem Tod, wenn man dauerhaft in der höchsten Glücksdimension im Jenseits lebt (Paradies, Gott, Satyaloka, Ort der höchsten Wahrheit nach den Yogaschriften).

Das habe ich jetzt einfach mal so spontan nach meinen Erfahrungen und meinem Wissen aufgeschrieben. Es gibt im tibetischen Buddhismus die zehn Bodhisattva-Stufen und allgemein große und kleine und mittlere Erleuchtete. Vielleicht hast du auch bessere Ideen zur Erleuchtung. Wir können ja einmal alle Vorstellungen und alles Wissen zur Erleuchtung von allen Lesern hier sammeln. Also los Leute, wie seht ihr das?

Partygänger: hallo nils !! die totale erleuchtung muss definitiv eine erfahrung sein, die alle menschlichen erfahrungsmöglichkeiten sprengt.

Nils: So ist es. Mir war danach klar, dass ich jetzt den tieferen Sinn des Lebens kenne.

Partygänger: ich stell mir immer etwas ausserkörperliches vor oder ich schweb als energiebolzen durch die milchstrasse voller unbegrenzter unbescheiblicher absoluter ultimativer psychedelischer glückseligkeit ...... es wird sich sicherlich auf jeden fall lohnen diesen zustand zu erreichen.....noch in diesem leben !!!

Nils: Erleuchtung ist gut. Erleuchtung ist sehr gut. Nach meiner Erfahrung ist sie so gut, dass es sich lohnt alles dafür zu tun. Wobei das mit dem Tun wie bereits diskutiert schwierig zu beschreiben ist. Es ist eher ein Tun des Nichtstuns (glückliches Sein), aber manchmal auch ein sehr konsequentes Tun. Je nachdem was man gerade auf seinem Weg des inneren Glücks braucht.

Als Erleuchteter ist man ein glückseliger Energiebolzen. Das kann man auf der Erde in seinem Körper und im Jenseits ohne materiellen Körper sein. Da wir hier gerade auf der Erde sind, sollten wir erstmal die Erleuchtung in unserem Körper verwirklichen. Ich bin gegen jedes Abdriften in die Außerkörperlichkeit. Man könnte Schwierigkeiten haben zurückzukommen. Deswegen kann Sex auch gut sein. Er hält einen in dem Körper. Ebenso gutes Essen oder sich mit Atheisten über Gott zu streiten. Und dabei viel Spaß zu haben.

gbg: Ich selbst hätte da zumindest zwei Vorstellungen von Erleuchtung. Zum einen denke ich, dass unsere Welt aus Gegensätzen besteht. Wenn man nun diese Gegensätze im Objekt aufhebt und das Objekt mit dem Subjekt vereint, gelangt man zum "Einen ohne ein Zweites".

Nils: Sehr gut. Das ist Erleuchtung. Transzendenz. In Gott leben. In der Einheit leben. In den Worten des Yoga Sat-Chid-Ananda (Sein - Einheitsbewusstsein - inneres Glück).

gbg: Und zum zweiten gibt es da das scheinbare Ich. Ich denke auch da könnte man eine Beziehung zu "Gott" sehen. Man könnte es zum Beispiel als Seelenfünklein Gottes betrachten.

Nils: Im Yoga sprechen wir vom kleinen und vom großen Selbst. Das große Selbst ist Gott (Brahman). Das kleine Selbst ist das Ich (Atman). Beides sind Bewusstseinsformen. Selbstverwirklichung bedeutet vom kleinen zum großen Selbst zu kommen. Gott ist nicht von uns getrennt. Erleuchtung bedeutet, das kleine Ich im kosmischen Bewusstsein aufzulösen. Dann erkennt man sich als Welle im Ozean Gottes. Und kann als Welle auf der Erde viel Spaß haben. Aber man fühlt sich nicht mehr getrennt vom Kosmos und von seinen Mitwesen.

Gott als Vitzliputzli
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Rhetorix: Du nennst also einen Bewusstseinszustand Gott. Einen Bewusstseinszustand 'Gott' zu nennen, ist aber beliebig.

Nils: Richtig. Deshalb gibt es ja so viele unterschiedliche Begriffe dafür: Tao, Nirvana, Brahman, Leere/Einheit, höheres Selbst.

Rhetorix: Genauso gut kann ich Gott als Vitzliputzli definieren.

Nils: Sehr gut. Der Name für Gott gefällt mir. Ich sehe Vitzliputzli in dir. Wollen wir zusammen Vitzliputzli verwirklichen?

Rhetorix: Hirntote kommen nicht wieder und berichten daher auch von nichts. Außer natürlich im Jenseits. Da soll es regelrechte Selbsterfahrungsgruppen geben!

Nils: Die gibt es dort. Besuchst du mich mal in meiner? In der Lichtwelt der Erleuchteten? Wenn du meinen Namen als Mantra denkst, kann ich dich zu mir ins Glück ziehen. Und dann kommen wir gemeinsam immer wieder (auf die Erde). War der Scherz jetzt zu heftig? Dann bitte ich im Verzeihung.

Shui: Die Wissenschaft weist kein Glück nach, sondern Hormone und Gehirnaktivität. Alles was du Gott und Erleuchtung nennst, sieht die Wissenschaft als biochemische elektrische Prozesse im Gehirn an.

Nils: Erleuchtung an sich geht über jede menschliche Erfahrung hinaus und kann nicht direkt wissenschaftlich untersucht und bewiesen werden. Auch Gefühle wie Glück und Liebe können nicht direkt durch physikalische Geräte bewiesen werden. Man kann nur die Auswirkungen im Körper und im Gehirn untersuchen. Und man kann Zeugen befragen.

Shui: Gott ist nur eine Illusion.

Nils: Ist Liebe eine Illusion? Ist innerer Frieden eine Illusion? Nein. Gefühle sind Realitäten. Ist Bewusstsein eine Illusion? Eine spannende Frage. Kann Bewusstsein unabhängig vom Körper existieren? Nach dem Bericht vom Tod des Karmapa und den Ergebnissen der Nahtodforschung JA!!! Nach Amit Goswami und Professor Dürr JA!!!

Shui: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Dazu hat die Nahtodforschung einiges herausgefunden? Ungefähr gar nichts...?

Nils: Du zwingst mich die Ergebnisse der Nahtodforschung hier zu posten, obwohl ich es eigentlich nicht wollte...

Neo: Danke für die Beschreibung des Falls Pam Reynolds. Wenn die hier eine echte Flatline des EEG hatten, dann ist man natürlich geneigt zu glauben, dass die berichteten Erlebnisse nicht vom Gehirn hervorgebracht sein konnten.

Nils: So ist es.

Neo: Im Traum kann man ähnliches erleben und den sog. Lebensfilm, der in Situationen großer Todesangst innerhalb von Bruchteilen von Sekunden abläuft, auch das hat jeder schon mal gehört. Dem widerspricht dann allerdings, dass Pam den genauen Ablauf der OP beschreiben konnte.

Nils: So ist es.

glorin: Die Nahtodpatienten erfuhren Informationen, die sie schon im Grunde wussten oder wie sie sie hören wollten.

Nils: Die Geschehnisse in der Lichtwelt sind schwer überprüfbar. Genau zu kontrollieren ist allerdings der Ablauf der Operation. Was hat der Arzt wann wo zu wem gesagt? Welche Geräte hat er wann wie benutzt?

Sehr spannend ist der Gebissfall. Eine von mehreren beteiligten Krankenschwestern hatte während der Operation das Gebiss des Patienten herausgenommen. Sie vergaß, wo sie es hingelegt hatte und konnte es nach der Operation nicht wiederfinden. Zum Glück war der Patient bei der Operation aus seinem Körper herausgetreten und hatte das Geschehen von oben beobachtet. Er konnte nach der Operation, als er wieder bei Bewusstsein war, genau sagen, welche Krankenschwester das Gebiss herausgenommen hatte und wo sie es versteckt hatte. Da staunt der Atheist und der Spiri wundert sich.

Jetzt kommt der logische Schluß. Hör genau zu: Wenn der Bericht über das Geschehen während der Operation stimmt, könnte auch der Bericht über das Geschehen in der Lichtwelt stimmen. Wir müssen es erstmal vermuten, außer wir haben Gegenbeweise.

glorin: Wer sagt uns, das Pam Reynolds nicht alles erfunden hat um sich aufzuspielen? Oder, dass ihr Verstand ihr beim Zurückkommen nicht Fantasien vorgespielt hat.

Nils: Wenn es nur ein Einbildung ist, dann kann man nicht Tatsachen berichten, die man vorher nicht kannte.

glorin: Ich denke der Karmapa ist in einem "speziellen" Krankenhaus verstorben. Stimmt die Aussage des behandelnden Arztes wirklich, oder ist sie nur eine Erfindung?

Nils: Der Karmapa ist in einem normalen westlichen Krankenhaus gestorben. An der Wahrheit der Aussage des behandelnden Arztes ist nicht zu zweifeln. Sie wird durch weitere Zeugen bestätigt. Außerdem handelt es sich bei dem dreitägigen Verweilen im Körper nach dem Tod um den tibetischen Hauptbeweis für ein Leben nach dem Tod. Es gibt hunderte von Fällen, die von glaubwürdigen Zeugen bestätigt werden. Das Besondere an diesem Fall ist nur, dass der Karmapa sich ein normales westliches Krankenhaus für seinen Tod ausgewählt hat, um die Beweiskraft zu erhöhen. Er wählte sich normale westliche Ärzte als Zeugen.

glorin: Womöglich kann man Teile seines Gehirns durch Medition abschalten.

Nils: Das kann man. Aber es geht hier um das Geschehen nach dem Tod. Der Karmapa handelte mit seiner Seele, als er bereits nachweisbar tot war. Er hielt sein Herzchakra warm. Er verhinderte die Verwesung des Körpers. Er machte sogar noch einmal seinen Körper lebendig, als er bereits medizinisch gesehen über eine Dreiviertelstunde tot war. Das ergibt sich aus dem genauen Bericht des Arztes.

glorin: Pam hätte sich über die OP erkundigen können.

Nils: Pam hat Dinge berichtet, sie nicht gewusst hat. Sie hat zum Beispiel genau die Operationsinstrumente beschrieben. Sie kannte die Spezialinstrumente vorher nicht. Sie hat über ein Gerät gesagt, dass es aussah wie ihre elektrische Zahnbürste. Ein medizinischer Laie kennt die Spezialinstrumente der HirnOP nicht. Außerdem gibt es viele Fälle. Sie alle durch medizinisches Vorwissen zu erklären ist absurd.

glorin: Bitte Zitate mit Quellenangabe und Angabe zu glaubhaften Zeugen.

Nils: Mein lieber Freund Glorin. Es gibt tausende von Fällen. Es gibt tausende von Büchern zur Nahtodforschung. Das ganze Gebiet ist von der Wissenschaft sehr gut untersucht worden. Gerade weil es darüber etwa zwanzig Jahre einen heftigen Streit gab.

Mein Sohn hat Psychologie studiert. Er dachte auch, dass sein Vater spinnt. Deshalb hat er alles für sich gründlich selbst aufgearbeitet. Das Ergebnis war das Gleiche. Das hat mich wiederum davon überzeugt, dass ich nicht spinne.

Der Hauptnahtodforscher in Deutschland ist Bernhard Jakoby. Er hat die wichtigsten Ergebnisse allgemeinverständlich in seinen Bücher zusammengefaßt (Die Brücke zum Licht, 2002; Wir sterben nie, 2007).

glorin: Es ist möglich, dass das Gehirn sich bei einer Narkose nicht vollständig ausschaltet. d.h. es ist möglich, dass die besagte Person noch etwas mit bekommt.

Nils: Das ist richtig. Aber zum Glück gab es bei Pam Reynolds einige Besonderheiten. Damit sie wirklich von der Operation nichts mitbekommt, wurden ihre Augen verbunden und die Ohren verstöpselt. Und trotzdem hat sie die Operation genau gesehen und die Gepräche genau verfolgt. Und nebenbei war auch das Blut weitgehend aus dem Gehirn abgepumpt und die Gehirnströme flossen in der Großhirnrinde nachgemessen nicht. Verfolge so mal eine Diskussion. Da wundert sich der Atheist und der Spiri staunt.

Am einfachsten liest du Wikipedia/Nahtod-Erfahrung. Dort wird der ganze Fall Pam Reynold ausführlich und sachlich geschildert. Auch die Ärzte und Kritiker kommen zu Wort. Letztlich reden alle Kritiker neben der Sache her. Sie bringen falsche Argumente, die einer genauen Betrachtung nicht standhalten. Das Hauptargument der Kritiker ist, dass Pam Reynolds während der Operation kurz aufgewacht ist und alles gehört hat. Eine kreative Idee, aber leider völlig daneben. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür. Und außerdem waren wie bereits geschrieben ihre Augen verbunden, die Ohren verstöpselt und Gehirnströme flossen nicht. Und desweiteren gibt es tausende von Nahtodfällen. Es gab umfangreiche Kontrolluntersuchungen. Sie haben alle Kritiker widerlegt.

glorin: Du hast dich in dieses Thema doch eingearbeitet. Somit könntest du mir auch Beispiele nennen, bevor ich mich selber komplett in das Thema einarbeiten muss. Am besten mit Quellen, bzw. reale Fälle nennen, dessen Informationen nicht nur von unbekannten Personen bestätigt wurden.

Nils: Als Einführung liest du am besten die angegebenen Bücher von Bernhard Jakoby. Der schnellste Einstieg geht über Wikipedia/Nahtod-Erfahrung und Spiritualwiki/Nahtodforschung. Dort findest du schon alle wichtigen Fälle. Das Zentrum der ganzen Diskussion ist der Fall Pam Reynolds. Wenn du ihn gründlich durcharbeitest, kennst du alles Wesentliche. Im Internet gibt es auch ein Video-Interview der BBC mit Pam Reynolds. Das ist sehr beeindruckend. Zum Karmapa existiert meines Wissens leider keine vertiefende Literatur.

Die umfassenste Diskussion über die Nahtodforschung gibt es in Buskampagne.de/Forum/Gibt es Gott oder nicht oder was?. Dort habe ich mit einem Physiker (Klaus), einem Hirnforscher (Sven) und vielen lustigen Atheisten alles sehr ausführlich diskutiert. Viel mehr als bei unserer Diskussion hier ist dort aber auch nicht herausgekommen.

Im Internet (Blogsuche/Yogi Nils) fand ich übrigens gerade, dass die Atheisten es sehr bedauert haben, dass ich nach etwa 1000 Postings ausgestiegen bin. Originalzitat vom Admin Peder: "Da wünsche ich mir echt den Yogi Nils zurück. Mit dem konnte man sich noch mehr und konstruktiver unterhalten als mit dir." Das hat mich sehr gefreut, als ich es gestern gefunden habe.

Der psychologische und der physikalische Gottesbeweis
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glorin: Was haben die Erfahrungen über den Nahtod mit der Erleuchtungstheorie gemeinsam?

Nils: Bei der Erleuchtungstheorie geht es um zwei Dinge, den psychologischen und den physikalischen Erleuchtungsbeweis (von mir so genannt). Für den psychologischen Erleuchtungsbeweis brauchen wir die Nahtodforschung nicht. Es reicht aus, dass es die Erleuchtung psychisch gibt und dass ein Erleuchteter Gott sieht. Gott als transzendente Erfahrung ist bereits bewiesen. Es gibt viele erleuchtete Zeugen dafür. Auch Wikipedia bestätigt das eindeutig.

Der physikalische Erleuchtungsbeweis besagt, dass Gott nicht nur in einem Erleuchteten existiert, sondern auch eine äußere Realität ist. Es gibt ein Jenseits, es gibt eine Lichtwelt im Jenseits, es gibt eine Seele, die nach dem Tod im Jenseits in der Gottesdimension leben kann. Körper und Seele sind unabhängig voneinander. Um das zu beweisen, brauchen wir die Nahtodforschung und auch den Beweis des Karmapa.

Shui: Was genau passiert nun? Über dem Körper schweben oder der lustige Tunnel? Wären diese Erfahrungen tatsächlich mit dem Leben nach dem Tod gekoppelt, stellt sich doch die Frage, warum es zwei so grundlegend verschiedene Erfahrungen sind.

Nils: Erst über dem Körper schweben. Wenn die Beobachtung der Operation langweilig wird, reist man weiter durch den lustigen Tunnel in die Lichtwelt. Man kann als Seele beides machen. Es sind zwei verschiedene Ebenen (Welten, Bereiche) im Jenseits.

Shui: Diese Menschen waren NICHT tot, sondern eben nur fast. Folgerichtig ist das, was sie erfahren haben, eben nicht zwangsläufig mit dem Leben nach dem Tod gleich zu setzen, weil sie eben noch nicht tot waren. Ihr Herz setzt aus, das ist medizinisch gesehen tot, was mit dem Gehirn passiert ist unzureichend untersucht.

Nils: Die Dinge sind genau untersucht. Es gibt tausende von Nahtodfällen. Nahtod ist nicht gleich Nachtod. Für den Nachtod gibt es den Karmapa-Fall. Aus dem Nahtodgeschehen kann man logische Schlüsse über die Unabhängigkeit der Seele vom Körper ziehen.

Shui: Gefühle sind Hormone. Man kann durch Hormone Gefühle erzeugen, was also ist an ihnen so besonders?

Nils: Das besondere ist der Doppelcharakter von Gefühlen. Sie können durch Hormone erzeugt werden. Aber sie sind auch Bewusstseinsenergie. Insofern sind sie unabhängig vom Körper. Das Spannende an der Nahtodforschung ist, dass sie auf die Dualität von Körper und Bewusstsein hinweist. Nach dem Tod trennt sich das Bewusstsein vom Körper. Es lebt als Seele im Jenseits weiter. Dazu im Anschluss ein Zitat von Professor Dürr (ehemaliger Leiter des Max Planck Institutes).

Shui: Das wissenschaftliche Problem ist schlicht, dass man nicht weiß was Bewusstsein ist und deswegen nicht den Prozess erfassen kann, der aus Hormonen Gefühle macht.

Nils: Danke für diesen Satz. Man weiß nicht, was Bewusstsein ist. Daraus folgt: Man weiß nicht, was Erleuchtung ist. Man weiß nicht, was Gott ist. Man weiß nicht, ob es eine vom Körper unabhängige Seele gibt. Die Dinge sind wissenschaftlich im Fluss. Die Nahtodforschung und der Tod des Karmapa widerlegen die einseitigen materialistischen Erklärungen. Sie sollten auch dir zu denken geben. Übersteige einfach mal deine begrenzten materialistischen Erklärungsmodelle.

Shui: Die Tatsache, dass wir Gefühle durch Hormone erzeugen können, spricht gegen deinen Gottesbeweis.

Nils: Nein. Die Nahtodforschung spricht für die Existenz einer Seele und einer realen Gottesdimension im Kosmos.

Shui: Alles was man durch die Erleuchtung erfährt, sind Gefühle und die könnten schlicht durch einen vom Gehirn ausgeschütteten Hormoncocktail ausgelöst werden. Die damit verbundenen Erlebnisse hatten andere auch unter Drogen. Erleuchtung kann alles Mögliche sein. Gott muss nicht die Ursache sein.

Nils: Du willst die Dinge nicht verstehen. Du siehst alles physikalisch und klammerst die psychologische Ebene aus. Für dich versuche ich es jetzt noch einmal ganz einfach zu erklären.

Es geht vorwiegend um das Glück. Erleuchtung ist Psychologie. Erleuchtung ist ein Weg zur Erzeugung von innerem Glück. Das kann man zwar auch durch Drogen erzeugen. Drogen zerstören aber auf die Dauer den Körper und den Geist. Dann ist der Mensch nicht mehr glücklich. Auf dem Erleuchtungsweg wird das innere Glück durch systematische Gedankenarbeit und durch regelmäßige Meditation erzeugt. Man lebt gesund, denkt positiv und erhält dadurch ein glückliches Leben. Je weiter man sich spirituell entwickelt, um so größer und stabiler wird das innere Glück. Irgendwann gelangt man dann in die Erfahrung der Transzendenz. Man empfindet die Einheit des Komos. Man sieht Gott. Man hat eine Bewusstseinserfahrung, die viele als Gott bezeichnen. Man kann sie aber auch Tao, Nirvana oder Brahman nennen.

Die zweite Frage ist, ob Gott auch real in der Außenwelt existiert. Die Physik nähert sich der Erkenntnis, dass es eine oder mehrere höhere Dimensionen in unserem Kosmos gibt. Es gibt möglicherweise ein höheres Informationsfeld. Es gibt möglicherweise ein umfassendes Bewusstsein, was hinter dem materiellen Kosmos existiert. Das wäre dann Gott im Außen. Nach der Erfahrung der Erleuchteten verbindet sich das Erleuchtungsbewusstsein mit dieser höheren Bewusstseinsdimension. Der Erleuchtete ist nicht nur besonders glücklich, er kann auch in dieser höheren kosmischen Dimension handeln. Er hat besondere Fähigkeiten, die über die Fähigkeiten normaler Menschen hinausgehen. Das bestätigt eindeutig der Karmapa-Fall.


Die kraftvollste Übung

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Carsten: Was ist denn Deiner Meinung nach die kraftvollste Übung?

Nils: Am schnellsten kommt man auf dem spirituellen Weg voran, wenn man sich von einem erleuchteten Meister die Energietore öffnen läßt (Darshan bei Mutter Meera, Amma, Bhodisattva-Initiation beim Dalai Lama) und dann in der Ruhe lebt (Abgeschiedenheit, als Yogi leben). Dann entwickelt sich alles von alleine auf die richtige Weise. Nach Amma wächst man als Yogi in der Abgeschiedenheit fünfmal schneller als ein spiritueller Mensch in einer weltlichen Umgebung. Eine weltliche Umgebung raubt viel Energie, die einem dann zur inneren Transformation fehlt. Gerade Beziehungen rauben einem meistens besonders viel Energie. Letztlich muss jeder individuell seinen Weg finden, wie ich bereits beschrieben habe.

Es ist schwer als Yogi in der Abgeschiedenheit zu leben. Das würde die meisten Menschen überfordern. Gut, dass ich nicht vorher wusste wie schwierig es ist. Aber jetzt bin ich durch die größten Krisen durch und habe mich an die Situation gewöhnt. Jetzt lebe ich eher locker. Ich habe seit drei Jahren sogar einen Computer und surfe jeden Tag fröhlich durch das Internet.

Ich lebe jetzt über zwanzig Jahre in der Abgeschiedenheit, die ersten 15 Jahre sehr extrem weitgehend ohne äußeren Kontakt. Die extreme Phase war aus meiner Sicht notwendig. Auch Swami Shivananda ist seinen Weg erst sehr extrem gegangen und dann eher locker. Wichtig ist, dass man immer genau den schmalen Grat seiner persönlichen Weisheit (Richtigkeit) findet. Die kraftvollste Übung ist ein Leben nach den drei Grundsätzen Ruhe, Üben (Yoga, Meditation, Lesen) und Liebe (Gutes tun).

Die kraftvollste Übung ist für mich ganz klar der spirituelle Tagesplan. Man muss sein Leben im inneren Glück (in der Erleuchtung) zentrieren und sensibel herausfinden, wie man den Tag über am besten im inneren Gleichgewicht bleibt und spirituell wächst. Dazu habe ich am Anfang schon viel geschrieben. Jetzt noch eine konkrete Meditation, die gut meinen Weg verdeutlicht.

1. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken und kommen zur Ruhe. Wir entspannen uns.

2. Licht = Wir senden der Welt Licht. Wir visualisieren die Erde, bewegen segnend eine Hand und denken: "Ich sende Licht zu ... Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."
Wem möchtest du heute Licht senden?

3. Vorbild-Yoga = Wir sehen uns als Buddha, Göttin oder Yogi und legen die Hände in den Schoß. Wir bewegen die Zehen, kreisen mit den Daumen und denken das Mantra: "Ich bin eine Göttin (ein Buddha, ein Shiva). Ich lebe in der Ruhe. Ich gehe den Weg der Ruhe." Kopiere dir aus dem Internet (Google) ein schönes Bild (Buddha, Shiva, Jesus, Lakshmi, Tara, Kuan Yin), verwende es als Desktopbild und stimme dich so jeden Tag spirituell ein. Welches Bild inspiriert dich eine Yoga-Göttin und ein glücklicher Buddha zu werden? Welches Bild segnet dich jeden Tag mit Liebe, Kraft, Frieden und Glück?

4. Gelöbnis = "Ich habe viele Fehler. Es gibt viel Leid auf der Welt. Es ist schwierig, die Erleuchtung zu erreichen, weil sie nicht erreichbar ist. Es ist aber geil ein Buddha/eine glückliche Göttin zu sein. Deswegen gehe ich den weglosen Weg. Ich werde siegen. Ich gelobe, meine spirituellen Ziele zu erreichen und alle meine Mitwesen auch ins Licht zu bringen." Was sind deine spirituellen Ziele? Was ist dein Weg? Was sind deine Fehler? Was ist dein positiver Satz für den heutigen Tag?

5. Kosmos = Wir visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne, machen große Kreise mit den Armen und denken: "Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich lasse meine falschen Wünsche los. Ich fließe positiv mit dem Leben."

6. Meister = Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra, visualisieren vor uns oder über uns im Himmel die erleuchteten Meister und denken: "Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg. "

7. Mantra = Wir legen die Hände in den Schoß. Der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Wir atmen in den Bauch und denken im Bauch beim Ein- und Ausatmen das Mantra "Om". Wir bringen mit dem Mantra unseren Geist zur Ruhe.

8. Gedankenstopp = a) Wir stoppen eine bis drei Minuten alle Gedanken völlig. Wenn Gedanken auftauchen, schieben wir sie mit Kraft wieder weg. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem. Wir können tief in den Bauch atmen oder den Atem in der Nase beobachten. Beim Atmen können wir mehrmals die Zahlen von 1 bis 10 als Mantra denken.

b) Wir lassen eine bis zehn Minuten die Gedanken etwas lockerer. Wir bleiben in der Meditation. Aber die Gedanken können kommen und gehen, wie sie wollen. Wir denken nicht bewusst. Aber wir unterdrücken unsere Gedanken auch nicht. Wir beobachten einfach nur unser inneres Geschehen. Wir sind ein unbeteiligter Beobachter.

Wenn wir die Meditationskraft etwas locker lassen, können sich unsere inneren Verspannungen lösen. Unser Körper und unser Geist reinigen sich von selbst. Verspannungen entstehen durch Stresssituationen. Wenn sie sich auflösen, tauchen die Stresssituationen alle kurz noch einmal auf. Gefühle der Wut, Trauer und Angst entfalten sich und lösen sich auf.

Wenn sich nichts entfaltet, löst sich auch nichts auf. In dieser Stufe der Meditation müssen die Gedanken fließen. Wenn sie nicht fließen, findet kein Reinigungsprozess statt. Notfalls können wir bei den Lösungsprozessen etwas nachhelfen. Wir denken bewusst an eine stressreiche Situation (Angst, Wut, Trauer, Sucht). Wir bringen den Lösungsprozess durch ein gezieltes Denken in Gang und lassen dann das bewusste Denken los. Wir lassen sich die Gedanken und Gefühle von alleine weiter entwickeln und sich irgendwann beruhigen.

Bei der Meditation gibt es zwei große Fehler. Der erste Fehler besteht darin, dass wir zu stark meditieren. Dann tauchen keine Probleme auf, und es lösen sich keine inneren Verspannungen. Der zweite Fehler ist das bewusste Denken. Wir lösen gezielt unsere Probleme oder verfallen in Tagträume. Der richtige Weg ist es, nur ein passiver Beobachter der eigenen Emotionen zu sein. Wir steuern die Dinge nicht bewusst. Wir beobachten interessiert, was alles aus unserem Inneren auftaucht. Wir lassen im Zustand der Ruhe alle inneren Prozesse geschehen, und alles löst sich von alleine.

9. Zurück kommen = Wir bewegen die Füße, reiben die Hände, öffnen die Augen und kommen aus der Meditation ins Leben zurück.

10. Das Leben = Wir bewahren unsere positive Energie in unserem Alltag. Wir gehen positiv gestimmt durch unser Leben. Beende deine Meditation mit einem positiven Gedanken. Stimme dich positv auf die Zeit nach der Meditation ein. Bewahre auch im Alltag deinen inneren Frieden, dein inneres Glück und deine umfassende Liebe. "Mein positiver Gedanke ist ..." Mit Optimismus voran. Das Licht ist mit dir.


Quirm: Hi Nils, Du so als Yogi kannst mir bestimmt eine Frage beantworten, die ich bei den Jhanas habe. Bei diesen werden fünf bzw. mehr Stadien angeben. Nun ist aber das Jhana ein Zustand in dem es keine Abgrenzung mehr gibt. Man ist alles. Wie kann es dabei zu einer Einteilung der Jhanas kommen?

Nils: Im buddhistischen Pali-Kanon gibt es vier Jhana-Stufen. Die Jhanas sind Versenkungsstufen in der Meditation. Du kommst nacheinander von einer zur nächsten und ruhst zum Schluß in einer tiefen Erleuchtungs-Meditation (Samadhi). Das Glück und der innere Frieden werden immer größer. Man kann die Meditationsstufen so beschreiben: 1. Gedankenberuhigung durch Nachdenken und Konzentration auf den wahren Sinn des Lebens. 2. Leichte Meditation (innerer Frieden, Wohlgefühl) 3. Tiefe Meditation (großes inneres Glück, Gleichmut gegenüber allen äußeren Dingen) 4. Samadhi (Erleuchtung, Tranzendenz, jenseits aller Beschreibung). Zuerst übt man die Stufen 1 und 2. Irgendwann kommt man dann von alleine in die Stufen 3 und 4.

Wikipedia/Jhana: Im Pali-Kanon werden die vier Jhanas wie folgt differenziert:
1.(Pathamajjhana) Da gewinnt der Mönch, den sinnlichen Dingen entrückt, frei von unheilsamen Geisteszuständen, die mit ‘Gedankenfassung' (Konzentration) und ‘Diskursivem Denken' (Nachdenken) verbundene, in der Abgeschiedenheit (samadhi) geborene, von ‘Verzückung' (piti) und ‘Glücksgefühl' (sukha) erfüllte erste Vertiefung (jhana).
2. (Dutiyajjhana) Nach der Stillung des diskursiven Denkens (Nachdenken über etwas) gewinnt er den inneren Frieden, die Einheit des Geistes, die von Gedankenfassung und Diskursivem Denken freie, in der Vertiefung (samadhi) geborene, von Verzückung (piti) und Glücksgefühl (sukha) erfüllte zweite Vertiefung.
3. (Tatiyajjhana) Nach Aufhebung der Verzückung aber verweilt er gleichmütig, achtsam, klarbewusst, und er fühlt in seinem Innern jenes Glück, von dem die Edlen sprechen: ‘Glückselig weilt der Gleichmütige, der Achtsame'. Und so gewinnt er die dritte Vertiefung.
4. (Catutthajjhana) Nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und durch Untergang des früheren Trübsinns gewinnt er einen leidlosen, suchtlosen Zustand, die gleichmütig-geistesgeklärte vierte Vertiefung.

Über das wahre Leben
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Carsten: Ich habe mit dieser Idee der Abgeschiedenheit nie so richtig viel anfangen können, obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass sie prima funktioniert. Wie ist das denn praktisch möglich, bei uns abgeschieden zu leben? Lebst Du in einem Bergdorf ?

Nils: Sie funktioniert prima. Es ist auch in Deutschland praktisch möglich. Ich bin der Beweis dafür. Es gibt in Deutschland viele abgeschiedene Plätze. Von einer Freundin in einem Esoterikforum hörte ich von einem Yogi, der in einem VW-Bus lebt. Er parkt jeweils für eine bestimmte Zeit irgendwo in einer schönen Landschaft. Sie traf ihn in der Lüneburger Heide auf einem Waldparkplatz. Er war jung, stark, klug und witzig. Er sah aus wie der Gott Shiva persönlich. Sie verliebte sich sofort in ihn und wollte ihn heiraten. Leider hatte er sich in das innere Glück verliebt. So wurde nichts daraus. Aber sie blieben gute Freunde.

Ein anderer Yogi hat Theologie studiert. Dann beschloss er einfach ohne ein Haus und ohne Komfort in einem Wald in Süddeutschland zu leben. Und das sogar im Winter. Es aß, was es im Wald gerade gab. Da er ein toller Typ war, fand er sogar eine Frau, die für eine Zeitlang mit ihm im Wald lebte. Sandra Maischberger hörte davon und lud ihn in ihre Talkshow ein. So erfuhr ich von ihm. Ich war beeindruckt, aber ich lebe doch lieber mit Heizung, Fernsehen, Computer, gutem Essen und einem Dach über dem Kopf.

Bei meiner Yogalehrer-Ausbildung 1992 in Kananda traf ich einen jungen Deutschen, der ein abseits gelegenes Haus gemietet hat und dort als Yogi lebt. So ähnlich mache ich es auch. Ich habe ein kleines Haus am Stadtrand von Hamburg in einem Naturschutzgebiet von meinen Großeltern geerbt. Ich habe etwas gearbeitet, das Geld gespart und lebe jetzt davon. Als Yogi braucht man nicht viel.

Es gibt viele Möglichkeiten als Yogi in Deutschland zu leben. Wenn man es wirklich will, findet sich meistens ein Weg. Man kann auch mit anderen Menschen eine spirituelle Wohngemeinschaft gründen. Es gibt viele derartige Projekte. Sogar in meiner Nähe leben so einige ziemlich alternative Männer und Frauen. Es scheint sehr witzig zu sein mit viel Musik, Kindern, Tieren und Räucherstäbchen. Ich habe sie einmal besucht, als dort gerade eine große Party war. Da ich keinen Menschen kenne, lade ich mich zu Parties meistens selbst ein, wenn ich irgendwo laute Musik höre. Ich sage dann, ich bin ein Nachbar und schon gehöre ich dazu. Ein großes Hallo an dieser Stelle auch an Partygänger. Auch ein Yogi kann Parties haben, wenn er will. Nach meiner Theorie sorgt der Kosmos immer gut für mich. Alles kommt zur richtigen Zeit. Notfalls kann man ja etwas nachhelfen.

Carsten: Du sprachst mal die Verbindung zu erleuchteten Meistern, die Bitte um Führung an. Das mutet uns im Westen naturgemäß etwas komisch an, aber ich weiß, dass das eine häufige Übung im Osten ist. Ich weiß nicht, wie ich das genau in Worte fassen soll, auf der einen Seite das Gefühl „geführt“ zu werden, von einer durchaus überpersönlichen „Macht“, auf der anderen Seite, das Gefühl, dass diese Macht dennoch etwas mit mir zu tun hat.

Nils: So ist es. Ich lasse mich letztlich durch meine eigene innere Stimme führen. Ich spüre in meine eigene Weisheit hinein, in mein Gefühl der Richtigkeit. Ich bin ziemlich sicher, dass es die erleuchteten Meister gibt. Sie sind mir oft in Träumen erschienen und haben mir Kraft übertragen oder wichtige Hinweise gegeben. Damit ich die Visionen als echt erkennen konnte, haben sie mir oft Dinge mitgeteilt, die ich vorher nicht wusste.

Carsten: „Die zehn obersten Gebote für jeden Hatha-Yogi sind: 1. nicht töten (Ahimsa, Gewaltlosigkeit) 2. nicht lügen (Satya, Wahrhaftigkeit) 3. nicht stehlen und betrügen (Asteya, Ehrlichkeit) 4. nicht nach äußerem Reichtum streben (Aparigraha, Anhaftungslosigkeit) 5. keine unklare Sexualität (Brahmacharya, auf das Wesentliche konzentrieren) 6. das spirituelle Ziel verehren (Gott, das Licht, das spirituelle Vorbild, die umfassende Liebe) 7. Selbstdisziplin (die täglichen Übungen) 8. Studium (Lesen, Meister-Yoga) 9. Reinheit und Heiligkeit (Verspannungen auflösen, inneres Glück) 10. Zufriedenheit (mit sich und seinem Weg).“ Ist das nicht beeindruckend, wie sich die fast identischen Lebensregeln in den Großreligionen wiederfinden?

Nils: Die Gebote ergeben sich aus dem Erleuchtungswissen. Jede Kultur kann sie aus sich selbst heraus finden.

Carsten: Die Geschichte die Du da wiedergibst möchte ich durch eine andere Sichtweise ergänzen: Yang Dschu sprach: „Wer Gutes tut, tut es wohl nicht um des Ruhmes willen; aber doch wird ihm der Ruhm folgen. Darum hütet sich der Edle, Gutes zu tun.“ (Liä Dsi; Warnung vor guten Werken)

Nils: Ich ergänze durch Laotse: "Der Weise hat kein verschlossenes Herz. Die Herzen der Menschen sind ihm sein eigenes Herz. Zu den Guten bin ich gut. Zu den Nichtguten bin ich auch gut, denn die Erleuchtung ist Güte. Der Weise lebt still inmitten der Welt. Sein Herz ist ein offener Raum. Er sieht in allen Menschen seine Kinder. Wahre Größe ist Großzügigkeit. Mögen alle Wesen glücklich sein."

@ JFooo: Es gibt nichts zu erreichen.

Nils: Ja und Nein. Es kommt darauf an, ob du im Moment gerade das Sein oder die Zielstrebigkeit üben musst. Erst wenn du alles (die Erleuchtung) erreicht hast, kannst du sagen, dass es nichts mehr zu erreichen gibt.

Schlinge: Was ist denn das wahre Leben? Abendessen mit der Familie? Die Arbeit?

Nils: Das wahre Leben ist ein Leben der Weisheit. Das wahre Leben ist ein Leben der umfassenden Liebe. Das wahre Leben ist ein Leben als glücklicher Philosoph. Das wahre Leben ist ein Leben in Gott, im kosmischen Bewusstsein, im inneren Glück. Dazu kann etwas äußeres Glück hilfreich sein. Aber man sollte sein Leben nicht auf Sand bauen, sondern auf den festen Fels eines klaren Verstandes gründen. (frei nach Epikur)

Partygänger: Der Egoismus wird auf dem spirituellen Weg sukzessiv zerstört und das Seins-Ich wird intensiver. Das beschränkte Ich verwandelt sich in ein Ich, das im EINKLANG mit sich selbst ist......dann kann man mit Fug und Recht sagen "alles ist Brahman (Einheit)".

Nils: Sehr gut.

JFooo: Ja, stimmt schon. Wenn man sich auf dem Weg befindet, gibt es natürlich was zu erreichen. Von daher ist Üben und Streben von vorn herein notwendig und gut. Darüber hinaus kann das Ich aber auch gar nichts anderes als Wollen und Streben. Deshalb ist Üben eh die einzige Möglichkeit die einem bleibt, wenn man sich auf den Weg befindet. Das Komische ist aber eben, das man irgendwann erkennt, dass das wonach man strebt, eben genau das ist, was immer schon da war. Nämlich die Lebendigkeit des Momentes und die Eingebundenheit des Ich im Jetzt. Alles wird zu einem reinen Erleben.

Ich weiß nicht ob das die Glückseligkeit ist, oder nicht, da das Ich nunmal empfindet und projeziert, aber ich empfinde es als zutiefst friedlich und sehr zufriedenstellend. Buddha sagt: Vor der Erleuchtung Holz hacken und Wasser tragen; nach der Erleuchtung Holz hacken und Wasser tragen. Habe ich mal irgendwo im Netz gelesen. Finde ich gut. Gruß, JFooo

Nils: Das ist Glückseligkeit. Holzhacken und Wassertragen interpretiere ich als Gedankenarbeit (das Denken verfeinern) und Energiearbeit (Yoga, Meditation). Spirituelle Übungen vor der Erleuchtung und spirituelle Übungen nach der Erleuchtung. Das Üben hört nie auf. Man kann spirituell immer weiter wachsen.


Nils lebt als Single
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Partygänger: hallo nils ! bist du eigentlich verheiratet oder ein single , oder hast du eine freundin ? wer warst du eigentlich in deiner letzten inkarnation und wo hast du dich aufgehalten zwischen dem tod und der nächsten wiedergeburt ! wieso wurdest du eigentlich wiedergeboren? was hast du falsch gemacht im letzten leben ?

Nils: Ich bin Single. Derzeit habe ich keine Freundin. In der letzten Inkarnation war ich ein Benediktiner Mönch im Mittelalter. Wo ich mich im Jenseits danach aufgehalten habe, ist mir nicht bewusst. Das ist mir auch ziemlich egal. Wichtig ist nur, wo ich mich nach diesem Leben aufhalten werde: Dort, wo die beste Party ist.

Spannend ist die Frage, was ich falsch gemacht habe. Als Mönch hatte ich ein gutes Leben. Es gab immer genug zu essen und wir haben viel gelacht. Allzu streng ging es bei uns nicht zu. Aber leider haben wir den großen Fehler der meisten Mönche und Nonnen gemacht. Wir haben nur formal spirituell geübt. Wir haben nicht effektiv spirituell praktiziert. Wir haben beim Beten ohne inneres Gespür einfach nur vor uns hin geplappert. Wir haben die Rituale ohne echten Bezug auf die eigene Heiligwerdung (das Leben in Gott, die Erweckung des inneren Glücks) ausgeübt.

Der Weg des effektiven Übens ist schwer zu finden. Grundsätzlich braucht man dazu einen erleuchteten Meister. Und den gab es in unserem Kloster nicht. Ich wollte als Mönch nicht nur gut leben, sondern auch spirituell vorankommen. Das ist mir am Ende meines Mönchslebens klar bewusst geworden. Deshalb habe ich noch einmal inkarniert mit der festen Absicht, jetzt den Weg des effektiven spirituellen Übens zu finden. Das ist mir auch gelungen.

Nylen: Du sagst selber deine Visionen von früheren Leben sind Schlaf- oder Wachtraumerlebnisse. Was bringt dich dazu zu glauben es sei mehr?

Nils : Natürlich kann man die Vorstellung von früheren Leben für Phantasiegestalten des Gehirns halten. Es ist nicht leicht, das Gegenteil zu beweisen. Mir fallen spontan fünf Argumente dafür ein.

1. Die Quantenphysik und insbesondere Amti Goswami deutet darauf hin, dass hinter dem materiellen Kosmos eine höhere Bewusstseinsdimension (ein Jenseits) existiert.

2. Nach der aktuellen Nahtodforschung ist es wahrscheinlich, dass es eine körperunabhängige Seele und ein Jenseits gibt.

3. Der Tod des 16. Karmapa 1981 in Chicago weist ebenfalls darauf hin, dass das Leben mit dem Tod nicht zuende ist.

4. Es gibt eine umfassende Reinkarnationsforschung, die Indizien für die Wahrscheinlichkeit der Reinkarnation liefert.

5. Im Einzelfall muss man bei sich selbst immer sehr genau hinsehen, ob es sich um das Auftauchen von echten Bildern aus früheren Leben oder tatsächlich nur im Traumphantasien handelt. Mit etwas Übung kann man es unterscheiden. Echte Bilder sind klarer, in sich logisch und von typischen körperlichen Streßlösungsreaktionen begleitet.

Ich persönlich konnte die Unterscheidung gut vornehmen, weil zuerst bei mir auf dem Yogaweg Ereignisse aus meinem jetzigen Leben auftauchten. An die konnte ich mich noch erinnern. Als dann auf die gleiche Weise mir unbekannte Ereignisse in meinen Träumen auftauchten, die von den gleichen körperlichen und gefühlsmäßigen Reaktionen begleitet waren, konnte ich sie als frühere Leben erkennen. Hinzu kam, dass die Bilder deutlich aus vergangenen Zeiten stammten und völlig neu für mich waren. Ich hatte noch nie etwas darüber gelesen oder entsprechende Filme gesehen.

Partygänger: ich finde das äusserst eigenartig. du machst diese spirituelle kiste schon seit über 20 jahren und sagst, du bist immer noch nicht fortgeschritten. entweder machst du gewaltig was falsch in deiner praxis oder der weg ist zu schwer für dich.....

Nils: Ich schreite voran, aber ich bin noch nicht am Ziel. Es gibt viele verschiedene spirituelle Wege. Mein Weg ist es langsam voranzuschreiten. Ich wachse jeden Tag so schnell es geht. Ich bin nur ein kleiner Yogi und schneller geht es bei mir nicht. Du kannst aus einem kleinen Setzling nicht über Nacht eine große Eiche machen.

Partygänger: irgendwann ist man doch wirklich soweit, dass man sich nicht mehr im schlammbad der triebe suhlt !!!

Nils: Glaubst du das? Ist ein Mann nicht einfach ein Mann, egal ob erleuchtet oder nicht? Gehören sexuelle Bedürfnisse nicht zum Menschsein dazu? Man kann seine Sexualität verdrängen, aber dann verspannt man sich innerlich und blockiert seine Erleuchtung. Die Kunst ist es die Sexualität klug zu managen. Man sollte es lernen auf seine Art positiv damit umzugehen.

Der Dalai Lama hat erklärt, dass auch in seinem Kopf noch manchmal nackte Frauen tanzen. Wie sollte es bei einem kleinen Yogi anders sein? Lass sie tanzen. Irgendwann ruhen sie sich auch mal aus. Also zusammengefaßt: Ein Schwein bleibt ein Schwein und muss sich manchmal suhlen. Gott hat die Schlammbäder geschaffen. Und auch die Erleuchtung. Gelobt sei der Herr.

Mariposa: Lieber Yogi, vielleicht ist es gerade die Liebe, die dir fehlt um weiter zu kommen. Lies mal Siddhartha von Hermann Hesse! "Die Liebe, o Gowinda, scheint mir von allem die Hauptsache zu sein. Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag grosser Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können." Liebe Grüsse, Mariposa

Nils : Liebe Mariposa. Wie recht du hast. Mir fehlt die Liebe. Aber Hermann Hesse ist vom spirituellen Weg abgekommen, weil er sich in der sexuellen Liebe zentriert hat. Das ist ein großer Fehler. Er führt zur Verwirrung und zum inneren Unglück. Ein weiser Mensch zentriert sich in sich selbst. Er ist aus sich selbst heraus glücklich. Er wird nicht von seinen sexuellen Sehnsüchten beherrscht, sondern lebt sie im richtigen Maß ohne sein inneres Gleichgewicht zu verlieren.

Die Essenz der Bergpredigt lautet: Der Mensch muss sich zwischen dem inneren Glück (Gott) oder dem äußeren Glück (Sex, Geld, Macht) entscheiden. Er sollte im Schwerpunkt den Weg des inneren Glücks (der spirituellen Selbstverwirklichung) gehen. Er sollte sein Lebenshaus nicht auf Sand, sondern auf den festen Fels der Spiritualität setzen. Ein Buddha ist mit oder ohne eine Beziehung glücklich. Es kommt wie es kommt. Daran orientiere ich mich.

Der Mensch ist gut
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Carsten: Ich weiß aber nicht wie die Idee, der Mensch sei von Grund auf gut, unaggressiv und sozial eingestellt, zu rechtfertigen ist.

Nils: Eine philosophische Kernfrage. Auf der Basis der Erleuchtungsphilosophie kann man das gut begründen. Aggressionen und Stress erzeugen innere Verspannungen. Innere Verspannungen machen einen Menschen negativ, aggressiv und egoistisch. Wenn die Verspannungen aufgelöst werden, wird der Mensch friedlich, sanftmütig, in sich glücklich und positiv auch zu seinen Mitmenschen. Der Mensch ist im Kern gut.

JFooo: Ich bin der Meinung, das sich die Welt im Großen und Ganzen an Liebe, Frieden und Glück orientiert. Nur ist es nun aber leider so, dass die Wege zu Glück und Frieden reichlich unterschiedlich aufgefasst werden. Ist es nicht seltsam, dass man der Meinung sein kann in den Krieg ziehen zu müssen, um Frieden und Glück zu schaffen ?

Nils: Wenn man sich an den richtigen Zielen orientiert, findet man mit Weisheit und innerem Gespür den richtigen Weg. Dieser Weg kann manchmal auch einen Kampf beinhalten. Nur leider entstehen die meisten Kriege aus egoistischen Machtinteressen. Sie haben nicht das Glück aller Wesen, sondern den Machtausbau einer kleiner Schicht von Egomanen im Auge.

JFooo: Jeder hat seinen eigenen "Gott". Dieser "Gott" ist solange gut, bis die Menschen sich uneinig sind, was "Gott" eigentlich will und fordert. Welcher "Gott" (Glaube) und welche "heilige Schrift" ist denn nun Der/Die Richtige ?

Nils: Am Anfang waren die Religionen und heiligen Schriften sehr mit egoistischen Stammes- und Machtinteressen durchmischt. Das erkennt man deutlich am Alten Testament. Es diente nicht nur der Erleuchtung, sondern auch der Stabilisierung des Judentums. Das alte Testament stammt von der herrschenden Schicht der Juden. Ganz anders ist es mit Jesus. Er kam von unten, aus dem Volk und hat deshalb ein Evangelium der Liebe und des Friedens verkündet.

Für mich ist alles Leben eine Evolution zum Erleuchtungsbewusstsein. Die Entwicklung geht zum inneren Glück aller Menschen. Deshalb machen auch die Religionen einen Wandlungsprozeß zu den Werten Liebe und Frieden durch. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch viel zu entwickeln. Wir können diese Entwicklung deutlich im Judentum/Christentum, Buddhismus/Mahayanabuddhismus, Hinduismus/Neohinduismus und sogar etwas im Islam/Sufis beobachten.

raphael: Hallo Níls! Mir fehlt zum Yogi-Leben die Disziplin. Die klösterliche Regelmäßigkeit der Handlungen gibt gewiss Sicherheit und Kraft, doch was, wenn eben dadurch Starrheit in die Buntheit des Lebens zu geraten droht?!

Nils: In Klöstern gibt es oft dogmatische Enge. Aber ich lebe nicht in einem Kloster. Ich kann als freier Yogi mein Leben entsprechend meinen Bedürfnissen selbst organisieren. Ich bringe jede Tag so viel Buntheit in mein Leben wie ich es brauche. Die richtige Mischung aus Spiritualität und Lebensfreude macht das Leben glücklich.

An Regelmäßigkeit und Selbstdisziplin kann man sich gewöhnen. Nach meiner Erfahrung ist es die ersten zwei bis drei Monate schwierig. Dann hat sich der Geist an das tägliche spirituelle Üben gewöhnt und alles fließt von alleine. Der Begründer des tibetischen Buddhismus gab allen Yogis einen guten Rat: "Übe so, dass du dich wohl fühlst." Daran halte ich mich konsequent.

Es gibt starke und schwache Yogis. Ich bin ein kleiner schwacher Yogi. Starke Yogis setzen sich zwölf Jahre hin und sind erleuchtet. Kleine Yogis üben in kleinen Schritten, motivieren sich jeden Tag klug und leben ausreichend die Freude in ihrem Leben. Dafür gibt es die schöne (wahre) Geschichte vom kleinen Juden Nachman.

Eines Tages wollte der kleine Jude Nachman gerne erleuchtet werden. Er wollte gerne Gott sehen und in Gott leben. Nur leider war er klein, schwach und sehr ängstlich. Aber auch ziemlich schlau. Deshalb entwickelte er einen Erleuchtungsweg für kleine, schwache und schlaue Juden. Er stellte die Musik, die Lebensfreude und das Feiern in den Mittelpunkt seinen Yogilebens. Er machte jeden Tag seine persönliche Party. Nach einigen Jahren wurde dank der Gnade des Kosmos sein ganzes Leben zu einer Party.

Love and Peace
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Fexx: Der Austausch, das Interesse und die Sorge mit, an und um andere Menschen ist es, worauf’s ankommt. Nur: was erfährst Du denn wirklich von anderen, wie nah kommst Du einem anderen Menschen oder meinetwegen einem Sachverhalt, wenn Du Dich nicht an ihn, das heißt an seine Gedankenwelt heftest und somit auch an ihm – und sei es bloß vorübergehend – „haftest“?

Ich mein’, nimm „Nils Horn“ als Beispiel. Verweilt er auch nur ein oder zwei Posts hinweg bei dem Gedanken eines anderen? Hakt er sich hier wirklich mal ein? Bedient er wirklich Fragen? Erreicht ihn die Kritik -- wirklich? Hält er merkbar inne? Ist er irritiert, verärgert, verwirrt, kommt hier irgendwas ins Rutschen – all das? Ich meine, nein. Jedenfalls nicht vernehmlich.

Nils: Dann sage ich es hier einmal ganz deutlich. Ich höre genau hin. Kritik erreicht mich. Ich lasse mich wirklich auf meine Mitmenschen ein. Ich spüre sie oft tiefer, als sie sich selbst spüren. Ich bin manchmal irritiert, verwirrt und auch ärgerlich. Was mich an Argumenten überzeugt, das übernehme ich. Was mich nicht überzeugt, dass übernehme ich nicht. Die Diskussion in den Internetforen über Gott hat mich weiter gebracht. Ich habe viel gelernt. Ich habe mich dadurch verändert. Ich veränder mich ständig. Ein ehrliches Leben ist ein ständiger Veränderungsprozess.

Ich bin für ehrliche und konstruktive Diskussionen. Ich vermeide es soweit wie möglich andere Menschen zu verletzten. Ich strebe eine glückliche Welt an und dazu gehören meiner Meinung nach positive Umgangsformen, die im Internet eher selten zu finden sind.

Gerade ich sorge mich sehr um meine Mitwesen und den Zustand der Welt insgesamt. Es läßt mich nicht unberührt, dass eine Milliarde Menschen auf der Welt am Verhungern ist. Es macht mich sehr traurig, dass die innere und äußere Verelendung großer Teile der Menschheit immer mehr zunimmt. Der herrschende Egoismus und Hedonismus zerstören die Welt und die Beziehungen der Menschen untereinander.

Wenn die Menschen liebevoll und sensibel miteinander umgehen, dann kann man sich in einer Diskussion auch wirklich öffnen. Wenn die Menschen ehrlich und konstruktiv sind, dann wird es ein echter Austausch. Ich folge dem Bodhisattva-Ideal. Ich lebe im Schwerpunkt meines Seins für das Glück meiner Mitwesen. Angesichts des vielen Leides auf der Welt erscheint es mir wichtig, dass sich immer mehr Menschen für eine glückliche Welt engagieren. Nur so können wir die Zustände verbessern und die Ausbreitung des Unglücks auf der Welt verhindern.

Carsten: Mit einer Welt von Love, Peace und Harmony kann man immer billig punkten, schwerer ist zu sagen, wie man denn dahin kommt. Dringend nach Erleuchtung zu streben, wird auch in den nächsten Jahrzehnten nicht das Projekt der Mehrheit sein. Ein Gegenmodell darzustellen halte ich hingegen für wichtig und legitim – das tust Du ja, also gib Dir gefälligst Mühe.

Nils: Ich gebe mir Mühe. Es muss auch nicht jeder als Yogi leben. Das werden immer nur einzelne sein. Aber diese Einzelnen können eventuell etwas Licht in die Welt bringen. Sie weisen durch ihre Existenz darauf hin, dass materieller Konsum nicht das Zentrum des Lebens ist. Das Zentrum des Menschseins sind Liebe, Glück und Frieden. Auf dieses Zentrum hin sollte sich die Welt orientieren.

Dafür sind Meditation und positives Denken wichtig. Sie sollten in den Schulen gelehrt werden. Sie sollten in den Familien und Betrieben praktiziert werden. Der Dalai Lama meint, dass Frieden in den Menschen und Frieden auf der Welt zusammenhängen. Ich punkte nicht billig mit einer Welt von love and peace. Es ist sehr schwierig in einer materialistischen Welt die Fahne des inneren Glücks hochzuhalten.

Die Welt wird sich nur dann ändern, wenn wir sie immer wieder an die richtigen Ziele erinnern und gehbare Wege aufzeigen. Ein gehbarer Weg ist es bei sich mit dem inneren Glück, dem inneren Frieden und der Liebe anzufangen, glückliche Beziehungen aufzubauen und das Positive in der Welt im Rahmen seiner Möglichkeiten zu stärken.

Carsten: Deinen alternativen Lebensentwurf im Herzen von Deutschland finde ich da viel kontruktiver. Ich habe ehrlich gesagt immer wieder auch Aussteigerphantasien, Gras sensen in den Alpen, herrlich. Das Stadtleben ist bei Licht betrachtet fürn A.rsch. Immer wieder in die Mühle bis der Zusammenbruch kommt. Im Moment ist die eine Hälfte arbeitslos, die andere kurz vorm Burnout - - - wofür das alles?

Nils: Ja, wofür das alles? Unsere Gesellschaft und die Mehrheit der Menschen lebt nach unweisen Zielen. Wir sollten alle glückliche Philosophen werden statt unglückliche Arbeitsneurotiker. Ich bin als Yogi zwar ein totaler Aussteiger. Prinzipiell befürworte ich aber eine Mischung aus Weisheit und Genuss, Spiritualität und äußerem Glück. Jeder darf seinen Weg des Glücks finden. Er sollte aber auch an seine Mitwesen denken. In einer unglücklichen Welt kann ein normaler Mensch nur schwer glücklich sein. Das gelingt nur einem verrückten Yogi. Ich möchte Glück für alle, auch wenn sie nicht als abgeschiedene Yogis leben.

Arbeitslosigkeit kann man sehr gut sprituell nutzen. Man muss sich nicht ständig besaufen und vorm Fernseher abhängen. Man kann eine Gesellschaft auch so organisieren, dass alle etwas weniger arbeiten und keiner arbeitslos ist. Das geht aber nur, wenn Glück das Ziel einer Gesellschaft ist und nicht der maximale Profit einer kleinen Schicht von Egomanen. Ich bin da sehr radikal. Ich bin für eine weltweite Reichensteuer. Solange auch nur ein Mensch auf der Erde hungert, hat kein Mensch das Recht auf ein Luxusleben. Hoch lebe Mahatma Gandhi! Wir brauchen eine weltweite soziale Wirtschaftssteuerung. Wir sollten unser Geld nicht in sinnlose Kriege, sondern in den Aufbau einer glücklichen Welt investieren. Wenn die Welt eine Bank wäre, hätten wir sie schon längst gerettet. Ich bin gnadenlos für die Beseitigung der Dummheit auf der Welt.

Carsten: Im Grunde weist Dein (sympathischer) Ansatz doch Ähnlichkeiten mit einer linken und ökoromantischen Spielart auf.

Nils: Gut erkannt. Ich bin ein linker öko-romantischer Altachtundsechziger. Ich sehe mich als Romantiker und Realisten in einer Person. Etwas Romantik macht das Leben auf der Erde doch erst schön.

Carsten: Das Problem scheint mir zu sein, dass die meisten Menschen diesen Weg nicht sehr attraktiv finden.

Nils: Es gibt in Deutschland zwei große politische Lager. Von den Grünen, der Linken und der SPD werden viele meiner Positionen geteilt. Sie haben durchaus eine Chance zur politischen Umsetzung. Das Problem ist, dass das linke Lager in Deutschland noch nicht die Bedeutung des inneren Glücks für eine glückliche Gesellschaft begriffen hat.

Die Glücksforschung und die Glücksphilosophie stehen in Deutschland noch ganz am Anfang. Ich arbeite dafür das zu ändern. Ich sehe es als einen langen Prozess an. Es ist gut, dass es Länder wie Bhutan gibt, für die das Glück der Gesamtgesellschaft ein Staatsziel ist. Über Bhutan wird viel im Fernsehen berichtet.

Deutschland sinkt allgemein nach den neuesten Untersuchungen seit etwa 2000 langsam immer mehr ins Unglück. Die Zahl der sehr glücklichen Menschen ging von 25 auf 19 % zurück und die Zahl der Depressiven stieg von 10 auf 14 %. Wenn wir uns die alten Menschen ansehen, kommt ein großes Elend auf Deutschland zu.

Carsten: Bei dieser Kombination aus Öko und Links ist der Gedanken von Leistung verpönt. Leistung und Konkurrenz, so meint man, seien Ausgeburten des Kapitalismus und damit des Bösen.

Nils: Ich bin nicht gegen Leistung. Wir brauchen Kraft, wenn wir die Dinge in Deutschland und der Welt positiv verändern wollen. Ich bin nur gegen eine neurotische Leistungsideologie, die die Menschen innerlich unglücklich macht. Wenn die Kinder in die Schule kommen, bezeichen sich 90 % als sehr glücklich. Nach einigen Jahren sind es nur noch 40%. Bereits hier läuft etwas grundlegend falsch.

JFooo: Was fehlt dem Menschen, oder was hat er zuviel, wenn er das Jetzt nicht sehen und/oder anerkennen kann?

Nils: Der Deutsche hat durch eine falsche Schulerziehung zu viele Leistungsneurosen und Ängste in sich und zu wenig Glück, Liebe, Frieden und Weisheit. Der zweite große Verwirrer ist das Fernsehen. Es orientiert die Menschen an den Werten äußerer Konsum, Aggressivität und Egoistmus.

Ein Indianerstamm in Alaska lebte friedlich und vergnügt, solange er keinen Fernseher besaß. Dann kaufte sich der Häuptling einen Fernseher, die Indianer saßen jeden Tag vor der Glotze und übernahmen im Laufe der Zeit die Werte des westlichen Konsumfernsehens. Zum Glück für die Welt wurde der Indianerstamm von Forschern genau beobachtet. Nach einigen Jahren zerfielen die traditionellen spirituellen Werte, die Menschen wurden egoistisch, aggressiv und permanent unzufrieden. Sie wollten so leben wie die "glücklichen" Reichen im Fernsehen. Dazu fehlte ihnen leider das Geld.

So ähnlich geht es seit einigen Jahren auf der ganzen Welt zu. Selbst das kleineste Dorf in Afrika hat seinen Fernseher. In den Slums um die Großstädte gibt es zwar auf den Müllkippen nichts Vernünftiges zu essen, aber zu einem Gemeinschaftsfernseher reicht es trotzdem. Es genügt für das Glück der Armen auf der Welt nicht, wenn wir ihnen Arbeit und Essen geben. Sie brauchen auch eine kluge Medienerziehung und eine Rückbesinnung auf positive Werte.

Diskussion in PhilTalk
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wokarb (atheistischer Philosoph): Vielleicht sollte man statt von "Beweis" eher von Plausibilitäts-Argument reden.

Nils: Statt von Beweis kann man auch von Plausibilität oder Indizien reden. Das ist ein guter Vorschlag. Die meisten heutigen Menschen brauchen einen Gottesbeweis, damit sie sich auf dem Weg des Lebens nicht verirren. Wie stark viele Atheisten mit der Gottfrage ringen, zeigte mir die äußerst intensive und emotionale Diskussion im Forum der Buskampagne 2009 mit über 2000 Postings. Sie schrien überwiegend immer nur die Worte: "Gib mir einen Beweis!!" Die Aufgabe eines Erleuchteten ist es ihnen einen Beweis zu geben, sei es durch sein reales Vorbild oder durch seine Worte/Schriften.

Eine andere Frage ist es, wie weit ein Mensch mit einem Gottesbeweis etwas anfangen kann. Das hängt von seinem Bewusstseinsstand, von der Situation und von der Art des Beweises ab. Vielleicht gibt es für jeden Menschen einen passenden Gottesbeweis. Nur bin ich leider nicht fähig, jedem zu helfen. Aber einige Atheisten konnte ich schon etwas voranbringen. Ein Atheist schrieb in einem Forum: "Herr Horn, Sie haben mich verändert." Das war das schönste Geschenk für mich.

Auch ein Nicht-Erleuchteter kennt zumindest etwas die Erleuchtung. Es gibt viele Vorstufen. Jeder Mensch kennt Gefühle von Liebe, Frieden und Harmonie. Jeder hat schon das Gefühl gehabt, eins mit sich und der Welt zu sein. Je mehr ein Nicht-Erleuchteter sich nach diesen Gefühlen sehnt, desto eher wird er den Weg der Erleuchtung gehen. Er muss es ja nicht Erleuchtung nennen. Er sollte einfach nur den Erkenntnissen der Glücksforschung folgen. Er sollte auf die richtigen Philosophen (z.B. Sokrates) hören und die verwirrten Philosophen zurückweisen. Er kann es immer mehr lernen auf die Stimme seiner Liebe und inneren Weisheit zu hören.

Claudilausi (zweifelnde Christin): Das Menschlein kommt auf die Welt und fragt: "Woher kommen wir eigentlich, Mutti?" Guckt die Mutti den Vati an und der sagt: "Na von Adam und Eva." Und das Menschlein fragt weiter: "Und woher kommen die?" Und Mutti sagt: "Na von Gott."

Die Zeit vergeht, das Menschlein geht zum Gottesdienst, feiert Weihnachten, Ostern. Doch ein paar Jahre nach der Konfirmation/ Firmung denkt sich das Menschlein: "Also in der Schule hab ich gelernt, dass die Menschen von den Affen abstammen. Ist Gott denn ein Affe gewesen? Oder war er der Urknall?"

Als das Menschlein nun wieder ein paar Jahre später darüber nachdenkt, fragt es sich was wohl andere kluge Menschen dazu sagen. Es liest Marx, Siegmund Freud und Habermas usw. Es studiert Philosophie und kommt in ein Philosophie-Forum. Und jetzt? Ich möchte wissen, warum manche Menschen weiter an Gott glauben, wo es doch so viele Zweifel gibt?

philospinne (Philosophiestudentin): Nils, was macht Sokrates für dich zum 'richtigen' Philosophen?

Nils: Unter "richtig" verstehe ich gut in Kontakt mit sich selbst und am besten auch mit seinem höheren Selbst/Gott zu sein. Die Philosophie ist seit Sokrates nicht wirklich vorangekommen. Das sollten wir jetzt ändern. Sokrates war erleuchtet. Deshalb haben ihn die meisten seiner Nachfolger in der Tiefe seines Wesens nicht verstanden. Wenn wir Philosophie und Erleuchtung verbinden, kann die Philosophie zu einer echten Lebenshilfe werden. Auf die Welt wartet ein goldenes Zeitalter, wenn wir die Zukunft aus der Liebe und der Weisheit heraus planen. Und nicht wie bisher aus dem Ego.

 

Die fünf spirituellen Wege
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(Drukpa Künleg)

Ich übe den Weg der Selbstdisziplin.
Ich meditiere jeden Tag.

Ich gehe den Weg der umfassenden Liebe.
Ich sehe mich als Mutter und Vater aller Wesen.

Ich verwirkliche den Gottheiten-Yoga.
Ich visualisiere mich als Buddha in der kosmischen Einheit.

Ich lebe im anhaftungslosen Sein.
Ich fließe gelassen mit Freude und Leid.

Ich lese die Bücher aller Religionen
und praktiziere alles im richtigen Moment.

Das Leben ist mein Lehrmeister
und meine Weisheit mein Führer.

Geo: Was verstehst Du unter der "heutigen Zeit" ? Menschen, äussere Einflüsse, die Gesellschaft, den Weltgeist oder die Welt-Seele ? Lieben Gruß , geo

Nils: Die aktuelle Weltsituation. Sie ist geprägt von der kapitalistischen Globalisierung, der fortschreitenden Umweltzerstörung und einer Milliarde hungernder Menschen (laut gestriger Ansprache des Bundespräsidenten). Für mich als Glücksphilosophen ist ein wesentliches Problem der weltweite Siegeszug des westlichen Konsumfernsehens. Es orientiert die Menschen auf falsche Werte und erzeugt weltweit inneres und äußeres Unglück.

Kidt: Gibt es eine spirituelle Norm?

Nils: Meine spirituelle Norm sind die fünf Grundsätze Liebe, Frieden, Wahrheit, Selbstdisziplin und Lebensfreude. Dann findet der Weise zum Gottesbeweis. Er beweist die Tranzendenz durch seine eigene Wahrnehmung. Der Unweise beginnt gar nicht erst den Weg zu gehen und bleibt ewig eine Nickente. Friede sei mit Ihnen, lieber Kidt.

danbrown: Demnach könnte ein Gott niemals sagen: "Ich bin."....???

Nils: Gott beweist sich durch den Erleuchteten. Und der kann sagen: "Ich bin."

Danbrown: Ist ein Gott zur Erleuchtung notwendig?

Nils: Ist der Kosmos notwendig, damit der Mensch existieren kann?

Jevi: Bevorzugst du den Yoga des Aufgebens oder den Yoga des Erreichens?

Nils: Es kommt auf den Zustand meines Geistes an. Im Schwerpunkt gehe ich den Weg des Aufgebens. Ich lasse meine Wünsche los und gelange so zum Ich Bin. Mein Hauptvorbild ist der Buddha der Ruhe, aber ich brauche auch Zielstrebigkeit, Liebe und Lebensfreude. Alles im richtigen Moment und im richtigen Maß.

Jevi: Weiß du denn nicht, dass die Welt, die du siehst, deine eigene ist?

Nils: Natürlich. Aber manchmal sind meine Mitmenschen auch ziemlich real.

Jevi: Sobald du es in dir selbst findest, wird deine Suche vorbei sein. Wer sein wahres Sein erkennt, entdeckt sich frei von Widersprüchen und dem Bedürfnis nach Hilfe. Indem ich meinen natürlichen Zustand realisierte, stoppte das ruhelose und unaufhörliche Denken, die Verhältnisse kehrten sich vom Kopf auf die Füße zurück und ich erkannte, Verhaftung bedeutet Gefangensein und Losgelöstheit bedeutet Freiheit.

Nils: Ich bin auf dem Weg. Ich kenne mein wahres Selbst, aber ich kann es noch nicht dauerhaft bewahren. Ich bin kein großer Jevi, sondern nur ein kleiner Yogi. Ich schreite langsam auf dem zu mir passenden Weg immer weiter ins Licht.

Jevi: Gott muss weder bewiesen, noch kann er verleugnet werden. Die Realität beweist sich selbst.

Nils: Leider verschließen viele Philosophen die Augen vor der Realität. Helfen wir ihnen aufzuwachen.

Musemus: 'Ich bin' vermag ich auch ohne Erleuchtung oder Gott zu sagen, das hat für mich die gleiche Bedeutung. Wo muß ich den Unterschied sehen, wenn diesen Satz ein 'Erleuchteter' sagt?

Nils: Sagen kannst du es, aber nicht in der Tiefe der Bedeutung fühlen. Dazu brauchst du die Erleuchtung.

Hancock: Warum sollte ein Mensch, der erwacht ist (gefällt mir besser als "Erleuchteter") sagen: "ich bin"?

Nils: Er sagt es nicht, er fühlt es. Er sagt es höchstens, um seinen Mitmenschen damit auf dem Weg zur Erleuchtung zu helfen.

Gisel: Frage an Nils. Warst du vor deiner "Erleuchtung" Atheist und wie ging diese Erleuchtung im Einzelnen vor sich?

Nils: Ich war vor meiner Erleuchtung Atheist. Ich bin atheistisch erzogen. Ich habe aber schon in meiner Jugend begonnen, nach dem tieferen Sinn des Lebens zu suchen. Mein Weg zur Erleuchtung besteht aus vielen Stufen.

1. Die Frage nach dem Sinn (zwischen 14 und 16 Jahren)
2. Die Suche nach dem Sinn (zwischen 16 und 18 Jahren).
3. Glück als Sinn erkannt. Suche nach dem Weg des Glücks. Verschiedene Wege ausprobiert. Glück in einer Beziehung, im Beruf, im Genuss des Lebens.
4. Erkenntnis, dass alle äußeren Glückswege letztlich unbefriedigend sind (zwischen 28 und 30 Jahren).
5. Der Meister taucht auf. Im Alter von 30 Jahren, am Ende meines Studiums, habe ich gründlich viele Glücksbücher durchgelesen. Dabei wurde mir klar, dass der Mensch das Hauptglück in sich selbst finden muss. Ich traf auf Epikur und wurde sein begeisterter Anhänger. Epikur ist für viele Atheisten, die wissenschaftlich und rational denken, ein guter Ausgangspunkt für den inneren Weg. Später kamen dann noch Laotse und Buddha hinzu. Das waren meine ersten drei Meister.
6. Die Krise. Nach meinem Examen fiel ich in ein tiefes Loch (Beziehungsprobleme, Berufsfragen) und war ein Jahr depressiv. Ich beschäftigte mich viel mit Psychologie und fand einen Weg mich aus der Depression zu befreien (Sport, Meditation, Gedankenarbeit). Ich zerstörte so radikal meine Anhaftungen an äußere Dinge, dass ich zur Erleuchtung durchbrach. Ich lebte zwei Wochen ohne Ich-Bewusstsein in Gott. Dann ging die Erleuchtung zwar wieder weg, aber zum Glück tauchte auch die Depression nicht wieder auf.
7. Ich besuchte viele lebende erleuchtete Meister und bekam von ihnen Energieübertragungen. Dadurch kam ich öfters in verschiedene Erleuchtungszustände.
8. Nach dem Ende einer langjährigen Beziehung gab ich meinen Beruf als Rechtsanwalt auf und wurde im Alter von 36 Jahren ein Yogi. Von meinen Großeltern habe ich ein kleines Haus in einem Naturschutzgebiet geerbt, wo ich gut in Ruhe praktizieren kann.
9. Ich machte eine Ausbildung als Yogalehrer und als Psychotherapeut. Ich gab Yogaunterricht und leitete Psychogruppen. Im Moment habe ich keine Gruppen mehr und surfe dafür durch die Internetforen. Ich meditiere jeden Tag sechs Stunden, gehe zwei Stunden spazieren, lese in spirtuellen Büchern und bin ansonsten eine faule Sau. Das Leben gefällt mir an sich ganz gut. Ich habe das Gefühl, dass ich auf dem für mich richtigen Weg bin und beständig spirituell wachse. Leider gibt es auch viele spirituelle Krisen. Das ist die unangenehme Seite des intensiven spirituellen Wachstums.
10. Eines Tages werde ich ein Buddha sein. Dann rette ich alle Wesen und steige nach meinem Tod ins Paradies auf. Oder auch nicht. Wir werden sehen.

Geo: Hallo Nils, das ist ein rechter Yogi-Weg. Doch: Wie finanzierst Du Deinen Lebensunterhalt ?

Nils: Danke für das Lob. Wenn man wirklich den spirituellen Weg gehen will, klärt sich die Finanzierung immer irgendwie. Als Yogi braucht man nicht viel Geld. Und etwas Geld läßt sich in Deutschland immer auftreiben. Notfalls muss der Yogi mal etwas arbeiten. Ich habe mir als Yogalehrer und Psychotherapeut etwas Geld dazu verdient. Einige Jahre war ich auch Assistent an der Uni und habe mit einem spannenden Forschungsauftrag viel Geld verdient. Das habe ich gespart, gut angelegt und erhalte jetzt von den Zinsen ein bescheidenes Auskommen. Das Finanzamt war allerdings der Meinung, dass man von so wenig Geld nicht leben kann. Ich habe ihnen geschrieben, dass ich ein Yogi bin und jeden Tag nur eine Handvoll Körner brauche. Da waren sie zufrieden. Ich habe aber ihnen nicht verraten, dass ich jeden Tag auch noch einige Süßigkeiten (mindestens zwei Kekse) esse. Welch ein Wohlstand. Wir sind alle unermeßlich reich hier in Deutschland. Man muss es nur sehen.

Scharawareck: Ist nicht der Weg das Ziel? Höre mehr den Fluß bei Deinen Spaziergängen!

Nils: Ich bin im Fluß mit meinem Leben. Für mich ist auch der Weg das Ziel. Am wichtigsten ist das Gefühl auf dem persönlich richtigen Lebensweg zu sein. Aber etwas Zielorientierung ist nach meiner Erfahrung hilfreich. Du kannst das Ziel ja auf deine Weise definieren. Was wäre für dich ein spirituelles Ziel?

Scharawareck: Es gibt keinen Tod und kein Paradies.

Nils: Eine schwierige Aussage. Darüber können wir viel philosophieren. Mir fällt im Moment dazu ein: Es gibt den Tod des Egos. Das ist für mich die wahre Kreuzigung. Im Zen heißt es "Stirb, bevor du stirbst." Ob es ein Leben nach dem Tod und insofern keinen Tod der Seele gibt, werden wir nach dem Tod des Körpers erfahren. Dann werden wir auch sehen, ob es ein Paradies gibt und ob wir dort hingelangt sind.

Nach meiner Ansicht ist es nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft wahrscheinlich, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Absolute Sicherheit kann es in dieser Frage nicht geben. Es gibt in der Wissenschaft keine absolute Sicherheit. Die kann man nur in seinem Gefühl haben. Das nennt man Glauben. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, aber absolut sicher bin ich mir auch nicht. Aus der Sicht der Erleuchtung ist diese Frage letztlich egal. Hauptsache du bist glücklich. Ob das Leben im Glück endet oder ewig glücklich weiter geht, den Glücklichen berührt nach Epikur diese Frage nicht. Er überlässt sie den Göttern.

EinChrist: Wir haben kein Ziel mehr vor Augen und deshalb die Richtung verloren. Jesus ist ein guter Weg und ein gutes Ziel.

Nils: Sehr gut. Irgendwo bin ich auch katholisch (im Sinne von umfassender Religion) und marianisch (ich stehe auf Frauen). Pabsttreu im Moment etwas weniger. Wir treffen uns im Paradies. Stichwort: PhilTalk.

Hancock: Erleuchtet werden oder erwachen, kannst nur du selbst. Meister können zwar helfen; mehr aber nicht. Und das Leben ist voller Meister.

Nils: Richtig.

Hancock: Durch "Energieübertragungen" erleuchteter Meister kommt man nicht in verschiedene Erleuchtungszustände. Das gibt`s nur im Fantasyfilm. Wäre ja auch etwas zu einfach.

Nils: Falsch. Das Leben kann so einfach sein. Aber wer es schwierig liebt, der kann den Weg auch ohne Energieübertragungen gehen. Armer Han.

Hancock: Glück ist kein Sinn und es gibt kein Paradies. Alles Anhaftungen/Vorstellungen, von denen man sich lösen muss.

Nils: Glück ist mit Sicherheit ein guter Lebenssinn. Die meisten Menschen möchten glücklich sein, nur der kleine Han nicht. Der liebt seinen traurigen Zen-Weg. So kommt man natürlich nicht so schnell ins Paradies. Ich folge mit EinChrist dem heiligen Petrus. Lösen (Anhaftunglosigkeit) und Binden (Ziele haben). Alles zur richtigen Zeit und im persönlich richtigen Maß. Ich verbinde den buddhistischen Amitabha-Weg (sich als goldener Buddha im Paradies visualisieren) mit der Zen-Meditation. Das machen viele Zen-Meister so. Ich wünsche allen einen gesegneten Tag.

 

Erleuchtung und äußere Realität
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miguel: Nils, selbst wenn man nachprüfen kann, dass jemand 'erleuchtet' ist, und selbst wenn dieses Gefühl Gott beweist, ist das weiterhin ein subjektbezogener Gehalt.

Nils: Hier liegt ein Missverständnis vor. Gott ist innen und außen. Gott ist nicht nur ein Gefühl. Erleuchtete spüren nicht nur Glück, Liebe und Frieden in sich. Sie haben nicht nur ein kosmisches Bewusstsein. Sie können dank ihrer spirituellen Energie (des heiligen Geistes) auch im äußeren Kosmos handeln. Sie können alle Wesen über große Distanzen spüren. Sie können mit ihrem Bewusstsein in die Vergangenheit und Zukunft reisen. Sie können anderen Wesen Liebe, Kraft und positive Gedanken senden. Die Physik hat nachgewiesen, dass es ein höheres kosmisches Informationsfeld (eine höhere Dimension) gibt. In dieser höheren Dimension können die Erleuchteten handeln.

miguel: Ich bestreite, dass ein geistiger Zustand Gott beweisen kann. Das setzt voraus, dass ich in einem geistigen Zustand (Erleuchtung) eine äußere, subjektunabhängige Realität (Gott) unmittelbar erfahren kann.

Nils: Genauso ist es. Durch sein gereinigtes Bewusstsein kann ein Erleuchteter in die höheren kosmischen Dimensionen blicken. Er kann sich mit diesen Energiedimensionen (Bewusstseinsdimensionen, Quantenfeldern) verbinden und darin handeln. Das ist physikalisch dadurch möglich, dass der Kosmos in seiner Essenz aus Bewusstseinsenergie besteht. Die Basis des Kosmos ist Gott. Die Basis des Erleuchtungsbewusstseins ist Gott. Wer durch spirituelle Übungen eins mit Gott wird, nimmt an den besonderen Eigenschaften Gottes teil.

miguel: Das läuft darauf hinaus, "mit dem Geist sehen zu können", dass es objektive Gedankenströme gibt (wahrscheinlich ist das von deiner Vorstellung von Energie nicht fern).

Nils: Du hast es gut erkannt. Es hängt mit dieser besonderen Energie zusammen, die in der Spiritualität Heiliger Geist genannt wird. Ein Erleuchteter kann mit dem Geist sehen und in der Außenwelt handeln. Praktisch funktioniert das so, dass man in der Meditation diese besondere Bewusstseinsenergie erzeugt und sie dann auf entfernte Orte, andere Menschen, die Vergangenheit oder die Zukunft konzentriert. In dem Moment ist man über die höhere Dimension dort anwesend und kann dort alles sehen und dort handeln. Wie stark man handeln kann, hängt von der Entwicklungsstufe des spirituellen Menschen ab. Diese Fähigkeiten treten oft schon lange vor der Erleuchtung auf.

miguel: Das ist nach meinem Empfinden kontraintuitiv, und das ist ein metaphysischer Preis, den ich nicht zu zahlen bereit bin.

Nils: Es zwingt Sie keiner den Weg der Erleuchtung zu gehen. Der Preis ist hoch. Der Preis ist jahrzehntelanges spirituelles Üben. Der Preis ist der Verlust des Egos. Der Preis ist es "unnormal" zu sein und von den meisten Atheisten für verrückt erklärt zu werden. Erleuchtung widerspricht dem normalen Menschenverstand. Erleuchtung ist nicht normal. Aber auch viele neuere Erkenntnisse der Physik übersteigen den Begriffshorizont eines Normalbürgers. Man muss auf dem Weg der Erleuchtung nicht seinen Verstand aufgeben. Der Verstand ist ein wichtiger Helfer. Aber man wird seine bisherige Weisheit eines Tages übersteigen. Wir sind Philosophen. Wir wagen es das Undenkbare zu denken. Wir steigen in das Licht auf, wo sich die meisten Menschen ängstlich an die Dunkelheit klammern. Der Preis ist klein im Verhältnis zu dem Gewinn, den ein Mensch durch seine Selbstverwirklichung hat. Der Gewinn ist so groß, dass es sich lohnt alles andere dafür zu geben.

miguel: Ohne die Sinne, und auch ohne aus Sinnesdaten Schlüsse zu ziehen, würde man in der Erleuchtung Gott, eine äußere Realität, "mit dem Geist sehen."

Nils: So ist es. Man sieht durch sein Bewusstsein. Anders formuliert: Man spürt mit seiner Energie. Die spirituellen Menschen sind unterschiedlich. Manche sehen die Dinge eher, manche spüren sie und manche hören sie.

miguel: Nils, es freut mich, dass ich dich wohl ungefähr richtig verstanden habe. Ich mutmaße, dass für dich z.B. der Sachverhalt, dass Gott die Basis des Kosmos sei, oder auch das Vorhandensein spiritueller Energie eine Erfahrungstatsache ist.

Nils: Miguel, es freut mich auch, dass wir uns verstehen. Man redet bei diesen schwierigen Dingen leicht aneinander vorbei. Es ist die Erfahrung aller erleuchteten Menschen, dass Gott die Basis des Kosmos ist. Es entspricht auch meiner Erfahrung. Ich versuche meine Erfahrung mit den Erkenntnissen der Wissenschaft (Physik, Hirnforschung, Psychologie, Philosophie) in Einklang zu bringen.

miguel: Sind diese Erfahrung nur Suggestionen des Geistes? Oder meinst du tatsächlich, man kann in der Erleuchtung aus den Grenzen des üblichen Rahmens des Bewusstseins hinaustreten - und das kann auch bedeuten, dass diese Erfahrungen eben keine Suggestionen des Selbst, sondern Wahrnehmungen äußerer Wirklichkeit seien. Hier kann nicht die Erfahrung selbst als Beweis herhalten. Denn in dem Erlebnis ist nicht erkennbar, ob der gebotene Inhalt eine Suggestion oder Repräsentation ist.

Nils: Auch hier sind wir einer Meinung. Für die Sichtweise der Erleuchteten sollten auch äußere Belege existieren. Diese habe ich gesucht und meiner Meinung nach gefunden. Den ontologischen Gottesbeweis "Ich kann Gott denken, also gibt es Gott" lehne ich ab. Gott kann auch eine verrückte Phantasie sein. Die Unterscheidung von Phantasie und Wirklichkeit trifft man durch äußere Belege.

miguel: Wie kannst du sicher sein, dass die Erfahrungen, die du in der Erleuchtung hattest, tatsächlich Repräsentationen von äußerer Wirklichkeit sind?

Nils: Ich habe die Wissenschaft nach Belegen durchsucht. Es scheint derzeit ein Paradigmenwechsel stattzufinden, der von der Mehrheit der Wissenschaftler noch nicht begriffen worden ist. Ich stelle erstaunt fest, dass sie die neuen Erkenntnisse nur verdrängen, aber nicht wirklich widerlegen können. Grundlegend dazu ist der Wandel in der modernen Physik. Von einer Sicht der festen Materie ist die Physik mit Albert Einstein zu der Energie als Basis des Kosmos gekommen. Im Moment verändert sich die Sicht weiter zu dem Bewusstsein als Grundsubstanz des Kosmos. Ich habe bereits Professor Dürr zitiert. Morgen werde ich ausführlich den Physikprofessor Amit Goswami darstellen. Die neuesten Erkenntnisse der Physik unterstützen die Sichtweise der erleuchteten Meister.

Desweiteren gibt es neue Erkenntnisse in der Nahtodforschung. Es scheint eine vom Körper unabhängige Seele zu geben. Die moderne Physik (Quantentheorie, Stringtheorie) und die Nahtodforschung unterstützen die Vermutung, dass die Erfahrungen in der Erleuchtung Repräsentationen äußerer Wirklichkeit sind. Die Gesamtbetrachtung aller Argumenten hat mich dazu gebracht, die Existenz Gottes zu bejahen. Ich werde schrittweise meine Beweisführung ausbreiten.

miguel: Bisher hast du versucht, mit dem heutigen Weltbild der Physik Korrespondenzen, Überienstimmungen herzustellen. Du sprichst z.B. vom Paradigmenwechsel von Materie > Energie > Bewusstsein als Grundlage des Kosmos. Das sind notwendige, aber eben nicht hinreichende Bedingungen. Hinreichende Belege aus empirischer Forschung würde man sicherlich allgemein akzeptieren - kannst du solche nennen? Und hier logisch gültige, stringente Beweise führen?

Nils: Ich bemühe mich. Ich stelle erst einmal fest: 1. Es gibt die Erleuchtung. Ein Erleuchteter sieht Gott. Also gibt es Gott zumindest im Bewusstsein eines Erleuchteten. Gott ist Liebe, Frieden, Glück. Wer nach Liebe, Frieden, Glück strebt, sollte sich bemühen ein Gottesbewusstsein (Christusbewusstsein, Buddhageist) zu entwickeln. Erleuchtung ist primär eine Frage der Psyche, der Psychologie, der inneren Heilung und Selbstverwirklichung.

2. Ein Erleuchteter besitzt bestimmte übersinnliche Fähigkeiten, die darauf hindeuten, dass Erleuchtung nicht nur etwas Innerliches ist. Er kann zum Beispiel spirituelle Energie (die eine Form von Gedanken/Gefühlen ist) übertragen.

Gedanken können übertragen werden. Den Beweis erbrachte 1994 der amerikanische Psychologe Charles Honorton von der Princeton-Universität. Er führte seinen Versuchspersonen einen Videoclip von einer Minute Dauer vor und bat sie, diesen Film geistig auf eine in einem schalldichten Nebenraum sitzende Person zu übertragen. Der Person im Nebenraum wurden zusätzlich drei weitere Videos gezeigt. Von den vier Filmen sollte sie das von der Versuchsperson übertragene Video auswählen. Die Trefferquote lag deutlich über dem Bereich des Zufalls. Zuvor hatte Honorton mit einfachen Fotos experimentiert. Aber erst die Videoclips brachten die für einen wissenschaftlichen Beweis geforderte ausreichende Trefferquote.

3. Die Wahrnehmungen der Erleuchteten entsprechen vielen empirischen Befunden der Wissenschaft. Es gibt Indizien für die Existenz einer höheren Bewusstseinsdimension. Inwieweit du das als hinreichend für die Existenz Gottes ansiehst, ist eine Frage der Abwägung. Hier kann jeder zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Einen für alle Menschen logisch zwingenden Gottesbeweis gibt es nicht. Genauso wenig kann man einen Menschen zur Erleuchtung zwingen. Beides hängt zusammen.

miguel: Ich stelle fest Nils: im Prinzip treffen wir uns hier. Wirklich, ich kann dir in allem folgen. Für mich ist die Diskussion damit abgeschlossen.

Was ist ein wissenschaftlicher Beweis?
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kidt: Was ist ein wissenschaftlicher Beweis?

Nils: Beim wissenschaftlichen Gottesbeweis haben wir es mit einem empirischen (induktiven) Beweis zu tun. Wikipedia (Zitate): Allgemein ist ein Beweis die gültige Herleitung der Richtigkeit (Verifikation) oder Unrichtigkeit (Falsifikation) einer Aussage aus wahren Prämissen. Der induktive (empirische) Beweis wird anhand von Beobachtungen und Erfahrungen geführt und kann daher grundsätzlich keine absolute Gewissheit über den Wahrheitsgehalt einer Aussage über eine unbestimmte oder unendlich große Menge verschaffen. Der induktive Beweis wird vor allem in der Rechtsprechung und den Naturwissenschaften angewendet.

Der deduktive Beweis ist die Ableitung eines Urteils aus als wahr geltenden Voraussetzungen (Prämissen) oder Definitionen nach festen logischen Schlussregeln. Er führt innerhalb des ihm zugrundeliegenden Systems, beispielsweise dem formalen System der Mathematik oder Logik, zu einer endgültigen Entscheidung über die Richtigkeit einer Aussage. Der deduktive Beweis wird daher auch vor allem in der Logik und der Mathematik angewendet.

Wikipedia: Ein Beweis ist erbracht, wenn der Beweisführer dem Richter die persönliche Überzeugung von der Richtigkeit der Tatsachenbehauptung verschafft hat. Maßgebend ist (in den Worten des Bundesgerichtshofes) allein, ob der Richter persönlich von der Wahrheit der Tatsachenbehauptung überzeugt ist. Dabei darf der Richter für seine Überzeugung keinen naturwissenschaftlich sicheren Nachweis verlangen, sondern muss sich mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad an Gewissheit zufrieden geben, der letzte Zweifel nicht ausschließt, ihnen aber praktisch Schweigen gebietet. Die Überzeugung des Gerichtes kann sich auch auf Indizien stützen.

kidt: Was wir nicht können, ist die beliebige Erzeugung eines solchen Erlebnisses für den von Zweifeln angenagten Skeptiker. Es fehlt ein wichtiges Kriterium, die beliebige Verfügbarkeit, nicht nur für Sie oder mich, sondern auch für den Skeptiker, dessen Skepsis wir als berechtigt anerkennen müssen.

Nils: Im realen Leben kann man nicht alle Ereignisse beliebig wiederholen. Diese Forderung mag für physikalische Experimente begründet sein, aber nicht allgemein für wissenschaftliche Forschungen (Feldforschungen) und schon gar nicht für spirituelle Erfahrungen. Die Skepsis des Skeptikers ist unangebracht. Sie ist ein Fall von geistiger Selbstblockade. Der Skeptiker sollte sich auf seinen klaren Verstand besinnen, alle Indizien weise würdigen und seine übertriebenen Beweisansprüche aufgeben. Der Gewinn ist riesig. Sein Seele könnte gerettet werden. Er könnte im Licht statt in der ewigen geistigen Dunkelheit leben.

Ich verweise noch einmal auf die Wikipedia-Zitate zum Thema Beweis. Dort wird zwischen empirischen (induktiven) Beweisen in lebenden (offenen, sich unberechenbar entwickelnden) Systemen und logischen (deduktiven) Beweisen in geschlossenen (auf festen Axiomen beruhenden) Systemen unterschieden.

Induktive Schlüsse gehen von einem Fall und einem Resultat aus und führen zu einer Regel. Induktion ist synthetisch, das heißt es werden Beobachtungen verwendet, aus denen bei genügender Häufigkeit Regeln formuliert werden. Die getroffene Schlussfolgerung ist aber nicht notwendig (Nils: nicht zwingend, freie Beweiswürdigung). Es wird keine beliebige Wiederholbarkeit bei empirischen Beweisen verlangt. Es besteht der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. "Vor Gericht ist eine Tatsache bewiesen, wenn das Gericht sie unter Berücksichtigung des gesamten Ergebnisses einer Beweisaufnahme nach freier Überzeugung für wahr hält. Dabei darf der Richter für seine Überzeugung keinen naturwissenschaftlich sicheren Nachweis verlangen, sondern muss sich mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad an Gewissheit zufrieden geben, der letzte Zweifel nicht ausschließt, ihnen aber praktisch Schweigen gebietet."

Zitate aus www.karl-leisner-jugend.de/Gottesbeweise: Was ist ein Beweis? Im Grunde gibt es drei Arten von Beweisen: Den naturwissenschaftlichen (oder physikalischen, von «Physis - die Natur») Beweis, den mathematischen und den historischen (oder juristischen) Beweis. Der historische Beweis untersucht einmalige Ereignisse (fragt nach, ob sie wirklich passiert sind und welche Gründe und Konsequenzen dafür wahrscheinlich sind); der physikalische Beweis fußt auf empirischen Daten (also auf Beobachtungen, Experimenten oder Erfahrungen, die grundsätzlich wiederholbar sind) und sucht nach allgemeinen Gesetzen, die diese Daten verbinden; der mathematische Beweis ist rein geistiger (Nils: logischer) Natur.

Das eigentlich Problem in der Diskussion um die Beweisbarkeit von geistigen Dingen ist die Unterschätzung des historischen (oder juristischen) Beweises. Dinge, die nur einmal passierten und nicht in einem Experiment nachgewiesen werden können, für die wir also nur Zeugen und "Zeugnisse" haben, bezeichnen Skeptiker schnell als "unbewiesen".

Dabei ist auch die historische Wissenschaft - oder das Gerichtswesen - ein nach exakten Regeln arbeitendes System. Bei der historischen und juristischen Wahrheitsfindung geht es im Grunde darum, nach der Glaubwürdigkeit eines Ereignisses und dessen Bezeugung zu fragen. Ist der geschilderte Sachverhalt wahrscheinlich, in sich schlüssig und hatte er Auswirkungen? Sind die Auswirkungen sichtbar, prüfbar und unverfälscht? Gibt es Zeugen für das Ereignis? Gibt es Gründe, die dafür sprechen, dass die Zeugen die Unwahrheit sagen?

Hier gibt es keine Möglichkeit der experimentellen Überprüfung; die Geschichte ist einmalig und wiederholt sich nicht im Labor. Worum es letztlich geht, ist die Einschätzung eines Zusammenhanges als plausibel; die Einschätzung eines Zeugen als «glaubwürdig» und eines Gegenstandes als «echt». Selbst wenn wir naturwissenschaftliche Methoden hinzunehmen (wie z.B. DNA-Test), müssen die Erkenntnisse immer noch interpretiert werden; sie sind nur "Indizien", keine Beweise. Und dennoch sprechen die Historiker von "gesicherten Erkenntnissen". Auch wenn sich diese Beweise auf einer anderen Ebene abspielen als die physikalischen oder mathematischen, so ist der Beweiskraft deswegen nicht geringer - nur die Methoden sind andere.

Die traditionellen Gottesbeweise
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kidt: Zum Thema Gottesbeweise drei Hinweise:

=> http://www.philolex.de/gottesbe.htm

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis

=> http://www.bible-only.org/german/handbuch/Gottesbeweise.html

Nils: Danke für die Links. Dort kann jeder Leser weiterlesen und so ein relativ vollständiges Bild über die Gottesbeweisdiskussion bekommen. Mich haben diese Gottesbeweise alle nicht überzeugt. Nur Lothar Gassmann (www.bible-only) argumentiert in meine Richtung. Er nimmt die Existenz eines Erleuchteten (Jesus Christus) als entscheidenden Hinweis auf Gott.

Deswegen habe ich selbst nachgedacht und meinen eigenen Gottesbeweis entwickelt. Mich überzeugt er. Überzeugende Gegenargumente wurden in den bisherigen vielen Debatten mit Atheisten nicht gebracht. Ich bin zufrieden mit der Diskussion.

Zitate Gassmann: Gottesbeweise finden sich bereits bei griechischen Philosophen (Platon, Aristoteles). Die wichtigsten wurden klassisch formuliert von Anselm von Canterbury, Duns Scotus, Thomas von Aquin u.a.. Massiv kritisiert und reduziert wurden sie von Aufklärungsphilosophen, v.a. von Immanuel Kant. Neuzeitliche Apologeten (z.B. Norman Geisler) haben sie neu aufgegriffen und verbessert. Sie würden, soweit sie rein logische Denkkonstruktionen sind, nicht ausreichen, wenn sich Gott nicht selbst offenbart hätte: in der Schöpfung; in der Geschichte; im Gewissen (Röm 2,14 ff.); und vor allem und heilbringend in seinem Sohn Jesus Christus. Die Gottesbeweise werden erst überzeugend, soweit sie an solche – auch empirisch nachprüfbare! – Offenbarungen anknüpfen.

Der Gottesbeweis von Spaemann
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wokarb: Was sagst Du zu dem "Gottesbeweis" von Robert Spaemann?

Nils: Von meiner Sozialisation her bin ich ein Atheist. Ich denke wissenschaftlich. Ich brauche echte Beweise. Die herkömmlichen Gottesbeweise haben mich alle nicht überzeugt. Spaemann macht da keine Ausnahme. Das belege ich bereits mit zwei kleinen Zitaten aus dem genannten Artikel.

1. Spaemann: Angesichts der überwältigenden Allgemeinheit und Dauer des Gerüchts von Gott trägt derjenige die Begründungspflicht, der dieses Gerücht als irreführend abtut.

Nils: Das ist juristisch nicht haltbar. Dann kann ich ja auch an den Osterhasen glauben.

2. Spaemann: Wir müssen ein Bewußtsein denken, in dem alles, was geschieht, aufgehoben ist, ein absolutes Bewußtsein.

Nils: Wir müssen nichts. Ich fordere Beweise. Weil ich Gott denken kann, muss es noch lange nicht Gott tatsächlich in der Außenwelt geben.

Nils: Ich finde die Besprechung bei Amazon gut. Hier die wichtigsten Zitate.

Jürgen Hofmann: Nachdem Robert Spaemann auf 30 Seiten die Gottvergessenheit der heutigen Zeit (?) beklagt, stellt er auf ganzen zwei Seiten als "letztes Beispiel" einen "Nietzsche resistenten" Gottesbeweis dar. Und man höre und staune: Spaemann präsentiert einen Gottesbeweis aus der Grammatik. Auf jeden Fall ein netter Versuch, die Existenz Gottes zu beweisen. Genauer gesagt aus dem Futur II (vollendetes Futur). Selbst die moderne Physik sagt uns, dass es auf elementarem Niveau gar keine Zeit gibt.

Dr. Hartmut Spiesecke: Robert Spaemann ist viel zu klug, um nicht zu wissen, dass sein Gottesbeweis im Prinzip den gleichen hermeneutischen Zirkel geht wie schon Descartes ein paar hundert Jahre früher: Der sagte, Gott müsse deswegen existieren, weil Descartes sich eine Vorstellung davon machen könne. Aber Gott lässt sich natürlich nicht durch meine Phantasie beweisen, und auch nicht durch die Existenz des Futur II.

Dr. Markus Van Den Hövel: Letztlich läuft es auf eine interessante grammatikalische Spitzfindigkeit hinaus, aus dem "futur II" Gott zu beweisen. Die Gegenwart bleibt als Vergangenheit in der Zukunft wahr, über jede auf Dauer verblassende, sodann verschwindende Erinnerung hinaus; hierfür muss es ein absolutes Bewußtsein geben: Gott! Ja, ob das nicht doch mehr Sophistik als wahre Beweiskraft ist?

wokarb: Hallo Nils! Sehr überzeugende Zitate! (Für mich!) Vielen Dank! Gruß, wokarb

Jevi, der Erleuchtete
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Im PhilTalk schreibt manchmal Jevermann. Ich schätze ihn als erleuchteten Philosophie-Dozenten ein. Als ich nach einigen Wochen aus der Diskussion ausstieg, tauchte er plötzlich auf und postete weiter in meinem Thread "Der wissenschaftliche Gottesbeweis". Ich lese gerne etwas von Jevi, um mich spirituell auf meinem Weg zu halten. Hier einige Zitate von ihm:

Mein Zuhause ist die Leere jenseits von Sein und Nichtsein. Diese Leere ist gleichzeitig Fülle, aber erst wer aufhört, nach ihr zu streben, findet sie am Grund aller Dinge. Die unaufhörliche Suche stoppte. Es blieb kein 'ich' zurück, um das gekämpft wird. Ich will nichts, erwarte nichts, akzeptiere nichts als mein Eigen. Hat man sich gefunden, entdeckt man sich in der Fülle und sieht zugleich, sie ist nichts Persönliches, sie gehört allen gleichermaßen und so teile ich meine Fülle. Die Transformation war die von einem Nehmenden zu einem Gebenden.

Ich lebe in der Klarheit der Realität, im reinen Licht. Ich bin reines Sein - Gewahrsein - Glückseligkeit. Diese Reinheit kann man nicht kennen, bevor man sie nicht erreicht, auch kann sie nicht mit Worten beschrieben werden.

Wünsche sind es, die dich von der Wirklichkeit trennen. Um das Wahre zu entdecken, muss man das Unwahre entlarven und dazu ist es nötig, alle Wünsche als falsch zu erkennen. Alle Dinge, die du ablehnst, die du anders wünscht, trennen dich vom Sein. Immer wenn du Ablehnung, Hass, Wut und Ärger in dir aufsteigen spürst, bittet dich dein Ego zum Tanz. Dein Ego ist es, was das Göttliche in dir verdeckt.

Das Ziel der Selbsterkenntnis ist es frei zu werden. Alles was du dazu brauchst, hast du bereits in dir. Notwendig ist nur der Wunsch zur Selbsterkenntnis, sonst werden keine Wunder geschehen. Tauchst du tief in dich ein, entdeckst du, dass du der unendliche Ozean des Lebens selbst bist. Die gesamte Schöpfung ist dein universeller Körper. Im gleichen Moment zu sein und nicht zu sein, ist deine wahre Natur. Indem du dein wahres Sein erreichst, gehst du über die Person hinaus. Wirkliche Freiheit liegt jenseits des 'Ich bin' und seiner Vorstellungen.

Aus Unerfahrenheit vermischt man das universelle Sein mit seinem persönlichen Ego, man lässt sich blenden. Diese Vermischung endet nicht von selbst - sie muss behutsam und geschickt aufgehoben werden. Indem du dich im Alltag mit wachsamem Interesse und der Absicht beobachtest, zu verstehen statt zu bewerten, ermutigst du die Tiefe in dir an die Oberfläche zu kommen und dein Leben mit seinen Energien zu bereichern. Darin besteht die große Arbeit des Gewahrseins, sie entfernt die Hindernisse und setzt deine Energie durch das Verstehen der Natur des Lebens frei.

Es sind das Verlangen und die Furcht, die das innere Unglück entstehen lassen. Sie zerstören die Harmonie des Lebens. Wenn das Leid als das akzeptiert wird, was es ist, nämlich als Lektion und Warnung, und als solches tief betrachtet und wahrgenommen wird, dann bricht die Trennung zwischen Freude und Leid zusammen und beide werden zur offenbaren Erfahrung - schmerzlich im Widerstand, freudig im Akzeptieren. Alles was geschieht, geschieht einfach so und man muss sich um nichts Sorgen zu machen.

Dein innerer Meister zeigt dir, auf welche Weise du Gebrauch von deinem Denken machen sollst. Deine große Aufgabe ist die Rückkehr zur Quelle. Weisheit ist das Tor zur Freiheit, und wache Aufmerksamkeit ist die Mutter der Weisheit. Vorstellungen und Konzepte machen die Welt für uns begreifbar. Es ist nichts verkehrt mit ihnen, doch werden sie sich selbst überlassen, beginnen sie die Wirklichkeit zu vernebeln und zu verzerren. Die Welt der Gegensätze ist nicht die wirkliche Welt. In Wirklichkeit ist Harmonie das oberste Gesetz, in ihr ist sogar das Finstere gut, denn es macht das Licht sichtbar.

Konflikte sind Markenzeichen des Körper-Verstandes, wir suchen hier aber nicht nach etwas Persönlichem, weil Gott keine Person ist. Auf was dieser Thread zu kommen versucht, liegt jenseits des Persönlichen und seiner Konflikte. Wenn wir erst einmal verstanden haben, dass die Welt nicht das ist, was sie zu sein scheint, werden wir frei von unseren Besessenheiten. Nur was mit unserem wahren Sein zu vereinbaren ist, kann uns glücklich machen. Leg deine Anhaftungen ab - was bleibt übrig? Du musst nur lernen, deinem eigenen Sein zu vertrauen, ihm entsprechend zu denken und zu fühlen.

Bewusstwerdung heißt das Zaubermittel, alles Gute folgt daraus. Deshalb lautet mein Ratschlag über das Denken hinauszugehen, indem du es hinter dir lässt und deinen Ankerpunkt jenseits des Gedanklichen findest. Bleib einfach der Zeuge deiner Gedanken, bleib ihr Seher! Das reine Sein braucht überhaupt nichts, es genügt sich selbst. Der Mensch wird, was er glaubt zu sein. Du bist der Raum, in dem sich das Leben bewegt, die Zeit, in der es andauert und die Liebe, die sie ihm verleiht.

Wofür du Verantwortung trägst und was du verändern kannst, ist deine eigene festgefügte Sicht auf die Dinge, da kannst du den Preßlufthammer ansetzen. Klärst du deine Sicht, indem du aufhörst, die Welt als etwas von dir Verschiedenes zu betrachten, kannst du wirksam helfen. Der Jevi leidet mit denen die leiden. Er ist voller Mitgefühl für die Leidenden. Liebe und Mitgefühl sind seine wahre Natur, er ist eins mit allem, was lebt und seine Liebe ist dieses Einssein in Aktion.

Obwohl es auf taube Ohren stößt, sag ich's immer wieder gern: Sowenig wie Gott eine Person ist, ist er körperlich. Die Wahrheit befindet sich stets im Mittelpunkt eines jeden Universums, das sich um dich herum entfaltet. Ähnlich wie die aufgehende Sonne die Welt in Tätigkeit versetzt, bewirkt dein Selbstgewahrsein Veränderungen im Verstand. Im Licht deiner stetigen Selbstbeobachtung erwachen die Energien des Innern und bewirken Wunder.

Sich Gott als Person vorzustellen, wird ihm nicht gerecht. Er ist ungeteilt. Er ist alles. Selbst ohne Sünden, ist er die Flamme, die alle Sünden verbrennt. Selbst ohne Regeln, ist er das Feuer, das alle Regeln verbrennt. Er ist frei vom Makel der Bestimmung, frei von Hass, Gier und Kummer. Egoismus und Zerwürfnis kommen nicht von ihm, noch kümmern sie ihn. Er ist der Nektar der Liebe, die Harmonie in allem und wie das Himmelsgewölbe.

Nur Theorien benötigen Beweise, Tatsachen beweisen sich selbst. Wenn du eine Tatsache bist, dann ist auch Gott eine. Sobald du dich von den Theorien über dich löst, wirst du feststellen, dass nur die Tatsache, dass du bist, real ist. Wer Gott in sich findet, benötigt keinen äußeren Beweis mehr.

Innerhalb der Manfestation gibt es nichts Statisches. Alles was erscheint, muss sich verändern, was einen Anfang hat, wird auch ein Ende haben. Zu leben ist eine Erfahrung, die du jetzt erfährst. Jede Erfahrung kann zur Grundlage deiner Selbsterkenntnis werden, weil dazu nix anderes nötig ist, als du und dein eigenes Sein. Du musst nur lernen, deinem eigenen Sein zu vertrauen, ihm entsprechend zu denken und zu fühlen.

Buddha verneint nicht das Leben, sondern das Leid im Leben. Schließlich ist es natürlich, geboren zu werden, zu leben und zu sterben, doch nicht, zu leiden. Die Selbsterlösung kann kein anderer für dich leisten, deshalb heißt es ja Selbsterlösung. Jesus ging diesen Weg, um dich auf die prinzipielle Möglichkeit hinzuweisen, doch gehen kann er ihn nicht für dich, die Rückkehr zu Wahrheit ist deine Aufgabe.

Um die Wahrheit zu kennen, muss man den Mut aufbringen, ein Nichts zu sein. Nur so kommt man dem Kern aller Dinge - sich selbst - näher. Gottes wahres Wesen ist Harmonie und seine Natur ist, dass alles im Guten endet.

gruss
;)jevi

Trost in der Reinkarnationslehre
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wokarb: Aber ist das Ziel der Reinkarnations-"Religionen" nicht gerade das Freiwerden vom leidvollen "Kreislauf" des Lebens. Was soll an dem "Reinkarnations"-Glauben denn tröstlich sein... Gruß, wokarb

Nils: Sieh es einfach positiv. Es ist doch schön ewig weiterleben zu können. Wenn dein Körper alt und verbraucht ist, legst du ihn ab und holst dir einen neuen. Dann geht die Party weiter. Dann kannst du weiter deine Witze in diesem Forum posten. Du kannst so lange auf der Erde leben, wie du willst. Wenn der globale Kapitalismus zusammenbricht, bauen wir eine globale Glückswelt auf. Wenn die Erde erlöscht, suchen wir uns einen neuen Stern, gründen dort ein Philosophie-Forum und machen weiter unsere Späße.

Und wenn wir keine Lust mehr haben, gibt es auch einen Ausstieg aus dem Spiel. Wir werden alle Yogis, gelangen zur Erleuchtung und erheben uns so geistig über den ewigen Tanz von Freude und Leid. Wir leben in einer Lichtdimension über der Welt der Gegensätze.

Nach der Yogalehre hat jeder erleuchtete Yogi bei seinem Tod die freie Wahl, ob er noch einmal auf die Erde zurückkommt oder dauerhaft in der Lichtwelt im Jenseits bleibt. Mit seinem letzten Gedanken (Mantra, Gebet) bestimmt er die Zukunft seiner Seele.

Mir gefällt am besten der mittlere Weg. Im Schwerpunkt lebt man als Yogi mit seinem Bewusstsein in der Lichtdimension (in Gott, in der Einheit, im Sein, im Sat-Chid-Ananda) und etwas auch in der Welt der Materie. So verstrickt man sich nicht zu sehr in den Tanz aus Freude und Leid, kann ihn aber gleichzeitig etwas genießen und spirituell ewig daran wachsen.

Ein gutes Vorbild dafür ist der lachende Buddha. Er ruht in sich selbst und lacht mit seinen Freunden über das Leben. Im Yoga gibt es den dicken Elefantengott Ganesha, den Gott des Glücks. Er wird immer angerufen, wenn man inneres oder äußeres Glück haben möchte. Zum Beispiel bei einer Heirat oder vor einer beruflichen Aufgabe. Ich rufe ihn gerne als Yogi an, damit mir das Lachen auf dem Yogaweg nicht vergeht.

Ich interpretiere auch Jesus vorwiegend als einen lachenden Jesus. Jesus liebte Brot und Wein. Er war im Gegensatz zu Johannes dem Täufer ein Freund des Lebens. Er liebte auch die Frauen. Wie weit, darüber dürfen die Christen ewig spekulieren. Jesus hat letztlich sogar über das Kreuz als Symbol des Leidens triumphiert. Er hat sich durch seine Auferstehung über das Leid erhoben. Er hat durch seine Erleuchtung (sein inneres Glück) das Leid der materiellen Welt überwunden. Er lebt jetzt ewig im Licht und hilft uns von dort aus auf unserem Weg.

Ich glaube, dass wir uns alle über das Leid auf der Welt erheben können, wenn wir unser Leben in einer täglichen Verbindung mit den erleuchteten Meistern gehen. Dann werden wir alle im großen Lachen enden. Dann werden alle unsere Tränen abgewischt werden und das Glück aus unseren Gesichtern strahlen. Mögen wir alle so viel Weisheit besitzen, den Weg des Lichts vom Weg der Dunkelheit unterscheiden zu können.

Der Zen-Weg
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nescio: ich orientiere mich am zen. du befindest dich in einem mir völlig fremden universum mit göttern + seelen.

Nils: Ich finde Zen gut und habe ihn selbst praktiziert. Es freut mich, dass du einen spirituellen Weg hast und ihn konsequent gehst. Dann gibt es nichts mehr zu sagen. Jeder Glaube hat sein eigenes Denksystem. Wenn es ein authentischer Glaube ist (der auf einem erleuchteten Gründer beruht), führt er zur Erleuchtung (zu Gott, ins Licht).

hancock: Du hast Zen praktiziert? Und irgendwann nicht mehr? Warum?

Nils: Ich habe fast alle spirituellen Wege ausprobiert. Am Zen begeistert mich die Kraft und die Selbstdisziplin. Ich habe viele Zen-Bücher gelesen, Zen-Veranstaltungen mitgemacht und mehrere große Zen-Meister getroffen. Letztlich habe ich jetzt meinen eigenen, speziell zu mir passenden Weg gefunden. Er ist eine Mischung aus Yoga, Christentum, Buddhismus und westlicher Philosophie (Epikur).

Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Ich glaube, dass es letztlich nur einen Gott (eine höchste Bewusstseinsebene, eine Erleuchtung) gibt und alle echten Religionen sich im Kern nur in ihren Begriffen unterscheiden. Die Aufgabe jedes Menschen ist es nach meiner Meinung den spirituellen Weg zu finden, der für ihn funktioniert. Für mich ist das eben ein spirituelles Mischsystem.

Ich kann diesen Weg als Glücksphilosophie, als Weg der christlichen Wüstenväter, als undogmatischen Yogaweg oder auch als gemäßigten Zen-Buddhismus beschreiben. Am nächsten kommt mir Thich Nhat Hanh. Er lehrt eine Mischung aus Meditation und positiven Denken. Er engagiert sich sich für die Zusammenarbeit aller Religionen und für eine glückliche Welt. Ich habe ein Wochenendseminar bei ihm gemacht. Es war sehr gut.

Ein sehr wichtiger Lehrer ist für mich auch der Dalai Lama. Im tibetischen Buddhismus gibt es eine Zen-Richtung, die sich Dzogchen nennt. Hier fühle ich mich auch sehr zugehörig. Ich habe gerne die Geschichten von dem heiteren Yogi Patrul Rinpoche gelesen ( Surya Das, tibetische Weisheitsgeschichten). Vom Dalai Lama habe ich hilfreiche Energieübertragungen (Initiationen) erhalten.

Die Essenz des Zen würde ich als konsequentes Sitzen und Gehen im ständigen Wechsel über einen langen Zeitraum hin bezeichnen. Diese spirituelle Reinigungstechnik habe ich erweitert auf die fünf Übungen Liegen (ich meditiere meistens im Liegen, weil das bequemer ist), Lesen, Gehen (ich gehe zweimal am Tag eine Stunde spazieren), Gutes tun (für eine glückliche Welt arbeiten) und das Leben genießen (Fernsehen, Internet, gutes Essen). Das praktiziere ich seit über zwanzig Jahren. Ich habe das Gefühl, dass es gut funktioniert.

Jegliche Dogmen habe ich hinter mir gelassen. Insofern kann man sagen, ich habe den Zen aufgegeben. Ich lese im Moment auch keine Zen-Bücher mehr. Andererseit kann man mich schon als verrückten Zen-Yogi bezeichnen. Ich finde Zen immer noch gut, aber viele andere Wege auch. Eigentlich entwickel ich meinen spirituellen Weg spontan von Moment zu Moment.

nescio: hi nils, gerade der hinweis meines zen-freundes, dass buddha jegliche spekulation über die existenz von göttern ablehnte, erweckte bei mir erst das interesse am buddhismus. also, zen + gott???

Nils: Erleuchtung ist reines Bewusstsein und steht über allen Systemen. Deswegen wandte sich Buddha gegen Spekulationen. Du kannst als Atheist und als Theist den Buddhaweg gehen.

Nach meinem religionsphilosophischen Ansatz kann Gott am besten über die Erleuchtung definiert werden. Ein Erleuchteter sieht Gott als Licht in der Welt. Er sieht Gott als Einheit, als Leerheit, als Ursprung aller Dinge. Die Welt leuchtet aus sich selbst heraus. In der Erleuchtungssicht erkennt er alles als vollkommen. Dadurch entsteht innerer Frieden und inneres Glück. Mit dem Reich der Wahren Soheit ist Gott gemeint. Oder auch mit Tao, Nirvana, Brahman.

Alle echten Religionen beruhen auf einem erleuchteten Gründer. Alle echten Religionen haben deshalb einen Gottesbegriff. Es gibt den persönlichen (Gott als alter Mann oder Muttergöttin) und den abstrakten Gottesbegriff (Kosmos, Nirvana, Licht). Richtig verwendet führen alle Begriffe zu einem Leben im Licht (in Gott, im Erleuchtungsbewusstsein). Statt einen Vatergott kannst du einfach eine Buddhastatue visualisieren. Du kannst dich selbst als Buddha sehen oder Buddha als höheres erleuchtetes Wesen.

hancock: Denken soll zur Erleuchtung führen? Wie soll das denn gehen? Zuviel Denken führt eher zu Verwirrung. Duales Denken führt zu Streit und Verwirrung. Allerdings führte gestern Abend Denken zur Erleuchtung: Als ich darüber nachdachte, warum es dunkel ist, fiel mir ein, dass vielleicht die Lampe in der Leuchte kaputt sein könnte. Ich tauschte sie aus und siehe da, das Zimmer und auch ich wurden von der neuen Lampe erleuchtet.

Nils: Grundsätzlich kann man sagen, dass die Erleuchtung durch kluge Gedankenarbeit und durch Meditation erlangt wird. Im Normalfall sind beide Techniken notwendig. Im Einzelfall kann aber auch die alleinige Gedankenarbeit oder die Meditation zum Durchbruch ins Licht führen.

Das Beispiel mit der ausgetauschten Glühbirne ist gut. Erleuchtung entsteht durch die Auflösung der inneren Verspannungen. Durch negatives Denken können wir inneren Streß erzeugen und uns innerlich verspannen. Dann werden wir kraftlos, krank und innerlich unglücklich.

Wenn wir das negative (dunkle) Denken gegen das positive (helle) Denken austauschen, wird es in uns hell. Wir sollten so denken, dass es uns ins Licht bringt. Dazu sollten wir uns an den fünf Grundsätzen Liebe, Frieden, Selbstdisziplin, Lebensfreude und Weisheit orientieren. Diese fünf Grundsätze machen den Einzelnen und die Welt glücklich. Man kann sie als die Essenz aller echten (zur Erleuchtung hinführenden) Religionen bezeichnen.

Nach Patanjali (der zentrale Yogaweise) sollte ein Yogi zuerst durch ein positives Denken (Buddha nennt es richtiges Denken) seine Gedanken beruhigen und dann durch die Meditation die Gedanken ganz zur Ruhe bringen (Buddha nennt es richtige Geistessammlung). Dann kann durch Gnade ein innerer Umschwung und ein Erwachen des inneren Glücks erfolgen. Der Lehre Patanjalis entspricht der achtfache Pfad Buddhas. Yoga und Buddhismus sind in ihren zentralen Übungen identisch.

nescio: ich habe auch noch nie von einem zen-meister gehört, der sagte, dass er "gott als licht in der welt" gesehen hätte.

Nils: Das Wort Gott wird im Buddhismus nicht verwendet, dafür die Begriffe weiter Raum (Kosmos), Leerheit, Einheit, Soheit, Licht, Ursprung, Sinn. Im Yoga haben viele Erleuchtete davon gesprochen, dass sie Gott als Licht in der Welt sehen.

nescio: weshalb sollte ich eine verdammte buddha statue visualisieren?! Mich selbst als Buddha sehen kann ich auch nicht! Ich kann ja nicht einmal mich selbst richtig spüren.

Nils: Sehen meint visualisieren, fühlen, nachempfinden. Sich selbst zu spüren kann man üben. Viele Menschen im Westen sind innerlich so ausgebrannt (verspannt), dass sie weder sich selbst noch andere Menschen wirklich spüren können. Durch den spirituellen Weg kommt man wieder in Kontakt mit sich selbst. Die Energie und damit auch die Gefühle werden stärker. Gute Wege mit sich selbst in Kontakt zu kommen sind Sport, Selbsterfahrungsgruppen und die intensive Selbstbeobachtung. Auch Musik oder Malen sind Wege sich selbst zu empfinden.

Hancock: Mit Verlaub, deine Erleuchtung mit direkter Sicht auf Gott ist Bullshit. Die Erleuchtung ist ein Erwachen zum Alltäglichen. Byung-Chul Han: "Was ist der Kern der direkten Lehre? Der Meister sagte: Der Duft von Reisbrei!"

Nils: Lieber Han Cock-Chul, du erkennst deinen Zen-Meister hier im Forum nicht. Es geht auch nicht um Bullshit. Obwohl Bullshit zenmäßig schon ziemlich gut ist. Ich bekam auf einem Wochenendseminar die Initiation zum Zen-Meister von Thich Nhat Hanh. Ich durfte neben ihm im Männerklo pinkeln. Das ist die höchste Einweihung im Zen-Buddhismus. Ich gebe dir deshalb das Koan: Wieso sieht ein Zen-Meister Gott und das Alltägliche gleichzeitig? Wieso erkennt er Gott im Alltäglichen? Wieso ist dann selbst Bullshit lichtdurchflutet?

Meditiere darüber und verwirkliche die Erkenntnis. Dann darfst du auch neben mir im Männerklo pinkeln. Ich werde dir meine spirituelle Kraft übertragen. Ich werde dich zum Zen-Meister ernennen. Was ist der Duft von Reisbrei gegen erleuchtete Pisse!!

Han Cock-Chul: Auf deiner Seite behauptest du, beim Dalai Lama das Bodhisattva-Gelöbnis abgelegt haben. Die Bodhisattva-Ordnination ist ein Begriff aus dem Zen-Buddhismus. Irgendwie verwechselst du da was. Im Zen-Buddhismus ist der Begriff der Initiation unbekannt. Aber du hast schon lustige Einfälle. Ob das dem Buddhismus zu Gute kommt, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Man sollte sich aber nicht für etwas ausgeben, was man nicht ist. Denk mal darüber nach.

Nils: Hallo Han. Die Bodhisattva-Ordnination ist ein Begriff aus dem Zen-Buddhismus und es gibt sie im tibetischen Buddhismus. Was das wohl zu bedeuten hat? Denk mal darüber nach. Vielleicht gibt es ähnliche Lehren in beiden buddhistischen Systemen. Vielleicht ist sogar der Dalai Lama in Wirklichkeit ein lachender Zen-Meister.

Ich gebe mich nicht für etwas aus, was ich nicht bin. Ich teile nur Tatsachen mit. Ich habe mit Thich Nhat Hanh im Männerklo gepinkelt. Der Dalai Lama hat mir 1998 spürbar bei einer Bodhisattva-Initiation seine spirituelle Energie übertragen und ist mir oft in Träumen erschienen. Lustige Einfälle habe ich aber auch. Sei nicht immer so ernst und lach doch einmal. Nur einmal!! Ein angehender Zen-Meister wie du sollte lachen können.

Das mit dem Zen-Meister meinerseits war ein Witz. Ich bin nur ein kleiner unbedeutender unerleuchteter armer Yogi. Ich kann mich eigentlich noch nicht einmal als einen Yogi bezeichnen. Dazu bin ich zu unbedeutend und unerleuchtet. Es ist eine unermeßlich große Ehre für mich, dass du überhaupt auf meine Beiträge eingehst. Hast du auf meiner Homepage auch die Witze gelesen? Das solltest du unbedingt tun. Auch Humor ist trainierbar. Das kommt bestimmt dem Buddhismus zugute. Ein lachender Buddha ist überzeugender als ein weinender. Und nebenbei: ein Buddha steht über allen Dogmen und Ordinationen. Er erkennt, dass er einfach nur Scheiße ist, aber erleuchtete Scheiße. In diesem Sinne: Werde was du bist.

nescio: hi nils, " Ich durfte neben ihm im Männerklo pinkeln. Das ist die höchste Einweihung im Zen-Buddhismus. " das meinst du doch jetzt aber nicht im ernst, oder?

Nils: Nein.

nescio: ich habe in den letzten jahren ja schon viel über zen gelesen, jedoch noch nie etwas derart bizarres! zen ist keine theistische religion! selbst wenn man für 'gott' 'das absolute' einsetzte, taugten deine fragen m.e. nicht als koan - weil zu einfach. gruß, nescio

Nils: Erhebe dich über alle Dogmen. Erkenne das Wesentliche in allen spirituellen Systemen. Das scheinbar Einfache ist oft das am schwersten zu Verwirklichende.

danbrown (undogmatischer Atheist): Wie ist es mit den persönlichen Schwächen und Fehlern auf dem spirituellen Weg?

Nils: Im Yoga besinnen wir uns nicht auf unsere Fehler, um uns schlecht zu fühlen. Wir betrachten unsere Fehler, um daraus zu lernen und daran zu wachsen.

Das Bewusstsein meiner Fehler macht mich bescheiden und Bescheidenheit ist ein direkter Weg ins kosmische Bewusstsein. Stolz hindert uns an der Erleuchtung. Stolz grenzt uns von unseren Mitwesen ab. Liebe und Demut erkennen die Einheit aller Wesen. Liebe und Demut sind ein Weg ins Licht. Wer das nicht begreift, muss ewig mit seinen Mitmenschen kämpfen. Wer demütig ist, kann alles so annehmen wie es ist. Und gleichzeitig auf dieser Basis das verbessern, was verbessert werden kann.

Ich nehme mich so an, wie ich bin. Ich akzeptiere die ganze Welt in ihren Sosein. Und arbeite auf dieser Basis für eine glückliche Welt. Es gibt viel zu tun, aber man sollte es nicht zu verbissen angehen.

Scharawarek: "Das Bewusstsein meiner Fehler macht mich bescheiden und Bescheidenheit ist ein direkter Weg ins kosmische Bewusstsein. Stolz hindert uns an der Erleuchtung. Stolz grenzt uns von unseren Mitwesen ab. Liebe und Demut erkennen die Einheit aller Wesen. Liebe und Demut sind ein Weg ins Licht. Wer das nicht begreift, muss ewig mit seinen Mitmenschen kämpfen. Wer demütig ist, kann alles so annehmen wie es ist. Und gleichzeitig auf dieser Basis das verbessern, was verbessert werden kann." (von Yogi Nils) Darauf lieber Nils, trinke ich erstmal einen guten Tee und atme tief durch :)

Ein Zen-Gedicht (SHINJINMEI)
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Der Erhabene Weg ist gar nicht schwer,
nur abhold wählerischer Wahl.
Nur in der Freiheit von Haß und Liebe
zeigt er sich ganz und unverhüllt.
Eine Abweichung um Haaresbreite,
und Himmel und Erde klaffen auseinander.

Es liegt fürwahr an den Vorlieben und Abneigungen,
daß man seine Soheit aus dem Auge verliert.
Verstricke dich nicht in das Äußere,
verharre nicht in der inneren Leere.
Wenn der Herz-Geist gelassen in der Einheit der Dinge ruht,
verliert sich alle Verblendung von selbst.

Fort mit Geschwätzigkeit, schneide ab das Denken,
und es gibt keinen Ort, an dem du dich nicht frei bewegen kannst.
An die Wurzel zurückkehrend, erlangen wir den Sinn.
Äußeren Dingen nachhängend, geht das Prinzip uns verloren.

In dem Augenblick, da wir erleuchtet werden,
übersteigen wir die Leerheit der Welt, die uns begegnet.
Stille und ein offener Sinn machen den Großen Weg aus.
Unterwirf dich der Natur der Dinge,
und du bist in Übereinstimmung mit dem Weg,
ruhig, gelassen und frei von Verdruß.

Der Weise übt sich im Nicht-Handeln,
während die Verblendeten sich selbst fesseln.
Wird das tiefe Geheimnis der einen Soheit ergründet,
sind alle äußeren Verwicklungen auf einmal vergessen.
Werden die Zehntausend Dinge in ihrer Einheit geschaut,
so kehren wir zum Ursprung zurück und bleiben, was wir sind.

 

Gottesquark im Philosophie-Raum
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Limlim: Hör auf mit diesem Gottesquark... bitte..

Nils: Leider nein. Das ist des Thema dieses Threads.

Limlim: Ich kann akzeptieren, dass in diesem Forum darüber geredet wird. Aber ich werde garantiert dort meine Argumente gegen diese Positionen vortragen, wo ich sie für unverantwortlich halte. Deshalb sollte dieser Thread nicht nur von solchen "beschrieben" werden, die in ein und dasselbe unkritische Horn blasen, sondern auch von aufmerksamen Lesern, die eine Gegenmeinung dazu haben.

Nils Horn: Darauf freue ich mich. Bleib locker. Ich blase nicht in ein unkritisches Horn, ich heiße Horn. Ich hoffe, du hast gute Argumente und nicht wieder das ewige Klimblim der meisten unreflektierten Atheisten.

Limlim: "Es gibt Gott." Wie oft willst du das denn noch wiederholen? Mich langweilst du schon. Dein Schwachsinn ist kaum zu ertragen.

Nils: Du hast wirklich sehr überzeugende Argumente. Weiter so. Ich liebe intelligente Atheisten.

BlackBoard (Administrator): Hallo Nils, hast Du eventuell mehr Informationen bzgl. Amit Goswami, denn ich würde gern wissen, wie seriös diese Experimente abliefen - also ob sie schon von anderen Instituten bestätigt wurden. Insgesamt macht das Thema nämlich einen interessanten Eindruck.

Nils: Die Experimente liefen seriös ab. Amit Goswami bezieht sich in seiner Argumentation auf allgemein anerkannte Experimente. Sein Zentrum ist der Versuch von Alain Aspect. Derzeit gibt es in der Physik eine Mehrheit von materialistisch denkenden Wissenschaftlern und eine im Wachsen begriffene Minderheit von spirituellen (ganzheitlich denkenden) Forschern.

Von Amit Goswami gibt es das gut lesbare Buch "Das bewusste Universum". Desweiteren habe ich Buch von Volker Becker "Gottes geheime Gedanken" (2006) gelesen. Groß ist in der Physik derzeit die Diskussion um die Frage, was vor dem Urknall war. Dazu gibt es viele Bücher. Diese Diskussion ist insofern wichtig, als hier eine Annäherung von Physik und Spiritualität zu beobachten ist.

Nick: Wie kann man deine Definition Gottes vom Atheismus unterscheiden?

Nils: Mein spiritueller Weg ist mit einem undogmatischen Atheismus verträglich. Auch Atheisten können zur Erleuchtung gelangen. Sie beschreiben Gott dann mit ihren Begriffen wie höhere Wahrheit, Kosmos, Sein, inneres Glück, Transzendenz. Ich sehe mich als Freund der Atheisten und der Christen. Erleuchtung steht dazwischen und über allen Konzepten.

Bartleby: "Erleuchtet"- und Glücklichsein wäre demnach (wie das Fahrradfahren) eine erlernbare Fähigkeit, die man andere auch lehren kann, d.h. die in gewisser Weise auch anstrebbar und 'machbar' ist?

Nils: Glücklichsein ist machbar. Glück ist erlernbar. Ein Mensch kann durch einfache tägliche Übungen sein allgemeines Glücksniveau um 40 % anheben. Das hat die amerikanische Glücksforschung nachgewiesen.

Erleuchtung entsteht, wenn ein Mensch systematisch durch spirituelle Techniken wie Meditation und Gedankenarbeit seine inneren Verspannungen abbaut. Der Mensch kann sich durch Übungen innerlich entspannen. Das innere Glück entfaltet sich dann plötzlich von alleine aus Gnade. Der Mensch kann die Bedingungen für die Gnade schaffen, die Gnade selbst kommt von Gott (von alleine). Wenn ein Mensch lange genug spirituell praktiziert, entwickelt sich das innere Glück in ihm. Wie schnell und wann es sich entwickelt, ist abhängig von der Menge und der Art seiner inneren Verspannungen.

Bartleby: "Frei von Freude und Leid" zu sein halte ich für nicht wirklich erstrebenswert.

Nils: Ein Erleuchteter hat wie ein Nichterleuchteter Gefühle von Trauer und Freude. Er lebt nur auf einem höheren Glücksniveau. Er hat grundsätzlich mehr Frieden, Kraft, Glück und Liebe in sich.

Es gibt in der Spiritualität zwei Wege des Umgangs mit den Gefühlen. Buddha verweilte beständig in der großen Gelassenheit. Er überstieg Gefühle wie Wut, Trauer, Angst und Freude. Der Dalai Lama dagegen vertritt einen gefühlsbetonten Buddhismus. Er kultiviert Gefühle wie umfassende Liebe und umfassendes Mitgefühl.

Ich lehre in meinen Yogastunden auch das Zulassen von Wut und Trauer. Ich praktiziere regelmäßig Wut-, Trauer-, Liebes- und Freudeübungen. Manche Yogalehrer verdrängen eher derartige Gefühle. Hier bestehen auch im Yoga unterschiedliche Wege.

Trist: Um Wissen über Gott zu haben muss man erst erleuchtet sein. Das ist ein infinitiver Zirkel und prinzipiell nicht beweisbar.

Nils: Das ist kein Zirkelschluss. Erleuchtung ist wie die Liebe zwar nicht mit Geräten messbar, trotzdem gibt es sie. Man kann Folgeerscheinungen von Glück, Liebe und Erleuchtung messen. Man kann Gehirnströme messen und daraus auf bestimmte Gefühle schließen. Erleuchtung ist wie die Liebe real. Der Hauptbeweis geht über die Zeugenbefragung. Wir können hier ja einmal fragen, ob jemand schon einmal geliebt hat.

LuxFerre: Ich kann gut für mich selbst denken & mich selbst lenken. Ich brauche keine Hilfe von erleuchteten Menschen.

Nils: Ich halte es für einen Fehler die Hilfe der erleuchteten Meister nicht in Anspruch zu nehmen. Aber jeder Mensch hat seinen eigenen Weg. Die Hilfe ist freiwillig. Wer sie nicht in Anspruch nehmen will, braucht es nicht zu tun.

Der Weg mit einem erleuchteten Meister hat den Vorteil, dass der Meister das Ziel kennt und einen Menschen von Irrwegen abhalten kann. Ohne einen erleuchteten Meister hat kaum ein Mensch die Chance zur Selbstverwirklichung zu kommen. Nur einige wenige besonders begabte und sehr weise Menschen können aus sich selbst heraus den richtigen Weg finden und bis zum Ziel gehen.

Für einen Anfänger reicht das Lesen in spirituellen Büchern und die Führung durch die eigene innere Weisheit. Aber wenn ein Mensch spirituell voranschreiten möchte, ist es sehr hilfreich einen Meister zu haben.

Ein schlechter Meister schadet, aber ein guter Meister oder eine gute Meisterin bringen einen Menschen spirituell voran. Wir sollten unseren Meister zuerst genau prüfen, bevor wir uns auf ihn einlassen. Ich empfehle auch bei der Arbeit mit einem erleuchteten Meister sich immer in seiner eigenen Wahrheit zu zentrieren und die Weisheit des Meisters als zusätzliche Hilfe anzusehen. So verläuft man sich nicht auf dem Weg der Arbeit mit einem Meister.

Fliege: Um welche Energie handelt es sich, die die Erleuchtung zu vollführen vermag?

Nils: Die Erleuchtungsenergie fühlt sich an wie Licht, Wasser oder ein Magnetfeld um den Menschen herum. Sie hat die Eigenschaften Frieden, Kraft, Glück und Liebe. Wenn der Mesch innerlich ausreichend gereinigt ist, füllt diese Glücksenergie den Körper und den Raum um den Menschen herum. Er ist von einer Aura aus heiliger Energie umgeben. Die Energie fließt von ihm auch zu seinen Mitmenschen.

Die Erleuchtungsenergie ist spürbar. In der Wissenschaft wird diskutiert, um was es sich dabei genau handelt. Ich erfahre sie als Bewusstseinsenergie. Ich kann diese Energie durch meine spirituellen Übungen erzeugen, sie geistig lenken und auch auf andere Menschen übertragen. Ich selbst bekam auch Erleuchtungsenergie von meinen Meistern übertragen. Das Zentrum der Initiation im Yoga besteht in der Übertragung der Erleuchtungsenergie (in Verbindung mit einem Mantra). Dann kann der Yogi sie selbstständig erzeugen und seinen Weg alleine weitergehen.

Farbensammler: Ich möchte Yogi Nils unterstützen, weil ich seine Beiträge und seine freundliche Art schätze. Ich selbst glaube ähnlich wie er auch an ein Göttliches.

Nils: Danke. Oder auf yogisch: Namaste (Ich sehe das Göttliche in dir).

Der Nihilismus
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Thale: Gott müsste heilig sein.

Nils: Heilig scheint für dich ein zentraler Begriff zu sein.

Thale: Außerdem müsste Gott ein Bewusstsein haben.

Nils: Gott hat kein Bewusstsein. Gott ist das höhere Bewusstsein, das höhere Informationsfeld hinter dem materiellen Kosmos. Wenn wir unser Bewusstsein reinigen, von allen Neurosen und Verspannungen befreien, dann können wir uns mit diesem höheren Bewusstsein verbinden und an seinen Eigenschaften teilhaben. Dann strahlen wir Frieden, Glück, Liebe und Wahrheit aus. Dann sind wir heilig.

Thale: Selbst wenn es eine bewusste Kraft im Universum gäbe, die uns unvorstellbare Fähigkeiten besitzt, ich glaube nicht, dass sie dazu imstande wäre, zu beweisen, dass sie Gott ist.

Nils: Gott beweist sich durch die Erleuchteten (Heiligen).

Thale: Ich tendiere zum Nihilismus. Ich glaube nicht an das Richtige, das Heilige.

Nils: Das ist ein großer Fehler. Es gibt das absolut Richtige. Es gibt den Kosmos und im Kosmos gibt es bestimmte Gesetze. Es gibt im Kosmos eine Glücksordnung. Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein. Die Aufgabe des Menschen ist es in sich glücklich zu werden und eine glückliche Welt zu schaffen.

Im Kosmos entwickelt sich alles zum Höheren. Das Höchste ist das Erleuchtungsbewusstsein. Die Aufgabe aller Seelen ist es sich zur Erleuchtung zu entwickeln. Dann werden die Seelen eins mit dem höchsten Bewusstsein. Es gibt eine Evolution zur Erleuchtung.

Ich habe in meinem Leben großes Leid und großes Glück erfahren. Das größte Glück habe ich in der Erleuchtung erfahren. Der Kosmos hat dem Menschen die Fähigkeit zur Weisheit gegeben. Ich kann deshalb sagen, dass ich das Leid in meinem Leben so weit wie möglich vermeiden und das Glück so weit wie möglich verwirklichen möchte. Wer intensiv das Leid und das Glück im Leben gespürt hat, der kennt seine Lebensaufgabe. Er weiß, dass es den Weg des richtigen Lebens gibt. Diesen Weg kann man als den heiligen Weg bezeichnen.

Nihilisten sind aus meiner Sicht verwirrte Menschen, die durch ihre Fehleinschätzung des Lebens sich und anderen Menschen Schaden zufügen. Die Aufgabe der Philosophie ist es den Nihilismus zu überwinden und den Menschen einen Sinn zu geben. Die größten Philosophen waren Sokrates, Buddha, Patanjali, Jesus und Laotse. Sie alle lehrten, dass das Leben einen Sinn hat.

Thale: Ich glaube nicht, dass man durch die Meditation eine absolute höhere Qualität in seinem Bewusstsein erreichen kann.

Nils: Die amerikanische Glücksforschung hat nachgewiesen, dass man durch Meditation und positives Denken eine absolut höhere Qualität in seinem Bewusstsein erreichen kann. Ein normaler Mensch kann mit wenigen einfachen Übungen sein allgemeines Glücksniveau um 40 % steigern. Meditation und positives Denken sind wissenschaftlich bewiesen der beste Weg, um auf einem höheren Glücksniveau zu leben.

Ein Nihilist besitzt eine krankhaft negative Psyche. Sie bringt ihn dazu alles zu kritisieren und gleichzeitig den Weg des Positiven nie wirklich ernsthaft auszuprobieren. Ein Nihilist neigt dazu sich und seine Mitmenschen zu zerstören. Ein Nihilist denkt im Kern, dass es das Glück für ihn speziell nicht gibt und auch nicht geben kann, weil die Welt schlecht ist.

Die Ursache des Nihilismus sind Verspannungen im Körper und im Geist des Nihilisten. Sie sind durch schwierige äußere Lebensumstände (lieblose Kindheit, Leistungsdruck in der Schule, Verletzungen in einer Beziehung) verursacht, können aber durch spezielle Übungen (Yoga, Meditation, positives Denken) und notfalls durch eine Psychotherapie wieder abgebaut werden.

Thale: Die Erfahrung aller Erleuchteten ist subjektiv.

Nils: Gott ist subjektiv erfahrbar. Gott existiert aber nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Menschen. Die Physik nähert sich der Erkenntnis, dass es eine oder mehrere höhere Dimensionen in unserem Kosmos gibt. Es gibt ein höheres Informationsfeld. Es gibt ein umfassendes Bewusstsein, dass hinter dem materiellen Kosmos existiert. Das ist Gott im Außen, das absolut Heilige.

Nach der Zeugenaussage der Erleuchteten verbindet sich das Erleuchtungsbewusstsein mit dieser höheren Bewusstseinsdimension. Der Erleuchtete wird eins mit dem Absoluten. Er ist dadurch nicht nur besonders glücklich, sondern er kann auch in dieser höheren kosmischen Dimension handeln. Er nimmt teil an den besonderen Eigenschaften des höheren Bewusstseinsfeldes (des Absoluten). Er hat besondere Fähigkeiten, die über die Fähigkeiten normaler Menschen hinausgehen. Das bestätigt eindeutig der Karmapa-Fall.

Thale: Nimm ein fühlendes Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann Dinge bewerten. Stell dir weiter vor, dass es eine absolute Qualität gibt, die einen Zustand besser oder schlechter machen kann.

Nils: Das kosmische Bewusstseinsfeld kann die Dinge bewerten. Es kann fühlen. Es kann die Dinge aktiv verändern. Es kann ganze Universen schaffen und sich in einem Universum als Erleuchteter manifestieren. Es ist Gott. Es ist heilig.

Thale: Gott steht an der Spitze des Heiligen, des absolut "Richtigen". Gott unterscheidet sich dadurch von jedem anderen Bewusstsein. So etwas gibt es nicht.

Nils: Das sind schöne Sätze von dir. Nur leider zerstörst du sie danach wieder. Wie kann ich dir helfen? Der Grund deiner Verwirrung liegt in deiner Psyche. Sie hat eine Neigung zum Negativen und wird deshalb immer negativ argumentieren. Sie liebt die nihilistische Logik. Logisch kann man dich nicht überzeugen, weil du in dir eine tiefe Abneigung gegen das Gute hast.

Du sehnst dich total nach dem Guten, bist aber vom Leben so verletzt, dass du die Existenz des Guten innerlich verneinen musst, um nicht mit deinen seelischen Verletzungen konfrontiert zu werden. Dir hilft nur eine Psychotherapie oder der Erleuchtungsweg. Ich befürchte, dass du jede Psychotherapie mit deinem scharfen negativen Intellekt blockieren würdest. Nur ein Meister-Psychologe könnte dir helfen. Oder ein erleuchteter Meister. Durch den Erleuchtungsweg könntest du systematisch deine inneren Verspannungen auflösen und das Gute in dir wieder freilegen.

Geh das große Wagnis ein. Erfahre Gott persönlich. Nur das wird dich in der Tiefe überzeugen. Verwirkliche Gott einfach durch deine spirituellen Übungen, ohne in der Tiefe deiner leidenden Seele an Gott zu glauben. Gott wird sich dir zeigen. Du hast die Kraft viele Jahrzehnte konsequent einen spirituellen Weg zu gehen. Wenn du dich am Anfang von einem erleuchteten Meister segnen lässt (zum Beispiel von Amma oder Mutter Meera), dann wird dein Weg am Ende erfolgreich sein. Aber du musst über den Schatten deines Egos springen. Du musst den Nihilismus in der Tiefe deiner Seele opfern und die Möglichkeit des absolut Guten in Betracht ziehen. Das ist dein Preis für die Erfahrung der absoluten Heiligkeit. Du hast letztlich nur deinen Nihilismus zu verlieren. Du verlierst etwas Bedeutungsloses und gewinnst alles.

Was ist Esoterik?
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Wikipedia: Esoterik (von „innerlich“) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis bestimmte philosophische Lehre, im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik. Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht.

Nils: Esoterik ist also ursprünglich das geheime spirituelle Wissen. Dieses Wissen bezieht sich auf spirituelle Techniken (Meditation) und auf das Ziel der Erleuchtung (in Gott leben). Aus Gründen des Machterhaltes der Priesterschaft und der Bewahrung der Reinheit der Lehren wurde es in den meisten Kulturen geheim gehalten und nur an Eingeweihte weitergeben.

In den letzten Jahrzehnten wurde im Wesentlichen alles geheime Wissen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zum Beispiel hat der Dalai Lama seine Klöster angewiesen, die geheimen Archive den westlichen Wissenschaftlern zu öffnen. Im Hinduismus hat Swami Shivananda in seinen vielen Bücher das geheime Wissen des Yoga öffentlich gemacht.

Eine Esoterik im ursprünglichen Sinne gibt es also nicht mehr. Heute wird darunter der gesamte Bereich der undogmatischen Spiritualität verstanden, wobei die Konzentration auf bestimmten Techniken wie Meditation, Orakel, Astrologie, Energiearbeit, Heilung und positives Denken liegt.

Als Kenner von Esoterikforen kann ich sagen, dass es in der Esoterik verschiedene Gruppen gibt. Ich bin ein Anhänger der Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität. Die meisten Menschen benutzen die Esoterik als Spiel oder als Lebenshilfe, wobei oft sehr unkritisch bestimmte Wirkungsweisen geglaubt werden. Es geht aus meiner Sicht also zum einen darum, etwas mehr Rationalität in die Esoterik zu bringen.

Zum Zweiten gibt es innerhalb der Esoterikforen eine deutliche Fraktionsbildung zwischen den positiven und negativen Kräften. Man kann die Esoterik auch in weiße (positiv) und schwarze (negativ) Magie (Benutzung der besonderen spirituellen Kräfte) einteilen. Es gibt Schwarzmagier, die mit den spirituellen Kräften ihr Ego und ihre Macht über ihre Mitmenschen stärken wollen. Es gibt im Internet eine Schwarzmagierszene, die ich für gefährlich halte. Sie tritt in den Esoterikforen aber kaum auf. Anders ist es mit der Hexenszene. Die modernen Hexen sehen sich überwiegend als Anhänger der weißen Magie, verehren aber doch nach meiner Beobachtung oft das Ego und verhalten sich teilweise aggressiv gegenüber der Gruppe der positiven Esoteriker.

Ich trete für ein Bündnis von Wissenschaftlern, undogmatischen (nicht fundamentalistischen) Christen und Anhängern anderer Religionen (Yoga, Buddhismus) ein, um die negativen Kräfte in der Esoterik und der Spiritualität einzuschränken. Sonst könnten sich die Verhältnisse auf die Dauer sehr problematisch entwickeln, wie es teilweise in Afrika und in Südamerika zu beobachten ist.

Spirit: Widersprechen würde ich dir darin, dass es Esoterik im ursprünglichen Sinn nicht mehr gibt. Die Esoterik macht im Unterschied zur Exoterik den Kern einer Religion. Die Zahl der Exoteriker übertrifft wohl in jeder Religion auch heute noch weit die Zahl der Esoteriker.

Nils: Ich stimme dir zu. Es gibt in den meisten großen Religionen eine exoterische und eine esoterische Praxis. Ich bezeichne die exoterische Praxis als äußeres, formales Üben und die esoterische Praxis als spirituell effektives, inneres Üben. Eine Religion beginnt normalerweise mit dem formalen äußeren Üben. Je mehr ein Religionsanhänger in seine Religion eindringt, desto mehr kommt er vom äußeren Üben zum inneren Üben. Bis er sich zum Schluss über alle äußeren Formen erhebt und seine spirituelle Praxis vollständig von innen heraus gestaltet. Dann ist er auch in der Lage innerlich effektive äußere Rituale für die religiösen Anfänger zu entwickeln. Ein erleuchteter Priester kann die Teilnehmer an seinem Gottesdienst durch seine Rituale innerlich voranbringen.

Diskussion über den Tod des Karmapa
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Nils: Die tibetischen Meister haben sich überlegt, wie sie das Weiterleben der Seele nach dem Tod beweisen können. Sie beweisen es dadurch, dass sie nach dem Tod des Körpers noch drei Tage (manche auch erheblich länger) mit ihrer Seele in ihrem Körper bleiben. Diese Fähigkeit haben erleuchtete Meister. Äußerlich erkennbar ist das daran, dass das Herzchakra warm bleibt, der Körper nicht verwest und die Anwesenheit des Meisters in seinem Körper für sensible Menschen (wie den Arzt und das Pflegepersonal in Chicago) spürbar ist. Dafür gibt es hunderte von Zeugen. Der Dalai Lama berichtete zum Beispiel: "Ling Rinpoche, mein persönlicher Lehrer, verweilte 13 Tage im klaren Licht des Todes. Obwohl er bereits klinisch tot war und aufgehört hatte zu atmen, ruhte er in der Meditationshaltung, und sein Körper zeigte keinerlei Anzeichen des Zerfalls".

Das Besondere am Karmapafall ist, dass er sich aus Beweisgründen ein normales westliches Krankenhaus mit normalen westlichen Ärzten als Zeugen ausgesucht hat. Interessant ist am Karmapafall, dass der Karmapa während seines Sterbens einmal bereits über eine Dreiviertelstunde tot war. Die Ärzte gaben den Karmapa auf und schalteten die Meßgeräte aus. Und dann kehrte der Karmapa wieder in seinen Körper zurück und der Körper lebte wieder. Das steht alles in dem Bericht des behandelnden Arztes. Die Dinge sind materialistisch nicht zu erklären. Mir ist kein Bericht bekannt, in dem ein Atheist etwas dazu sagen konnte. Atheisten schweigen darüber lieber. Und deshalb stelle ich das hier zur Diskussion.

Thale: Alle aufgeführten Beispiele sind keine Beweise für ein Leben nach dem Tod (Jenseits, Seele etc).

Nils: Amit Goswami hat genau begründet, dass nach dem Versuch von Alain Aspect ein Informationsfeld (Jenseits, Quantenfeld, höhere Dimension, Bewusstseinsfeld) hinter dem materiellen Kosmos angenommen werden muss. Das ist nach der Auffassung der Quantenphysik bewiesen. Zur Vertiefung empfehle ich das Buch von Amit Goswami/Das bewusste Universum und das Buch von Volker Becker/Gottes geheime Gedanken.

Auch die in der Physik herrschende String-Theorie nimmt höhere Dimensionen hinter dem materiellen Kosmos an. Diese höheren Dimensionen sind das Jenseits. Nach der String-Theorie theoretisch vermutet und nach der Quantenphysik durch das Experiment von Alain Aspect bewiesen gibt es ein höheres Informationsfeld.

Die große Frage ist nur noch, ob das menschliche Gehirn tatsächlich ein eigenständiges Quantenfeld bilden kann, dass nach dem Tod des Körpers im höheren Informationsfeld weiterexistiert. Dürr vermutet es und nach der Nahtodforschung, dem Karmapafall und den Aussagen der Hellsichtigen/Erleuchteten ist es wahrscheinlich. Tatsächlich deutet sich hier ein Paradigmenwechsel in der Wissenschaft an, den die meisten Atheisten leider noch nicht mitbekommen haben. Ich bin hier um das zu ändern. Jetzt kann keiner mehr nach seinem Tod sagen, er habe es nicht gewusst.

Thale: Der Karmapafall kann von allen möglichen Phänomenen ausgelöst worden sein.

Nils: Das ist richtig. Nur ist bisher noch keinem Menschen eine gute materialistische Erklärung eingefallen. Das Weiterleben der Seele nach dem Tod ist bisher die wahrscheinlichste Theorie. Solange das Weiterleben der Seele nach dem Tod wahrscheinlicher ist als das Nichtweiterleben, sollte sich ein Mensch mit Verstand auf ein Leben nach dem Tod einstellen und entsprechend im Diesseits leben.

Thale: Der Karmapafall beweist das Leben nach dem Tod genauso sehr, wie er ein unsichtbares Einhorn beweist, dass sich noch eine Weile auf seiner Brust ausgeruht hat.

Nils: Du hast Humor. Deine logische Denkfähigkeit ist aber noch entwicklungsbedürftig. Es spricht nichts für die Existenz von unsichtbaren Einhörnern, aber nach der Nahtodforschung und der Quantenphysik sehr viel für eine vom Körper unabhängige Seele. Die Wärme der Brust nach dem Tod mit einem unsichtbaren Einhorn zu erklären, kann nur der überdrehten Phantasie eines dogmatischen Atheisten entsprungen sein, der zu viel von Spagettimonstern gelesen hat.

Thale: Diese Phänomene kann man weder erklären, noch nachvollziehen, sie könnten durch alles mögliche ausgelöst sein.

Nils: Für einen dogmatischen Atheisten ist es nicht nachvollziehbar, weil er es einfach nicht glauben will. Er gibt lieber seinen Verstand als seinen Glauben an den Atheismus auf.

Thale: Der Karmapafall kann genauso gut auf genetische Prägung, Zufall, Einbildung, durch gesellschaftliche Erziehung und hunderte andere Phänomene zurückgeführt werden.

Nils: Diese Aussage beweist dein mangelndes Denkvermögen. Ein warmes Herzchakra nach dem Tod durch genetische Prägung zu erklären. Wer kann sich so etwas Verrücktes ausdenken?

Genauso genial verrückt ist die Möglichkeit der Verursachung durch eine gesellschaftliche Erziehung. Leichenstarre durch Erziehung zu verhindern, dass ist noch witziger als das Spagettimonster.

Zufall ist auch kein besonders gutes Argument, insbesondere wenn der Zufall ständig auftritt. Die erleuchteten Meister des tibetischen Buddhismus verweilen traditionell noch drei Tage nach dem Tod in ihrem Körper. Dafür gibt es hunderte von Fällen.

Besonders genial finde ich von dir den Verweis auf hunderte anderer Phänomene, ohne ein einziges auch nur ansatzweise zu benennen. Du bist in der Sophistik gut geschult, aber das kann einen Sokrates nicht beeindrucken. Mit klarem Nachdenken ist jeder Sophist leicht zu wiederlegen.

Ich habe noch den Punkt Einbildung vergessen. Der Karmapa starb in einem westlichen Krankenhaus. Dass der behandelnde Arzt sich das warme Herzchakra und und die flexible Haut eingebildet hat, ist unwahrscheinlich. Er hat den Karmapa nach dessen Tod gründlich untersucht, gerade weil er seine Beobachtungen selbst kaum glauben konnte. Außerdem gibt es viele derartige Fälle und das restliche Krankenhauspersonal hat den Karmapa auch gesehen.

Thale: Wir sollten niemals behaupten, dass wir das, was wir erwiesener Maßen nicht verstehen, verstehen, auch wenn wir damit zufällig Recht haben sollten. Denn verstehen tun wir es deshalb trotzdem nicht.

Nils: Damit hast du dich gut beschrieben.

Thale: Auf jedes übersinnliche Phänomen treten genug nicht übersinnliche Phänomene auf.

Nils: Was soll mir das sagen?

Thale: Es gibt genug Mönche, die nicht warm waren.

Nils: Von schwulen Mönchen reden wir hier nicht.

Thale: Wenn du glaubst, es zu verstehen, dann erkläre es.

Nils: Das habe ich bereits getan.

Thale: Zeige das Indiz, dass für ein Jenseits spricht.

Nils: Indizien liefern die Nahtodforschung, der Tod des Karmapa, die Jenseitsberichte der Hellsichtigen und der Erleuchteten, die Erfahrungen der Rückführungstherapie, die Reinkarnationsforschung und die Experimente der Quantenphysik (insbesondere Alain Aspect, aber es gibt noch weitere Experimente, die im Buch von Amit Goswami ausführlich beschrieben werden). Auch die Parapsychologie gibt Hinweise auf die Existenz einer höheren kosmischen Dimension.

Thale: Aber vor allem musst du eins zeigen. Die Basis deiner Erkenntnisse, mit denen du den Skeptizismus widerlegst.

Nils: Die Basis des Weiterlebens der Seele nach dem Tod ist die Dualität von Körper und Bewusstsein. Seele ist Bewusstseinsenergie. Die Seele besteht aus Gedanken und Gefühlen. Die Seele ist eine Bewusstseinswolke, die im und um den Körper ist. Die Seele ist ein Schwingungszusammenhang im höheren kosmischen Informationsfeld.

Die entscheidende Frage ist, ob es dieses höhere kosmische Informationsfeld gibt. Dafür sprechen die Experimente der Quantenphysik. Dafür spricht sich auch die Stringtheorie aus. Dafür sprechen insbesondere die Erkenntnisse der Nahtodforschung und die Erfahrungen der Hellsichtigen. Es gibt viele Indizien für die Existenz einer höheren kosmischen Dimension. Wenn es diese höhere Dimension gibt, dann ist es sehr gut möglich und nach den genannten Erkenntnissen auch wahrscheinlich, dass das Bewusstsein eines Menschen nach dem Tod in diesem höheren Schwingungsfeld weiterlebt.

Alles über den Tod
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LuxFerre: Der Mensch sollte akzeptieren, dass er sterben wird, dass mit dem Tod sein Leben endgültig endet.

Nils: Der Mensch sollte die Dinge so annehmen, wie sie sind. Wenn es kein Weiterleben der Seele nach dem Tod gibt, dann muss man das akzeptieren. Und wenn die Seele nach dem Tod weiterlebt, dann stellt sich ein weiser Mensch eben darauf ein. Letztlich ist es doch erfreulich, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Leben nach dem Tod gibt. Wir können noch öfters auf der Erde eine Party feiern.

LuxFerre: Ist das Leben im Jenseits besser?

Nils: Durch sein Leben auf der Erde bestimmt ein Mensch, wie das Leben im Jenseits wird. Das Bewusstsein nach dem Tod entspricht dem Bewusstsein vor dem Tod. Wer auf auf der Erde sein inneres Glück und die umfassende Liebe entwickelt, der wird auch nach dem Tod in diesen Bewusstseinszuständen leben.

Luxferre: Der Karmapa war nicht tot. Es trat keine Verwesung auf.

Nils: Die Ärzte im Krankenhaus konnten aufgrund ihrer Meßgeräte genau den Zeitpunkt des Todes feststellen. Der Karmapa war eindeutig tot und hatte noch drei Tage danach ein warmes Herzchakra. Über die Verwesung sagt der Bericht des Arztes nichts. Sie beginnt nach meinen Erkundigungen normalerweise im Bauchraum und ist nach außen hin erst nach längerer Zeit sichtbar. Leicht feststellbar ist die Veränderung der Haut. Normalerweise wird die Haut eines Toten nach 36 Stunden teigig, beim Karmapa begann dieser Prozess erst, als die Seele den Körper nach den drei Tagen verließ. Für dich werde ich langsam zum Experten über die Geschehnisse beim Tod.

Man unterscheidet verschiedene Definitionen des Todes:

- Hirntod
- Somatischer Tod
- Molekularer Tod

Der Hirntod gilt als eingetreten, wenn keine Hirnströme mehr messbar sind, das Herz aber noch schlägt, beispielsweise, weil
es über eine Herz-Lungen-Maschine am Aufhören gehindert wird.

Vom somatischen Tod sprechen die Mediziner, wenn die Vitalfunktionen des Körpers, also Atem und Herzschlag, unwiderruflich zum Stillstand gekommen sind.

Der molekulare Tod tritt ein, wenn einige Stoffwechselvorgänge, die auch dann noch fortdauern, wenn kein frischer Sauerstoff dem Körper mehr zugeführt wird, aufhören.

Leichenflecken

Wenn durch den Stillstand des Herzens der Blutstrom durch den Körper zum Erliegen kommt, sammelt sich das Blut an den Stellen, auf denen der Leichnam liegt (sog. Leichenflecken). Die Haut nimmt dort eine rötlich-violette Färbung an.

Leichenstarre

Während ein soeben gestorbener Körper noch eine Weile biegsam bleibt und vor der Bestattung relativ mühelos in einen Sarg gelegt werden kann, versteifen sich infolge chemischer Reaktionen die Gliedmaßen etwa vier Stunden nach Eintritt des Todes. Die Leichenstarre beginnt mit der Augenmuskulatur und breitet sich über Kiefer, Hals und Rumpf über die Gliedmaßen aus und hat nach etwa sechs Stunden den gesamten Körper erfasst.

Verwesung

Der weitere Zerfall des Körpers ist einen von Enzymen maßgeblich bestimmter Vorgang, der von den jedem Menschen innewohnenden Darmbakterien ausgeht und den gesamten Körper erfasst. Die äußerlich sichtbare Verwesung setzt im unteren Bauchbereich ein, wenn die Bakterien das Hämoglobin im Blut zu zersetzen beginnen, was eine grünliche Färbung der Haut nach sich zieht. Durch die explosionsartige Vermehrung der Bakterien verfärben sich die äußerlich sichtbaren Verläufe der Venen und Adern ebenfalls grünlich, so dass der tote Körper
nach etwa sieben Tagen marmoriert erscheint.

Die Stoffwechselfunktionen der Bakterien lassen in den Körperhöhlen Gase entstehen, die auf der Haut Blasen bilden und Zunge sowie andere Weich- und Schwellkörper aufquellen lassen. Aus dem Mund und aus der Nase treten Körperflüssigkeiten aus. Nach wenigen Wochen verflüssigt sich das gesamte Gewebe bis auf bestimmte innere Organe, die relativ lange unverändert erhalten bleiben.

Ein Mantra beim Sterben

Im Jahre 2001 sah Nils sich in einem Traum als eine kleine Qualle, die von einer großen schwarzen Meeresspinne gefressen wurde. Die kleine Qualle konnte der Spinne nicht entkommen. Sie war gefangen zwischen den langen Beinen der Spinne. In ihrer höchsten Not rief die kleine Qualle Gott um Hilfe an. Gott gab ihr das Mantra "JA". Die kleine Qualle dachte beständig das Mantra und ging damit bejahend durch den Tod.

Die schwarze Spinne senkte ihren Mund auf die kleine Qualle herab und saugte ihr das Leben aus. Die kleine Qualle dachte immer: "Ja, Ja, Ja, Ja, Ja ... Nils bemerkte, wie sein Bewusstsein erlosch. Sein Leben verschwand. Das war eine sehr unangenehme Erfahrung. Durch das Mantra "JA" konnte er seinen Geist stabil halten und positiv bleiben. Er verspannte sich nicht durch die Todeserfahrung. Er verlor nicht seine positive Energie.

Nachdem das Bewusstsein erloschen war, gab es geistig einen Umsprung. Plötzlich war Nils wieder da. Alles war hell, friedlich und schön. Die Spinne war nicht mehr zu sehen. Nils war in eine Lichtdimension im Jenseits gelangt. Er fühlte sich in dem Licht wohl. Er lebte in einem gehobenen Glückszustand.

Nils sieht diesen Traum als ein Geschenk seiner erleuchteten Meister an. In dem Traum hat Nils gelernt, dass man mit einem Mantra gut durch den Tod gehen kann. Wer mit einem Mantra stirbt, kann nach seinem Tod ins Paradies gelangen. Das Wissen vom Sterbemantra ist eine große Gnade. Es ist im Westen kaum bekannt. Die erleuchteten Meister wollen mit diesem Traum den Menschen im Westen den Weg des positiven Sterbens zeigen. Sie haben Nils im Traum durch eine echte Todeserfahrung geführt, damit Nils authentisch von der Gnade des Sterbemantras berichten kann. Nils ist faktisch für die Menschen im Westen probegestorben.

Jeder von uns muss einmal sterben. Es ist gut, dann ein Sterbemantra zu haben. Sein Sterbemantra kann sich jeder Mensch selbst aussuchen. Im Yoga wird oft das Mantra "Om" verwand. Nils kann bestätigen, dass das Mantra "JA" eine große Kraft hat und einen gut durch den Tod bringt. Wer einen erleuchteten Meister hat, kann auch gut den Namen des Meisters bei seinem Tod als Mantra denken. Christen können ein ständiges Gebet zu Gott denken. Wir sollten uns rechtzeitig vor unserem Tod unser Sterbemantra überlegen. Es ist gut, dass Sterbemantra vor dem Tod zu üben.

Liebe, Gott und Sinn
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Thale: Ohne Bewusstein gibt es nichts, was bewertet, also auch keinen Sinn.

Nils: Gott ist Bewusstsein. Die Grundsubstanz des Kosmos ist Bewusstsein. Überall ist Bewertung. Überall existiert eine absolute Richtigkeit. Auch ein dummer (unbewusster) Mensch unterliegt den Gesetzen der Natur. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Wer unbewusst durch sein Leben geht, wird durch das Leid des Lebens eines Tages aufwachen.

blabla: Ist die Liebe nicht letztendlich die Essenz des Christentums ?

Nils: Sehr gut. Wir sollten uns alle noch mehr lieben.

blabla: den ganzen tag die liebe in sich zu tragen, könnte für die erleuchtung ja genügen.

Nils: Probiere es aus. Es genügt. Du wirst Gott in der Welt und in deinen Mitmenschen sehen. Du wirst in dir Liebe, Frieden und Glück haben. Die umfassende Liebe ist der schnellste Weg zu einem Leben in Gott.

blabla: Was ich auch nicht auf die reihe kriege mit dem wissenschaftlichen gott...ist... die menschen kennen ja wissenschaftlich das universum, sie wissen wie gross es ist, sie wissen wie alt es ist, sie wissen das es da ist. Trotzdem wissen sie es aber nicht, weil ihnen das gefühl dafür fehlt.

Nils: Das hast du genial ausgedrückt. Erleuchtung ist kosmisches Bewusstsein. Man hat das Gefühl ein Teil des Universums zu sein. Erleuchtung kann dadurch erzeugt werden, dass man den Kosmos um sich herum (die Natur, die Sterne) visualisiert und so einen gefühlsmäßigen Zugang zum Universum bekommt. Die Visualisierung des Kosmos aktiviert die Kundalini-Energie (Erleuchtungsenergie). Es genügt nicht etwas vom Universum zu wissen, man muss es auch fühlen.

blabla: Was ist wenn es bei einem gott genauso ist, wir wüssten, dass es ihn oder es gibt, aber wir haben kein gefühl dafür in uns. Durch hingucken wird man klug und kann dadurch erleuchtet werden.

Nils: So ist es. Gott zu visualisieren erweckt die Erleuchtungsenergie. Beten mit einem echten Gefühl erweckt die Kundalini-Energie. Deshalb sagen viele Christen, dass man Gott fühlen kann. Sie denken an Gott und erzeugen dadurch Frieden und Glück in sich. Wie man sich Gott dabei genau vorstellen muss, hängt von den persönlichen spirituellen Bedürfnissen ab. Ein Atheist stellt sich Gott als Kosmos, ein Buddhist als Buddha, ein Christ als als alten Mann im Himmel und ein Philosoph als glücklichen Sokrates (mit Epikur/Freude und Epiktet/Kraft als Begleiter) vor.

Thale: Ah ja, und was willst du mit deinem Glück machen?

Nils: Wer in sich glücklich ist, genügt sich selbst. Wer in sich nicht glücklich ist, bekommt nie genug an äußeren Dingen. Das innere Glück ist das Zentrum des Lebens.

Thale: Ununterbrochenes Empfinden von Glück. Anhand welcher Kriterien ist dies erstrebenswert?

Nils: Probiere es aus. Dann weißt du es.

Thale: Kennst du das Ende des Weges?

Nils: Der Weg der Erleuchtung ist endlos. Gott ist unermeßlich. Du kannst ewig innerlich weiter wachsen. Wenn du dich selbst gerettet hast, kannst du auch noch alle deine Mitwesen retten. Amma meditierte erst für sich selbst. Als sie genug Erleuchtungsenergie in sich hatte, begann sie auf ihre Mitmenschen zu meditieren und ihnen Glück, Weisheit, Liebe, Kraft und Frieden zu senden. Die meisten Menschen auf der Welt können noch viel von diesen Eigenschaften gebrauchen.

Thale: Ist einem Erleuchteten die Welt nicht egal?

Nils: Ein Erleuchteter hat Frieden (Gleichmut, Egalheit) in sich, aber das Leid seiner Mitwesen ist ihm nicht egal. Wer Gott in sich hat, genügt sich selbst. Aber Gott ist auch Liebe. Die Erleuchtung verwandelt den Menschen und macht ihn von einem Egoisten (Nehmenden) zu einem Liebenden (Gebenden). Sein Ego hat sich aufgelöst und dadurch erkennt er sein Selbst auch in allen seinen Mitwesen. Er sieht ihr Leid und wünscht auch sie glücklich. Die Liebe fließt von ihm zu seinen Mitwesen. Dadurch wird seine Erleuchtung noch umfassender. Ein Erleuchteter ist kein Nihilist, sondern ein Buddha, der sich um das Glück seiner Mitmenschen sorgt.

Gottesbeweis gelungen
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Ich bin jetzt 1 1/2 Jahre durch die Internetforen gereist und habe mit hunderten von Menschen über meinen Gottesbeweis diskutiert. Ich habe viel daraus gelernt. Es war sehr spannend. Der wissenschaftliche Gottesbeweis ist ein zentrales Thema unserer Zeit. In einem Forum hat die Diskussion über 80 Forenseiten erreicht.

Die größte Debatte gab es in der atheistischen Buskampagne im Mai 2009. Zuerst versuchten die Christen verschiedener Color die Atheisten von Gott zu überzeugen. Die Atheisten riefen immer nur einen Satz: "Gib mir einen Beweis." Dem konnten die Christen nichts entgegensetzen. Traurig mussten sie den Atheisten das Feld überlassen. Dann kam der kleine Yogi Nils. Drei Wochen dauerte die Debatte. Den Christen stockte der Atem, als die Atheisten einen Physiker und einen Hirnforscher gegen den kleinen Yogi ins Rennen schickten. Alle dachten, dass der kleine Yogi jetzt untergeht.

Aber der kleine Yogi rief Gott um Hilfe an. Und Gott ließ ihm die richtigen Argumente einfallen. Man kann es auch so sehen, dass der kleine Yogi sich rechtzeitig vorher ausführlich mit der modernen Physik beschäftigt hatte. Und dann gab es genau in dem Moment auch noch im Fernsehen eine Sendung über die Frage, was vor dem Urknall war. Sie versetzte den kleinen Yogi in den aktuellen Stand der Physikdiskussion. So konnte er den schwierigen Fragen des Physikers standhalten und mit erstaunlichem Fachwissen kontern.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Hirnforscher rette Wikipedia den kleinen Yogi. Unter dem Stichwort Nahtod-Erfahrung waren alle wesentlichen Argumente aufgeführt. Wikipedia sprach sich eindeutig für die Existenz einer vom Körper unabhängigen Seele aus. Darüber gab es zwar auch bei Wikipedia heftige Diskussionen. Mangels guter Argumente konnten sich die materialistischen Wissenschaftler aber nicht durchsetzen. Gegen Wikipedia konnte der Hirnforscher nicht erfolgreich argumentieren. An Wikipedia glaubten sogar seine Atheistenfreunde.

Nach über 2000 Postings mussten sich die Atheisten geschlagen geben. Vor meinem Gottesbeweis waren die Atheisten in den öffentlichen Diskussionen normalerweise die Gewinner. Ab jetzt ist der Atheismus ein Relikt der Geschichte. Gott ist durch die Erleuchtung zu beweisen. Es gibt keine überzeugenden Argumente mehr für den Atheismus.

Das ist natürlich ein Scherz. Atheisten, bleibt locker. Die Diskussion geht weiter. Ich will euch nicht eure Existenz rauben. Ich möchte nur eure Selbstgewißheit etwas verunsichern. Ich bin euer Freund. Auch Atheisten können zur Erleuchtung gelangen. Und dann Gott sehen. Das war jetzt wieder ein Scherz. Atheisten sehen ihr höheres Selbst.

Jetzt bin ich am Ende meiner Reise angekommen. Ich kann sagen, dass die Diskussion in jedem Forum anders war. In jedem Forum wurden andere Aspekte betont und diskutiert. In jedem Forum haben alle Beteiligten viel aus der Diskussion gelernt. Um Verzeihung bitten muss ich Thale. Ich habe ihn mit meiner Entgegnung auf seine Nihilismus-Philosophie etwas verletzt. Sieh es bitte nicht persönlich Thale. Ich liebe dich, aber die Worte mussten gesagt werden. Die Nihilismus-Debatte ist sehr wichtig in der Philosophie und in der heutigen Zeit. Du hast mir geholfen die Dinge zu klären. Ich bin dir dankbar für deine Beiträge.

Die höchste Philosophie
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Thale: Du musst dich keineswegs entschuldigen. Ich bin keiner der Menschen, die es als verletzend empfinden, wenn ihre Theorien in Frage gestellt werden. Wenn ich philosophiere, dann nicht, um andere zu überzeugen, sondern eher, um einerseits Spaß zu haben, und andererseits die Argumente des Gegenüber zu verstehen, sowie meine eigenen vermitteln zu können. Interessanterweise habe ich in der letzten P.M. einen Artikel über die Nahtodforschung gelesen.

Nils: Wir verstehen uns. Du bist mein Philosophenfreund. Ernsthaftigkeit und Spaß in der Philosophie zu verbinden ist auch mein Weg. Gut, dass du dich nicht verletzt fühlst. Aber man entschuldigt sich lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Die Beschäftigung mit der Nahtodfoschung wird dich verändern. Wenn du auch nur ein gutes Argument für die Position der Atheisten findest, teile es mir sofort mit. Ich habe zwei Jahre danach gesucht. Und nur Argumente im Stil von Limlim gefunden. Das tut mir jetzt leid für dich, Limlim. Aber auch du wirst es verkraften, da bin ich mir bei dir ganz sicher.

blabla: Nils, du zeigst mir da eine Welt, ich danke dir.

Nils: Hallo blabla. Ich habe das Gefühl, du profitierst wirklich von meinem Wissen. So soll es sein.

blabla: "Wer sich zwölf Jahre hinsetzt und nichts denkt, gelangt zur Erleuchtung." ----> das ist die eigentliche Essenz, hier wird es sichtbar.

Nils: Richtig. Die Essenz der Erleuchtung ist es im Sein (Ruhe, Stille, Gott, Nichtdenken) zu leben. Man denkt, wenn man das Denken braucht. Das Nichtdenken hört sich einfach an, aber es ist ein sehr dynamischer Prozess. Bevor die Gedanken ganz zur Ruhe kommen, steigen erst einmal alle verdrängten Gefühle und Stresssituationen aus dem Unterbewusstsein hoch und lösen sich auf.

Das Denken zwanghaft zu stoppen, wäre falsch. Man setzt sich hin, wartet etwas, und dann beginnt der Tanz der Gedanken und Gefühle. Nach einiger Zeit kommt alles zur Ruhe, es entsteht innerer Frieden, Harmonie und plötzlich inneres Glück. So steigt man im Laufe der Jahre von einer Stufe zur anderen. Das Ich löst sich erst ganz zum Schluß auf. Nach Buddha gibt es vier Versenkungsstufen. Ein normaler Mensch erreicht nur die ersten zwei. Die weiteren zwei öffnen sich irgendwann von alleine. Man kann die Erleuchtung nicht erzwingen. Sie kommt aus Gnade zu ihrer Zeit.

blabla: Nils, so langsam fange ich an zu begreifen. Die welt wechselt ihre realität und auch die mitmenschen wechseln ihre realität, aber welt bleibt welt und mitmensch bleibt mitmensch. In der absoluten transzendenz wird der mitmensch zu " keine ahnung wer oder was das ist " und Gott wird zu " keinerlei ahnung was das sein könnte ". Die absolute transzendenz ist genau die mitte dazwischen, man ist weder ein ungläubiger noch ein gläubiger, oder wissender oder unwissender, man ist nichts mehr. Man weiss es selbst nicht, man hat keine meinung darüber, weil eine meinung ein denken oder eine vorstellung benötigen würde.

Nils: Endgültig begreift man erst in der Erleuchtung. Und damit meine ich jetzt die absolute Transzendenz. Du hast sie gut beschrieben, obwohl sie nicht wirklich beschreibbar ist. Es gibt kein Ich-Bewusstsein mehr. Alles ist reines Bewusstsein, ohne unruhige Gedankenschwingungen. Es gibt die Erleuchtung, aber keinen Erleuchteten. Man ist glücklich und gleichzeitig gibt es einen nicht mehr. Aber das Glück alleine genügt. Man hat keine Meinung mehr über die Dinge, man ist überall irgendwie dazwischen. Aber auch das ist für uns jetzt noch ein Konzept, das wir ebenfalls übersteigen werden.

Ich folge der Philosophie des Dalai Lama, bei der die absolute Transzendenz mit der relativen Transzendenz verbunden wird. In der absoluten Transzendenz ist alles irreal. Es gibt nur Gott (das Licht, das kosmische Bewusstsein). Die Welt ist ein vergänglicher Traum. In der relativen Transzendenz bleibt die Welt die Welt, man sieht alles nur von einer höheren Bewusstseinsebene aus. Die absolute Transzendenz ermöglicht es dem Menschen sich über alles Leid der Welt zu erheben und in einer höheren Ebene zu ruhn. Die relative Transzendenz erlaubt es ihm in der Welt zu handeln und für eine glückliche Welt zu arbeiten. Ich hoffe, dass ist jetzt nicht zu kompliziert. Das ist wirklich höchste Philosophie.

Ra-Jah: ... wird zugunsten von persönlicher Entrückung, individuellem Ent-Leiden nicht genau das aufgegeben, was doch Ziel des Menschen ist: Mensch zu werden! Und als solcher das Leid der Mitmenschen, die Höhen und Tiefen der eigenen und der nächsten bis fernsten Existenz zu erfahren, empathisch zu reflektieren - einzuwirken. Wenn nun aber der "Erleuchtete" mit dem Menschlichen, allzu Menschlichen konfrontiert wird - wie soll er da "keine Meinung mehr haben", "dazwischen sein"?

Nils: Was bedeutet es ein Mensch zu werden? Es bedeutet zum einen genau man selbst zu sein, mit sich im Einklang zu sein, sein tiefstes inneres Wesen zu erfahren. Das tiefste innere Wesen eines Menschen ist das Ruhen im Glück (im Sat-Chid-Ananda).

Zum Zweiten bedeutet Menschwerdung Gefühle zu haben, seine Mitmenschen nachempfinden können, in der umfassenden Liebe zu leben. Ein Erleuchteter hat sein Ego aufgelöst und sieht sich dadurch in allen seinen Mitwesen. Er ist auf einer tieferen Ebene eins mit seinen Mitmenschen, als es ein nichterleuchteter Mensch jemals sein kann. Er nimmt sie in ihrer Ganzheit und auch in allen ihren Gefühlen war. Er spürt ihre Freude und ihren Kummer in sich. Und weil er sie spürt und über das höhere Informationsfeld eins mit allen Wesen ist, kann er ihnen auch mit positiven Energien und positiven Gedanken helfen.

Letztlich lebt ein Erleuchteter in zwei Welten (Bewusstseinsbereichen). Er lebt in der absoluten Transzendenz im Frieden, im Glück und in der Leidfreiheit. Wenn er äußerlich handeln will, muss er mit einem Teil seines Bewusstseins in die materielle Welt zurückkehren. Dadurch wird sein Glück kleiner, aber er kann dann das Glück seiner Mitmenschen mehren. Was wiederum den Erleuchteten glücklich macht.

Das Praktische an dem Weg der zwei Bewusstseinszustände (absolute und relative Transzendenz) ist es, dass man an beiden Welten teilhaben kann. Der Dalai Lama meditiert immer nachts und verweilt dann im höheren Erleuchtungsbewusstsein. Dadurch ist er tief glücklich und wächst spirituell immer weiter in seiner Erleuchtung. Morgens kehrt er in die materielle Welt zurück und stärkt seine Freunde auf dem spirituellen Weg.

Ein Erleuchteter ist insoweit dazwischen, weil er in beiden Welten gleichzeitig lebt. Er ist nicht in dieser Welt und gleichzeitig doch in dieser Welt. Ich erfahre es so, dass ich in der Lichtwelt einen Rückzugsort habe, in dem ich mich optimal regenerieren und entspannen kann. Meine Haupthandlungswelt ist das Diesseits, ohne dass ich die Lichtdimension völlig vergesse. Auf einer tiefen Ebene spüren kann ich meine Mitmenschen, wenn ich in der Meditation zur Ruhe komme. Dann tauchen ihre Energien plötzlich auf, ihr fühle mich in Liebe mit ihnen verbunden, bin glücklich in dieser umfassenden Liebe und sende ihnen die Energien, die sie brauchen.

Ra-Jah: Würde ein deiner Ansicht nach "Erleuchteter" nicht sein ganzes, wie du es siehst "Glück" infrage stellen müssen, stattdessen für die Entrechteten und Unterdrückten eintreten, dort arbeiten - und zwar inklusive Mut und Durchsetzungsvermögen (und auch ein wenig Wut als Wurzel der Überwindung!) gegenüber den Verantwortlichen?

Nils: Der Weg der umfassenden Liebe beinhaltet es aktiv für die Entrechteten und Unterdrückten dieser Welt einzutreten. Ich bin ein Anhänger der Theologie der Befreiung. Priester arbeiten in den Slums und verbessern die Lebensbedingungen der Menschen. Sie sind auch politisch aktiv und organisieren zum Beispiel in Süd-Amerika den (friedlichen) Befreiungskampf der Armen. Wie weit ein Erleuchteter äußerlich handelt, ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist alles möglich. Der Dalai Lama ist äußerlich ein sehr aktiver Erleuchteter. Auch Jesus war ein sehr aktiver Erleuchteter. Buddha lebte überwiegend in der Ruhe und in der Meditation.

Wut ist eine gefährliche Motivation. Besser ist Mitgefühl. Man sieht das Leid auf der Welt, empfindet es mit und handelt dann aus seiner umfassenden Liebe heraus. Etwas Wut darf manchmal sein, aber Wut als Hauptmotivation zerstört eines Tages den Revolutionär und seine positive Vision. Aus dem realen Sozialismus wird dann ein Alptraum statt ein Glücksland.

Ich war in meiner Jugend stark politisch engagiert und lebe jetzt als zurückgezogener Yogi. Als Student war ich einer der Wortführer der 68iger Bewegung. Ich habe ständig Flugblätter verteilt, kämpferische Reden geschwungen und für eine gerechtere Welt demonstriert: "Macht den Unternehmern Dampf - rüstet euch zum Klassenkampf. Hoch die internationale Solidarität!! Make love not war!!" Ich war Vorsitzender linker Studentenorganisationen, in vielen Unigremien und ständig in Sachen Revolution unterwegs.

Das Konzept eines optimalen Lebens besteht im Yoga aus den beiden Phasen weltliches und spirituelles Leben. Zuerst lernt man gut die äußere Welt kennen, hat einen Beruf, eine Familie und ist zum Beispiel wie ich politisch engagiert. Zwischen 30 und 60 (Buddha mit etwa 30 Jahren, ich mit 36 Jahren, viele Inder als Rentner mit 60 Jahren) legt man dann den Schwerpunkt seines Lebens auf das Spirituelle.

Die Allmacht und Allgüte Gottes
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Nils: Gott ist das kosmische Informationsfeld. Gott ist das kosmische Bewusstseinsfeld, dass sich über und in allen Wesen befindet. Gott werden die Eigenschaften Allgegenwart, Allwissenheit, Allmacht, Allgüte und Glück zugeschrieben. In der Transzendenz erfährt ein Erleuchteter Gott als ihn umgebende Mutter/Vater, als allgegenwärtig, allwissend, allmächtig, voller Liebe und Glück.

Allgegenwärtig ist eine gute Beschreibung für das kosmische Informationsfeld. Allwissenheit ist auch ein Bestandteil des kosmischen Informatikers. Liebe und Glück erfährt man, wenn man eins mit ihm wird. Aber wie ist es mit der Allmacht? Da habe ich so meine Probleme mit.

Ich behelfe mir damit, dass ich den Begriff Allmacht entsprechend meinen Erfahrungen auslege. Allmächtig sind zum einen die dem Kosmos innewohnenden Gesetze. Sie wirken überall und absolut. Ein Erleuchteter fühlt Gott als allmächtiges Wesen. Gleichzeitig hat er aber die Freiheit selbständig in einem bestimmten Rahmen in Gott zu handeln.

Die erleuchteten Meister besitzen große spirituelle Kräfte. Sie können überall lenkend eingreifen. Diese Fähigkeit kann man als Allmacht bezeichnen. Gleichzeitig ist ihre Macht aber beschränkt. Sie halten sich an die Gesetze des Kosmos. Sie helfen grundsätzlich nur punktuell und meistens nur auf Anfrage (Gebet, Anrufung).

Nach meiner Sicht ist auch die Allmacht des kosmischen Bewusstseinsfeldes begrenzt. Es muss mit dem vorhandenen Material auskommen. Es kann einen materiellen Kosmos schaffen. Es kann sich dort als Erleuchteter manifestieren. Es kann so die Entwicklungen in dem materiellen Kosmos beeinflussen. Aber es hält sich dabei an die immanenten Gesetze des Universums.

Ich definiere deshalb die Allmacht des Kosmos als ein inneres Gefühl und als eine äußere Tatsache, die transzendent und damit widersprüchlich aufzufassen ist.

Neben der großen Macht ist die große Liebe ein Merkmal Gottes. Deswegen sollten wir uns gleichzeitig auch mit der Liebe beschäftigen. Für einen spirituellen Menschen ist die Entwicklung seiner Liebesfähigkeit sehr wichtig. Deshalb beginne ich hier mit einer Frage an LuxFerre.

LuxFerre: Ich lache jeden Tag.

Nils: Lachen kannst du also. Kannst du auch lieben? Hast du auch Liebe in dir? Das ist jetzt eine sehr intime Frage. Du brauchst sie nicht zu beantworten. Du darst sie aber beantworten. Alle Leser würde das sicherlich sehr interessieren. Liebe ist eine sehr wichtige Eigenschaft für einen spirituellen Menschen. Deshalb ist die Frage zwar intim, aber berechtigt. Erzähle uns von deiner Liebe. Schreib mal etwas über die Liebe und deine Individuation.

LuxFerre: Mehr als eine Selbsterfahrung war das nicht. Gott ist das nicht gewesen. Schaut nun der Erleuchtete in die dunklen Seiten seiner Psyche oder muss er das gar nicht mehr, weil Gott ihn so erleuchtet hat?

Nils: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenseiten ist der Hauptweg zur Erleuchtung. Ein Erleuchteter ist sich der negativen Seiten seines Selbst bewusst. Er nimmt sich so an, wie er ist. Er lebt positiv auch mit seinen Schwachstellen. Er integriert sie in seine Psyche. Er ist in sich harmonisch. Er ist im Einklang mit sich und dem Kosmos.

LuxFerre: Mein ist nicht dein, dein nicht mein, jedem das eigene individuelle einzelne Sein.

Nils: Ich hatte schon befürchtet, dass du auf deinem spirituellen Weg irgendwo stecken geblieben bist. Dir fehlt die umfassende Liebe. Deshalb kannst du auch nicht Gott erfahren. Die umfassende Liebe ist der Hauptweg in die Einheit des Kosmos und in die Erleuchtung.

Dein Weg der Individuation scheint mir ein Egoweg zu sein. Ich dagegen vertrete den Weg der umfassenden Liebe. Deine Hasstiraden können mir nichts anhaben. Sie erwecken nur mein Mitgefühl dir gegenüber. Es ist sehr schwer einem spirituellen Menschen zu helfen, der sich in einer Irrlehre verlaufen hat. Er wird immer behaupten, er bräuchte keine Hilfe. Er fühlt sich großartig, weil ihm der spirituelle Weg scheinbar große Macht gibt. Dabei bläht er nur sein Ego auf.

LuxFerre: Mein Weg beinhaltet die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten. Mein Ziel ist die schrittweise Bewusstwerdung, um mich dadurch als etwas Eigenes und Einmaliges zu erkennen und zu verwirklichen (ICH-Werdung und Selbst-Werdung).

Nils: Das hört sich tatsächlich nach einem Egotripp an. Es fehlt die Liebe. Und ohne Liebe ist jeder Mensch ein armer Teufel, mag er noch so großartige spirituelle Fähigkeiten haben. Es gibt in der Esoterik viele Menschen, die in Wirklichkeit auf dem Egotripp sind. Ich warne davor. Sokrates lehrte, dass die Seele eines Menschen gut sein soll. Teufel haben wir auf der Welt genug. Wir brauchen mehr Engel.

Auch Buddha lehrte die umfassende Liebe. Jesus vertrat das Doppelgebot aus Liebe zu Gott und Liebe zu den Mitmenschen. Mein Yogameister Swami Shivananda wünschte eine glückliche Welt. Er erklärte den Weg der umfassenden Liebe zum höchsten spirituellen Weg. Der Dalai Lama sieht es ähnlich. Spiritualität ohne Liebe ist ein Irrweg. Mir sind Atheisten mit Liebe lieber als verwirrte Esoteriker, die nur die Macht und das Ego anbeten.

Joachim (Christ): Ich glaube an das "kosmische Domenium". Wir alle stammen aus einer göttlichen Substanz, und kehren eines Tages dahin zurück.

Nils: Das ist ein schöner Satz. Wir sehen die Dinge ähnlich. Im Yoga gibt es die Lehre von den drei Welten Erde (Bhur), Zwischenwelt (Bhuva) und Lichtwelt (Svarloka). Auf der Erde leben die Menschen in materiellen Körpern. In der Zwischenwelt leben sie als Seelen mit Gedanken und Gefühlen. Sie kehren eines Tages wieder auf die Erde zurück. Sie werden so oft wiedergeboren, bis sie den Sprung in die Lichtwelt schaffen.

Die Lichtwelt ist das Paradies (der Himmel). Die Lichtwelt besteht aus den drei Bereichen kleines Paradies, großes Paradies und höchstes Paradies. Ins kleine Paradies kommen die Seligen (ernsthaften Gläubigen) und ins große Paradies die Heiligen.

Das höchste Paradies ist Gott selbst (der Ort der höchsten Wahrheit, Satyaloka). Hier kommt alles zur Ruhe. Hier leben die Seelen ewig im Frieden, im höchsten Glück und in der umfassenden Liebe. Die Seelen können im höchsten Paradies als eigenständige Seele existieren oder sich vollständig in Gott auflösen. Buddha hat sich vollständig in Gott (ins Nirvana) aufgelöst, obwohl er als spirituelle Idee weiterhin auf der Erde existiert und für viele Menschen sehr hilfreich ist.

Als eigenständige Seele können die Seelen im höchsten Paradies weiter den Menschen auf der Erde mit ihren Energien helfen. Mein Meister Swami Shivananda wünschte vor seinem Tod, dass seine Seele ewig erhalten bleiben möge, damit er seine Anhänger weiterhin spirituell unterstützen kann. Wer sich mit ihm geistig verbindet, bekommt Hilfe. Mir ist er einige Male in Träumen erschienen und hat mir wichtige Informationen gegeben.

Eine in Gott lebende Seele kann auch auf die Erde zurückkommen, wenn sie es möchte. So etwas nennt man im Yoga einen Avatar. In gewisser Weise kommt dann Gott selbst auf die Erde. Jesus war aus meiner Sicht ein Avatar. Ich sehe zwischen dem Christentum, dem Mahayanabuddhismus (Dalai Lama) und dem Neohinduismus (Ramakrishna, Swami Shivananda, Mutter Meera, Amma) keinen großen Unterschied. Die spirituellen Übungen mögen sich unterscheiden, aber in der Essenz vertreten sie dieselbe Lehre, das Doppelgebot aus Liebe zu Gott (zum spirituellen Ziel, nennen wir es Heiligkeit oder Erleuchtung) und zu allen Mitmenschen. Ich wünsche dir ein gutes Forschreiten auf deinem spirituellen Weg. Alles Liebe, Yogi Nils.

Mecky (Christ): Wer war der Lieblingsjünger von Jesus?

Nils: Für mich sind wir alle die Lieblingsjünger von Jesus. Zwar mag er einzelne Jünger hervorgehoben haben, aber letztlich liebt er alle gleich. Nur diese Auslegung entspricht dem Grundsatz der umfassenden Liebe in der Bergpredigt. Der Weg der Erleuchtung ist es sogar einen armen Teufel wie LuxFerre nicht aus der Allliebe herausfallen zu lassen und ihm seine Verwirrungen zu verzeihen. Manchmal schreibt er ja auch etwas Vernünftiges.

LuxFerre: Das Christentum hat sich seit 2000 Jahren nicht geändert, immer noch die gleichen mittelalterlichen Dogmen.....und jeder Versuch diese an die moderne Zeit anzupassen wird von denen in Rom im Keime erstickt. ....für mich ist der Monotheismus nicht wandlungsfähig.

Nils: Das ist falsch. Das zweite vatikanische Konzil war eine große Wende. Es war eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte des Christentums wie Liebe und Frieden. Wir sollten diesen Weg weitergehen. Viele Christen gehen diesen Weg weiter. Die katholische Kirche ist eine große Institution, die sich nur langsam wandelt. Aber möglich ist alles.

Ich nenne zwei Beispiele für eine positive Wandlung im Christentum: Taize in Frankreich mit ihrem Gründer Frere Roger und den Priester Bede Griffiths. Zur Information: Bede Griffiths wurde 1906 in England geboren und starb 1993 in Indien. Er machte Vortragsreisen durch den Westen und löste dort Wellen der Begeisterung aus. Er schrieb viele Bücher. Ein gutes Buch über sein Leben und seine Lehre hat Shirley du Boulay geschrieben: "Überwindung der Dunkelheit" (2001).

Bede Griffiths war eine große Inspiration für viele heutige Christen. Bei ihm fanden sie die Liebe, die Authentizität und den inneren Frieden, den sie schon immer gesucht hatten. Seine letzten Worte waren: "Ich bin so glücklich, ich bin so voller Liebe. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt. In diesem Gebot ist das ganze Evangelium enthalten."

Bede Griffiths ist der christliche Meister der Einheit aller Religionen und der Anpassung des Christentums an die heutige Zeit. Er lehrte, dass sich die Offenbarungen aller Religionen ergänzen. Erst alle heiligen Bücher aller Religionen ergeben gemeinsam das Ganze. Als spiritueller Mensch kann und sollte man aus allen Büchern aller Religionen lernen.

Bede Griffiths erklärte, dass sich die katholische Kirche verändern müsse. Sie muss neue Wege finden, um die christliche Botschaft auszudrücken. Sie sollte die Liebe und nicht die Sünde in den Mittelpunkt stellen. Er trat für die Abschaffung des Zwangszölibates für Priester, das Priestertum der Frauen und für die Einrichtung interreligiöser Kommunitäten ein. In seinen Ashram in Indien kamen Menschen aus allen Religionen. Er schickte seine christlichen Schüler zu erleuchteten Meistern anderer spiritueller Traditionen, damit jeder genau den zu ihm persönlich passenden Weg finden konnte.

Diskussion im Internetforum Utopia
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Zitat PaulePauL: "Dieser "Erleuchtungskram- ich bezeichne es, zugegebenermaßen etwas respektlos, als absoluten Schwachsinn."

Zitat Herbstlicht: "Oh ja großer Yogi, ich erkenne Deine Weisheit ..."

Zitat Birnstingl: "Laufen Sie auch im traditionell erprobten Nachthemd in der Öffentlichkeit herum, wie das andere Yogis tun?"

Antwort Nils: "Nein."

Zitat Danilein: Hallo Nils, danke für das Starten dieser Diskussion. Dieses Thema brennt mir auch unter den Nägeln. Bin katholisch erzogen und auch in unserer Pfarrei ein bisschen aktiv. Ich frage mich oft, was und woran ich wirklich glaube. Ich bin da sehr hin- und hergerissen. Liebe Grüße und schon mal frohe Ostern, Dani :-)

Zitat Christian (Unternehmer): DANKE, Nils, daß Du Dir die große Mühe gemacht hast, diese vielen interessanten Beiträge hier zu listen und zusammenfassend zu kommentieren.

Zitat Volkmar: Hallo Nils. Ich bin Christ, war sogar mal Religionspädagoge. Freut mich jedenfalls, dass Ihr auch über Gott redet. Keinem ist es bis jetzt gelungen für Gott einen Beweis vorzulegen.

Nils: Das Grundproblem der heutigen christlichen Kirchen ist, dass sie kein Wissen von der Erleuchtung haben. Erleuchtung bedeutet in christlichen Worten "Heiligkeit". Und Heiligkeit ist nach den Worten der katholischen und evangelischen Kirche das Ziel jedes echten Gläubigen. Ohne Wissen von der Erleuchtung kann man weder Gott noch den christlichen Glauben wirklich verstehen. Und vor allem kann man den christlichen Glauben nicht überzeugend weitergeben.

Die Haupttechnik der Kirchen ist das Gebet. Und ein Gebet an Gott funktioniert spirituell nicht wirklich, wenn man in der Tiefe seines Herzens nicht an Gott glaubt. Ich habe in Gottesdiensten beobachtet, dass etwa 90 % der Christen nur oberflächlich beten. Eine solches Gebet bringt sie weder zum inneren Glück (macht keine Heiligen aus ihnen) noch in das Paradies nach dem Tod. Die wissenschaftlich denkenden Menschen in der heutigen Zeit brauchen einen wissenschaftlichen Gottesbeweis. Viele Christen sind innerlich zerrissen, weil die Kirche ihnen keinen vernünftigen Gottesbeweis anbietet.

Zitat PaulePaul: Haben eigentlich Tiere auch eine Chance aufs Jenseits? Mir wärs bissl einsam ohne Löwen usw... Funktioniert das dann nach dem selben Muster wie bei uns?

Nils: Auch Tiere können ins Licht aufsteigen. Tiere haben oft ein reineres (weniger verspanntes) Bewusstsein als Menschen. Es ist letztlich eine Frage der Weisheit, ab wann man sich von der Anhaftung an äußeren Dingen abwendet und sich vorwiegend auf das innere Glück konzentriert. Weisheit ist eine Folge von Verstand und Erfahrungen. Auch Tiere können denken und insbesondere klare Erfahrungen machen.

Es gibt die Geschichte von einem Yogi, der kurz vor der Erleuchtung stand. Ihm fehlte noch eine bestimmte Erfahrung. Er inkarnierte sich deshalb als Wurm in einem Apfel wieder auf der Erde. Für einen Wurm ist ein Apfel eine Art Schlaraffenland. Als er den Apfel aufgegessen hatte, hatte er genug äußeren Genuss erfahren und konnte seine Esssucht loslassen. Er starb, es ertönten (innere) Glocken und er wurde im Yogaparadies (Siddhaloka) wiedergeboren.

Ein großes Vorbild für alle Tierfreunde ist der heilige Franziskus, der die Tiere als Brüder und Schwestern der Menschen bezeichnete.

Zitat YouMe: "Lesenswert sind die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfassung 2005):

1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern“, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern!
2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten!
3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!
5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.
6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest.
7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! Zweifle aber auch am Zweifel! Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.
8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!
9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben! (Nils: Hier irrt der evolutionäre Humanismus)
10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen wollen! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz.

Gott ist ein Optimist :-)
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Zitat Volkmar: Als Jugendlicher, was hab ich mit Gott gehadert, ihn beschimpft, ihm alles und jedes vorgeworfen, ihn für alles, für alles Elend in der Welt verantwortlich gemacht. Bis - ja bis ich eines Tages erkannte; Gott ist ganz anders, anders, als je eine Vorstellung von uns es erfassen kann. Gott kann nicht verantwortlich gemacht werden (wie ich es, als junger Mensch, immer tat). Gott sagt: "Ihr seid und bleibt frei, in allem was ihr tut." Er hat uns Hilfen / Regeln, die meisten sagen „Gebote" an die Seite gegeben. Aber er lässt uns die Freiheit, ob wir sie beachten wollen oder nicht. Er lässt uns die Freiheit, aber er gibt uns auch die Verantwortung! Wir dürfen seinen „Garten" nutzen, in ihm leben, uns ernähren, uns erfreuen.

Gott hat, entsprechend der Bibel, mehrere Male in das Leben der Menschen, sogar in radikalster Weise, eingegriffen. Aber er hat beschlossen, dieses Eingreifen nicht mehr in solch radikaler Weise zu tun. Gott wird auch nicht mehr eingreifen, wenn unser Verhalten dazu führt, dass wir diesen „Garten" zerstören und letztendlich nicht mehr in ihm und überhaupt leben können. Die Menschen werden es wohl auch nicht schaffen die Katastrophe ihres eigenen Untergangs noch aufzuhalten.

Letztlich braucht nicht Gott uns, sondern wir brauchen Gott. Für Gott ist es nicht wichtig, ob sich einige gegen ihn entscheiden. Gott hat da viel Geduld, er lässt die Entscheidung so, wie der Mensch sie für sich trifft. Jeder einzelne kann sich so entscheiden wie er es will. Ich fühle mich nicht berechtigt diese große Freiheit, die Gott jedem einräumt, auch nur ein einziges Mal zu begrenzen. Ich kann von Gott erzählen, von seiner Liebe, seiner Treue, meinen Erlebnissen mit ihm berichten, aber die Entscheidung, ob jemand an diesen Gott glauben will oder nicht, die muss jeder selbst für sich treffen.

Ich in meiner Jugend, jedenfalls, ich war fest davon überzeugt; Gott kann so einen wie mich, der so viel mit ihm streitet, der ihm so viele Vorhaltungen macht, Gott kann so einen doch nicht lieben wollen! Bis, ja bis ich so viele Erlebnisse mit Gott hatte, bis ich erleben durfte, wie Gott selbst, oder Gottes Beauftragte, so stark, so wundervoll in mein Leben eingriff, es so wundervoll veränderte, mir so viele wundervolle Aufgaben stellte, aber auch so wundervoll bei der Erledigung dieser Aufgaben eingriff, mir das Vermögen schenkte, diese Aufgaben auch erfüllen zu können, dass ich einfach nur noch staunend sagen, feststellen kann: Es gibt Gott, er hilft uns, er greift in unser Leben ein, wenn wir uns auf ihn einlassen, wenn wir es zulassen.

Aber das ist kein Beweis, kein Beweis in unserem herkömmlichen Sinn. Es ist ein Beweis für mich, aber nur für mich! Ich selber durfte in meinem bisherigen Leben 1000-de wundervolle Erfahrungen machen, durfte Wunder erleben, genauso wie Beispiele davon in der Bibel stehen, durfte und darf immer wieder Engel erleben, Engel oder andere Boten Gottes, die in mein Leben oder in das von anderen, immer wieder hinein wirken. Das alles kann aber kein Beweis für andere sein. Es ist ein Beweis für mich, denn ich bin genauso zweifelnd, so auf die „Beweise Gottes" in meinem Leben angewiesen, wie jeder andere. Es gibt keinen Gottes-Beweis. Es ist und bleibt GLAUBE!

Nils: Lieber Freund Volkmar. Gott ist ein Optimist. Alles wird gut!! Schließlich heißt es in der Bibel: "Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Und siehe da, es war sehr gut!!!" Die Welt wird gerettet, weil wir sie retten!! Wir kennen sogar schon den Weg. Der Weg ist die Verbindung von Ökonomie, Ökologie und Glückswissenschaft.

Halten wir uns an Jesus. Jesus war erleuchtet. Und er hat gesagt, dass Gott (der Himmel) in uns ist: "Ich und der Vater sind eins. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Selig sind, die reines Herzens (Nils:innerlich gereinigt) sind, denn sie werden Gott schauen."

Du bist Gott. Da bist du sicherlich überrascht. Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension, die auch in dir ist. Sie schläft nur in dir. Du kannst sie aber erwecken. Etwas hast du sie schon erweckt, wenn du "Wunder" und "Engel" in deinem Leben erfährst. Andererseits quälst du dich mit dem Thema Verantwortung. Das ist das Problem des personalen Gottesbegriffes. Wenn wir Gott als Person ansehen, ist das Leid auf der Welt nicht akzeptabel. Wenn wir Gott als höheres Bewusstsein ansehen, können wir einfach danach streben die Verhältnisse auf der Welt zu verbessern. Wir können keinen anderen verantwortlich machen außer uns selbst.

Der Kosmos an sich ist so wie er ist. Man kann ihn nicht durch die Begriffe gut und böse erfassen. Darauf hat Moses hingewiesen. Der Name (das Wesen) Gottes ist "Ich bin". In den Worten des Yoga ausgedrückt: Erleuchtung bedeutet Sein-Einheitsbewusstsein-inneres Glück (Sat-Chid-Ananda). Wer das anhaftungslose Sein verwirklicht, lebt in Gott. Er lebt im Licht, im inneren Frieden, im Glück. Das Ziel des Lebens beschränkt sich nicht darauf Gott als strafendes oder liebendes Gegenüber zu sehen, sondern selbst ein Gott/eine Göttin zu werden. Für Christen akzeptabler formuliert heißt das: in Gott zu leben, im Licht zu leben, ein Heiliger zu sein, ein wahrer Mensch zu sein, sein wahres Selbst verwirklicht zu haben, sich selbst verwirklicht zu haben.

Wenn wir Gott als alten Mann im Himmel ansehen, können wir das natürlich nicht beweisen. Was es nicht gibt, ist nicht zu beweisen. Gott als höheres Bewusstsein ist beweisbar. Und der Beweis ist auch sehr wichtig. Damit die Welt gerettet werden kann, müssen wir beweisen, dass der Kosmos im Kern gut ist, dass alles einen Sinn macht, dass es eine Glücksordnung im Kosmos (also Gott) gibt.

Die meisten heutigen Menschen denken wissenschaftlich. Sie brauchen einen wissenschaftlichen Gottesbeweis. Der natürlich nur vorläufig ist. Das Ziel ist es nicht Gott wissenschaftlich zu beweisen, sondern in Gott zu leben. Ich fasse das Ziel sogar sehr weit. Nicht nur ich möchte in Gott (im Glück) leben, sondern alle meine Freunde und letztlich alle Menschen auf der Welt sollen auch glücklich sein.

Die ganze Welt soll erleuchtet werden. Die Welt soll ein Paradies werden. Ich möchte, dass wir alle in einem Paradies leben, wo die Natur in Ordnung und der Mensch friedlich ist. Etwas streiten dürfen wir uns natürlich auch im Paradies. Im Paradies gibt es auch Löwen. Und Löwen müssen manchmal brüllen. Das ist ihre Natur. Sie sollten aber die Schafe nicht gleich aufessen. Im Paradies sind auch die Löwen Vegetarier. Schafe und Löwen leben positiv miteinander. Christen und Atheisten, Frauen und Männer, Schwarze und Weiße gehen konstruktiv miteinander um. Sie begreifen sich als eine Weltfamilie.

Auf dem Weg zur Erleuchtung kann ein personaler Gottesbegriff hilfreich sein. Bei dem Durchbruch zur Erleuchtung musst du ihn aber hinter dir lassen. Das sagte bereits Meister Eckhart. Meister Eckhart war im Mittelalter der oberste Chef für viele Nonnenklöster in Deutschland. Er war ein erleuchteter Katholik und wollte die ihm anvertrauten Nonnen auch zu einem Leben in Gott führen. Seine Nonnen liebten es aber Jesus personal zu verehren. So brauchten sie ihr Ego nicht loszulassen und konnten Jesus stellvertretend für sich erleuchtet sein lassen. Sie liebten es unerleuchtet zu bleiben. Das war natürlich ziemlich dumm. Meister Eckhart wies sie daraufhin an, den personalen Gottesbegriff zu überwinden. Er lehrte es sogar Gott auf einer bestimmten Stufe ganz loszulassen, um in ein Leben in Gott zu gelangen.

Deshalb steht in der Bibel: "Du sollst dir kein Bild von Gott machen." Gott steht über allen Vorstellungen und kann nur verwirklicht werden, wenn man vorher alle Vorstellungen losläßt. Bis zu dieser Stufe darf man aber Vorstellungen haben, sogar die von einem alten Mann mit Bart. Nur Mut. Du bist ein Löwe. Spring ins Licht. Es tut nicht weh! Du verlierst nur dein Ego und deine Zweifel. Du wirst von einem Glaubenden zu einem Wissenden.

Dein Freund Nils

 

Erfahrungen auf dem Yogaweg
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Woherwig ist ein westlicher Yogi, der in Nordfrankreich in der Abgeschiedenheit lebt. Er praktiziert tantrischen Kriya-Yoga. Dabei hat er eine erstaunliche spirituelle Erfahrung gemacht hätte. Eines Tages erwachte beim spirituellen Üben seine Kundalini-Energie. Woherwig trat für 2 1/2 Tage in eine Erleuchtungstrance ein. Sein Körper wurde starr, sein Atem setzte aus und seine Pupillen wurden weiß. Sein Geist trat aus dem Körper aus und reiste im Jenseits umher. Man kann es so bezeichnen, dass er auf dem Yogaweg eine Nahtoderfahrung gemacht hat. Seine Erfahrung beweist, dass der Mensch mehr ist als sein Körper. Körper und Geist sind zwei unabhängige Energiemanifestationen.

Zuerst habe ich an der Wahrheit der Erzählung von Woherwig gezweifelt. Aber viele seiner Erfahrungen habe ich auch gemacht. Zwar ist der Bericht verwirrend geschrieben und endlos lang, aber trotzdem sind die Aussagen in sich schlüssig. Trotz meiner Probleme mit Woherwig halte ich seinen Bericht für wahr. Woherwig ist auf seinem spirituellen Weg schon weit fortgeschritten, wenn er solche Erfahrungen machen durfte.

Um so trauriger ist es, dass er sich seinen Mitmenschen gegenüber teilweise negativ verhält. Im Yoga heißt es, dass auf einer kleinen Stufe Erleuchtete noch viele negative Eigenschaften haben können. Das gilt insbesondere für die Eigenchaft Stolz. Stolz löst sich bei der Erleuchtung nicht auf und kann zu vielen negativen Handlungen eines Erleuchteten führen. Stolz ist eine Form des spirituellen Egos. Stolz ist die gefährlichste Eigenschaft auf dem spirituellen Weg, gerade weil sie bei der Erleuchtung nicht verschwindet. Ein Erleuchteter verfügt dann über große spirituelle Kräfte und gleichzeitig über einen negativen Geist. Er kann damit großen Schaden auf der Welt anrichten.

Auf dem Yogaweg schützen wir uns vor negativen Eigenschaften, in dem wir rechtzeitig Sanftmut, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Liebe üben. Wir müssen es lernen sehr ehrlich zu uns zu sein, damit unser Ego uns nicht einen Streich spielt. Es gibt einen einfachen Test. Wenn du deine Worte für Liebe hälst und sie kommen bei deinem Gegenüber als Hass an, dann ist es Hass. Wenn jemand von Liebe redet und du spürst als als Wut, dann spricht hier das spirituelle Ego.

Von dem guten Baum des Yoga können faule Äpfel fallen. In allen Religionen gibt es auch faule Äpfel. Es gibt äußerlich leuchtend rote Äpfel, die innerlich vom Wurm des spirituellen Egos zerfressen sind. Sie sind auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Aber wenn ein Mensch gut in Kontakt mit sich selbst ist, dann spürt er, dass an dem Apfel etwas faul ist. Und wenn er den Apfel auf den Wurm hinweist, wird der Apfel meistens sehr aggressiv reagieren und behaupten, es gäbe keinen Wurm in ihm. Ein Egomensch mag nicht gerne seine Fehler sehen, ein weiser Yogi betrachtet sie genau und wächst gerade an dem Bewusstsein seiner eigenen Fehler ins Licht. Wer sich seiner Fehler bewusst ist, bei dem verschwindet der Stolz.

Mit der Kraft seiner Liebe kann auch ein kleiner Yogi negative Menschen mit großen spirituellen Kräften in ihre Schranken weisen. Die erleuchteten Meister beschützen die Guten. Wir müssen uns nur jeden Tag mit den erleuchteten Meistern verbinden und uns kann nichts passieren.

Woherwig praktiziert den Kriya-Yoga nach Babayi. Der Kriya-Yoga nach Babaji ist ein sehr spezieller Yogaweg. Babaji ist ein Yoga-Meister aus der Anfangszeit des Yogas vor vielen tausend Jahren in Indien. Es ist sehr schwer zu sagen, welche seiner Geschichten wahr und welche nicht wahr sind. Yogis lieben Märchen. Oft wird in der Spiritualität eine wahre Begebenheit phantasievoll ausgeschmückt. Jeder Yogi ist gefordert genau hinzusehen und den Weg seiner persönlichen Wahrheit und Weisheit zu finden.

Im Kriya-Yoga geht es um die Umwandlung des materiellen Körpers in einen Lichtkörper. Ein Yogi mit einem Lichtkörper kann bei seinem Tod seinen materiellen Körper vollständig auflösen und sich zu einer beliebigen Zeit an einem beliebigen Ort wieder für kurze oder lange Zeit materialisieren. Berichte von Lichtkörpern gibt es in der Bibel (Henoch), im tibetischen Buddhismus und im indischen Yoga (Rama, Sita). Auch Jesus Christus hat bei seinem Tod laut Neuem Testament seinen Körper dematerialisiert und kurze Zeit darauf bei einem Treffen mit seinen Jüngern wieder materialisiert. Wissenschaftlich bewiesen sind derartige Vorgänge nicht. Ich halte es für möglich. Für mich ist das Hauptziel die Erleuchtung. Ob ich bei meinem Tod meinen Körper auflösen kann oder nicht, ist nicht wichtig.

Spannend finde ich das Auftauchen der früheren Leben bei Woherwig. Er hat sie genau wie ich als Kurzfilme erfahren. Das spricht aus meiner Sicht ziemlich deutlich für die Reinkarnationslehre und für das Weiterleben der Seele nach dem Tod. Von intensiven Reinigungsprozessen auf dem spirituellen Weg kann ich auch viel erzählen.

Den Tantra Weg von Woherwig halte ich für falsch. Ich habe das im Forum Yoga-Welten ausführlich begründet. Nach Woherwig werden beim Tantra-Yoga in der Regel alle sexuellen Bedürfnisse sofort ausgelebt. Seiner Meinung nach können dadurch keine Anhaftungen entstehen! Es ist aber egal, ob sexuelle Bedürfnisse sofort oder später befriedigt werden. Taucht ein Wunschgedanke im Geist auf und verbindet er sich mit einem Gefühl, entsteht bereits eine innere Tendenz. Die Tendenz wird verstärkt, wenn der Wunsch dann auch tatsächlich gelebt wird. Die größte Anhaftung an die Sexualität wird erzeugt, wenn alle sexuellen Wünsche sofort ausgelebt wird.

Der Weg aus der Anhaftung ins Sein/die Wunschlosigkeit kann nur durch die schrittweise sensible Auflösung der Wünsche geschehen. Für mich war es eine Zeitlang gut Sex total zu leben. Dadurch lösten sich viele innere Verspannungen. Der Hauptweg zur Auflösung der Sexanhaftung und der Beziehungsanhaftung besteht aber darin, sie immer weniger zu leben, bis man in der Lage ist ganz ohne Beziehungen auszukommen (in den Worten Woherwigs androgyn wird/in sich selbst ganz). Wenn man sich ganz über die Körperebene erhoben hat, kann man Sex leben oder nicht. Für fortgeschrittene Yogis gibt es auch den Weg eine Beziehung primär als Karma-Yoga zu leben. Ein Buddha ist mit einer Beziehung und ohne eine Beziehung glücklich. Er lebt alles im richtigen Moment und im richtigen Maß und wächt so innerlich an allen äußeren Erscheinungen.

Der Weg der Erleuchtung ist sehr individuell. Jeder sollte genau erkennen, was ihm gut tut und ihn spirituell voranbringt. Für mich ist das Ideal der Weg der zwei Lebensstufen aus weltlichem Leben und einer Zeit als abgeschiedener Yogi. Ich vertreten den gemischten Tantra-Yoga aus Zeiten der Enthaltsamkeit und Zeiten der Beziehung. Jedes intensive Ausleben von körperlichern Bedürfnissen (Sex, Essen) bindet einen an die Welt. Der Weg der sensiblen Askese befreit einen von der Welt. Das ist der Hauptweg im indischen Yoga. Mögen wir alle unseren Weg ins Licht und in die umfassende Liebe finden.

 

Die Einheit aller Religionen
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Nils: Erleuchtung ist das Zentrum aller großen Religionen. Die Einheit aller Religionen ist ein wichtiges Ziel, um eine glückliche Welt aufzubauen. Die Kommunikation zwischen den Religionen ist wichtig, auch wenn das manchmal schwierig ist.

Anand (Atheist): Es ist offensichtlich, daß nicht alle Religionen das Gleiche lehren. Buddha lehrt die Nichtexistenz Gottes und einer Seele. Der Hinduismus behauptet sie. Ehrlich gesagt gibt es nicht einmal die Einheit des Hinduismus.

Lass doch einfach die Pluralität der Wege zu. Die Wege sind grundsätzlich verschieden. Einmal es gibt jenseitige Welten, zum anderen es gibt sie nicht. Ich versteh nicht, wie man sagen kann, dass das dasselbe ist.

Nils: Lieber Anand, ich finde unsere Diskussion gut, weil sie viele grundlegende Dinge klärt. Auch innerhalb des Buddhismus wird darüber diskutiert. Ich stelle fest:

1. Es gibt nur einen Gott. Es gibt nur eine höchste Wirklichkeit. Es kann deshalb nur eine Wahrheit geben. Verschiedene Religionen sind hilfreich, damit man über die höchste Wahrheit diskutieren kann. Wirklich begreifen können wir sie nur in der Erleuchtung.

2. Ich habe erfahren, dass es die Wiedergeburt gibt. Ich habe meine früheren Leben gesehen.

3. Die moderne Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass der Mensch eine Seele hat, die unabhängig vom Körper denken und beobachten kann.

4. Es gibt viele Hellsichtige, die ins Jenseits blicken können. Auch die Reinkarnationstherapie bestätigt die Tatsache von früheren Leben und eines Jenseits. Der Fernsehsender Vox hat darüber eine Sendereihe gemacht. Die Menschen beschrieben in der Hypnose ihr früheres Leben und reisten dann mit dem Fernsehteam zu dem angegebenen Ort. Viele Angaben erwiesen sich als wahr.

5. Buddha hat bei der Erleuchtung seine früheren Leben gesehen. In dem buddhistischen Standartwerk (Herder Verlag, 1992) "Die Reden des Buddha" von Hermann Oldenberg (Buddhismusforscher) steht über die Erlangung der Buddhaschaft (von mir gekürztes Zitat): "Mit gesammeltem Geist wandte ich mich hin auf die Erinnerung und Erkenntnis meines früheren Daseins. So erinnerte ich mich an viele frühere Existenzen. Dort war ich mit dem und dem Namen. Von da schied ich und wurde dort wiedergeboren..."

Dementsprechend sagt auch Wikipedia, dass der Buddhismus die Reinkarnationslehre vertritt. Der Hinduismus betont die Kontinuität der Seele und der Buddhismus die Eigenständigkeit der einzelnen Inkarnationen. In der Sache sehe ich da keinen Unterschied. Beides ist gleichzeitig wahr. Es gibt Kontinuität verbunden mit Eigenständigkeit.

6. Die buddhistische Lehre würde keinen Sinn machen, wenn es keine Wiedergeburt gäbe. Warum soll man viele Jahrzehnte nach Erleuchtung streben, wenn nur wenige das Ziel erreichen. Die Mehrzahl würde ihr Leben vergeuden, wenn sie die Früchte des Übens nicht in das nächste Leben mitnehmen könnte. Im Yoga heißt es, dass der Yogi sein Üben von Leben zu Leben fortsetzt, bis er das Ziel der Erleuchtung erreicht. So kommen alle spirituellen Menschen im Laufe der Zeit zum Ziel.

7. Buddha hat einfach nur den Schwerpunkt seiner Lehre auf das Erlöschen des Selbst gelegt. Deswegen betont er die Leerheit (das Nichtselbst, die Egolosigkeit). Im Yoga wird die Fülle (viel Energie, Liebe, Frieden, Glück) betont. In der Erleuchtung gibt es Leerheit (Nichts) und Einheit (Fülle, Etwas) gleichzeitig. Nach meiner Erfahrung muss man sich auf die Leerheit (Ruhe, Sein, Nichts) konzentrieren, damit man im großen Glück lebt.

8. Die früheren Leben zeigen sich erst ab einer bestimmten Stufe des Weges. Ein Mensch kann auf einer niedrigen Stufe erleuchtet sein, und trotzdem keinen Kontakt zu seinen früheren Leben haben. Insofern können sogar manche Erleuchtete mit ehrlich behaupten, dass es keine Wiedergeburt gibt.

9. Es gibt viel Verwirrung in den Religionen. Ich bin der Meinung, dass alle vollständig erleuchteten Meister wie Buddha, Jesus, Swami Shivananda, Sai Baba, Amma und Mutter Meera das Gleiche sehen. Sie drücken es aber oft in verschiedenen Worten aus.

10. Ich bin für Meinungs- und Religionsfreiheit. Ich lasse die Pluralität der Meinungen und Religionen zu. Ich akzeptiere sogar die Atheisten, obwohl ich ihren Weg für falsch halte. Mit einem atheistischen Buddhismus kann ich gut leben. Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Das bedeutet, dass alle Religionen zusammenarbeiten sollten. Sie sollten für eine bessere Welt und für Werte wie Liebe, Frieden und Wahrheit eintreten. Meinungsunterschiede zwischen den Religionen dürfen selbstverständlich weiter existieren.

Wikipedia Buddhismus: Die indische Philosophie kannte Atman (Sanskrit) bzw. Atta (Pali), das „Selbst“, vergleichbar mit der persönlichen Seele der westlichen Gedankenwelt. Buddha verneinte deren Existenz als individuelle und konstante Einheit, die auch wiedergeboren werden könnte. Im Gegensatz dazu sprach er von Anatman (Sanskrit) bzw. Anatta (Pali), dem „Nicht-Selbst“. Was in der vedischen Tradition Atman genannt wurde, ist aus buddhistischer Sicht keine konstante Einheit, sondern in beständigem Werden, Wandel und Vergehen begriffen. Es kann somit auch nicht als solches wiedergeboren werden. Reinkarnation wird im Buddhismus nicht als „Seelenwanderung“ (Transmigration) verstanden, sondern als ein Impuls aus dem Karma des Gestorbenen. Eine bekannte Allegorie vergleicht diesen Prozess mit der Flamme einer Kerze, die weitere Kerzen anzündet. Weder die Kerze selbst noch die Flamme bleiben dieselben, aber ohne die ursprüngliche Kerzenflamme gäbe es auch die folgenden nicht.

 

Interview mit einem unbekannten erleuchteten Meister
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Das Interview finde ich witzig. Deshalb hier eine Kurzfassung. Erleuchtung ist über allen Vorstellungen.

Interviewer: Nun, es läßt sich gewiß nicht behaupten, daß das, was Sie sagen, jemandem Hoffnung machen würde. Warum reden Sie eigentlich, wenn Sie weder Trost zusprechen noch belehren wollen?

Meister: Was soll ich denn machen? Möchten Sie, daß ich Sie mit Steinen bewerfe?

Interviewer: Fühlen Sie den Schmerz ihrer Mitmenschen?

Meister: Vor kurzem ist mein ältester Sohn in einem Krankenhaus hier in der Nähe an Krebs gestorben. Ich habe ihn oft besucht. Freunde sagen, daß ich die ganze Zeit über bis er starb sehr mitlitt. Ich konnte nichts tun. Der Schmerz ist ein Ausdruck des Lebens.

Interviewer: Sie können das Leiden anderer nachempfinden, sind aber selbst frei davon, stimmt das?

Meister: Der Schmerz, den Sie bei sich durchmachen, wird hier (deutet auf sich) deutlich reflektiert, ohne daß der Schmerz selbst erfahren werden muß. In diesem natürlichen Zustand fühlt man den Schmerz der anderen, ob man sie persönlich kennt oder nicht.

Interviewer: Wenn Sie von einem Leben ohne Ich-Erfahrung sprechen, dann klingt das für uns irrational.

Meister: Was ich sage, steht im Widerspruch zu Ihrer logischen Struktur. Sie benutzen die Logik dazu, diese trennende Struktur aufrechtzuerhalten.

Interviewer: Auch die Gurus und Priester lehren uns, daß es keine trennende Struktur gäbe und daß darin die Ursache unserer Probleme läge.

Meister: Für Sie sind das nur Worte. Sie haben auf eine geschickte Weise das rationalisiert, was die Gurus und die heiligen Bücher Sie gelehrt haben.

Interviewer: Aber die Tatsache, daß Sie hier sitzen und viele Stunden lang sprechen, deutet doch sicherlich darauf hin, daß Sie eine Philosophie, eine Botschaft haben, selbst wenn sie von Ihren Zuhörern nicht recht verstanden wird.

Meister: Dem ist nicht so. Hier ist niemand, der spricht. Es ist wie bei einem Ball, der gegen die Wand geworfen wird und zurückprallt, das ist alles. Mein Reden ist das direkte Ergebnis Ihrer Frage; hier gibt es nichts, das mein eigen wäre.

Interviewer: Der Körper ist vergänglich und die Seele unsterblich.

Meister: Es gibt keine Seele. Es ist der Körper, der unsterblich ist. Der Körper ist insoweit unsterblich, als seine Elemente nach dem Tod in andere Lebewesen und in die unbelebte Materie übergehen. Die Menschen, die Natur, die Erde und der Kosmos bilden einen Gesamtkörper.

Interviewer: Es sieht so aus, als müsse ein Art radikaler Wandel stattfinden...

Meister: Es bringt nichts, die Realität in Frage zu stellen. Stellen Sie statt dessen Ihre Ziele, Ihre Thesen und Überzeugungen in Frage. Davon müssen Sie befreit werden, und nicht von der Realität.

Interviewer: Solche Aussichten sind kaum zu ertragen.

Meister: Wenn Sie ertrinken, dann ertrinken Sie.

Interviewer: Wir können einfach nicht anders, als zu glauben, daß es eine Lösung für unsere Probleme geben müsse.

Meister: Wenn es keine Antworten gibt, kann es auch keine Fragen geben.

Interviewer: Aber für viele von uns ist das Leben etwas Heiliges. Wir kämpfen darum, unsere Kinder und die Natur zu schützen, einen neuen Krieg zu vermeiden...

Meister: Sie sind alle neurotische Menschen.

Interviewer: Bestreiten Sie die Wichtigkeit yogischer Übungen, des religiösen Entsagens oder den Wert einer sittlichen Erziehung?

Meister: Alle sittlichen, spirituellen und ethischen Werte sind falsch.

Interviewer: Sie betonen immer wieder die negative Seite und gehen von der klassischen 'Neti-Neti (nicht dies, nicht das). Es wird in den Upanishaden als eine Annäherung an Brahman benutzt: Brahman läßt sich nur vom Negativen her verstehen. Weisen Sie denn nicht auf die Notwendigkeit hin, daß man alles überflüssige Gepäck loswerden müsse, einschließlich aller Schriften, Gurus und Autoritäten, wenn man den Zustand finden möchte, von dem Sie andeuten, daß er unser natürliches Geburtsrecht sei?

Meister: Nein. Es ist lächerlich, die Gurus, Tempel und heiligen Bücher abschaffen zu wollen, um damit eine Rezeptur für die Freiheit zu haben. Es gibt keinen Weg.

Interviewer: Aber wir wissen, daß Sie mehr als nur ein Fatalist sind, Sie sind ein Zyniker.

Meister: Es gibt eine Lösung für Ihre Probleme - den Tod. Diese Freiheit, an der Sie interessiert sind, kann nur zum Zeitpunkt des Todes entstehen.

Interviewer: Aber Sie können doch nicht einfach alles hinwegfegen... alles, was uns heilig ist?

Meister: Natürlich kann ich das; es ist alles nur imaginäres Zeug.

Interviewer: Warum reden Sie dann überhaupt?

Meister: Es liegt kein besonderer Reiz darin, antisozial zu sein. Ich gebe den Menschen nicht das, was sie haben wollen. Wenn die Menschen kommen, um zu reden, dann werden sie mit der Stille selbst konfrontiert. Daher ist jeder, der kommt, hinterher still. Wenn er die Stille nicht aushält und darauf besteht, zu reden und über die Dinge zu diskutieren, dann gerät er gezwungenermaßen in einen Widerspruch, und er wird weggehen. Aber wenn Sie lange dableiben, werden Sie still werden, nicht weil dies so außerordentlich überzeugend wäre und rationaler als Sie es sind, sondern weil die Stille selbst diese Bewegung zum Schweigen bringt.

Hier wird alles von der Stille verbrannt. Alle Erfahrungen werden verbrannt. Daher erschöpft mich das Sprechen mit den Menschen nicht. Es ist Energie für mich. Darum kann ich den ganzen Tag lang reden, ohne Müdigkeit zu zeigen. Das Sprechen mit den vielen Menschen über viele Jahre hinweg ist ohne Auswirkungen auf mich geblieben. Alles, was sie oder ich gesagt haben, wurde hier verbrannt, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Interviewer: Aber irgendwie scheinen Sie frei von all diesen Widersprüchen zu sein, und obwohl Sie behaupten, sich nicht in einem Zustand ständiger Glückseligkeit zu befinden, so scheinen Sie doch im Wesentlichen glücklich zu sein.

Meister: Wenn ich die Geschichte meines Lebens erzähle, kommt es mir so vor, als beschriebe ich das Leben eines anderen. Wenn ich mein Leben betrachte, so gibt es da keine Bindungen.

Interviewer: Wenn Sie schon den alten religiösen Lehren keinen Glauben schenken, nehmen Sie dann wenigstens die moderne Psychologie etwas ernster?

Meister: Das ganze Fachgebiet der Psychologie hat das gesamte Denken des Menschen seit hundert Jahren und länger in die Irre geführt. Freud ist der gewaltigste Schwindler des zwanzigsten Jahrhunderts. J. Krishnamurti spricht von einer Revolution in der Psyche. Es gibt keine Psyche.

Interviewer: Aber Sie vertreten einen ähnlichen Ansatz wie Krishnamurti.

Meister: Ja, ich gebrauche 80% seiner Worte und Redewendungen, genau diejenigen, die er gebraucht hat, um jahrelang die Gurus, Heiligen und Erretter, wie er selbst einer ist, zu verdammen. Er ist ein sehr charaktervoller Mensch, aber ich interessiere mich überhaupt nicht für Menschen von Charakter.

Interviewer: Gibt es denn nur Essen, Schlafen und Atmen?

Meister: Sonst gibt es nichts.

Interviewer: Es ist also gleichgültig, was wir tun, denn wir funktionieren in jedem Fall auf unnatürliche Art und Weise?

Meister: Vergessen Sie die ideale Gesellschaft oder das ideale menschliche Wesen. Ich frage mich niemals, wie ich funktioniere. Ich stelle meine Handlungen niemals bevor, während oder nachdem sie stattfinden in Frage. Fragt denn eine Maschine, wie sie funktioniert?

Interviewer: Aber Maschinen haben keine Gefühle, keine Psyche, keine spirituelle Dimension.

Meister: Sie können mich in keinen religiösen Rahmen einpassen. Jeder Versuch Ihrerseits, mich in Ihren religiösen Rahmen zu zwängen, bedeutet, daß Sie nichts begriffen haben. All dieses spirituelle Zeug ist eine Form von Wahnsinn.

Anmerkungen: Von der höchsten Ebene aus gesehen gibt es nur Gott (das Licht). Die Seele ist eine vergängliche Manifestation. Insofern hat der Meister recht.

Von der mittleren Ebene aus gesehen gibt es eine Seele (Christentum, Yoga) oder ein Bewusstseinskontinuum (Buddhismus), das von Leben zu Leben wandert und sich spirituell immer weiter entwickelt. Solange sich alle drei Welten (Erde, Astrahlwelt, Lichtwelt) nicht in der höchsten Lichtwelt (Gott) auflösen, existieren die Seelen. Man kann deshalb sagen, dass die Seelen ewig existieren. Außer ein erleuchteter Meister beschließt sich nach seinem Tod ganz in Gott aufzulösen. Ein Karma-Yogi bewahrt aber auch nach seinem Tod normalerweise seine Seele, um seine Anhänger aus dem Jenseits unterstützen zu können.

Nach einem Zyklus Ewigkeit werden alle Seelen zu Gott und tauchen dann nach einer Ruhephase wieder neu aus Gott (dem absoluten Nichts, dem höchsten Licht) wieder auf. Das ist die Lehre der Mehrzahl der indischen Meister.

Auf der untersten Ebene (Materialismus) betrachtet man nur den Körper. Der Körper stirbt bei dem Tod. Insofern gibt es hier keine Wiedergeburt. Man kann es auch so sehen, dass die Elemente des Körpers in andere Lebewesen übergehen und insofern eine Wiedergeburt stattfindet. Da sich ein Erleuchteter der höchsten Ebene mit allem identifiziert, wird er tatsächlich ständig in neuen Wesen wiedergeboren. Es gibt ihn als Bewusstseinsschwingung in allem und er materialisiert sich insofern immer wieder.

Was ist die richtige Betrachtungsweise? Grundsätzlich sind alle drei Ebenen real (Amma). Wir haben einen Körper, eine Seele und sind gleichzeitig auch Gott (Licht, höchstes Bewusstsein). Es kommt darauf an, worauf man in seinem Leben die Aufmerksamkeit richten möchte.

Der unbekannte Meister konzentriert sich auf das Licht und bleibt dadurch dauerhaft in der Erleuchtung. Gleichzeitig ist er aber auch mit seinem Körper verbunden, den er als eine Art Maschine (Instrument des Kosmos, des Gottesbewusstseins) empfindet. Die Betrachtung der eigenen Person als eine durch die kosmischen Gesetze determinierte Maschine ohne eigenen Willen (Ego) hilft das Erleuchtungsbewusstsein zu bewahren.

So weit sind die Meisten von uns nicht. Unsere Aufgabe ist es den Körper gesund zu erhalten und die Seele zum Licht hin zu entwickeln. Wir sollten deshalb unsere Aufmerksamkeit gleichzeitig auf den Körper, die Seele und das Licht (Gott, Erleuchtung, Einheit) richten.

Die erleuchteten Meister lehren viele gegensätzliche Dinge. Um sie zu verstehen, brauchen wir unseren Verstand. Wenn wir uns in der eigenen Weisheit zentrieren, können wir von den erleuchteten Meistern aller Richtungen lernen und verlieren uns nicht im Dschungel der vielfältigen Meinungen.

Grundsätzlich sehen alle Erleuchteten das Gleiche. Oft beschreiben sie es aber mit verschiedenen Worten. Dadurch entsteht manchmal etwas Verwirrung. Ich erklärte bereits, dass es drei Ebenen im Kosmos gibt. Es gibt die materielle Ebene, auf der Körper geboren werden und sterben. Es gibt die Energieebene, auf der die Seelen durch viele Leben wandern. Und es gibt die Lichtebene, in der alle Seelen zu einer Seele werden, die gleichzeitig auch keine Seele (in sich leer, Anatta) ist. Die Seele wird zu Gott und Gott ist für einen nichterleuchteten Menschen ein unbegreifliches Mysterium.

Buddha konzentrierte sich auf die höchste Ebene. Deshalb lehrte er das Nicht-Selbst (Anatta). Diese Lehre ist von der höchsten Ebene aus gesehen richtig. Wenn du es vermagst, werde sofort ein Buddha. Die meisten von uns sind nicht so weit und brauchen mehrere Leben dazu. Nach Sai Baba braucht eine Seele mindestens drei Leben als Yogi, um ein vollständig erleuchtetes Wesen (Buddha) zu werden.

Ich kann nur berichten, was ich erfahren habe. Ich habe etwa tausend frühere Leben von mir gesehen. Ich kann deshalb bezeugen, dass es eine Seele gibt, die sich von Leben zu Leben weiter entwickelt. Allerdings hatte jede meiner materiellen Verkörperungen ein eigenständiges Ich-Bewusstsein (Ego). Insofern gibt es kein Selbst, das wiedergeboren wird.

Ich empfinde mich als Nils völlig eigenständig von meinen früheren Leben. Es sind irgendwie fremde Menschen, die aber ihre Erfahrungen, Fähigkeiten, Gefühle und Gedankenstrukturen an mich weiter gegeben haben. Ich bin insofern mit ihnen verbunden, als ich alle ihre Verletzungen in mir heilen muss, damit ich in mir ganz werde (dauerhaft im Licht leben kann). Das geschieht fast von alleine, indem ich einfach konsequent und langfristig meinen Yogaweg gehe. Ich mache Körperübungen und Geistesübungen. Ich arbeite an meiner momentanen Psyche und heile dadurch meine früheren Leben mit.

 

Wart ihr schon mal erleuchtet?
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Muriel (40): Hallo zusammen, wer von Euch ist schon mal in den Zustand der "Erleuchtung" gekommen? Habt Ihr Euch lange dafür vorbereitet? Und was hat sich danach für Euch geändert? Mich hat's ohne irgendwelche Vorbereitung oder bestimmte Glaubensansichten in einer Unterzuckerung (bin Diabetiker) erwischt. Danach hat sich mein Leben und auch meine Ansichten ziemlich geändert.

Man kann die Erleuchtung auch durch Meditation erreichen. Die Gedanken ausschalten. An nichts denken. Weder an die Vergangenheit, noch an die Zukunft. Dadurch hört man auf zu erschaffen. Ich war in diesem Augenblick in einer Art anderer Dimension. Es war alles klar. Warum alles passiert. Nicht ist umsonst, alle Handlungen haben einen Sinn. Schwer zu beschreiben. Alles war ganz leicht. Alle Sorgen waren weg. Es war, als wenn ich mir alles aus einer anderen Sicht anschaute.

Irgendwann war ich dann wieder im "Hier" und "Jetzt". Danach habe ich angefangen nach "Gott" zu suchen und nach einer Erklärrung, was dieses Erlebnis war. Es scheint mir so, als wenn ich auf meine Fragen Antworten in Form von Büchern bekommen hätte. Aber jeder muss seinen Weg finden. Deshalb interessiert es mich, was vielleicht andere in dieser Richtung schon erlebt haben.

Silly: Ich denke jeder Mensch erlebt in seinem Leben immer wieder eine Erleuchtung, nur viele nehmen diese nicht bewusst wahr!

Stefan (40): Gemeinsam an diesen Situationen ist, dass ich die Realität irgendwie anders erlebe. Diese Situationen kommen sowohl in der Meditation als auch im Alltag vor. Es kommt immer wieder ein Puzzlestück hinzu. Und so bleibt es eine Reise. Mittlerweile weiß ich wohin die Reise letztendlich führt. Ich habe es nicht besonders eilig anzukommen, weil es noch so viel für mich zu lernen gibt.

Litizia (21): Ich bin schon mal in den Zustand der Erleuchtung gekommen, obwohl ich das vorher nie angestrebt hatte. Ich dachte man müsste Jahrzehnte lang meditieren um sowas zu erleben. Geändert hat sich danach viel in meinen Leben, vorwiegend mein Weltbild und mein Glaube. Ich habe angefangen zu glauben, dass wir alle in Wirklichkeit Eins sind.

Ich kam während meiner Erleuchtung in die Situation das Universum von Außen zu betrachten als das was es wirklich war, eine einzige Seele, ein einziges Bewusstsein, das durch Gefühle als Aspekte von Liebe seine Welt aus sich selbst heraus erschafft.

Das heißt, dass es in Wirklichkeit nur die drei Dinge gibt: Bewusstsein (Information), Liebe (Energie) und Raum (Kosmos). Das Bewusstsein teilte sich in viele Bewusstseinen auf. Es wurde in Lebewesen geboren, um sich dann die Frage zu stellen: "Wer bin ich in Wirklichkeit?" Aber es ist schwierig für mich jeden Tag daran zu denken, dass es so ist.

Sole: Frieden wird in die Herzen der Menschen kommen, wenn sie ihre Einheit mit dem Universum erkennen. (Indianische Weisheit)

Aus http://www.paranormal.de/ballabene/okkultes_weltbild/erleuch.htm

Zitat: Hellmuth Hecker, 'Asiatische Mystiker', S.179-180, Octopus Verl. Wien, 1981: "Zuerst dachte Indira Devi, sie werde im Lotossitz einschlafen, aber dann stoppte der elektrische Strom, der vom Ende ihres Rückgrates emporfloß, nicht wie gewöhnlich, sobald er den Kopf erreichte. Statt dessen öffnete sich ihr Haupt, als er es berührte, und sie befand sich außerhalb ihres Körpers - trieb auf samtenen Wogen der Seligkeit, weitete sich und bewegte sich so frei wie die Luft. Da war kein Gedanke, kein Verlangen, keine Freude, sondern etwas ganz anderes. Ein völlig anderer Rhythmus, eine andere Welt. Es gab keine Schranken von Zeit und Raum, obwohl sie ihre eigene Ganzheit beibehielt. Sie konnte ihren Körper auf dem Fußboden sitzen sehen. Nach einer Weile spürte sie eine Schwere auf dem Kopf und befand sich wieder in ihrem Körper. Dies war ihre erste Erfahrung vom Savikalpa Samadhi."

"Wie gewöhnlich stieg ein elektrischer Schlag vom Ende ihres Rückgrats auf. Ihr Schädel öffnete sich, und sie war frei von der Knechtschaft ihres Körpers. Wie ein Vogel, der aus dem Gefängnis heraus gelassen wird, schwang sich der Geist empor. Es war, als ob sie durch verschiedene Welten triebe und dem Ruf einer Flöte folge. Indira erinnerte sich, Wesen des Lichtes und der Harmonie gesehen zu haben, vor allem aber erinnert sie sich an den Anruf der Flöte. Er war so nah und dennoch konnte sie ihn nicht erreichen. Höher und höher stieg sie empor, bis es nichts mehr gab außer dem Flötenruf, und dieser Ton war zur Form geworden, eine Realität, die sie irgendwie berühren wollte. Kaum tat sie es, verwandelte sich die Form in eine blendende Sonne, die in eine Million Teile zersprang , und dann war nichts, und dennoch alles. Es gab kein Ich mehr, nichts Erfahrbares, keine Form, keine Zweiheit. Sie hatte jegliches Bewußtsein verloren, um Bewußtsein zu werden. Es gab nur Seligkeit und eine unermeßliche Wirklichkeit, die regierte, jenseits allen Denkens, aller Beschreibung, aller Vorstellung. Die Zeit blieb stehen - oder es gab vielmehr keine Zeit - dennoch kehrte sie nach einer Weile zurück in unsere Welt."

(Ramana Mahrishi:) "Was geschah, war, daß meine Wünsche und mein Ego von mir gingen. Wie und weshalb, das vermag ich nicht zu sagen - und daß ich fortan in der Weite zeitlosen Friedens lebte. Manchmal verharrte ich mit geschlossenen Augen, und wenn ich sie öffnete, sagten die Leute, ich sei aus meiner gesegneten Meditation gekommen. Doch ich kannte den Unterschied zwischen Meditation und Nichtmeditation überhaupt nicht. Ich lebte einfach, ein ruhiger Zeuge all dessen, was um mich geschah, fühlte mich jedoch niemals aufgerufen, aktiv einzugreifen. Nie konnte ich den Drang empfinden, etwas zu tun, außer zu sein, einfach zu sein."

Zitat: S.189 aus: 'Asiatische Mystiker', Hellmuth Hecker, Octopus Verl., Wien 1981: "Eines Tages betrat Ramakrishna einen Shiva-Tempel und began als Lobpreisung Shivas das Mahimna-Sutra zu rezitieren. Als er im Begriff war, das Sutra zu sprechen, fand er sich plötzlich in Ekstase. Ramakrishna war eingetaucht in das Gefühl der Herrlichkeit Shivas, er verlor sein irdisches Bewußtsein, vergaß den Hymnus, die Worte, die Sprache, die Folge der Verse und alles andere um sich. Immer wieder rief er laut aus: 'Oh großer Gott, wie kann ich Deine Herrlichkeit ausdrücken?'"

 

Es wird viele Yogis im Westen geben
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Anand: Es gibt viele spirituelle Wege. Sie widersprechen sich teilweise.

Nils: Am besten folgst du einfach deinem Weg, läßt deinen Mitmenschen ihren Weg und erkennst in der Erleuchtung die Einheit und Zusammengehörigkeit aller spirituellen Wege. Auch der Atheismus ist ein Konzept. Auch kein Konzept zu haben ist ein Konzept. Die meisten Menschen müssen zuerst viele Jahre einem klaren spirituellen Konzept (Weg, Lehre, Strategie, Übungssystem) folgen, bevor sie die Ebene der Konzepte überschreiten können. Sonst enden sie in der unerleuchteten Verwirrung.

Da du nicht erleuchtet bist, verstehst du weder Balsekar noch Krishnamurti. Sie sind zwei große erleuchtete Verwirrer, die natürlich spirituell verwirrte Menschen wie dich begeistern, aber die leider auch deine Verwirrung noch verstärken. Als Yogi sollte man sich grundsätzlich von diesen Lehren fernhalten, außer man hat viele Jahrzehnte intensiv spirituell geübt und steht kurz vor der Verwirklichung.

Dann kann man sich mit diesen Lehren auf eine noch höhere Stufe erheben, in dem man alles Erleuchtungsstreben losläßt. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Geschichte von einem Yogi, der neun Jahre intensiv als Yogi praktiziert hatte und dann drei Jahre das einfache Ruhen im erleuchteten Sein übte. So konnte er sich von allem falschen Ehrgeiz und seiner übertriebenen Zielstrebigkeit befreien.

Anand: (Zitat Krishnamurti) "Ich bin nicht darauf aus, irgend jemanden zu befreien. Sie müssen sich selbst befreien, und Sie sind unfähig, das zu tun. Was ich zu sagen habe, wird Ihnen nicht dabei helfen. Sie werden das niemals verstehen; Sie können es nur im Sinne Ihrer vergangenen Erfahrungen erleben. Es liegt außerhalb des erfahrbaren Bereichs. Der natürliche Zustand ist akausal: er geschieht einfach. Es ist keine Kommunikation möglich und keine ist nötig."

Nils: Hier war Krishnamurti einfach nur sehr enttäuscht, dass er in seinem Leben so wenig bewirken konnte. Er hat es aber trotzdem aus Liebe gesagt, um seine Anhänger anzustacheln sich ernsthaft um die Erleuchtung zu bemühen. Erleuchtung ist akausal, aber man kann es selbstverständlich üben akausal zu denken. Es gelingt, wenn man einen erleuchteten Meister hat und sich konsequent an seine Anweisungen hält.

Grundsätzlich gilt nach dem Dalai Lama und nach Swami Sivananda: Es ist harte Arbeit über einen langen Zeitraum ein Erleuchtungsbewusstsein zu erreichen. Nur einzelne Menschen kommen spontan ohne vorherige Arbeit an sich selbst zur Erleuchtung.

Ratna: Hallo Yogis. Ratna´s Blick in die Zukunft: Es werden viel Yogis im Westen geboren werden. Ich erinnere mich an ein früheres Leben in Tibet. In diesem Kalpa (Weltzeitalter) habe ich noch nicht so viele Geburten erfahren, aber trotzdem gehöre ich zu denen die immer wieder kehren fast in jedem Kalpa.

Ratna: Ich sah das große Wesen (Nils: Gott) vor meinen Augen wie ein großes übernatürliches energetisches Ereignis (Nils: ein Meer aus Licht/Liebe/Energie). Mein Geist-Bewusstsein (die Seele Ratnas) machte sich auf den Weg ins höchste Licht. Nach einer langer Reise wurde ich mir immer mehr meines Selbst bewusst. Ich weilte im vollkommen reinen Bewusstsein. Hier gab es nichts mehr zu tun, das Ziel war erreicht. Satyaloka ist im Jenseits ein gutes Ziel. Ich habe Visionen, wie ich von dort aus das Leben der Wesen auf der Erde und das Leben der Wesen im Jenseits und höhere Bereiche der Existenz beobachten konnte. Ich konnte mit den Wesen im Jenseits kommunizieren.

Ich hörte Stimmen, die mein Bewusstsein riefen. Es klang so wie die Erde. So gelangte mein Bewusstsein auf die Erde. Ich sah die Geburten Linie meiner Eltern, Großeltern und Urgroßeltern.

Nils: Die Seelen auf der Erde riefen dich um Hilfe. Der Weg der Liebe ist ein Mysterium. Er fühlt sich an wie ein Opferweg und endet doch in der umfassenden Glückseligkeit. Eines Tages beginnt plötzlich das innere Glück fließen und erfüllt die ganze Welt.

Ratna: In dieser Geburt habe ich das Universelle Wesen erfahren, erlebte wie ein Universum entsteht, existiert und vergeht und erlischt. Millionen von Galaxien entstanden spontan, kleinere und größere ähnlich der Größe unsere Milchstraße.

Nils: Dann war das bei dir ja wie bei Arjurna und Krishna in der Bhagavad Gita. Arjuna: "Oh höchstes Wesen, es ist mein Wunsch deine göttliche Form zu sehen." Krishna: "Ich gebe dir das göttliche Auge. Sieh meinen edlen Yoga." Nach diesen Worten zeigte Krishna Arjuna seine höchste Gestalt als Herr des Universums. Arjuna betrachtet die kosmische Form in all ihrer Großartigkeit. Er sah Krishna überall und in allem. Der gesamte Kosmos zeigte sich ihm als ein riesenhafter Körper Gottes.

Ich verneige mich vor dir. Dann hast du ja die spirituelle Verwirklichung von Arjuna. Ich bin nur ein kleiner Yogi. Ich kenne nur etwa tausend frühere Leben. Ich begann meine spirituelle Reise in diesem Universum. Ich bin ein Anfänger auf dem spirituellen Weg. Meine Erkenntnis aus der Bhagavad Gita ist: "Mögen alle einen erleuchteten spirituellen Helfer haben." Das wünsche ich allen Lesern und Leserinnen. Möge jeder jederzeit denjenigen finden, der ihm auf seinem spirituellen Weg weiterhilft.

Saradevi (Yogapad): Ich weiß, dass dieses Leben nicht 'mein letztes und einziges Leben' ist und war - auch in meiner Tätigkeit als Rückführungsbegleiterin erlebe ich es immer wieder auf's Neue, wie Menschen, die vorher nur glaubten, schon mal gelebt zu haben, nach einer Rückführung die Gewissheit hatten und die Angst sich vollkommen auflöste. Es ist nicht nur tröstlich, denn Trost hat was von Hoffnung und Glaube, sondern, es ist wahr und eine Gewissheit, dass wir nur unseren irdischen Körper verlassen, wenn 'wir sterben'. WIR sind unsterblich :-)

Rita (Yoagapad): Lieber Nils, ich finde deine Ausführungen unheimlich spannend. Und was hat es mit Yoga zu tun? Es ist für mich DIE philosophische Basis auf der ich meinen Unterricht aufbaue. Mit herzlichen Grüssen Rita

 

Der Schwan
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von Swami Satyanada Saraswati (Zitate)

Steig auf den weißen Schwan des Yoga
und schau, dass du in Balance bist und fest.
Und nun fliege durch die Dunkelheit des Bewusstseins.
Vor dir ist ein kleiner Lichtpunkt,
darauf richte deinen Blick.

Du wirst Meere voller Verspannungen überqueren,
Berge voller Gedanken und Täler voller Depressionen.
Du wirst winkende Menschen voller Anhaftung sehen,
Wenn du dich darauf einläßt,
wird dir schwindelig und du stürzt ins Wasser.

Bleibst du jedoch fest und stark in deinen Gedanken
und löst dich von deinen alten Verhaltensmustern,
dann wird der Schwan dich ins Licht bringen.
Du wirst dich nackt fühlen und kalt,
bis du spürst, dass der Lichtpunkt die Sonne ist.

Der Schwan fliegt genau auf dieses magische Licht zu.
Im Moment wenn er den Sonnenkern durchstößt,
schlagen Trommeln und Stimmen werden ertönen.
Du wirst durchflutet von Energie.
Das Licht wird dich mit einem goldenen Mantel bedecken.
Du betrittst das Königreich Gottes und begegnest den Kindern der Ewigkeit.

 

Zitate
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"Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre!" Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker (Begründer der Quantentheorie)

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Das wahre Glück finden wir nicht in den Dingen, sondern in der Tiefe unserer Seele.
Theresia von Lisieux

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Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn sein Leben lang zu suchen.
Therese von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin

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Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, zu sich selbst zu kommen.
Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin, Ermordung im KZ

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Beten heißt: Aus verborgener Kraftquelle leben.
Alexander Lowen, Psychotherapeut

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Das größte Unglück ist der Bruch mit Gott.

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Das zukünftige Christentum: Ein wenig Dalai Lama, ein bisschen Marienwallfahrt, ein Schuss protestantischer Antiklerikalismus, ein großer Löffel Esoterik und drei Körnchen Hildegard von Bingen.
Johannes Friedrich, evangelischer Landesbischof

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Die Kirche der Zukunft muss vor allem eine Kirche lebendiger Spiritualität sein. Der Christ des 21. Jahrhunderts wird ein Mystiker sein, oder er wird keiner sein!
Karl Rahner (1904-1984), Religionsphilosoph

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Wenn wir die Bergpredigt konsequent umsetzen würden, könnten wir damit alle Probleme der Welt lösen.
Mahatma Gandhi

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